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Wasserspitze, Rinnerspitze, Bodenschneid

(1552 m, 1611 m, 1669m) 20.12.2015
Eine Bergtour die vieles bietet. Einen breiten Waldweg, Pfade über Almen, Latschen, einen schmalen Grat, etwas Kraxelei und zum Ende sogar kurze Kletterstellen. Bis zur Wasserspitze ist die Unternehmung recht einfach, erst der Weiterweg wird spannender und verlangt mehr und mehr Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit. Die Überschreitung wird nicht oft gemacht, auch sind die Markierungen spärlich und recht alt, dennoch lässt sich der Weg gut finden.

Bodenschneid und Rinnerspitze
Bodenschneid und Rinnerspitze

 

Ausgangspunkt: 
Wanderparkplatz in Neuhaus am Schliersee
(ca. 870 m)

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Routenverlauf:
Parkplatz - Raineralm - Wasserspitze - Jennerwein-Marterl - Rinnerspitze - Bodenschneid - Bodenschneidhaus - Raineralm - Parkplatz

ca. 6 ¼ Std.
Tourenbeschreibung

Animiert durch die erste Tour auf die Wasserspitze, wollen wir heute, nachdem der Schnee der letzten Tage ziemlich weggeschmolzen ist, die Überschreitung zur Bodenschneid angehen.
Das Wetter passt und los geht´s am Wanderparkplatz in Neuhaus. Wir velassen den Ort und folgen dem breiten Forstweg talein in Richtung Bodenschneidhaus. (Wer mag kann auch am Bhf. in Neuhaus starten und statt mit dem Auto mit der BOB anreisen.) Zunächst wandern wir in leichter Steigung durch das Dürnbachtal. Nach etwa zehn Minuten kommen wir an einer kleinen Kapelle vorbei. An der später folgenden Verzweigung wandern wir geradeaus an einer Sitzbank weiter durch den Wald. Nun wird der Weg etwas schmaler, bleibt aber gut zu gehen. Es geht kurz aus dem Wald heraus und an der nächsten Verzweigung halten wir unsere Richtung weiter geradeaus. Über den nun teilweise steinigen Pfad geht es nochmals durch ein Waldstück, bevor wir auf einen breiten Fahrweg treffen. Hier halten wir uns links und folgen dem Weg bergan in Richtung Bodenschneidhaus. Schon bald erkennen wir links vor uns die Raineralm und rechts die bewaldete Pyramide der Wasserspitz. Auf Höhe der Raineralm wandern wir an der markanten Natursteinmauer entlang und auf deutlichem Pfad hinauf in den Sattel zwischen Wasserspitze und Rainerkopf. Bei herrlich warmer Sonne genehmigen wir uns einen kurzen Stop und einen Becher Tee, bevor es nach Westen in Richtung Wasserspitze weiter geht.
Nun folgen wir dem Kamm hinauf und bleiben dabei links der Bäume und Latschen. Mit zunehmender Höhe steilt es deutlich auf und der fast gänzlich ausgeaperte Neuschnee macht den Aufstieg etwas beschwerlich. Kurz vor dem kleinen Gipfel schlängelt sich der Weg steil durch die Latschen nach oben. Den Gipfel haben wir heute bei fast spätsommerlichen Temperaturen (!!20.12.!!) für uns alleine und so genießen wir eine ausgiebige Brotzeit.

Der Weiterweg und Übergang zur südlich gelegenen Rinnerspitz erfordert nun ein deutlich höheres Maß an Trittsicherheit, denn der teils schmale Grat und die steil abfallenden Grasflanken erfordern konzentriertes Gehen. Vom Grat haben wir einen schönen Blick über das Bodenschneidhaus hinüber zur Brecherspitz. Urplötzlich taucht im Abstieg zum Jennerwein-Marterl eine kurze, aber ausgesetzte Stelle auf. Danach wandern wir wieder auf einfachem Pfad weiter durch den Wald. An einem Baum in der Gratsenke findet man rechts des Pfads das Jennerwein-Marterl. Ab hier verläuft der Aufstieg zur Rinnerspitz an Kamm und Grat entlang (teilsweise verblasste Markierungen). Ein Gemenge aus grasüberwucherten, glatten Felsen präsentiert sich bei Nässe recht rutschig und unangenehm und heute bei ausgeapertem Schnee und Eis ist der Aufstieg nochmal spannender. Es folgen mehrere einfachen Kletterstellen (UIAA I) bis man auf dem Gipfel steht. Von hier hat man den Blick auch auf den Tegernsee.
Wir überschreiten den höchsten Punkt der Rinnerspitz und wandern über die Gipfelfläche nach Südwesten auf den Gipfel der Bodenschneid zu. Im Wald dreht der Weg nach rechts und führt uns hinab in den Sattel zwischen Rinnerspitz und Bodenschneid. Nach Links geht es direkt auf den Weg zwischen Bodenschneid und Bodenschneidhaus, wir halten uns jedoch geradeaus und folgen den schwachen Pfadspuren nach Süden dem Kamm folgend. Um einen Felsblock herum und durch eine Scharte. Dann links hinauf kletternd (I-II-) und weiter durch den Wald und auf gut zu erkennendem Pfad auf den Hauptweg. Diesem ausgetretenem Weg folgen wir über eine letzte Steilstufe und erreichen kurz darauf den Gipfel der Bodenschneid. Hier geht es zu wie auf einem Jahrmarkt. Hatten nicht wenige bei dieser Wetterprognose den Weg in die Berge gesucht. Der Gipfel ist recht groß und so hock man nicht zwingend direkt aufeinander. Das mächtige Gipfelkreuz glänzt in der Sonne und am grasigen Südwesthang startet eine Gruppe Paraglider.
Nachdem wir alles essbare aus unseren Rucksäcken gefuttert haben, machen wir uns an den Abstieg. Es strömten immer mehr Wanderer herauf und es wird immer unruhiger. Auf gut markiertem Weg geht es hinunter in den Boden eines Kessels und auf den Verbindungsweg zwischen Oberer Firstalm und Bodenschneidhaus. An der Verzweigung links ab und über das Bodenschneidhaus zurück zur Raineralm. Ab hier folgen wir unserem Aufstiegsweg durch das Dürrenbachtal zurück nach Neuhaus.
Eine widererwartend tolle Tour endet und wer Spaß an nicht allzulangen, dennoch spannenden und abwechslungsreichen Bergtouren hat, ist hier bestens aufgehoben. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und leichte Kletterei (I) vorausgesetzt.

Panoramablick von der Bodenschneid nach Norden
Blick nach Norden von der Bodenschneid

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:
- einfache bis mittelschwere Bergtour
-Trittsicherheit und Schwindelfreiheit

Ausrüstung:
- Bergwanderausrüstung
- Teleskopstöcke

Beste Jahreszeit:
Anfang April bis Mitte November, je nach dem wie die Schneeverhältnisse sind.

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