Großer Waxenstein

(2277 m) 14.07.13
Eine schwere Bergtour führt uns im nordwestlichen Wettersteingebirge auf den Großen Waxenstein. Kraxeleien bis in den II. Grad würzen die Unternehmung aber auch die sagenhaften Tiefblicke haben ihren ganz besonderen Reiz. Die Tour ist ab der Höllentalangerhütte recht anstrengend und verlangt den ganzen Bergsteiger. Der aber wird für seine Mühen vollends belohnt.

Die Waxensteine in der Morgensonne
Waxenstein

Ausgangspunkt: 
Parkplatz Hammersbach, ca. 760 m
(Gebühr €4/Tag, Stand 2013)
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Routenverlauf:
Parkplatz Hammersbach - Höllentalklamm - Höllentalangerhütte - Quellefassung - Mariensprung - Gr. Waxenstein - Schafsteig - Schöner Anger - Riffelschartensteig - Höllentalangerhütte - Stangensteig - Hammersbach - Parkplatz

ca. 10 Std. und 2.210 Hm!!
Tourenbeschreibung:
Vom Parkplatz geht es auf der Straße in Richtung Hammersbach zur kleinen Kapelle am Eingang zum Höllental. An dieser vorbei und links des Baches, auf zunächst breitem Wanderweg zum Eingang der Höllentalklamm. An der Höllentalklammeingangshütte auf etwa 1050m wird der Eintritt fällig (für Alpenvereinsmitglieder ermäßigt). Weiter geht es durch die beeindruckende, nasskalte Klamm, durch Tunnel, über ausgehauene steile Felssteige in etwa einer Stunde zur Höllentalangerhütte auf 1387m. Hier rasten wir kurz und versuchen den Wegverlauf auf dem gegenüberliegenden Hang zu erkennen. Einige Stellen lassen sich gut ausmachen, das meiste aber bleibt im grasigen Hang verborgen.
Nach der Hütte geht es rechts über die schmale Brücke und hinüber zu dem großen Schuttfeld. Hier folgen wir den Trittspuren und gehen auf das große "W" an der Felswand zu (etwa 100 m links der Wasserversorgungsleitung). Hier startet nun der "Weg" hinauf zu den Waxensteinen. Bereits zu Beginn geht es ausgesetzt und mäßig steil über einen schmalen Pfad hinauf. An der Quellfassung gehen wir rechts vorbei, danach steiler werdend durch Grasschrofen und lockeren Stein in weiten Bögen auf einen einzel stehenden, markanten Baum zu (ca. 1550 m). Da so gut wie keine Markierungen vorhanden sind und der Pfad stark zugewachsen ist, muss man sich ordentlich konzentrieren, genau schauen wo es lang geht und wo man hin tritt. Geht es neben uns doch recht steil in die Tiefe. Wir wandern weiter in nordöstlicher, dann in westlicher Richtung, immer dem anspruchsvollen Pfad, mal Geröll, mal Gras, mal einzelne Kletterstellen (I), bis auf etwa 1970m. An der verblassten roten Markierung "GW" weiter vorbei, bis zum Einstieg der Waxensteinrinne auf ca. 2030 m. Durch die Rinne geht es nun teils eng, teils breiter, mal ausgespült, mal mit losem Gestein gefüllt und über eine kurze Stufe (II / Schlüsselstelle) dem Gipfel entgegen. Auf etwa 2170 m verlassen wir die Rinne und gehen die letzten Meter auf steilem, grasigem und schottrigen Pfad weiter hinauf auf den Großen Waxenstein.
Nach der verdienten Brotzeit, bei phantastischer Aussicht auf Eibsee, Ammergauer Alpen, Zugspitze, Jubigrat und Alpspitze, geht es auf dem Aufstiegsweg zurück bis zum Einstieg der Waxensteinrinne. Hier folgen wie dem schwach ausgeprägten und teilweise nicht wirklich sichtbaren Pfad, dem sog. "Schafsteig". Unbedingt auf die verblassten Markierungen und kleine Steinmänner achten. Auf etwa 2000 m Höhe queren wir den gesamten Hang in südwestliche Richtung bis zum Schönen Anger. Hier weiter auf dem teils schwer zu findenden Pfad hinüber auf den Weg von und zur Riffelscharte. Diesem folgen wir teils ausgesetzt hinunter ins Höllental. Nachdem wir den Riffelschartensteig hinter uns gelassen haben, halten wir uns links und gehen Tal auswärts bis zur Höllentalangerhütte. Hier genehmigen wir uns noch ein kühles Weißbier, bevor wir auf bekanntem Weg den weiteren Abstieg über den Stangensteig (weniger Menschen) und später wieder auf bekanntem Wanderweg zurück nach Hammersbach angehen.
Gut 9 Stunden nach wir den Parkplatz in Hammersbach verlassen haben, sind wir wieder zurück und beenden eine richtig tolle Bergtour. Wenn die Wetterbedingungen und die Kondition passen, dann ist diese Runde für ambitionierte und absolut schwindelfreie Bergsteiger eine Genusstour.

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Charakter / Schwierigkeit:
   - Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich 
- viele ausgesetzte Stellen / Stelle bis II
- sehr gute Kondition 
- absolute Vorsicht bei Schlechtwetter oder zweifelhaften Verhältnissen

Ausrüstung:
 - komplette Bergtourenausrüstung
- Teleskopstöcke
- ausreichend Proviant und Getränke

Beste Jahreszeit:
wenn kein Schnee liegt ;-)

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