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Masaré Klettersteig und Rotwand Klettersteig

(2727 m, 2806 m) 12.10.2017
Durch die Kombination der beiden Klettersteige im Rosengarten ergibt sich eine traumhafte Klettersteigtour. Der Masaré-Klettersteig zählt zu einem der schönsten Grat-Klettersteigen in den Dolomiten, dem der Rotwand-Steig allerdings in nichts nach steht. Technisch ist die Tour nicht sehr anspruchsvoll, dafür wartet sie mit einzigartigen und spektakulärer Aus- und Tiefblicken in die traumhafte Welt der Dolomiten auf.
Unterschätzen darf man diese lange Tagestour allerdings nicht, gilt es doch Klettersteigstellen im Level "C" zu meistern.

Die Rotwand im Rosengarten
Rotwand und Maseré im Rosengarten, von der Talstation aus gesehen.

Ausgangspunkt: 
Start an der Paolinahütte (2125 m)
Parkplatz "Karersee" (ca. 1620 m) und
Seilbahnauffahrt (13,00 € p.P., Stand 2017)
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Routenverlauf:
Paolinahütte - Christomannos - Rotwandhütte - Punta Masaré - Masaré - Rotwand - Vajolonpass - Vajolonkopfl - Paolinahütte

ca. 7 ¼ Std.
Tourenbeschreibung

Um Zeit und auch Kraft zu sparen geht es zunächst mit dem Sessellift zur Paolinahütte hinauf auf 2125 m. Dort starten wir die Tour und wandern auf dem Weg 539 in Richtung Rotwandhütte und dem Christomannos Denkmal. Mäsig steil geht es auf dem breiten und gut ausgebautem Weg, zügig um den Masaré (Majaré) zunächst in südlicher Richtung. Schnell treten wir aus dem Schatten und haben die grelle Morgensonne im Gesicht. Am südlichsten Punkt trohnt ein mächtiger Bronzeadler auf einem massiven Felsblock. Diese Statue ist dem südtiroler Politiker und Fremdenverkerspionier Theodor Christomannos (1854 -1911) gewidmet. Der Blick nach Süden geht über den Karerpass und direkt auf die beeindruckenden Latemartürme. Nun dreht der Weg allmählich nach Norden und führt uns direkt zur Rotwandhütte (Rif. Roda di Vael). Eine große Terasse und viele aufgestellte Biertische zeigen, das die noch menschenleere Hütte wohl sehr gut besucht wird. Durch den Anstieg mit der Bahn ist die Hütte auch sehr bequem zu erreichen.
An der Rotwandhütte folgen wir dem Pfad nach links über eine kleine Stufe auf eine größere Wiese. Schilder weisen den Weg in Richtung Ferrata Vael - Majaré. Über die hügelige Wiese wandern wir weiter hinauf zum Pian de Majaré. Am Schilderbaum, der zum Torre Finestra - Fensterturm und Via Ferrata. Majaré weist, halten wir uns unbedingt an den linken unteren Pfad und folgen nicht den Zustiegsschildern zum Steig, sonst laufen wir die Ferrata in der für unsere Tour falschen Richtung!. Über die Wiese, später etwas Blockgelände und einen steilen Bergpfad wandern wir hinauf zum Punta de Masaré und dem Einstieg in den Masaré Klettersteig.
Bevor die Kletterei nun losgeht, stärken wir uns bei einer kurzen Pause mit 'nem heißen Tee und einem Südtiroler Kaminwurz. Danach ist die Kletterausrüstung schnell angelegt und wir starten kurz über ein paar steile Felsplatten und laufen danach in nördlicher Richtung auf ein ungesichertes Geröllfeld. Nach dessen Querung steigen wir anschließend eine mit Eisenstiften versehene, steile Wand hinauf und folgen den Drahtseilen über einige Aufschwünge und einer Felsspalte. Durch selbige hindurch und auf der anderen Seite durch einen senkrechten