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Paternkofel - Innerkofler-De-Luca

(2744 m) 14.09.13
Der Klettersteig auf den Paternkofel ist eine sehr beliebte Tour. Um den Massen ein wenig aus dem Weg zu gehen, haben wir uns für einen alternativen Aufstieg entschieden. Wir nehnem nicht den völlig überlaufenen Innerkofler - de Luca Steig sondern gehen über den Pratersattel und über die Passportenscharte hinauf zur Gamsscharte. Erst ab dort nehmen wir den "normalen" Weg hinauf zum Gipfel. Oben angekommen bietet er eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge, vor Allem auf die gewaltigen Nordwände der Drei Zinnen und den Toblinger Knoten.

Auf dem Weg zur Lavaredohütte
Paternkofel

 

Ausgangspunkt:
Talort: Misurina (1756m)
Starpunkt: Auronzohütte, (ca. 2.320 m)
(Rifugio Auronzo alle Tre Cime di Lavaredo)
Die Mautstrasse hinauf zur Auronzo Hütte kostet richtig Geld
(Stand 2013)
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Routenverlauf: 
ca. 6½ Std.
Auronzohütte - Lavaredohütte - Paternsattel - Paßportenscharte - Gamsplatzl - Paternkofel - Gamsplatzl - Friedensweg/ Schartensteig - Forcella dei Laghi - Büllelejoch - Lavaredohütte - Auronzuhütte

