Routenverlauf:
Parkplatz - Fahrweg auf der gegenüberliegenden Seite des
Parkplatzes bis auf etwa 1400 Hm, dann östlich über
den velängerten Rücken des Schönalmjochs hinauf
zu einem Vorgipfel - Schönalmjoch - zurück auf dem
Aufstiegsweg
ca.
7½ Std.
Tourenbeschreibung:
Das Thermometer zeigt -22°, aber die Sonne scheint von
einem fast wolkenlosen Himmel. Wir schnüren unsere Schuhe,
gönnen uns vor dem Start noch einen Schluck heißen
Tee, und dann geht es auch schon los.
Vom Parkplatz aus queren wir zunächst die Brücke
über den Rißbach, halten uns dann rechts und folgen
dem geräumten Weg in süd-östl. Richtung. Mäßig
steil führt der Weg durch den teilweise lichten Mischwald
in Serpentinen hinauf bis zu einer starken Rechtsbiegung.
Geradeaus führt der Weg in eine Sackgasse. Es folgt eine
weitere enge Linkskehre im Bereich des Schlossgrabens. Nun
führt der Weg uns in nördlicher Richtung weiter,
bis wir rechter Hand einen Kahlschlag sehen. Noch bevor der
Weg eine weite Rechtsbiegung macht (ca. 1300 Hm), wärmen
wir uns ein wenig mit einem Schluck heißen Tee. Ohne
die Sonne wäre es lausig kalt hier oben.
*
Von hier aus steigen wir den Spuren der Skitourengeher und
der vor uns aufgestiegenen Schnee-schuhwanderer folgend durch
den Kahlschlag weiter auf. Zunächts müssen wir über
die extrem steile Böschung auf das flachere Stück
gelangen, was bei der Menge an Neuschnee nicht ganz einfach
ist. Immer wieder rutscht man trotz der großen "Füße"
ab. Es folgt ein flacheres Teilstück, dann geht es über
eine Steilstufe (mehr als 35°) durch Stangenwald weiter
über den westl. Rücken des Rosskopfes. Hier suchen
wir uns ein windgeschütztes Plätzchen und genießen
das phantastische Winterwetter bei einem ausgiebigen Sonnenbad.
Es hat zwar sicherlich keine -22° mehr, aber ordentlich
kalt ist es noch immer. Nach einer guten Stunde steigen wir
noch etwa 100 Hm weiter auf, entschließen uns dann in
Anbetracht der vorgerückten Stunde doch zum Abstieg.
Bis zum Weg folgen wir grob unserer Aufstiegsspur und ziehen
dabei unsere eigenen schneeschuhtypisch "eleganten"
Spuren in den unberührten Pulverschnee. Der Tag neigt
sich dem Ende, die Sonne verschwindet hinter den Karwendelgipfeln
und man spührt sofort wieder die Kälte.
Nach gut 6 Stunden (4 1/2 Std reine Gehzeit) kehren wir kurz
vor Anbruch der Dämmerung zurück zu unserem Ausgangspunkt.
Auch ohne Gipfelerfolg eine schöne Tour mit einer phantastischen
Aussicht auf die Nordkette des Karwendelgebirges.
* Der eigentliche Aufstieg
folgt noch etwa 1 km diesem Weg, bevor man über den Westrücken
das Schönalmjoch erreicht. Auf ca. 1350 m biegt man
dann nach rechts und folgt dem Verlauf des Rückens (Altkot) durch
einen Stangenwald mäßig steil bis steil hinauf
auf den freien Gipfelrücken (ca. 1840 m) des Schönalmjochs.
Von diesem Punkt noch etwa 1000 m hinüber zum Schönalmjoch.
Route 2008:
* Alternativ dazu kann man auch etwas rechts (ca. 1400 m) des Rückens zunächst mäßig steil weiter in den Kapellengraben hinein gehen (vorbei an einem Jägerstand, bis der Graben immer enger wird und es sehr steil empor geht). Auf etwa 1500 m queren wir dann den kleinen Bach nach rechts und gehen einige Meter in südl. Richtung, um dort durch den steilen Stangenwald in engen Serpentinen weglos hinauf auf den freien Rücken zu gelangen. Doch zuvor, auf etwa 1600 m, queren wir den Hang ca. 200 m in nördl. Richtung, bevor wir uns an die letzten Meter - vorbei an mächtigen Schneeverwehungen - auf den freien Rücken machen. Eine letzte Steilstufe gilt es zu überwinden, dann - vorbei an einer wohl meist zugeschneiten roten Sitzbank - hat man endlich das Tagesziel vor Augen.
Weich wellt sich der lange Gipfelrücken. Von Nordwesten ziehen dunkle
Schneewolken auf und der Wind bläst kräftig, sodass es ohne Sonne ziemlich kalt wird.So wie es aussieht, wird das heute nichts mit dem Gipfelfoto. Also schnell von hier aus (an der Bank auf etwa 1800 m)ein paar Bilder geschossen und dann weiter durch tollen Pulverschnee bei allerdings eisigem Schneegestöber und Wolkenfetzen auf das Joch. Oben angekommen ist die Sicht gleich Null. Der schneidende Wind trägt nicht gerade zum Wohlbefinden bei und so entschließen wir uns zum sofortigen Abstieg. Abwärts geht es auf dem Aufstiegsweg. Etwas unterhalb der Bank gibt es an einer etwas windgeschützten Stelle erst mal eine Brotzeit. Aber auch hier kriecht, so ganz ohne Sonne, die Kälte in einen hinein und rasch machen wir uns an den Abstieg. Bei ausreichend Schnee kann man prima durch die steilen Bereiche mit den Schneeschuhen abfahren!
Höhenprofil der Tour '08
Schwierigkeit:
- mittelschwere Schneeschuhtour
Ausrüstung:
- Teleskopstöcke
- LVS -Ausrüstung