Zweitagestour Tuxer Alpen - Junssee, Geier, Ramsjoch
(2670 m, 2857 m, 2490 m) 06.-07.09.26
Der erste Tag beginnt noch gemütlich auf dem Weg zur Bergkäserei Stoankasern, bevor der Anstieg über die Toten Böden hinauf zum still gelegenen Junssee zunehmend alpiner wird. Nach einer verdienten Pause wartet mit dem steilen, schottrigen Steig zum Geier auf 2.857 m der erste Höhepunkt. Statt eines Gipfelkreuzes wacht hier ein metallener Vogel über ein Panorama, das von den Zillertaler und Tuxer Alpen bis zum Karwendel und den Stubaier Alpen reicht. Doch die Lizumer Hütte liegt noch ein gutes Stück entfernt – rund 1.450 Höhenmeter und ein langer Abstieg stecken am Abend in den Beinen.
Deutlich entspannter zeigt sich der zweite Tourentag: Über das Torjoch wandern wir durch weite Almböden zum traumhaft gelegenen Torsee, bevor mit Ramsjoch und Grüblspitze zwei weitere Aussichtsgipfel folgen. Technisch bleibt die Tour meist unschwierig, verlangt aber Kondition, Trittsicherheit und auf den steilen Geröll- und Grashängen volle Konzentration.
Eine großartige Zweitagestour mit stillen Bergseen, weiten Hochflächen und reichlich Gipfelglück.
Im Tal die Stoankasern und neben
dem flachen Geier der markante Lizumer Reckner.
Ausgangspunkt
Juns
Parkplatz Tuxer Mühle am Ortausgang
(ca. 1380 m)
Routenverlauf
Parkplatz – Tuxer Mühle – Stoankasern – Junssee – Geier – Lizumer Hütte – Torjoch – Torseen – Ramsjoch – Grübelspitze – Brandalm – Tuxer Mühle – Parkplatz
ca. 8¼ Std.
Tourenbeschreibung
Am 06.09.2026 starteten wir zu einer Zweitagestour mit einer Übernachtung auf der Lizumer Hütte durch die Tuxer-Alpen. Insgesamt ist die Tour technisch wenig anspruchsvoll und führt durch einen der schönsten Bereiche der Tuxer Alpen. Malerische Bergseen, weite Almflächen und zahlreiche Aussichtsgipfel sorgen für abwechslungsreiche Eindrücke und beeindruckende Panoramen. Unterschätzen sollte man die Bergtour dennoch nicht: Bereits am ersten Tag sind etwa 1.450 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen, weshalb eine gute Kondition und entsprechende Ausdauer erforderlich sind. Der steile und stellenweise sehr schottrige Abstieg zur Lizumer Hütte erfordert zum Schluss noch einmal unsere volle Konzentration.
Wir starten bereits aus 1390 m am kleinen Wanderparkplatz am südlichen Ortausgang von Juns bei der Tuxer Mühle. Diese konnten wir am Montag auf dem Rückweg in Aktion erleben und eine kurze Besichtigung lohnt sich auf jeden Fall – ein kleines Kulturgut aus dem Jahr 1839. Wir halten uns an der Beschilderung zur Bergkäserei Stoankasern, die letzte Bergkäserei des Zillertals. Vorbei an den letzten Häusern von Hang leitet der Weg weiter und führt hinein in einen schattigen Wald. Nachdem wir die Forststraße dreimal gequert haben, folgen wir bei der nächsten Querung dem sanft ansteigenden Fahrweg hinauf zur Stoankasernalm. Die weit hinaufreichenden grünen Hänge verleihen dem Tal einen ganz besonderen Charakter und wecken Erinnerungen an die Landschaft des Allgäus. An der Stoankasernalm angekommen, gönnen wir uns eine kleine Trinkpause und der Kuchen sieht sehr verlockend aus. Da wir noch einiges vor uns haben, verzichten wir aus die lecker Kalorien und setzen unsere Tour un Richtung Junssee und den Gipfel des Geier fort. Kurz bevor es über den Gebirgsbach geht, wurde für die Radler sogar ein eigener Abstellplatz geschaffen. Fragt sich wer hier geschützt wird, die Kühe oder die Radl 😉. Zum ersten Mal weißt uns ein Schild auf das Truppenübungsgelände Wattener Lizum hin, die markierten Wege nicht zu verlassen. Dieser Hinweis begleitet uns nun auf fast der gesamten Tour.
