Teide / El Pitón

(3718 m) 18./19.05.2017

Der Teide erhebt sich ~1600 m aus dem riesigen Krater Las Cañadasin in die Höhe und so bringt es der höchste Punkt Teneriffas und Spaniens mit dem El Pitón auf stattliche 3718 m. Mit einer nicht allzuschweren 2-Tageswanderung gelangt man recht bequem am den Pico del Teide auf den El Pitón.
Bei einer Übernachtung auf der Altavista Hütte 3260 m über dem Atlantik bietet sich, wenn der Himmel klar bleibt, ein beindruckender Sternenhimmel und für die Frühaufsteher gibt es einen tollen Sonnenaufgang am Gipfel.

Pico del Teide
Der Schlagschatten des Pico del Teide - El Pitón

Ausgangspunkt: 
Teneriffa
kleiner Parkplatz "Montaña Blanca" an der TF-21 (ca. 2350 m)
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Routenverlauf:
Parkplatz - „Teide Eier” - Berghütte Altavista del Teide - Cueva del Hielo - Panoramaweg - Bergstation Teideseilbahn - Pico del Teide / El Pitón - Bergstation Teideseilbahn - Panoramaweg - Cueva del Hielo - Berghütte Altavista -  „Teide Eier” - Parkplatz

Tag 1 ca. 4 Std.
Tag 2 ca. 4 ½ Std.
Tourenbeschreibung

Eine anspruchsvolle Tour führt uns über 2 Tage verteilt auf Spaniens höchsten Berg, den 3718 m hohen Pico del Teide und dem Gipfel El Pitón. Unvergesslich ist das Erlebniss des Sternenhimmels bei Nacht an der Altavistahütte und am nächsten Morgen der Sonnenaufgang auf dem Teide. Das sanfte Morgenlicht der aufgehenden Sonne taucht die zuvor schwarze Nacht in ein phantastisch warmes Licht und der Teide wirft seinen gewaltigen Schatten auf den Atlantik. Bei guten Verhältnissen lassen sich die anderen kanarischen Inseln sowie Gran Canaria sehen.

Los geht´s gegen 8.30 Uhr am Parkplatz Montaña Blanca. Direkt nach der Schranke folgen wir dem Wanderweg Nr. 7 auf einer breiten Fahrpiste und wandern entspannt durch eine reizvolle Landschaft von Lavafeldern. Das vulkanische Gesteinsmaterial leuchtet in vielen weiß, braun, orange und grünlichen Farbtönen. Unschwierig und mäßig steil schlängelt sich der Fahrweg bergauf zu einer Wegkreuzung. Hier halten wir uns links und erreichen bald die Huevos del Teide oder auch Teideeier. Nach den Teideeiern marschieren wir weiter hinauf bis es kurz vor einem Lavastrom nach rechts zum Refugio de Altavista abzweigt. Nach links gelangt man zum Aussichtspunkt Montana Blanca, den wir aber erst im Abstieg aufsuchen wollen.
Der Weg hinauf zum Refugio de Altavista wird nun steiler und in vielen, kurzen und engen Serpentinen gewinnen wir schnell an Höhe. Links wie rechts des Weges wachsen noch kleine Ginsterbüsche, doch je weiter wir der Hütte näher kommen desto karger wird die Vegetation. Gegen 12:30 Uhr erreichen wir die auf 3260 m gelegene Altavista Hütte. Die Berghütte ist nicht bewirtschaftet und bietet neben einem Getränkeautomaten (Münzgeld nicht vergessen) nur kleine Snacks. Wie eine typische Selbstversorgerhütte nur besser ausgestattet: Microwelle, Wasserkocher, Geschirr, Besteck etc. Für eine Übernachtung sollte man unbedingt vorher anrufen und reservieren (klappt auch prima online).
Die Hütte öffnet erst gegen 17.00 Uhr und die Bettenvergabe ist ab 19.00 Uhr. Die Zeit bis zur Bettenausgabe nutzen wir für eine ausgiebige Brotzeit und lernen nette Gleichgesinnte kennen. Das Refugim beherbergt einen bunten Mix aus vielen Nationalitäten wie jung und alt. Da der Tag noch lang und wir viel Zeit haben, sind wir bis zum Panoramaweg aufgestiegen (sehr hilfreich für den Anstieg am nächsten Morgen mit Stirnlampe). Nach knapp 300 Hm ist dieser erreicht und da die "beflipflopte" Bahntouristen immer zahlreicher werden sind wir zurück zur Hütte.

