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Cima Capi
Via ferrata Fausto Susatti - Via ferrata Mario Foletti - Sentiero delle Laste

(909 m) 22.05.10 / 14.10.22

Von Biacesa aus leitet eine einfache Wanderung über den Senter dei Bech, den Ziegensteig an den Einstieg der Via ferrata "Fausto Susatti". Der ersten von drei Klettersteigen, die wir heute gehen wollen.
Der Wanderweg führt uns über alte Bergpfade und teilweise auf alten Frontpfaden, an Stollen und verfallenen Schützengräben aus dem 1. Weltkrieg vorbei. Vom Anseilplatz geht es dann sofort kraxelig an die ersten Klettermeter der Via ferrata "Fausto Susatti" steil aufwärts. Bestens versichert erreichen wir den Gipfel des Cima Capi der mit tollen Tiefblicke auf den Gardasee und bei guter Sicht einen herrlichen Ausblick auf den Monte Baldo am Ostufer des Gardasees bei entsprechendem Wetter garantiert.
Nach einer kurzen Rast am Gipfel wandern wir hinunter auf dem Verbindungsrücken zum Cima Rocca und dem Einstieg in die Via ferrata "Mario Foletti". Dort über eine Felsplatte und einen Aufschwung hinüber ans Bivaco Francesco Arcioni.
Steig drei startet in unmittelbarer Nähe an der Chiesa di San Giovanni und leitet über den Sentiero attrezzato delle Laste hinunter auf den Ziegensteig und zurück nach Biacesa.

Cima Capi und Cima Rocca von Torbole aus gesehen
Cima Rocca - Cima Capi

Ausgangspunkt
Biacesa im Val di Ledro
Parkplatz "parcheggio Cima Capi" am Ortseingang
(ca. 400 m)

Routenverlauf
Parkplatz - SS240 - Via del Dazi - Via Contotori - Via del Toiane - Via per Ceregna - Ziegenweg "Senter dei Bech" - Via ferrata "Fausto Susatti" - Cima Capi - Hubschrauberlandeplatz - Via ferrata "Mario Foletti" - Bivaco Francesco Arcioni - Chiesa di San Giovanni - Sentiero attrezzato delle Laste und auf dem Senter dei Bech zurück zum Parkplatz

Alternativer Abstieg:
Wer nicht über den Sentiero attrezzato delle Laste absteigen möchte wandert ab der Chiesa di San Giovanni über Wanderweg 460 und 417 zurück nach Biacesa.

