Monte Casale - Klettersteig "Ernesto Che Guevara" (1632 m ) 08.04.2007
 

 

Ein spannender Klettersteig mit phantastischer Fernsicht (wenn das Wetter nicht zu diesig ist) und atemberaubenden Tiefblicken in den Gardaseebergen.
Doch der Absteig hat es auch noch mal in sich und fordert die volle Konzentration.
Am Startpunkt steht man vor der mächtigen Wand, blickt staunend nach oben und fragt sich, wo und wie man da wohl rauf kommt.


Klettersteig Ernesto Che Guevara
am Monte Casale
Monte Casale - Im  Klettersteig "Ernesto Che Guevara" mit phantastischem Tiefblick

 
Ausgangspunkt:
Pietramurata (250 m)
Parkplatz im Industriegebiet (Steinbruch) an der Landstraße von Riva del Garda nach Sarche
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Routenverlauf:
ca. 8 Std. Parkplatz - Steinbruch - Klettersteig "Ernesto Che Guevara" - Monte Casale - Rifugio 'Don Zio' - Abstieg über Weg 426 !! sehr steil !! - Parkplatz

Alternativer Abstieg:
Über "Comano". Spart viel Zeit und ist sicher! Allerdings braucht man ein 2. Fahrzeug. Dieses wird auf dem Parkplatz zur "Don Zion-Hütte" geparkt. (Durch Comano hindurch dann die z.T. unbefestigte kleine Straße bergwärts bis zum Parkplatz. Die Straße ist schmal, aber gut befahrbar. So entfällt dann der "bedrohliche" Abstieg.

Tourenbeschreibung:
Vom Parkplatz aus gehen wir, den Hinweisschildern folgend, am linken Rand des Kies-/Schotterwerkes vorbei auf einem gut markierten Steig durch einen Laubwald, in etwa 25 Minuten zum Wandfuß.
Die ersten Meter sind sehr gut versichert, und wir gewinnen schnell an Höhe. Trotz ausreichender Tritt- und Griffmöglichkeiten und guter Versicherung empfandenAufkleber auf einem Warnschild an ner Tanke, mit Hinweis auf den Klettersteig?? wir den ersten Abschnitt als die schwierigste Passage. Hat es doch viele ausgesetzte und einige "mäßig schwierige" Stellen.
Bald geht es über ein Grasband ein Stück nach Norden und dann wieder in einer Kehre auf ein kleines Plateau. Hier ist ein alter Unterstand, der angeblich durch den Erbauer des Steiges angelegt wurde. Auch ist ein Kreuz mit vielen Lämpchen (Stromanschluss) aufgestellt und es soll eingeschaltet sein, wenn der Erbauer hier oben nächtigt. Wir wissen aber nicht, ob die Geschichte der Wahrheit entspricht.
Von diesem Punkt aus sind es nur noch wenige Minuten zum richtigen Einstieg in den Che Guevara Klettersteig am Monte Casale. Zunächst geht es ordentlich zur Sache, und man muss sich richtig konzentrieren, damit man nicht vor lauter Aussicht genießen und Umherschauen mal daneben tritt. In diesem Bereich ist auch die Steinschlaggefahr am höchsten. Äußerst luftig geht es -teils fast senkrecht- nach oben. Gute natürliche Tritte, Stahlbügel und die gut verspannten Stahlseile weisen dem Klettersteigler den Weg, bis dann auf 1200 Hm der Steig zu Ende ist. Markiert wird das Ende durch ein kleines Holzhäuschen mit enthaltenem "Steigbuch". Natürlich tragen auch wir uns ein.
Nun folgt noch der Restaufstieg von etwa 400 Hm. Unschwierig und deutlich zu erkennen zieht der Bergpfad durch Gebüsch und Geröll und über einige kurze gesicherte Steilstufen im Fels in Richtung Gipfel. Ein großer steiler Grashang markiert den letzten Aufschwung, bevor wir das große grasbedeckte Gipfelplateau erreichen. Nun führt ein Trampelpfad hinüber zum Gipfelkreuz. Hier werden wir mit einem großartigen Rundblick belohnt, Adamello, Brenta, Monte Baldo und die im liegenden Tal Seen. Weiter führt uns der Weg, leicht fallend, hinunter zum Refugio Don Zio (unbewirtschaftet). Bei herrlicher Sonne haben wir uns eine Pause und eine ordentliche Brotzeit nun auch verdient, sind wir doch nun schon 5 ¼ Stunden unterwegs, seit wir den Parkplatz in Pietramurata verlassen haben.

Gipfelplateau Montacasale, mit Gipfelkreuz rechts und im Hintergrund
die Adamello und Brenta Gruppe

Gipfelplateau Montacasale, mit Gipfelkreuz rechts und im Hintergrund die Adamello Brenta Gruppe

 

Für den Abstieg entscheiden wir uns für die steile Variante und gehen zunächst den Fahrweg hinab in Richtung Pietramurata. Der Weg 426 wird auf etwa 1100 m sehr steil. Es sind Stahlseile zwischen den Bäumen gespannt und wir sind froh, dass der Boden trocken ist. Schon so macht der Abstieg nicht wirklich Spaß und fordert noch mal volle Konzentration. Bei Nässe macht dieser Abstieg überhaupt keinen Sinn, dann nimmt man besser eine der längere Varianten oder wenn man es von vornherein geplant hatte, den Abstieg über Comano. Das Ende des steilsten Stückes wird durch eine Eisenleiter (es fehlten 3 Sprossen) markiert. Doch auch danach bleibt es für weitere ~200 Hm sehr steil. Durch das viele Laub rutscht man immer wieder auf dem steinigen Weg aus, was die Sache nicht einfacher macht. Doch dann auf etwa 900 Hm kommt man wieder auf einen Fahrweg. Wer noch möchte, kann weiter dem steileren Pfad folgen, doch der Zeitgewinn macht auf dem restl. Weg nur etwa 15 Minuten aus. Wir entscheiden uns für die langen Kehren und kommen so nach insg. 9 Stunden und 20 Minuten in Pietramurata an.

Eine schöner und vor allem auch im Abstieg anstrengender Klettersteig mit Bergtour geht zu Ende. Für Klettersteigfans können wir diese Tour wärmstens empfehlen. Kondition sollte aber unbedingt vorhanden sein. Gilt es doch allein im Klettersteig gut 1.000 Hm zu bewältigen. Insg. sind es ca. 1.400
Hm, und die muss man ja auch wieder runter.

zum Höhenprofil

 

Charakter / Schwierigkeit:  
- gut gesicherter Steig  
- absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit - sehr luftig 
- an einigen Stellen ausgesetzt
- sehr gute Kondition 
- Bei Nässe abzuraten (auch der Abstieg!!).


Ausrüstung
komplette Klettersteig-Ausrüstung
... ausreichend Proviant und Getränke!!!! Hütte ist nicht bewirtschaftet.
   
Beste Jahreszeit:
Anfang April bis Ende Oktober je nach dem wie die Schneeverhältnisse sind.

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