Nach einer kurzen und unruhigen Nacht mit wenig Schlaf starten wir den zweiten Teil der Wanderung an der Hütte gegen 04:45 Uhr. Beim verlassen der Hütte bleiben wir ersteinmal überwältigt stehen und geniessen den gigantischen Sternenhimmel inclusive Milchstrasse. Draußen ist es kalt, noch stockdunkel und nur der Schein der Stirnlampen hilft uns den Weg durch die Finsternis zu finden. Das klappt gut, zumal wir den Aufstiegsweg vom Vortag bis zum Panoramaweg kennen. Über selbigen wandern wir schließlich an der Seilbahnbergstation vorbei und haben von da noch knapp 200 Hm Aufstieg zum Gipfel des Teide dem El Pitón vor uns. An der Station und dem Kontrollpunkt vorbei und danach rechts hinauf. Hier wird später ein Kontrolleur die Besteigung überwachen und man kommt hier nur mit einer Genehmigung weiter, wenn man zuvor nicht auf der Hütte genächtigt hat und vor 09:00 Uhr wieder abgestiegen ist!
Am Wegesrand austretende Schwefeldämpfe verbreiten einen eigenartigen Geruch, der uns durch die Nacht weiter bis zum Gipfel begleitet. Allmählich dämmert es und rechtzeitig vor Sonnenaufgang erreichen wir den Gipfel. Um kurz nach sechs ist es dann soweit. Die Sonne schiebt sich am Horizont über die Wolken☺. Ein toller Moment und herrlich wie die Sonne die zuvor nachtschwarze Umgebung in ein rötliches warmes und wärmendes Licht taucht. Als sich die Sonne nach und nach in die Höhe geschoben hat, lässt sich gut die Schatten-Pyramid des Teide im Atlantik sehen. Auch spendet Sie den durchgefrorenen Leibern endlich wieder wärme.
Nach vielen Bildern und Staunen in die Runde starten wir zum Abstieg. Hierzu wandern wir auf dem Aufstiegsweg zurück zur Bergstation der Seilbahn. Es ist 06:50 Uhr als wir erneut an der immer noch verlassenen Kontrollstelle vorbei kommen. Der Kontrolleur wird wohl erst mit der ersten Bahn seinen Dienst beginnen. Ein Blick zurück lässt uns die Naturschönheit der einsamen, bizarren Vulkanlandschaft genießen. Weiter wandern wir über den Panoramaweg, vorbei an der Cueva del Hielo hinab zur Berghütte Altavisa. Von dort weiter über die vielen Serpentinen hinunter zur Verzweigung Montaña Blanca. Hier fehlt uns jedoch die Lust den kleinen Hügel auch noch mitzunehmen und so marschieren auf dem Aufstiegsweg hinunter in den Krater Las Cañadas und zurück zum Ausgangspunkt.

Panorama vom Gipfel El Pitón am Teide nach Süden
Pico del Teide - El Pitón

Charakter / Schwierigkeit:  
- bei Atem-, Kreislauf- oder Herzbeschwerden ist die Tour nicht zu emfpehlen
- meist guter Wanderweg 
- Trittsicherheit und eine wenig Schwindelfreiheit für den Gipfelanstieg hilfreich
- Kondition für ~1.400 Hm und insg. rund 18 Km Wegstrecke 
- die Hütte ist nicht bewirtschaftet

Zur Information:
Wer auf die Spitze des Teide möchten, braucht eine Genehmigung. Diese erhält man bei der Nationalparkverwaltung in Santa Cruz und muss zusammen mit einem Ausweis mitgenommen werden!
Bei Übernachtung in der Altavista Hütte und Aufstieg zum El Pitón braucht´s keine Genehmigung, steigt man vor 09:00 Uhr auf!

Ausrüstung: 
- Bergtourenausrüstung
- ausreichend Proviant und vor Allem Getränke
- Hüttenschlafsack
- Kleingeld für die Hütte

Beste Jahreszeit:
Fast ganzjährig  

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