Tour drucken Seite drucken.

Naunspitze - Südwestkante

(1633 m) 13.11.20115
Der westlichste Eckpfeiler im Zahmen Kaisers markiert die Naunspitze. Ein Berg, den man fast ganzjährig vor allem auf dem Normalweg besteigen kann. Der Aufstieg ist bei fast jedem Wetter machbar und führt uns über den Kaiseraufstieg teils steil zur Vorderkaiserfeldenhütte. Der weitere Anstieg von der Hütte zum Gipfel folgt vielen steilen Serpentinen. Auf etwa halbem Weg zweigt ein schwer zu erkennender Pfad ab, der uns zum Einstig in der Kletterei bringt (Südwestkante, UIAA bis III-).

Die Naunspitze im Zahmen Kaiser
Die Naunspitze bei der Rietzaualm

 

Ausgangspunkt: 
Parkplatz in Kufstein OT Sparchen
(ca. 860 m, 2,50 €/Tag, Stand 2015)

Bildergalerie  39 Bilder in extra Fenster 

 

Routenverlauf: 
Parkplatz - Veitenhof - Rietzaualm - Vorderkaiserfeldenhütte - Südwestkante - Naunspitz - Vorderkaiserfeldenhütte - Rietzaualm - Schanzer Wände - Schanzer Steinbruch - Parkplatz

ca. 6 ½ Std.
Tourenbeschreibung

Vom Parkplatz wandern wir über die unzähligen Stufen des Kaisersteigs hinauf und hinein ins Kaisertal. Kurz vor dem Veitenhof treffen wir auf die Straße, die durch den 2008 eröffneten Kaisertaltunnel das Kaisertal an das Straßennetz anschloss. Weiter geht es vorbei am Veitenhof zu einer Abzweigung. Hier halten wir uns links und marschieren den immer steiler werdenden Wanderweg durch den Wald hinauf zur Vorderkaiserfeldenhütte. Geht man geradeaus, gelangt man zum Pfandlhof. Nach knapp 1½ Stunden Gehzeit kommen wir an der Rietzaualm vorbei. Auch wen die Terrasse zum Verweilen lädt, wollen wir doch erst die Naunspitze erklimmen und so wandern wir weiter und steigen in etwa 30 Minuten über den Fahrweg in Kehren und teilweise auch auf einem Bergpfad weiter zur Vorderkaiserfeldenhütte.
Angekommen genehmigen wir uns bei angenehmer Sonne eine Saftschorle, bevor es direkt hinter der Hütte auf dem Weg Richtung Naunspitze weiter geht. Dabei folgen wir dem Pfad durch den Wald einige Serpentinen hinauf, bis sich der Hang deutlich zurücklegt und man zu einer "flachen" Wiese gelangt. Am unterem Rand bei einem Steinmann nach links in den Wald hinein und kurz absteigen. Achtung hier genau auf Trittspuren achten und nicht zu hoch halten. Leicht absteigen auf eine schmale Schuttreiße zu. Diese kurz hinunter zum Felsabbruch mit der markanten Felsnase. Um diese herum und wenige Meter hinauf zum Einstieg beim ersten Bohrhaken. Es folgen etwa 150 m nette IIer Kletterei immer entlang der Südwestkante, die uns in etwa 30 Minuten zum Gipfel führt. Die Route durch die Felsen ist bestens abgesichert. Klettergeschick, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollten aber unbedingt vorhanden sein.
Am Gipfel angekommen gibt es die obligatorische Brotzeit mit bester Aussicht auf das Inntal Richtung Rosenheim und Innsbruck sowie die Rosenheimer Hausberge und den Wilden Kaiser. Vorsicht ist am Gipfel geboten, fällt die Naunspitz nach Norden einige Hundert Meter sehr steil ab.
Für den Abstieg steigen wir zunächst in einigen Kehren steil und unangenehm rutschig auf den Normalweg hinunter, bis wir auf den auf den Wanderweg zum Petersköpfl treffen. Hier nach rechts hinab und zurück zur Vorderkaiserfeldenhütte. Nun weiter auf dem Aufstiegsweg zurück zur Rietzaualm, wo wir die verbrauchten Kalorien bei herrlicher Herbstsonne mit einem leckeren Milchkaffee und einer Himbeerrolle auffüllen. Nach der Pause wandern wir hinter der Alm über die Weide zu einem Gatter und nach diesem über den steilen Bergpfad durch den Laubwald hinunter. Ein altes Schild weist den Weg nach Schanze-Innfähre-Kiefersfelden. Der Pfad führt zunächst durch den Reizer Wald und später durch einen Graben in vielen kleinen und großen Kehren durch die Schanzer Wände hinab. Nach etwa 50 strammen Minuten erreichen wir einen Fahrweg und folgen diesem weiter nach Südwesten (links). Vorbei geht es am Schanzer Steinbruch (auf den Weg achten), der Schanze und dem Eingang zur Kaisertalstraße auf einen Fahrweg. Weiter vorbei an einem Steinwerk o. ä. und auf einem gutem Weg zurück zum Ausgangspunkt.
Unter der Woche, wie wir die Möglichkeit nutzen konnten, eine tolle und nicht sehr überlaufene Tour auf einen sehr beliebten, weil gut und mäßig schwierig zu erreichenden Gipfel im Zahmen Kaiser. Die Kletterei über die Südwestkante ist dabei das Tüpfelchen auf dem i dieser Tour.

 

Die Naunspitz Südwestkante ist sehr gut abgesichert, spricht jedoch eher Kletterfanfänger an, die im unteren 3ten Grad unterwegs sind. Für geübte Kletterer ist die Tour eine nette Alternative zum Normalweg.

Die Kletterei an der Südwestkante:
1. SL: Durch eine grasige gerade Rinne aufwärts an die Kante, Stand, 20 m, 2- und 1.
2. SL: An der Kante hinauf und über Gehgelände zum nächsten Standplatz, 20 m, 2 und 1.
3. SL: Weiter über blockigen und teils brüchigen Fels links an der Kante zum Stand, 30 m, 2.
4. SL: Rechts der Kante über leichte Schrofen zu einem kurzen Steilaufschwung. Über diesen (Stelle 3-) und am Grat zu einem Köpfl. Standhaken hinter Köpfl versteckt. 25 m, 2 m 3-, Rest 1 und 2.
5. SL: Durch ein paar Latschen und rechts der Kante über Schrofengelände zum Gipfelkreuz, Stand kurz unterhalb vom Kreuz, 40 m, 1 und leichter.

 
Im Anstieg zur Vorderkaiserfeldenhütte

Naunspitze - Inntalblick

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit: 
 - einfache bis mittelschwere Bergtour
- Südwestkante II, eine Stelle III-
- Trittsicherheit für den Abstieg

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung
- ggf. Kletterausrüstung
- ggf. Teleskopstöcke

Beste Jahreszeit:
Anfang April bis Mitte November, je nach dem wie die Schneeverhältnisse sind.

[zurück]

^