Tourenbeschreibung:
Heute geht es mit dem Linienbus von Misurina bist kurz vor die Auronzo Hütte auf 2.320m. Wir starten bei herrlichem Spätsommerwetter unsere Tour um 09:00 Uhr. Von der Haltestelle gehen wir in wenigen Minuten hinauf zur Hütte, an dieser vorbei und auf dem breiten Fahrweg, unter den Südwänden der drei Zinnen, hinüber zur Lavaredo Hütte. Von der Hütte führen nun mehrere Wege nach Norden hinauf in den Paternsattel. Von dort, zwischen den drei Zinnen und dem Passportenkofel stehend, kann man die Drei Zinnen Hütte (ital. Rifugio Antonio Locatelli - S. Innerkofler) bereits gut erkennen.
Wir folgen jedoch nicht den Touristenströmen, die auf direktem Weg zur Drei Zinnen Hütte wandern, sondern gehen auf dem Rücken hinauf in Richtung des Passportenkofel. Nach gut 10 Minuten erreichen wir den ersten Kriegsstollen und von nun an sind wir doch recht alleine unterwegs. Der Weg führt abwechslungsreich durch Felsstollen, Tunnel und teilweise sehr ausgesetzt über Bänder hinüber in die Passportenscharte. Die schwierigsten Stellen sind dabei mit Stahlseilen versichert. Schauen wir über die linke Schulter, haben wir die mächtigen Nordwände der drei Zinnen immer wieder im Blick. Im Tal sind die Wege und Pfade die zum Rif. Locatelli (Drei Zinen Hütte) führen sehr gut zu erkennen und auch die Massen von Wanderern. Dieses Bild lässt erahnen, wie voll es in der Hauptsaison sein wird.
In der Passportenscharte angekommen, halten wir uns nun östlich und gehen vorbei an einigen alten in den Fels gesprengten Unterständen und Schießscharten in die Cadini del Passporto. Hier muss man ein wenig auf den Weg achten, sonst versteigt man sich sehr schnell und in diesem sehr steilen Schuttkar ist das nicht gerade angenehm. Es poltern doch immer wieder Steine von oben herunter. Bis hinauf in die Gamsscharte (Gamsplatzl) bleibt die Wegfindung doch recht anspruchsvoll und der Aufstieg sehr steil.
Am Gamsplatzl halten wir uns links und gehen kurz hinunter zum Einstieg des Gipfelaufschwungs. Ab hier (der "Weg" gabelt sich) wird es deutlich schwerer, denn geht es an Stahlseilen über abgespeckte Felsen kurz senkrecht und exponiert nach oben (rechts Aufstieg, links Abstieg). Danach gehen wir über Schrofen hinauf auf die Gipfelbänder (meist ungesichert) und über eine weitere ungesicherte Steilstufe (etwa II-) dem Gipfel entgegen. Auch hier muss man genau schauen, wo der Weg lang geht, da die Markierungen spärlich bis nicht vorhanden sind, doch es gibt viele alternative Möglichkeiten den Gipfel zu erreichen. Das Wetter ist immer noch perfekt, die Sonne scheint, die Wolken sind so gut wie nicht vorhanden aber dafür bläst ein starker, kalter Wind. Um zehn nach elf Uhr stehen wie bereits am Gipfel und genießen kurz die gigantische Aussicht. Für eine Brotzeit ist es uns einfach zu kalt und viel zu windig. Also gehen wir bereits nach wenigen Minuten, dem Aufstiegsweg folgend, hinab in Richtung Gamsplatzl. Dann gönnen wir uns an einer etwas windgeschützten Stelle, die Sonne genießend, die verdiente Brotzeit.
Der weitere Abstieg führt uns zurück zur ersten Steilstufe. Hier nehmen wir nun die rechte Variante und stehen bald wieder in der Gamsscharte. Dort in östliche Richtung weiter vorbei an den Stollenlöchern in den Schartensteig (Friedensweg). Auf diesem teils versichert hinüber in die Forcella dei Laghi. Über eine kleine Hängebrücke geht es weiter und in stetigem Auf und Ab hinüber in die Scharte. Nach den letzten Felstürmchen steht man urplötzlich in leichtem Wiesengelände, über das man in Serpentinen zur nächsten felsigen Schlucht absteigt. Durch die Schlucht geht es nochmal an Stahlseilen steil hinunter und natürlich auf der anderen Seite wieder hinauf. Danach hat es nur noch einfaches Gehgelände und wir wandern auf gutem Pfad unter den Wänden des Bodenknotens hinüber zum Büllellejoch. Auf dem Weg dorthin folgt noch ein kurzer Anstieg von etwa 100 Hm, danach geht es links um eine alte Stellung herum und kurz drauf stehen wir im Büllelejoch. In der alten Stellung haben sich ein paar Murmeltiere niedergelassen und geniessen die wärmenden Sonnenstrahlen. Die Tierchen sind die Menschen scheinbar sehr gewöhnt, denn so nahe sind wir diesen noch nie gekommen.
Im Büllelejoch folgen wir dem Weg zurück zur Lavaredohütte und gehen auf breitem Weg Nr. 104 zunächst hinunter ins Laghi di Cengia mit dem kleinen sehr flachen See. Weiter über ein breites Geröllfeld und nochmals gut 150 Hm steil auf dem Weg bergan, bevor wir den Lago dei Lavaredo nahe der gleichnamigen Hütte erreichen. Kaum kommen wir dem Aufstiegsweg von heute Früh näher, wird es merklich voller, den hier tummeln sich bereits die ersten Turnschuh-Touristen.
Es geht weiter vorbei an der Lavaredohütte und auf bekannten flachen Weg hinüber zum Rifugio Auronzo. Dabei bleibt uns nichts anderes übrig, als sich in die Menschenmassen zu begeben und einfach den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
Eine tolle und beeindruckende Tour mit faszinierenden Ausblicken in die Welt der Dolomiten geht zu Ende. Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen.

Panorama Paternkofel
Panoramablick aus dem Friedensweg

Charakter / Schwierigkeit:  
- meist gesicherter Steig  
- absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig 
- viele ausgesetzte Stellen
- gute Kondition 

Ausrüstung
- komplette Klettersteig-Ausrüstung
- ausreichend Proviant und Getränke

Beste Jahreszeit:
Ende Juni bis Anfang Oktober je nachdem wie die Schneeverhältnisse sind.

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