Ellmauer Halt (2344 m)

 

   

Der Ellmauer Halt gilt als einer der schönsten Klettersteige des Wilden Kaisers. Der Aufstieg zur Gruttenhütte ist zunächst unspektakulär. Der Weiterweg hinauf zur Halt wird doch deutlich spannender, und man hat immer wieder schöne Blicke hinab in Tal.

  

Ellmauer Halt und Gruttenhütte 
Ellmauer Halt im Vordergrund die Gruttenhütte
 
Ausgangspunkt: 
Ellmau im Kaisergebirge
Parkplatz Wochenbrunneralm
Bildergalerie  35  Bilder in extra Fenster 

 

 

Routenverlauf: 
ab Parkplatz Wochenbrunneralm (1085 m) - Gruttenhütte (1620 m) - Rote Rinne Scharte (2099 m) - Ellmauer Halt (2344 m) - und zurück zur Gruttenhütte

ca. 7 Std. 
Tourenbeschreibung:
In Ellmau (804 m) angekommen, halten wir uns etwa in Ortsmitte links und folgen der Straße durch den neuen Golfplatz hinauf zur Wochenbrunneralm (1086 m). Dieser folgen wir etwa 5 km bis wir an die Mautstelle (982 m) kommen. Das Ticket für die letzten Meter und den Parkplatz erhalten wir direkt hinter einer scharfen Rechtskurve für € 4,00. Nach drei weiteren Spitzkehren erreichen wir den großen Parkplatz an der Wochenbrunneralm. Ein kurzes Frühstück, die Wanderstiefel geschührt und schon geht´s los.
Wir folgen dem Weg durch den Mischwald. Zunächst gemächlich, bald aber steiler. Unterhalb der Gruttenköpfe queren wir ein erstes Geröllfeld, und man bekommt einen ersten Vorgeschmack auf das was noch kommen wird. In einem großen Rechtsbogen steigen wir weiter dem Weg folgend auf, bis mitten auf dem Weg in etwa 1450 m eine dicke Kröte uns den Weg versperrt. Rings herum kein Bach oder Tümpel, aber 'ne dicke fette Kröte. Sie lässt uns und wir sie in Ruhe weiterziehen, so dass wir nach etwa 1 ½ Stunden an der Gruttenhütte (1620 m) ankommen. Hier packen wir unser Rucksäcke um, so dass wir nicht alles, was für die Übernachtung dabei ist, mit auf die Halt tragen müssen.
Umgepackt ist schnell und wir genießen ein wenig die herrliche Sonne auf der großen Terrasse. Als wir uns für den Weiterweg fertig machen, hören wir einen Hubschrauber. Er fliegt mehrere Runden um die Hütte bis er auf dem dafür vorgesehenen Platz landet. Die Maschine wird für die Bergrettung vorbereitet, und nach kurzer Zeit entschwebt er, mit einen Mann von der Bergrettung, in Richtung Treffauer. Kaum 10 Minuten vergehen und er bringt die erste von 3 Personen zum Landeplatz zurück. Die anderen beiden werden bei der zweiten Tour auf einmal abgeholt. Die drei waren scheinbar nicht richtig für eine solche Bergtour vorbereitet und ausgerüstet.

Nach dem Spektakel verlassen wir die Hütte und folgen dem Weg 813 in nördl. Richtung. Durch das große Schuttkar (Hochgrubach) hindurch führt der Weg hinüber zum Einstieg in den Steig. Zunächst geht man direkt in der Steilwand in westl. Richtung über den Gamsanger -teilweise steil- hinüber zur Rote Rinne Scharte. Auf diesen teilweise schmalen Grasbändern besteht eine erhöhte Steinschlaggefahr und es ist ratsam, den Helm aufzusetzen!!! [-->An der Jägerleiter Abstieg über den Oberen Scharlinger Boden zum Kaiser-Schützen-Steig möglich, der wohl deutlich schwieriger, aber auch sehr schön hinauf zur Kleinen Halt (2116 m) und der Gamshalt (2291 m) führt<--]
An der Jägerwand führt eine Eisentreppe weiter hinauf zur Halt. Nach einigen steilen Passagen teilt sich der Weg. Da beide hinauf führen, entscheiden wir uns für die linke Variante und stehen so bald in einer tiefen Felsspalte der "Achselrinne", an deren Ende eine Leiter senkrecht aus dem Loch führt. Danach treffen die Wege wieder aufeinander. Weiter den Markierungen über die "Maximiliansstraße" folgend kommen wir über flache breite Schuttbänder an der Babenstuber Hütte (nicht Blitzschlag gesichert) vorbei. Von hier aus erkennt man den Gipfel und das Kreuz deutlich. Die Ellmauer Halt ist ein kleiner Gipfel, auf der bei viel Betrieb der Platz für all die Gipfelstürmer schnell zu Ende geht. Die Aussicht über das Kaisergebirge ist jedoch grandios. Diese wild zerklüfteten Berge hinterlassen einen besonderen Eindruck.
Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns an den Abstieg, nehmen den "linken" Weg und nicht die Leiter hinunter in den Spalt. Dieser ist stellenweise exponiert, aber dennoch nicht all zu schwierig! Der weitere Abstieg erfolgt auf den Aufstiegsweg.
Nach einem schönen Tag in den Bergen genießen wir einen schönen Abend auf der Gruttenhütte, wo wir uns zu vorgerückter Stunde noch ein Haferl Kaffee und ein gr. Stück leckeren ofenfrischen Apfelstrudel gönnen. Danach geht´s ab ins Massenlager, in der Hoffung ohne Erstickungsanfälle ein wenig schlafen zu können, bevor die Horde grölender "stockbetrunkener Jungs" einfällt, die schon den ganzen Nachmittag mit Saufen (ein anderes Wort trifft es nicht!) beschäftigt war.


Charakter / Schwierigkeit:  
- gut gesicherter Steig (mittelschwer bis schwer) 
-absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich 
- an einigen Stellen ausgesetzt und sehr luftig
- unbedingt den Helm mitnehmen und aufsetzen, erhöhte Gefahr durch Steinschlag!

Ausrüstung: 
Klettersteig-Ausrüstung (Komplettgurt, Klettersteigset, Helm, Handschuhe)

Beste Jahreszeit:

Ende Mai bis zum ersten Schnee

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