Kamin in eine Scharte hinab. Jetzt geht es unterhalb des Torre de le Stries auf einen weiteren steilen, mit Trittstiften abgesicherten Vorbau. Es folgt eine Querung und danach wandern wir kurz auf einem breiten Grat zur nächsten Kletterstellesteigabschnitt. Zunächst einfach, nimmt die Schwierigkeit schnell zu und es folgt ein steiler Abstieg in einen kleinen "Kessel" , den wir queren. Vor der nächsten schwereren Stelle marschieren wir auf schmalem Pfad zum dritten steilen Vorbau. Danach noch einmal steil hinab, bis wir leichtes Gelände erreichen und eine große Hochwiese erreichen. Diese queren wir nun schräg hinauf zu einem Schild. Nach links geht es zum Rotwand-Klettersteig nach rechts gelangt man über zwei weitere schwerere Stufen zurück zur Rotwandhütte. Da wir jedoch den Rotwandsteig mitnehmen wollen halten wir uns links und steigen in vielen Serpentinen eine sandige Rinne im markanten Sattel hinauf. Dort genehmigen wir uns am Fuß der Teufelswand eine ordentliche Brotzeit und eine etwas längere Pause.
Mit tollem Blick auf den Fensterturm, die Marmolata (italienisch: Marmolada), Cima Bocche, Cima Juribrutto sowie der wärmenden Sonne mag man gar nicht weiter wandern. Doch bevor wir uns hier nun festsitzen, starten wir den Weiterweg hinauf zur Rotwand. Zunächst geht es über eine glatte Wand, die an den schwierigsten Stellen mit Tritthilfen entschärft ist, steil hinunter in eine Scharte. Kurz hinüber auf die gegenüberliegende Seite und sofort wieder über ein paar versicherte Stellen steil hinauf. Der Weiterweg bis zum Gipfel ist doch recht mühsam und führt nun in vielen Serpentinen holprig über einen grasigen Hang. Kurz vor dem Gipfel führt der Weg nahe an die Kante der mächtigen Südwand der Rotwand und lässt einen atemberaubenden Tiefblick zu. Danach ist die große Gipfelwiese mit dem dominanten Gipfelkreuz auch erreicht. Da unsere Pause erst eine ¾-Stunde her ist, schießen wir nur ein paar Fotos und kraxeln nach wenigen Minuten der Gipfelschau über den gut versicherten Gipfelgrat in nördliche Richtung hinunter zum Vajolanpass und genießen dabei die uns allzeit begleitende herrliche Aussicht.
Am Vajolonpass angekommen biegen wir nach links auf die Westseite, steigen auf dem Weg 551 in südwestlicher Richtung ab und wandern zur Paolina-Hütte zurück. Bevor wir mit der Gondel ins Tal fahren, gönnen wir uns noch ein Weißbier und genießen den tollen Spätherbsttag in den Fassaner Dolomiten.
Eine herrliche, abwechslungsreiche und durchaus spannende Tour geht mit der Talfahrt in der Gondel sehr bequem zu Ende.

Oberhalb der Paolinahütte, kurz vor Ende der Tour
Rotwand, Teufelsturm und Punta Masaré

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:  
- gut gesicherte Klettersteige
- meist A/B, mehrere B/C und zwei C Stellen im  Masaré Klettersteig
- A/B und eine C Stelle im Rotwandsteig
-Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit erforderlich
- Kondition für ca. 1.200 Hm 

Wer die Gondeln für einen Teil des An- und Abstiegs nutzen möchte, sollte die Tour vor Mitte Oktober unternommen haben,
da zwischen den 8. und 15. Oktober die Bahnen den Sommerbetrieb einstellen.

Ausrüstung: 
- Klettersteig-Ausrüstung
- ausreichend Proviant und vor Allem Getränke

Beste Jahreszeit:
Ende Mai bis Anfang Oktober

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