ca. 3½ - 4 Std.
Tourenbeschreibung
Am Wanderparkplatz starten wir nach einem ausgiebigen Frühstück gegen 10:30 Uhr los und queren zunächst die Straße SS240 in den Ort hinein und wandern, bestens beschildert durch Biacesa. Am Ende der Via del Dazi biegen wir nach rechts ab, folgen der Dorfstraße weiter nach Osten und später nach Norden eindrehend (Wegweiser) an den Abzweig in den "Senter dei Bech". Hier dann rechts haltend auf den Karrenweg, der bald darauf in einen schmalen Pfad übergeht und uns unter den Cima Rocco hindurch in Richtung Gardasee leitet. An der nächsten Abzweigung auf ~560 m geht es geradeaus direkt hinauf zur kleinen Bergkapelle San Giovanni (über den Sentiero attrezzato delle Laste - unser geplanter Abstiegsweg). Wir halten uns rechts, bleiben auf dem Pfad und haben kurz darauf einen herrlichen Ausblick durch das Ledrotal hinaus auf den Gardasee. Dieser Anblick bleibt uns noch eine Weile erhalten, öffnet sich dabei immer weiter, bis man fast den ganzen breiten Rücken des Monte Baldo im Blick hat. Der Pfad führt uns in anregendem Auf und Ab über alte Kriegspfade, vorbei an betonierten Kavernen und alten Unterständen an den Einstieg des "Fausto Susatti" Klettersteigs auf etwa 650 m.
Im Anstieg zum Anseilplatz hat man einen Teil der Klettersteigstrecke im Blick. Durch eine große vorausgehende Gruppe (~25 Personen) lässt sich der Weg von hier unten in dem Felsenwirrwar überhaut gut ausmachen. Am Anseilplatz angekommen, legen wir flugs unser Gurtzeug an und schon geht es auch kurz die ersten Meter steil, unschwierig und bestens abgesichert hinauf (A). Es folgt ein wenig Gehgelände, bevor es erneut an das Klettersteigen geht. Ab dem Wandbuch werden so in anregender Kraxelei etwa 300 Hm überwunden, die einem viele tolle Ausblicke erhaschen lässt. Da die große Gruppe vor uns doch einen gewaltigen Vorsprung hatt und sich zwischen dieser und uns, nur noch etwa 6 Klettersteigler auf drei Grüppchen verteilt aufwärts bewegen, poltern auch nicht so viele kleine Steinchen von oben auf uns herab. Das Steinschlagrisiko schätzen wir hier jedoch eher als gering ein.
Nach einer schönen "Fotokante" und einer weiteren Rinne (B) verlaufen die letzten Höhenmeter entlang des Bergrückens. Von hier hat man an der Kante wirklich tolle Tiefblicke hinunter auf den Gardasee - schwindelfreie kommen hier auf Ihre Kosten. Über Bergpfade, vorbei an einem weiteren Stollen und durch Buschwerk stapfen wir so die letzten Hm aufwärts, bis man völlig unverhofft vor der klapprigen und quietschenden Gipfelfahne steht. Ein schönes Platzerl auf dem Cima Capi ist schnell gefunden und bei einer kurzen Pause lassen wir uns ein wenig Salami, Käse und Brot schmecken (eine italienische Brotzeit). Am Gipfel wird uns in der Sonne schnell warm und so ziehen wir doch zügig vom Gipfel kurz nach Südwesten über einen Metallbügel hinab auf den Pfad, der uns nach Nordwesten eindrehend an den Hubschrauberlandeplatz auf dem Verbindungsrücken zwischen Cima Capi und Cima Rocca leitet.
Hier weiter, vorbei an dem Landeplatz, an einen verbunkerten Abzweig. Hier halten wir uns links (geradeaus geht es zum Bocca Pasumer) und steigen durch den betonierten Unterstand ans Ende. Dort nun vor der Wand nach links hinunter auf  ein gesichertes Felsband und auf eine (mittlerweile) mit Trittbügeln versicherte Felsplatte (Beginn Via ferrata Mario Foletti). Kurz flach hinüber und direkt danach in anregender Kraxelei rechts hinauf über eine gut versicherte Rinne/Band. Nach einem kurzen geraden Stück leiten die Versicherungen steil hinab (B) und nach einer größeren Felsstufe haben wir das Ende des Steigs erreicht. Nun über einen Bergpfad und Treppenstufen steil hinab in eine Mulde. In 2010, kurz bevor wir den tiefsten Punkt der Mulde erreicht haben, hören wir plötzlich ein heftiges Surren, Klopfen und Donnern... vom Cima Rocco polterten damals Steine, teils größer als ein Fußball, herunter und schlugen mit dumpfen WUMM in den Waldboden. Zum Glück hat es seinerzeit niemanden erwischt. Mit diesem Wissen, sind wir heute eiligen Schrittes durch die Mulde marschiert und erreichen nach einem kurzen Gegenanstieg bereits das Bivaco Francesco Arcioni. Hier haben wir die Größe Gruppe dann eingeholt, besser wir sind aufgelaufen. Leider ist die Hütte unbewirtschaftet und doch lassen wir uns erneut zu einer Pause verleiten, futtern die Rucksäcke leer und lassen die große Klettersteig-Gruppe ziehen.
Nach gut 45 Minuten packen wir zusammen und wandern kurz hinüber nach Westen an die Chiesa di San Giovanni. Hier kann man, wenn man möchte auch noch einen vierten Klettersteig hinauf auf den Cima Rocco mitnehmen. Dazu hält mach sich vor der kleinen Kapelle rechts und folgt den Schildern Cima Rocco / Sentiero dei Camminamenti hinauf, was ~1 Std. und ~100 Hm zusätzlich bedeutet.
Für uns steht das nicht auf dem Plan und so steigen wir kurz vor der Kirche nach Links über ein Wiesenstück hinunter in das Wäldchen, folgen dem Sentiero attrezzato delle Laste über ein paar versicherte Felsstufen, Felsplatten, Rampen und Bänder hinunter auf den Senter dei Bech. Im Abstieg, kurz vor dem zusammentreffen mit dem Ziegenweg, haben wir dann die große Gruppe ein- und überholt. Mit so vielen Klettersteiglern zieht sich so eine Mannschaft doch beträchtlich auseinander und die Ersten müssen doch sehr häufig warten.
Nun zurück auf dem vom Aufstieg her bekanntem Weg zurück nach Biacesa die Ledro und an den Ausgangspunkt der heutigen Bergfahrt. Nach insgesamt knapp 5½ Stunden beenden wir eine für uns ideale Tour, die nicht zu lang, nicht zu schwer, gut abgesichert ist und eine herrliche Aussicht bietet!

Blick auf den Monte Baldo - Mai 2010
Monte Baldo-Cima Capi

Blick vom Gipfel ins Sarcatal, nach Riva und Torbole - Oktober 2022
Monte Baldo-Cima Capi

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:
- Forstwege und gute Bergpfade und Bergsteige
- gut gesicherte, einfache Klettersteige (max. B, meist A und A/B)
- Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit, einige rechts luftig Passagen 
- einigen Stellen etwas ausgesetzt
- Kondition für ~850 Hm und ca. 7 Km  

Ausrüstung:
- Klettersteig-Ausrüstung

Beste Jahreszeit:
April bis Ende Oktober