Das Watzmann Hocheck

(2651m) 09.10.2006
Geplant war die Überschreitung, doch ab 2.200m lag bereits Schnee und stellenweise war es bereits stark vereist, sodass man nur gerade noch so bis zum Hocheck "gehen" konnte. So kommen wir auch beim 5ten Anlauf nicht über den Berg. Blieb eine ausgedehnte Herbstwanderung hinauf zum Hocheck im Watzmannmassiv, dem nördlichsten der drei Watzmann Gipfel.

Die Watzmannkinder und der Watzmann
Die Watzmannkinder und der Watzmann Sept. 2005

Die gesamte Watzmann-Überschreitung gilt als einer der anspruchsvollsten gesicherten Steige in den Alpen. Acht bis zehn Stunden muss man ab Watzmannhaus für diese Tour einplanen.

 
Ausgangspunkt:
Parkplatz Wimbachbrücke bzw. Gasthaus Hammerstiel oder Königsee
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Routenverlauf: 
Wimbachbrücke(ca. 620m) - Stubenalm - Mitterkaseralm - Falzalm - Watzmannhaus - Hocheck und zurück

- ca. 3 Std. bis Watzmannhaus (1928m).
- Aufstieg zum Hocheck (2651m) 2 Std.

- Übernachtung im Lager für AV-Mitglieder ab € 9,00, sonst € 18,00 p. P. 

ca. 8 Std. an 2 Tagen
Tourenbeschreibung:
Vom Parkplatz an der Wimbachbrücke teilweise steil über den Wanderweg in weiten Kehren hinauf zur Stubenalm. Von hier hat man einen ersten Blick auf das Watzmannhaus, doch gilt es noch einige Höhenmeter zu überwinden. Der breite Weg führt weiter über die Mitterkaser-Diensthütte, vorbei an der Materialseilbahn des Watzmanhauses, zu der einfach bewirtschafteten Mitterkaseralm. Der Weg geht weiter in südl. Richtung in engen steilen Kehren hinauf zur Falzalm, nun weiter über einen Almboden bis direkt unter die Wand des Watzmannhauses. Die letzten Meter steigt der Pfad wieder in engen, steilen Kehren zum Watzmannhaus auf.
Nach etwa 3 Stunden stehen wir am Etappenziel und beziehen zunächst unsere Zimmerlager. Der letzte offiziell geöffnete Tag in diesem Jahr und trotz des tollen Wetters ist nicht viel los. Den Grund dafür erfahren wir vom Hüttenwirt - die Überschreitung ist bereits vereist. Das erste Mal, dass wir eine Tour dieser Kategorie angehen und uns vorher nicht vollständig über die Verhältnisse informiert haben. Selber Schuld. So bleiben wir dennoch auf der Hütte, machen uns einen gemütlichen Abend und kriechen zeitig in die Falle.
Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück doch hinauf. Wir wollen sehen, wie weit wir kommen und nehmen uns als Tagesziel das Hocheck vor.
Der Weg ist nicht zu verfehlen, doch schon nach kaum 150Hm kommen wir in den ersten Schnee. Ab etwa 2200m ist der Weg fast unter dem Schnee verschwunden und man muss bereits genau schauen, wo man langgeht, um nicht abzurutschen. Susanne entscheidet sich zur Umkehr und steigt hinab zum Watzmannhaus (der sonnigen Bank entgegen:) ). Ich möchte noch weitergehen und schauen, ob ich, ohne das Risiko zu sehr zu fordern, bis auf das Hocheck komme.
Eine Spur und immer wieder durch den Schnee schauende Markierungen führen mich weiter hinauf, bis ich schließlich auf dem mit zwei Kreuzen bestückten Gipfel stehe. Herrliches klares Wetter und ein traumhafter Ausblick belohnen für die Anstrengung. Doch das Schwierigste liegt noch vor mir: der Abstieg. Der letzte steile Aufschwung (vor allem abwärts) hinauf zum Hocheck hat es heute in sich. Ziemlich glatt und mit wenig halt geht es etwa 15m abwärts. Danach geht es zunächst etwa 100 Hm entlang der Aufstiegsroute hinab und dann in einem leichten Linksbogen hinunter auf ca. 2400m. Hier treffe ich dann wieder auf den Aufstiegsweg, dem ich dann bis zum Watzmannhaus folge. Der Abstieg ist durch Schnee und Eis deutlich unangenehmer als der Aufstieg.

Nach einer langen Pause und einem ausgiebigen Sonnenbad am Watzmannhaus steigen wir über die Falz-, Mitterkaser- und Stubenalm ab. Im Abstieg hören und sehen wir zwei Hubschrauber unterhalb des Hochecks länger kreisen, und es hat den Anschein, dass hier 2-3 Personen geborgen wurden. . . . . . . . . . . . .

Diese Bergtour lässt sich auch ohne Übernachtung bewältigen. Dann sollte man jedoch berücksichtigen, dass etwa 2.000 Hm im Aufstieg unter die Sohlen kommen und entsprechende Kondition Voraussetzung ist.

Panorama vom Hocheck - anklicken für die größere Version
Watzmann - Hochkalter

Charakter / Schwierigkeit:  
- mittelschwere Bergtour  
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit  
- am Gipfel ausgesetzt
- gute Kondition 

Ausrüstung
- BergwanderAusrüstung
- ggf. Grödel sehr hilfreich

Beste Jahreszeit:
Ende Juni bis Anfang Oktober je nach dem wie die Schneeverhältnisse sind.

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