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Brecherspitz-Ostgrat

(1683 m) 03.11.2018
Der wohl kürzeste und ruhigste Anstieg auf die Brecherspitz führt direkt aus dem Spitzingsattel hinauf zum Gipfel. Über einen alpinen Steig geht es mit einigen Kraxelstellen und immer wieder nahe an den Nordabbrüchen vorbei über den zerklüfteten Ostgrat hinauf. Bei passender Wetterlage bietet der Brecherspitzgipfel eine tolles Panorama.
Die Tour ist nicht markiert und so ist der Brecherspitz Ostgrat nur etwas für erfahrene Berggeher, die grundlegende Klettererfähigkeiten, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit mitbringen.
Über den Ostgrat auf die Brecherspitz
Ostgrat zur Brecherspitz
Ausgangspunkt:
Parkplatz am Spitzingsattel
(ca. 1100 m, € 5,--/Tg. Stand 2018)

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Routenverlauf:
Parkplatz - Ostgrat - Brecherspitz - Brecherspitz Vorgipfel - Obere Firstalm - Parkplatz

ca. 2½ Std. 
Tourenbeschreibung:

Direkt am Parkplatz auf dem Spitzingsattel starten wir zu einer kurzen Halbtagestour inmitten einer dichten Wolken-/Nebelsuppe. Zunächst queren wir die Bundesstraße und steuern der breiten Forststraße (Rodelbahn) hinauf zur Firstalm entgegen. Rechts neben der Forststraße, noch vor der Schranke zweigt ein kleiner, manchmal versperrter schmaler Pfad in den Wald hinein ab. Auf diesem nicht markierten Pfad erreichen wir zügig den Ostgrat. Zu Beginn ist er noch deutlich zu erkennen und somit ist die Wegfindung -stellenweise sind nur Trittspuren zu erkennen- eher unschwierig. Entlang des bewaldeten Ost-Rückens steigen wir über einige umgestürzte Bäume weiter empor. Dabei wird es zunehmend steiler und auch felsiger. Noch sind wir auf der Südseite des Ostgrats und erreichen bald eine kleine, sehr steile Grasfläche von der aus, man bei klarer Sicht vermutlich einen schönen Blick hinunter auf den Spitzingsee hat. Doch heuer hängen die Wolken derart tief, dass wir vom See nichts sehen können. Am Ende dieser Wiese biegt der Pfad scharf nach rechts und steuert durch sehr steiles Gelände die markante Felswand an. Diese etwa 4 Meter hohe Felswand (Schlüsselstelle am Ostgrat) muss kurz durchstiegen werden. An dieser ausgesetzten Stelle ist auch die wohl einzige Markierung des Steigs und je nachdem wie man das kurze Stück bewältigt, übersieht man diese auch gerne. Nach dem Durchstieg stehen wir direkt auf dem Ostgrat und steigen zunächst kurz durch Fels durchsetztes, steiles Gehgelände weiter auf. Im weiteren Verlauf zieht der Bergpfad direkt am luftigen Grat entlang und hinauf in eine Latschenzone. Schade, das Wolken und Nebel die Sicht nicht freigeben, der Blick nach Norden muss spektakulär sein. Um diese Ausblicke zu erleben, müssen wir halt nochmal herkommen. Das Kraxelige lässt nach und ab und an können wir den Gipfel durch einzelne Wolkenlücken erspähen. Gespannt ob sich heute auch so viele Menschen um das Gipfelkreuz versammeln, wie an schönen Tagen stapfen wir weiter bergauf.
Kurz vor dem Brecherspitzgipfel warnt ein Schild mit dem Hinweis "KEIN ABSTIEG - LEBENSGEFAHR" vor den Gefahren am Ostgrat. Ab hier sind es nur noch ein paar Meter bis hinauf ans Gipfelkreuz. Bei erreichen des Gipfels, haben wir Glück und die Brecherspitz fast für uns alleine. Sogar die Wolkendecke bekommt ein paar größere Lücken und lässt für ein paar wenige Minuten die Sonne hindurchscheinen. Bei leichtem Wind bleibt es dennoch herbstlich kalt und so packen wir, als die Sonne von den Wolken wieder verdeckt wird, zusammen. Für den Abstieg geht es über den Normalweg hinunter zum Brecherspitz Vorgipfel ab. Hierzu steigen wir kurz vom Gipfel nach Westen hinunter auf einen geschotterten Pfad. Dieser wird nach und nach holpriger und an ein paar Stellen helfen ein paar Stahlseilversicherungen über die schwierigsten Stellen hinweg. Doch auch hier ist Vorsicht geboten und das sichere Gehen in unwegsamen Absturzgelände ist gefordert. Der Vorgipfel ist schnell erreicht und der Weiterweg führt in vielen Serpentinen über die ehemalige Skipiste hinab an eine Forststraße nahe der Oberen Firstalm. Den Einkehrschwung an der Alm lassen wir heuer ausfallen und wandern direkt auf der Forststraße zurück in den Spitzingsattel.

Die Route über den Ostgrat hinauf zur Brecherspitz ist eine richtige Bergtour, die über unmarkierte, steile und ausgesetzte Pfade führt. Die Route führt durch steiles Absturzgelände und erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die etwa 4 Meter hohe Felsstufe will in leichter Kletterei (UIAA I.) durchstiegen werden. Diese Route darf man nicht unterschätzen, auch wenn diese nicht all zu lang ist und sich als relativ einfach darstellt - sie ist nicht ungefährlich! Bei Nässe wird es sehr unangenehm und von der Tour ist dringend abzuraten.

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:  
- mittelschwere Bergtour
- absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
- einige steile und ausgesetzte Stellen im Anstieg (max. I nach UIAA)
- bei Nässe deutlich anspruchsvoller
- Kondition für ~600 Hm
- Länge: ca. 6,0 Km

Beste Jahreszeit:
Ende Mai bis Ende Oktober - nie bei Glätte

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