Hochries

(1567 m) 06. u. 07.03.2010
Eine einfach Schneeschuhtour, die bei guten Wetterbedingungen zumindest bis zur Riesenhütte stark begangen wird, führt uns in den Chiemgauer Alpen hinauf auf den Hochries. Der Wegverlauf bis zur Hütte folgt meist dem Fahrweg. Für den Abstieg kann man sich an der Hütte Schlitten ausleihen und hat so eine Alternative zum langen Abstieg, der sich vor allem ab dem Zellboden etwas in die Länge zieht. Blick von der Riesenhütte auf den Hochries
Hochries aus einem Fenster der Risenhütte
 
Ausgangspunkt: 
Wanderparkplatz in Frasdorf
bei der "Lederstube"
(ca. 860 m, € 2,00 Parkgebühr p.T.)
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Routenverlauf: 
Tag 1.: Parkplatz - Zellboden - Schmiedalm - Richterkessel - Riesenhütte
Tag 2: Riesenhütte - Riesenalm - Hochries (Hochrieshaus) - Riesenhütte - Spielberg - Riesenhütte - Richterkessel - Parkplatz

ca. 6 ¼ Std.
Tourenbeschreibung

Am Wanderparkplatz können wir bereits unsere Schneeschuhe anlegen und folgen dem Weg 216 in Richtung Riesenhütte (Beschilderung beachten). Zunächst wandern wir bei mäßig starkem Schneefall weiter in das Tal hinein. Leicht ansteigend immer an einem Bach (Ebnater Achen) entlang. Nach einer Linkskurve führt ein Weg nach rechts ab. Diesen nehmen wir nicht, sondern den direkt darauf folgenden kleinen nach rechts abzweigenden Pfad, der uns direkt hinter einigen Almhütten über den Zellboden weiter zur kleinen Kapelle bei der Schmiedalm bringt. Über einen steileren kleinen Pfad geht es nun durch einen lichten Wald. An der Kapelle rasten wir kurz und genehmigen uns einen heißen Tee, bevor wir die vor uns liegende freie Fläche queren. Sowohl der Schneefall als auch der kalte Wind haben deutlich an Stärke zugenommen, sodass es langsam ungemütlich wird.
Über die freie Fläche geht es vorbei an einem Wegkreuz leicht ansteigend hinüber gegen den Wald. Wind und Schneefall wehen die Spuren sofort wieder zu. Wir sind froh, den Wald erreicht zu haben und wieder vor dem Wind geschützt weiter über einen Pfad durch den sog. Richterkessel aufsteigen zu können. Nach einem kurzen sanften Zwischenabstieg geht es deutlich steiler wieder bergan, und auf ca. 1080 m treffen wir wieder auf den Fahrweg zur Riesenhütte. Hier nehmen wir noch einen kleinen Abkürzer über die vor uns liegende freie Fläche, bevor wir dann auf etwa 1120 m wieder auf den Fahrweg stoßen und diesem bei starkem Schneefall weiter bis zur Riesenhütte folgen. Die Sicht ist durch den heftigen Schneefall teilweise auf etwa 80m reduziert. Doch der Schneefall hat auch sein Gutes, und so toben wir an so mancher Stelle einfach mal durch den vielen Pulverschnee. Nach fast 3 Stunden (wir haben trotz der Kälte viel im Schnee rumgeblödelt und Zeit vertrödelt) erreichen wir die Hütte, freuen uns auf eine warme Stube und einen heißen dampfenden Kaffee mit einem leckeren Stück Kuchen. 
Wir verbringen einen entspannten Abend mit den netten Wirtsleuten in der gemütlichen Riesenhütte, die heute (wohl aufgrund des schlechten Wetters) nicht voll belegt ist. 
Am nächsten Morgen wollen wir hinauf auf den Hochries. Das Wetter ist besser als erwartet und so schnüren wir unsere Bergschuhe, schnallen die Schneeschuhe darunter und stapfen, nach einem guten Frühstück, durch den frischen Pulverschnee. Im Rücken die wärmende Märzsonne, deren Kraft man trotz der Kälte bereits spürt.
Vorbei an den Häusern der Riesenalm geht es in etwa 1 Stunde hinauf auf den Hochries. Am höchsten Punkt steht das Hochrieshaus, das ebenfalls geöffnet hat. Die Bahn auf den Gipfel ist im Winter jedoch außer Betrieb, was dann auch erklärt, warum hier heute nicht sehr viele Menschen sind. Nur wenige Gipfel lassen sich durch die tief hängenden Wolken erblicken, und die Nebelsuppe zieht auch schon wieder langsam aus den Tälern zu uns herauf. So packen wir am Hochries nach kurzer Pause wieder zusammen und steigen entlang der Aufstiegsroute zur Riesenhütte ab, wo die zweite Hälfte unsere Gruppe (die nicht übernachtet hat) sicherlich schon auf uns wartet.
Wieder zurück an der Hütte genießen wir noch ein paar Minuten den strahlenden Sonnenschein, bevor es völlig zuzieht. Wir verziehen uns auf eine Tasse Kaffee nach drinnen und hoffen auf Wetterbesserung.
Eine halbe Stunde später, das Wetter ist nicht wirklich besser geworden, stehen wir wieder vor der Hütte und starten noch eine kleine Nachmittagstour über den Spielberg. Von der Hütte geht es zunächst über den Fahrweg in östlicher Richtung hinauf auf einen kleinen Rücken. Die Wolken reißen wieder auf und die Sonne kommt durch. Auf etwa 1380 m schwenken wir nach Süden und gelangen so schon bald an den höchsten Punkt des Spielbergs. Bevor wir uns nun an den Abstieg hinunter zum Wanderparkplatz machen, genießen wir hier bei einem Stück frisch gebackenen Kokoskuchen die herrliche Winterstimmung inmitten des glitzernden Schnees. Jetzt fehlt nur noch die Aussicht - aber man kann nicht alles haben . . . 
Nach der Pause wandern wir durch eine freie Lücke im Wald nördlich hinunter auf die Wiesen der Riesenalm, von diesen weiter zur Riesenhütte. Von hier kann man nun dem Aufstiegsweg abwärts folgen oder aber man leiht sich einen Schlitten und fährt hinab. Ganz wie man  Lust und Laune hat.
Eine kurzweilige Tour, die aufgrund der nicht ganz perfekten Wetterverhältnisse an diesen Tagen sicherlich nicht so stark besucht war, geht am zweiten Tag zu Ende. Sicher braucht man nicht zwingend eine 2-Tagestour daraus zu machen, aber so war es doch recht gemütlich.

Panoramablick vom Hochries nach Westen
Geigelstein

Charakter / Schwierigkeit: 
- einfache bis mittelschwere Winterwanderung

Ausrüstung:
- komplette Lawinenausrüstung
- Teleskopstöcke

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