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Die Partenkirchener Dreitorspitze

(2633 m) 25.09.2005
Aus dem Leutaschtal führt uns eine lange und sehr schöne Bergtour über das Leutascher Platt und den Hermann-von-Barth-Weg hinauf zur westl. Partenkirchener Dreitorspitze. Von hier hat man einen grandiosen Blick in das Wetterstein- und Karwendelgebirge. Ein einfacher und schöner Klettersteig - allerdings mit extrem hoher Steinschlaggefahr - erwartet den ambitionierten Bergwanderer.

Partenkirchener Dreitorspitze
Die Partenkirchener Dreitorspitzen
Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sollte auf diesem Steig unbedingt vorhanden sein.

 

Ausgangspunkt:
Leutaschtal, Ortsteil Reindlau
Gasthaus Hubertushof ca. 1050 m

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Routenverlauf: 
Leutaschtal - Bergleintal - Meilerhütte - Hermann von Barth Weg - Partenkirchener Dreitorspitze - Leutascher Platt - Söllerpaß - Söllerrinne - Puittal - Reindlau - Leutaschtal

ca. 11 Std. 
Tourenbeschreibung:

Start der heutigen Tour ist beim Hubertushof im Leutaschtal. Gegen 08:15 gehen wir los und folgen den roten Wegmarkierungen hinein in das Bergleintal. Das Thermometer zeigt gerade einmal +6°, und so richtig warm ist keinem von uns. Doch das ändert sich schnell, denn zum einen steigt der Weg steil empor, zum anderen haben wir bald die Sonne im Rücken. Wir folgen dem Pfad durch das Tal. Der Weg ist sehr gut gekennzeichnet, und bis kurz unterhalb der Meilerhütte gibt es keine weiteren Verzweigungen mehr.
Nach etwa 2 Stunden Aufstieg erreichen wir eine kleine Hütte unterhalb des Mustersteins. Auf den riesigen um die Hütte liegenden Felsbrocken legen wir eine kurze Pause ein (ca. 20 Min.), bevor wir die letzten Höhenmeter hinauf zur Meilerhütte angehen. Untehalb der Hütte geht es ins steilen Serpentienen durch ein riesiges Geröllfeld.
Gegen halb 12 Uhr erreichen wir dann die Meilerhütte. Die Terrasse ist gut besucht, doch noch bietet sie ausreichend Platz, sodass wir uns ein sonniges Plätzchen auswählen können, um uns mit einem Bergsteigereintopf zu stärken. Von der Terrasse aus können wir dem Treiben rund um die östl. und mittlere Partenkirchener Dreitorspitze zusehen. Eine Gruppe Kletterer hat sich über den Süd-Ost-Grat der mittleren Spitze gemüht, weitere kleine Gruppen kämpfen sich von der östl. zur westl. Spitze durch.
Nach einer guten Stunde Pause auf der Meilerhütte folgen wir dem Hermann-von-Barth-Weg hinüber unter die Steilwand der östl. Dreitorspitze. Von hier führt ein deutlich zu erkennender Bergpfad, z. T. durch Drahtseile versichert hinunter auf ein größes Geröllfeld. Scahlet Dreitorspitze Dieses Geröllfeld queren wir in süd-westlicher Richtung. Die Markierungen hier sind spärlich, doch wer den Spuren im Geröll folgt, findet nach etwa 30 Minuten die Einstiegsstelle in den Steig. Direkt am Einstieg befindet sich auch ein Schalter mit Steckdose. Wer nicht mehr kann, hat hier die Möglichkeit nach einem Aufzug zu klingeln.... :-).
Der Steig ist unschwierig, doch sollte man die Steinschlaggefahr durch Vorausgehende auf keinen Fall unterschätzen. Bereits nach wenigen Metern im Steig flogen kleinere Steine direkt an uns vorbei. Gut gesichert geht es steil aufwärts, bevor es flacher wird und über schuttbedeckte Schroffen weiter den Trittspuren folgend zum Gipfel geht.
Vom Gipfel hat man eine hervorragende Sicht auf das Reintal bis hinauf zum Zugspitz Platt. Sehr schön zu sehen ist der Jubiläumsgrat (Zugspitze - Höllentalspitzen - Vollkarspitze - Hochblassen) sowie die Ostflanke der Alpspitze. Schaut man in östl. Richtung, hat man phantastische Einblicke in das Karwendel. Gut zu erkennen sind Hoher Gleirsch, Pleisenspitze und der gesamte Mittenwalder Höhenweg.
Die Sonne hat sich hinter den dicken Wolken versteckt, sodass es deutlich kühler wird. Wir verweilen nur kurz auf dem Gipfel, bevor wir den Abstieg angehen. Der Abstieg erfolgt auf dem Aufstiegsweg, zunächst über die Schroffen, dann über den versicherten Steig. Kaum hatten wir die ersten Meter hinab bewältigt, donnerten von oben kindskopfgroße Geröllbrocken auf uns zu. Mit mächtigen Sätzen versuchten wir uns aus der Gefahrenzone zu bringen und hatten dabei großes Glück. Es gab nur einen Treffer an den Schuh, was zwar kurzzeitig heftige Schmerzen verursachte, wir aber keine weiter Hilfe benötigten. Das ganze hätte durchaus auch anders ausgehen können. Verursacht wurde der Steinschlag vermutlich durch die kleine Gruppe Bergwanderer, die etwa 10 Minuten vorher an uns vorbei aufgestiegen sind.
Am Ende des Steigs angekommen, folgen wir zunächst dem Aufstiegsweg durch das Geröllfeld, bis dieser in westl. (links) Richtung zurück zur Meilerhütte führt. An diesem "Kreuzungspunkt" gehen wir geradeaus und folgen den teilweise schwer zu erkennenden Trittspuren über das Leutascher Platt hinüber zum Söllerpass. Der Weiterweg auf dem felsigen Platt ist mit wenigen Steinmandln gekennzeichnet und sollte nur bei ausreichender Sicht und Orientierungssinn begangen werden. Durch die sehr steile Söllerrinne geht es hinab ins Puittal. Von hier aus folgen wir dem Weg Nr. 9 über das Puitegg bis zur Weggabelung. Ab hier der Beschilderung in Richtung Reindlau (Weg Nr. 35) folgen. Kurz vor Ende der Tour kommt man wieder auf den Aufstiegsweg, auf dem es zurrück zum Hubertushof geht. Hier gönnen wir uns noch Apfelsaftschorlen, Apfelstrudel mit Sahne und Topfenstrudel mit Vanillesoße. Die Strudel sowie die Bedienungen sind große Klasse.
Die Tour auf die Partenkirchener Dreitorspitze ist einen lange und schöne Tour. Wir empfehlen diese Tour nur konditionsstarken Bergwanderern als Tagestour.

Blick vom Leutascher Platt auf die Partenkirchener Dreitorspitze
Leutscher Platt

Charakter / Schwierigkeit:  
- gut gesicherter Steig (einfach bis mittelschwer)
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich 
- an einigen Stellen ausgesetzt

Ausrüstung: 
- unbedingt einen Helm, --> hohe Steinschlaggefahr
- ggf. Klettersteig-Ausrüstung (Komplettgurt, Klettersteigset, Helm, Handschuhe)

Beste Jahreszeit:
Ende Mai bis Ende September

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