Weiter leitet uns der Steig über einige Geländestufen mit Blick auf das mächtige Massiv von Kalkwand und Torwand zu den sogenannten Toten Böden, einem herrlichen Aussichtsplateau. Bei der Weggabelung halten wir uns rechts und sehen bald eine steile, grasige Geländestufe, die wir in einigen Kehren überwinden. Der Weg zum Junssee ist immer gut beschildert, verlaufen kann man sich nicht wirklich. Nun wartet noch ein kleiner felsiger Anstieg mit einer kurzen Seilversicherung (die nicht wirklich gebraucht wird) und dann haben wir den Junssee auf 2690 m erreicht. Dort wartet auf uns eine gemütliche Bank mit herrlichem Ausblick über den See und auf die umliegende Bergwelt.
Wir gönnen uns eine Pause, genießen die Brotzeit und stärken uns für den steilen Anstieg hinauf zum Geier. Der Steig schaut von der Bank aus, sehr steil und schottrig aus und wir beobachten erstmal einen Bergsteiger der gerade auf dem Abstieg ist. Durchs zuschauen wir es nicht besser und wir machen uns erstmal auf zum Joch. Dort angekommen stellen wir fest, dass es von unten schlimmer aussah als es dann wirklich ist. Nachdem wir das Joch erreicht haben, zweigen wir links (südöstlich) ab und erreichen nach einigen Kehren und wenige Minuten später den Geier auf 2.857 m. Hier öffnet sich nun ein traumhafter 360°-Ausblick auf die umliegenden Gebirgsgruppen wie die Zillertaler und Tuxer Alpen, das Karwendel und die Stubaier Alpen. Ein Gipfelkreuz schmückt den Gipfel zwar nicht aber dafür ein aus Metall geformter Geier, mal etwas anderes. Nachdem wir die Aussicht zu allen Seiten fotografiert haben und die Zeit langsam drängt, machen wir uns an den Abstieg.
Zunächst steigen wir wieder ein Stück Richtung Joch hinab dort links halten den langen Weg hinab in Richtung Lizumer Hütte. Der Weg dorthin ist ebenfalls bestens ausgeschildert. Wir sind nun seit gut 7 Stunden unterwegs und der Abstieg wird langsam beschwerlich, stecken doch bereits 1450 Hm Anstieg rund 11 Km in den Knochen. In vielen steilen Kehren führt der Weg in Richtung der Lizumer Böden, dort sieht man bereits aus der Ferne die Ansammlung der Hütten und gefühlt dauert es noch viel zu lange bis wir endlich die Hütte um kurz vor 18.00 Uhr erreichen.
Der Hüttenwirt freut sich uns zu sehen und gibt uns ein viertel Stunde bevor es um 18.15 Uhr mit dem Abendessen weitergeht. Schnell ist das Lager bezogen, frische Kleidung, eine Katzenwäsche ist fix erledigt und wir sitzen pünktlich und hungrig am Tisch.
Nach einer sehr angenehmen und ruhigen Nacht (nicht immer selbstverständlich), geht es nach einem leckeren Frühstück ordentlich gestärkt und gutgelaunt an den zweiten Abschnitt unserer Rundtour. Dieser wird deutlich entspannter als der erste Tag.
Von der Hütte setzen wir die Tour Richtung Torjoch in Richtung Osten fort, auch hier ist wieder alles gut beschildert, einschließlich weiterer Hinweisschilder des Truppenübungsplatzes „bitte auf den Wegen zu bleiben“ da heute nicht scharf geschossen wird – Stand auf dem Schild bei der Hütte 😀.
