Pleisenspitze

(2567 m) 05.03.2005 Schneeschuhtour
Diese Tour zählt unter den Skitouristen zu den Klassikern, ist aber ebenso gut für Schneeschuhgeher geeignet.
Diese hochalpine Schneeschuhtour ist bis zur Pleisenhütte mäßig steil, ab der Hütte steil bis sehr steil. Der Gipfel bietet eine hervorragende Aussicht auf fast das gesamte Karwendelgebirge und die angrenzenden Gebirgszüge.
Pleisenspitze
Gipfel Pleisenspitze
 
Ausgangspunkt: 
Scharnitz, Parkplatz am Ortsende
Richtung Schönwieshof (ca. 960 m)
gebührenpflichtig
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Routenverlauf:
Parkplatz - Hintarautal - Abzweig Wiesenhof - Lablehner - Pleisenhütte - die Pleisen - Pleisenspitze - die Pleisen - Pleisenhütte - Lablehner - Abzweig Wiesenhof - Hinterautal - Parkplatz

ca. 9 Std.
Tourenbeschreibung:

Gegen 08:30 starten wir zu dritt an einem noch sonnigen und nicht allzu kalten Wintertag unsere Tour hinauf zur Pleisenspitze. Vom Parkplatz am Ortsende von Scharnitz geht es zunächst etwa 20 Minuten entlang der Isar hinein ins Hintarautal bis zum Abzweig Schönwieshof. Hier halten wir uns links und legen gleich in der ersten Kurve (nicht zu übersehendes Schild Alpenpark Karwendel) unsere Schneeschuhe an. Dem Weg folgen wir nun -zunächst flach, dann allmählich steiler- hinauf zur Pleisenhütte. Wir sind gespannt, ob der Pleisen-Toni (Anton Gaugg) an Höhenprofil diesem Wochenende auf der Hütte ist. Anton Gaugg hat nach dem Krieg die Pleisenhütte allein errichtet. Seine Hütte zählt mit zu den urigsten in den Alpen, was wir nur bestätigen können.
Nach knapp 3 Stunden haben wir die Hütte erreicht und genehmigen uns auf der sonnigen Terrasse eine Apfelschorle bei genussvoller Aussicht auf fast das gesamte Karwendelgebirge. Man schaut vom Bettelwurf über Speckkarspitze bis zum direkt vor uns liegenden Hohen Gleirsch. Im Hintergrund erkennt man noch Teile der Nordkette wie Kemacher Spitze, Sattel Spitze, Frau Hitt bis hinüber zum gr. und kl. Solstein. Bevor wir uns jedoch ganz dieser Gemütlichkeit hingeben, ziehen wir rechts an der Hütte vorbei weiter in Richtung Pleisenspitze. Gilt es doch noch gute 800 Hm zu bewältigen.
Vor uns sind bereits einige Skitourengeher und Schneeschuhwanderer aufgestiegen, und so folgen wir einfach den breiten Spuren im Schnee. Es geht hinein in das Vorderkar, rechts vorbei an einer senkrecht aufsteigenden Wand, hinauf auf die Pleisen. Über diesen breiten Rücken gehen wir nun, immer mit Sicht auf unser heutiges Ziel, weiter. Die letzten Höhenmeter wollten hart erkämpft sein....Nach gut 2½ Stunden stehen wir abgekämpft aber zufrieden bei leichtem Schneefall und nach ca. 1600 Hm auf der Pleisenspitze. Von hier oben muss der Ausblick noch gewaltiger sein als von der unter uns liegenden Pleisenhütte, doch die niedrigen Wolken und leichter Schneefall schränken die Aussicht erheblich ein. Eine kurze Teepause und wir machen uns, in Anbetracht der Uhrzeit, an den Abstieg. Zunächst gehen wir etwa entlang unsere Aufstigsspur über die Pleisen hinunter in Richtung Hütte, biegen dann auf ca. 2100 Hm nach rechts (westl.) ins Vorderkar ein und fahren eine Steilstufe ab. Große Teile kann man schön "abgleiten", nur von der unterschiedlichen Schneekonsistenz ab und an jäh gebremst. Auch lässt sich prima das mehr oder minder (un)kontrollierte Abrutschen auf Schneeschuhen testen. Von der Steilstufe geht es in südl. Richtung taleinwärts weiter hinunter zur Pleisenhütte.
Dort angekommen wärmen wir uns bei sehr gemütlicher Atmosphäre in der Hütte auf. Viel Platz bietet sie nicht, und so reichen die paar Skitouristen aus, um die Hütte bis fast auf den letzen Platz zu füllen. Besonders gemütlich wird es bei Einbruch der Dunkelheit, wenn der Wirt mangels Elektrizität Petroleumlampen auf den Tischen verteilt. Nach einer guten halben Stunde Pause schnallen wir unsere Schneeschuhe auf den Rucksack und gehen entlang des Aufstiegweges zurück zu unserem Ausgangspunkt.
Durch Schneefall herrscht fast absolute Stille, die nur durch das Knirschen unserer Schuhe im Schnee gebrochen wird. Mit Dunkelwerden erreichen wir die Verzweigung "Schönwieshof" (Eingangsschild Karwendelpark). Von hier aus geht es den Hatscher durch das Hinterautal zurück zum Parkplatz. Nach fast 11 Stunden stehen wir bei heftigem Schneefall und völliger Dunkelheit am Ausgangspunkt der heutigen Bergtour. Wir sind erschöpft, aber zufrieden, dass wir uns für diese doch anstrengende, aber absolut lohnende Gipfeltour entschieden haben. Mehr Sonne und bessere Sicht hätten das ganze Unternehmen zu einer absoluten Traumtour werden lasssen. Doch wir wollen nicht klagen, bis zur Hütte hatten wir ja genau diese Bedingungen vorgefunden.

Die Tour bis hinauf auf die Pleisenspitze ist eine konditionell anspruchsvolle Schneeschuhtour, gilt es doch ca. 1600 Hm im Aufstieg zu bewältigen. Abwärts natürlich auch. Aufgrund der Höhe und der Lage muss unbedingt die jeweilig herrschende Lawinensituation in die Planung mit einbezogen werden.

zum Höhenprofil

Gesamtgehzeit:
- ca. 9 Std. (Aufstieg ca. 6 Std.)

Schwierigkeit
- schwere Schneeschuhwanderung

Ausrüstung:
- komplette Lawinenausrüstung
- Schneeschuhe
- Teleskopstöcke

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