Ellmauer Halt (2344 m) 01.08.04 / 22.07.15

 

   

Der Klettersteig auf die Ellmauer Halt (höchster Gipfel im Wilden Kaiser) gilt als einer der schönsten und wohl beliebtesten des Wilden Kaisers. Der Aufstieg zur Gruttenhütte führt mäßig steil und unspektakulär durch den Wald und ein paar Latschen. Der Weiterweg über den Gamsänger hinauf zur Halt wird deutlich spannender und man hat immer wieder schöne Blicke hinab ins Tal. Für schwindelfreie, trittsichere und klettergewandte Bergsteiger eine tolle Tagestour.

  

Ellmauer Halt und Gruttenhütte 
Ellmauer Halt im Vordergrund die Gruttenhütte
 
Ausgangspunkt: 
Ellmau im Kaisergebirge
Parkplatz an der Wochenbrunneralm
(ca. 1085 m)
4,-- € Maut/Parkgebühr, Stand 2015
Bildergalerie  35  Bilder in extra Fenster 

 

 

Routenverlauf: 
Parkplatz  - Gruttenhütte - Gamsänger - Rote Rinne Scharte - Ellmauer Halt - Rote Rinne Scharte - Gamsänger - Gruttenhütte - Parkplatz

ca. 7 Std. 
Tourenbeschreibung:
In Ellmau angekommen, halten wir uns etwa in Ortsmitte links und folgen der Straße durch den Golfplatz hinauf zur Wochenbrunneralm. Dieser folgen wir etwa 5 km bis wir an die Mautstelle kommen. Das Ticket für die letzten Meter und den Parkplatz erhalten wir direkt hinter einer scharfen Rechtskurve für € 4,00. Danach erreichen wir den großen Parkplatz an der Wochenbrunneralm.
Die Wanderstiefel geschnürt und schon geht´s um 07:35, bei bereits sommerlichen Temperaturen in Richtung Gruttenhütte los. Wir folgen dem beschilderten Weg über eine Almwiese hinein in den Mischwald. Zunächst gemächlich, bald aber steiler werdend gewinnen wir rasch an Höhe. Unterhalb der Gruttenköpfe queren wir ein Geröllfeld und man bekommt einen ersten Vorgeschmack auf das was noch kommen wird. In einem großen Rechtsbogen steigen wir weiter dem Weg folgend hinauf. Nach etwa 1 ¼ Stunden erreichen wir die auf 1620 m gelegene Gruttenhütte und genehmigen uns auf der großen Terrasse eine erfrischende Apfelschorle. Die Sonne brennt bereits erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel und so machen wir uns schnell weiter auf den Weg in Richtung Ellmauer Halt aber immer den Himmel beobachtend, da für den Nachmittag Gewitter angekündigt sind.
Von der Hütte geht es in nördlicher Richtung auf dem Weg 813 hinauf in das große Schuttkar (Hochgrubach) dem Kopftörlgrat entgegen. Dort wo die Wand mächtig aufsteilt befindet sich der Einstieg in den Gamsängersteig (ca. 1840 m). Von hier queren in westl. Richtung den Gamsänger -teilweise steil und ausgesetzt- hinüber zur Rote Rinne Scharte. Auf diesen teilweise schmalen Grasbändern besteht eine erhöhte Steinschlaggefahr und es ist ratsam, den Helm aufzusetzen! Nach einigen anregenden Kraxeleien erreichen wir die Jägerwand und nehmen die "Treppe" hinauf zum Abzweig in die Rote Rinne Scharte. Da wir die Halt über den Jägersteig erklimmen möchten, gilt es nun etwa 400 Hm in den Oberen Scharlinger Boden abzusteigen. Die Rinne ist sehr steil und extrem rutschig (viel Schutt) und es ist unangenehm hier abzusteigen. Nach etwa der Hälfte entscheiden wir uns aber wegen der zunehmenden Quellbewölkung für den mühsamen Aufstieg zurück in die Scharte, um von dort über diverse Aufschwünge weiter in Richtung Ellmauer Halt aufzusteigen. Dieser "Schlenker" kosten ungemein Kraft. Der Untergrund war im Abstieg schon mühsam doch im Aufstieg verfluchen wir diese Scharte....
Wir kommen an eine tiefe Felsspalte der "Achselrinne", an deren Ende führt uns eine senkrechte Leiter aus dem Loch heraus. Alternativ kann man diese Spalte rechts herum, recht frei und ausgesetzt aber gut versichert über eine steile Verschneidung umgehen. Beide Wege führen am folgenden breiten Schutt- und Geröllband der sog.
"Maximiliansstraße" wieder zusammen. Weiter geht es an der nicht Blitzschlag gesicherten Babenstuber Hütte vorbei und in einer letzten Anstrengung hinauf zum bereits sichtbaren Gipfelkreuz.
Die Ellmauer Halt ist ein kleiner Gipfel, auf dem bei viel Betrieb der Platz für all die Gipfelstürmer schnell zu Ende geht. Die Aussicht über das Kaisergebirge ist jedoch grandios. Diese wild zerklüfteten Berge hinterlassen einen besonderen Eindruck, den wir heute fast völlig alleine ausgiebig bei unserer Brotzeit genießen können. An schönen Wochenenden ist hier oben richtig Trubel und so freuen wir uns die Tour unter der Woche angegangen zu sein.
Die Wolken quellen mittlerweile immer deutlicher und aus Südwesten sowie Südosten sind die ersten Gewitteranzeichen klar auszumachen. So machen wir uns nach der ausgiebigen Pause auf dem Aufstiegsweg an den zügigen Abstieg. Die Wolken kommen mit langen und gut erkennbaren Regenbändern langsam näher und erste Blitze sowie Donnergrollen sind klar zu vernehmen. Um keine weitere Zeit zu verlieren, sausen wir sehr zügig an der Gruttenhütte vorbei und erreichen trockenen Fußes die Wochenbrunneralm gegen 16:00 Uhr.
So Endet eine tolle und nicht zu unterschätzende Berg- und Klettersteigtour. Die, da wir den Kaiser-Schützensteig gerne einmal mitnehmen wollen, sicherlich wiederholt wird!

Der Kaiserkopf und die Ellmauer Halt
Torscharte


Leider kein Höhenprofil, :-(

Charakter / Schwierigkeit:  
- gut gesicherter mittelschwerer Steig (B/C) 
- absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich 
- an einigen Stellen ausgesetzt und sehr luftig
- bereits im Gamsänger den Helm aufsetzen, erhöhte Gefahr durch Steinschlag!
- Kondition für ~1450 Hm

Ausrüstung: 
- Klettersteig-Ausrüstung (Komplettgurt, Klettersteigset, Helm, Handschuhe)
- ggf. Wanderstöcke

Beste Jahreszeit:

Ende Mai bis zum ersten Schnee

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