Cima Capi - Sentiero Fausto Susatti / Mario Foletti

(909 m) 22.05.2010
Von Biacesa aus führt uns eine schöne Wanderung zum Einstieg eines einfachen Klettersteigs, an dessen Endpunkt wir auf dem Cima Capi stehen. Der Weg führt uns teilweise auf alten Frontpfaden vorbei an Stollen und verfallenen Schützengräben aus dem 1. Weltkrieg. Vom Gipfel hat man tolle Tiefblicke auf den Gardasee und bei guter Sicht einen herrlichen Ausblick auf den Monte Baldo am Ostufer des Gardasees. Über einen weiteren einfachen Klettersteig, den Sentiero Mario Foletti, gelangt man dann wieder zurück nach Biacesa.

Der Cima Rocca vorne und der Cima Capi im Hintergrund
Cima Rocca - Cima Capi

 

Ausgangspunkt:
Parkplatz am Ortseingang von Biacesa ca. 418 m
(Val di Ledro)

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Routenverlauf:
Parkplatz - Ziegenweg "Senter dei Bech" - Via ferrata "Fausto Susatti" - Cima Capi - Via ferrata "Mario Foletti" - Bivaco Arcioni - Kapelle S. Giovanni - Weg 460 und 417 - Parkplatz

Alternativer Abstieg:
Ab der Kapelle S. Giovanni über den Sentiero attrezzato delle Laste. An dessen Ende man wieder auf den "Senter dei Bech" kommt. Weiter zurück zum Parkplatz in Biacesa.

ca. 3 ½ - 4 Std.
Tourenbeschreibung
:
Wir starten um 10:00 Uhr am Wanderparkplatz, queren zunächst die Straße und stapfen den kurzen kleinen Hügel hinauf an den Sportplatz. An diesem geht es vorbei kurz in Richtung Ortsmitte und am Wegweiser rechts der Beschilderung folgend wieder hinaus zum nord-östlichen Ortsausgang. Nun folgen wir kurz der gepflasterten Straße (Weg 417, rot-weiße Markierung). Beim Hinweis auf den "Senter dei Bech" halten wir uns rechts und folgen zunächst dem Weg, der schon bald in einen schmalen Pfad übergeht und uns unter den Cima Rocco führt. An der nächsten Abzweigung geht es nach links direkt hinauf zur kleinen Bergkapelle San Giovanni (über den Sentiero attrezzato delle Laste). Wir halten uns rechts, bleiben auf dem Pfad und haben kurz darauf einen herrlichen Ausblick durch das Ledrotal hinaus auf den Gardasee. Dieser Anblick bleibt uns noch eine Weile erhalten und öffnet sich immer weiter, bis man dann den ganzen breiten Rücken des Monte Baldo im Blick hat. Der Pfad führt uns in anregendem Auf und Ab, teils über alte Kriegspfade, vorbei an betonierten Kavernen und alten Unterständen zum Einstieg des Klettersteigs auf etwa 650 m.
Als wir ankommen, macht sich gerade eine Gruppe Klettersteigler an den Einstieg. Wir legen also unser Gurtzeug an und schon geht es auch gleich die ersten Meter steil, unschwierig und bestens abgesichert hinauf. Es folgt ein wenig Gehgelände, bevor es dann wieder an das Klettersteigen geht. Insgesamt werden so in anregender Kraxelei etwa 300 Hm überwunden. Die vor uns eingestiegene Gruppe haben wir bald überholt und so purzeln einem nicht dauernd kleine Steinchen auf den Helm. Manch einer trampelt eben gerne durch die Landschaft! Das Steinschlagrisiko schätzen wir hier aber eher als gering ein.
Die letzten Höhenmeter verlaufen entlang des Bergrückens und steigen nur noch mäßig an. Wieder stapfen wir über die alten Pfade und durch das Gestrüpp, bis man völlig unverhofft vor der klapprigen und quietschenden Gipfelfahne steht. Wir suchen uns nach ca. 2 Stunden ein schattiges Plätzchen auf dem Cima Capi und gönnen uns eine leckere italienische Brotzeit. Die Temperaturen haben schon fast hochsommerliche Werte erreicht, und so lassen wir einfach ein wenig die Seele baumeln und genießen die herrliche Aussicht.
Kaum ist eine Stunde rum, drückt es dunkle gewittrige Wolken hinter dem Cima Rocca hoch. Also packen wir zusammen und machen uns an den Abstieg.
Vorbei an der Gipfelfahne geht es zunächst steil über große Stufen hinab in den Sattel, vorbei an dem Landeplatz für Helikopter und weiter bis an die verbunkerte Abzweigung. Hier halten wir uns links und gehen durch den betonierten Unterstand, an dessen Ende es links hinunter auf ein gesichertes Felsband geht. Nun weiter auf dem gut versicherten Steig (Via ferrata Mario Foletti). Am Ende des Steigs geht es noch einmal steil hinab in eine Mulde. Kurz bevor wir den tiefsten Punkt der Mulde erreicht haben, hören wir auf einmal ein heftiges Surren, Klopfen und Donnern . . . vom Cima Rocco poltern Steine, teils größer als ein Fußball, hinunter und schlagen mit dumpfen WUMM in den Waldboden. Zum Glück hat es keinen erwischt. Eiligen Schrittes queren wir diese Mulde und erreichen kurz darauf das Bivaco Francesco Arcioni. Obwohl wir nur zu sechst unterwegs sind, hat es die Gruppe durch den Gegenverkehr am Foletti doch weit auseinander gezogen. Also warten die ersten am Bivaco, bevor wir weiter zur Kapelle S. Giovanni wandern. Hier kann man nun den "delle Laste" für den Rückweg nehmen oder man folgt dem Weg 460 hinab ins Tal. Der Weg ist im oberen Teil durch den Beton und die darauf liegenden Steinchen sehr unangenehm zu gehen. An der nächsten Abzweigung halten wir uns dann links und gehen auf dem Weg 417 zurück nach Biacesa.
Die Gewitterwolken haben es sich mittlerweile anders überlegt und sich vollständig aufgelöst. Eine einfache und dennoch nicht langweilige Klettersteigtour bei bestem Sommerwetter neigt sich nach 4 ½ Stunden dem Ende zu. Für den Einstieg eine ideale Tour, nicht zu lang, nicht zu schwer, gut abgesichert und eine schöne Aussicht!

Blick auf den Monte Baldo
Monte Baldo-Cima Capi

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Charakter / Schwierigkeit:  
- gut gesicherter, einfacher Klettersteig
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, luftig Passagen 
- an einigen Stellen etwas ausgesetzt

Ausrüstung
- komplette Klettersteig-Ausrüstung
- ggf. Wanderstöcke für den Abstieg

Beste Jahreszeit:
April bis Ende Oktober

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