Alpinisteig

(2319 m) 07.09.2014
Der im Ersten Weltkrieg von italienischen Soldaten als Versorgungsweg angelegte Steig, hat sich zu einem absoluten Klettersteigklassiker in den Sextener Dolomiten entwickelt. Die »Strada degli Alpini« ist technisch nicht schwierig, doch die ausgesetzten Passagen erfordern unbedingt Schwindelfreiheit, sonst kommt hier kein Spaß auf.
Auf dem luftigen Salvezza-Band sorgen die Tiefeblicke für ein wenig Nervenkitzel. Die abschüssigen Altschneefelder erfordern unsere Trittsicherheit. Auf der gesamten Tour wird der Klettersteiggeher mit grandiosen Blicken auf Fischleintal und die wild gezackte Dolomiten-Bergwelt belohnt.

Blick aus der La Spada Schlucht auf die Elferscharte
Die brühmte Photostelle am Alpinisteig

 
Ausgangspunkt: 
Wanderparkplatz in Moos,
Fischleinbodenhütte im Sextental (ca. 1.454 m)
(Gebührenpflichtig €4/Tag Stand 2014)
Bildergalerie

 

Routenverlauf: 
Parkplatz - Fischleintal - Talschlusshütte - Elferscharte - Äußeres Loch - Inneres Loch - Hohen Leist - Eissee - Zsigmondy Hütte (Rifugio Comici) - Fischleintal - Talschlusshütte - Parkplatz

ca. 6 ¼ Std.
Tourenbeschreibung

Vom Parkplatz an der Fischleinbodenhütte gehen wir auf der Straße, später Weg, über den Fischleinboden und folgen den Markierungen des Wegs 102 (auch Dolomitenhöhenwegs Nr. 5) zur Talschlusshütte. Unmittelbar vor der Hütte halten wir uns links, queren das breite, an dieser Stelle meist trockene Bett des Bachernbachs und folgen der Beschilderung auf dem Weg 122 Richtung Alpinisteig/Rotwandwiesen. Direkt danach geht es auf einem gutem Pfad mässig steil und in vielen Serpentinen durch Latschen hindurch, hinauf zur Anderter Alpe (kleines Freilichtmuseum, Stellungen aus dem 1. Weltkrieg). Ab hier marschieren wir weiter auf dem Weg 124 hinauf zum Antertalalpenkar. Hier halten wir uns rechts und queren das Kar in südwestliche Richtung. Nach ein par kleineren und größeren Felsblöcken geht es nun in eine mächtige Schuttrinne. Der ehemalige Kriegsweg steigt in sehr vielen steilen Kehren, vorbei an Überresten eines hölzernen Unterstands, hinauf in die Elferscharte (2600m). Kurz vor der Scharte hat es einen verschloßenen alten Stollen. Gegen viertel nach zwölf haben wir die Elferscharte ereicht und können zum ersten mal einen herrlichen Ausblick auf die gegenüber liegenden Berge (Kanzel, Obernbacherjoch, Sandbuehl, Zwölverkogel und Hohe Leist) geniessen.
Hier startet nun auch der eigentliche Steig. Zunächst geht es versichert kurz hinauf und weiter über eine gewaltige Schuttterrasse in die Westflanke des Elfermassivs. An einer unscheinbaren Verzweigung gehen wir rechts, also in südliche Richtung und weiter auf Weg 101 hinüber ins Äußere Loch. Der Steig ist gut zu finden und führt uns leicht fallend hinunter auf die teilweise luftigen Bändern um den Elferturm herum. Den "tiefsten" Punkt des Äußeren Lochs haben wir erreicht, wenn wir die Altschneereste überqueren. Danach geht es auf in den Fels gehauenen Band -quasi durch die Nordostflanke des Zsigmondykopfs- weiter in eine "brentaähnliche" Schlucht. Hier ist auch dieses Bild entstanden ist. Nun wandern wir über das gut versicherte Band weiter ins Innere Loch und genehmigen uns, nachdem wir nun schon gute vier Stunden unterwegs sind, an einem der vielen mächtigen Felsbrocken unsere Brotzeit. Hier wird die fast greifbare Stille nur durch das Rauschen eines kleinen Wasserfalls durchbrochen.
Nach der Rast führt uns der Weiterweg über Geröll hinauf auf den breiten Rücken der Hohen Leist (2413 m). Der Weg durch diese Felslandschaft ist zwar markiert, doch es hat viele verschiedene ausgetretene Pfade von denen man sich schnell verleiten lässt. Schlußendlich laufen alle wieder an einem Band zusammen, dass uns direkt auf den Rücken führt.
Dort angekommen geht es hinunter und am winzigen Eissee vorbei zur Zsigmondyhütte. Über viel Geröll zieht der Pfad mässig steil hinab. Kurz vor der Hütte muss man nochmal durch eine Senke und nachdem die letzten 50-70 Hm überwunden sind genehmigen wir uns dort ein kühles Weißbier. Danach wandern wir dann auf gutem Weg (Nr.:103) durch das Fischleintal zurück zum Ausgangspunkt im Tal.
Knapp acht Stunden nachdem wir gestartet sind, erreichen wir wieder den Wanderparkplatz an der Fischleinbodenhütte. Eine anstrengende, technisch nicht allzu schwere denoch tolle Tour geht zu Ende. Wer mit der Tiefe und Tielblicken von stellenweise schmalen Bändern keine Probleme hat, für den ist diese Tour ein echter Genuss.

 
Panoramablick von der Zsigmondy-Hütte auf Teile des Alpinisteigs

Alpinisteig

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit: 
 - einfache Klettersteig
- mittelschwere-Schwere Bergtour
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unabdingbar

Ausrüstung:
- komplette Klettersteigausrüstung
- Teleskopstöcke

Beste Jahreszeit:
Anfang Juni bis Anfang Oktober, je nach dem wie die Schneeverhältnisse sind.

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