Ein kurzes Stück wandern wir dabei auf einem etwas breiteren Weg, bevor er bei einer beschilderten Gabelung nach links abzweigt. Auf der ersten Anhöhe, einem buckeligen Almboden, halten wir uns rechts. Nach einem kurzweiligen Anstieg erreichen wir bald einen weiteren Almboden und danach geht es auch schon dem Torjoch entgegen, dabei erhebt sich links von uns die mächtige Graue Wand mit 2594 m. Vom Joch wandern wir über ein fast skandinavisch anmutendes Plateau weiter Richtung Torsee, den wir schon bald im Blick haben und was wir bereits auf der Hütte gehört haben stimmt, der Torsee ist und liegt in traumhaft schöner Landschaft. Auch hier lädt uns eine schöne "Tuxer Bank" zum Verweilen ein. Diese nutzen wir gerne und genießen einfach nur den gigantischen, schönen Ausblick. Von dort schaut es so aus, als ob der See zur hinteren Seite einfach den Hang runter kippen will. Einfach herrlich - am liebsten möchte man hier den ganzen Tag verbringen aber für uns geht noch ein Stück weiter.
Vom See weg halten wir uns rechts in Richtung Ramsjoch und Grüblspitze. Zuerst geht es angenehm durch Almgelände und schließlich steiler durch Stein und Geröll zum aussichtsreichen Ramsjoch hinauf. Dort ist das so genannte Stammgästekreuz mit einem tollen Blick auf den Hintertuxer Gletscher im Hintergrund aufgestellt. Vom Ramsjoch schlängeln wir uns nun über einen steilen Grashang hinab zum Zilljöchl. Hier ist bei Nässe auf diesem Wegstück unbedingt Vorsicht geboten und gegebenenfalls davon abzuraten diesen Weg abzusteigen. Vom Zilljöch aus, dauert es nicht mehr lange und wir haben die Grüblspitze auf erreicht. Die Grüblspitze ist heute gut besucht, da diese mit Hilfe der Eggalmbahn von Lanersbach aus schnell und einfach zu erreichen ist.
Wir überlegen kurz welchen Abstieg wir nehmen und da wir noch Zeit haben, entscheiden wir uns über die Brandalm abzusteigen. Über diese leitet uns der Weg direkt nach Juns. Wir folgen dem kleinen Holzschild am Gipfel, zu Anfang geht es wieder einen steilen Bergpfad, der sich in Kehren auf eine Almfläche hinab zieht. Dieser wird ab dort deutlich sanfter und nicht weniger steil. Zuletzt queren eine Fahrstraße mit ein paar kleinen Höfen und folgen dort der Beschilderung weiter hinab zur Brandalm. Dort angekommen lädt die kleine, gemütlichen Jausenstation mit traditioneller Tiroler Hausmannskost zur Rast. Da wir aber nicht wirklich hungrig sind lassen wir eine weitere Pause aus und wandern auf dem Weg Nr. 23 zunächst hinab in Richtung Juns (alternativ und weniger extra Hm via Weg Nr. 33 auf der Fahrstraße kurz bergan und weiter an die Tuxer Mühle). An der Verzweigung wählen wir den Weg Nr. 33 und folgen dem Pfad weiter durch die Weidefläche an eine Kehre der Fahrstraße. Auf diese nun weiter auf dem Anstiegsweg von gestern zurück in Richtung Juns und Tuxer Mühle. Kurz bevor wir den Ausgangspunkt der 2-tägigen Rundtour erreichen, zweigt nach rechts ein Weglein direkt an die Mühle, die heute geöffnet hat und in der auch noch, wie anno dazumal Korn zu Mehl verarbeitet wird.
nach der kurzen Besichtigung geht es zurück an den Abzweig und schon 5 Minuten später ist der Ausgangspunk am kleinen Parkplatz erreicht. Ein wenig stolz und sehr zufrieden, endet eine tolle, seht abwechslungsreiche und eindruckvolle Bergrundtour durch einen Teil der Tuxer Alpen. Wiederholung nicht ausgeschlossen!
Panorama vom Gipfel Geier nach Süden
Charakter / Schwierigkeit:
- schwere Bergtour
- wenig Forststraße, meist Bergwege und Bergpfade
- Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit hilfreich
- Kondition für ~2.300 Hm ↑↓ und ca. 28 km
an 2 Tagen
Tipp:
Wer die Strecke im Anstieg etwas abkürzen und die sich ~630 Höhenmeter bis nach Stoankasern sparen möchte,
kann vorab ein Tuxer-Wandertaxi buchen.
Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung
Beste Jahreszeit:
Mitte Mai bis Ende Oktober
Früh bzw. spät im Jahr die Schneelage beachten!
