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Große Klammspitze - Feigenkopf - Hischwang

(1924 m) 29.07.2018
Wer sich zeitig auf den Weg macht, kann eine ruhige, schöne und nicht allzu schwierige Bergtour in den Ammergauer Alpen erleben. Bis zum Brunnenkopfhäuser geht es eher unspektakulär auf einem alten Reiterpfad bergan. Danach wird es spannender und wir wandern über einen schmalen Bergpfad und über Schrofen hinauf zum Gipfel. Ein wenig "Handarbeit" ist auf den letzten Metern auch dabei. Nach dem Gipfel geht es dann teils recht spannend über den Klammspitzgrad, Feigenkopf und Hirschwang zurück zum Schloss Linderhof. Eine kurzweilige Bergtour mit phantastischer Rundumsicht auf die Ammergauer Gipfelwelt. Gipfel der Großen Klammspitze
Gipfelaufbau der Großen Klammspitze
 

Ausgangspunkt: 
Wanderparkplatz am Schloss Linderhof
(ca. 940 m, 3,50 Tg. Stand 2018)

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Routenverlauf: 
Parkplatz - Brunnenkopfhäuser - Große Klammspitze - Klammspitzgrad - Feigenkopf - Hirschwang - Bäckeralmsattel - Sägertal - Parkplatz

ca. 5½ Std. 
Tourenbeschreibung:
Der Wanderparkplatz am Schloss Linderhof ist noch leer und es sind jetzt gegen acht Uhr, nur wenige Menschen unterwegs. Wir starten am Ende des Parkplatzes und queren über eine Brücke den Dreisäuler Bach, halten uns danach rechts und wandern den gut beschilderten Weg in Richtung Brunnenkopfhäuser. Der Weg entspricht dem alten Reiterpfad und führt uns mäßig steil in vielen Serpentinen hinauf zu den Brunnenkopfhäuser. Von der Berghütte aus hat man bereits eine tolle Aussicht und wer mag, kann über einen kleinen Pfad in wenigen Minuten hinauf auf den Brunnenkopf steigen. Nach einer kurzen Rast an der Hütte, wandern wir an dieser in westliche Richtung vorbei und gelangen so hinein in das "Wintertal". Zu Beginn fällt der Pfad ein paar Meter hinab. Dabei wandern wir unterhalb der Brunnenköpfe vorbei und hinüber an den Fuß des Gipfelaufbaus der beiden Klammspitzen. Als der Weg deutlich steiler wird, queren wir unter der mächtigen Ostwand der Klammspitzen hinüber, drehen dabei südlich ein und steigen hinauf auf den Gipfelgrat. Hier ist es Stellenweise etwas bröselig und ein paar mal braucht es auch bereits die Hände.
Am Grat angelangt, deuten uns Markierungen sicher den Weg durch das steile Gelände hinauf in Richtung Gipfel. Der "Weg" dreht ab hier wieder nach Nordwesten. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind spätestens ab hier mehr als hilfreich, denn ab hier hat es immer wieder herrliche Tiefblicke. Es gilt nun immer mal die Hände zur Hilfe zu nehmen, um über die dicken Brocken und Felsstufen weiter hinauf zu gelangen. Erst kurz vor dem Gipfel lässt sich das Gipfelkreuz erspähen und dann ist es nicht mehr weit. Oben angelangt, folgt natürlich eine ordentliche Brotzeit, die wir heute bei bestem Wetter und toller Aussicht genießen können.
Eine knappe ¾ Stunde später brechen wir auf und steigen zunächst nach Westen auf den gut auszumachenden Weg in einen Sattel hinab. Auch hier muss man ab und an die Hände zur Unterstützung hernehmen aber richtig schwierig wird es nicht. Unter einem kleinen Aufschwung führt ein schmaler Saumpfad in den nächsten Sattel und weiter zum dritten. Aus allen Dreien hat man phantastische Tiefblicke in den Ochsenboden und den Trauchgauer Roßstall. Aus dem letzten Sattel zieht der Pfad deutlich steil hinauf und man darf wieder ein wenig kraxeln. Auf der anderen Seite führt der Pfad erneut in leichtem Auf- und Ab zum Feigenkopf hinüber. Es folgen weitere kraxelige Stellen, Gehstücke und auch ein kurzer seil- und kettenversicherter Aufschwung bevor wir über einen Wiesenpfad den Feigenkopf erreichen. Der Feigenkopf hat kein Kreuz und weil wir ja erst eine Pause hatten ziehen wir ohne nennenswerte Höhenänderung, auf gut erkennbarem Pfad weiter nach Westen hinüber zum Hirschwang.
An dessen Gipfel stecken noch sehr alte Stangen, auch die Wegmarkierungen weiter hinunter auf die sichtbare Almfläche im Südwesten sind in dieser Art markiert und leiten uns hinunter, kurz durch ein Wäldchen zu einem Wegekreuz. Nach Rechts gelangt man von hier auf den Grubenkopf. Wir wandern jedoch weiter geradeaus und vorbei an einer kleinen Hütte. Der Pfad fällt zunächst nur leicht und fällt dann immer steiler werdend hinunter in den Bäckeralmsattel. Auch hier ist eine Stelle mit Drahtseilen versichert und große Steinstufen entschärfen den Abstieg.
Im Bäckeralmsattel steht ein Historischer Grenzstein (laut Schild von 1517). Dort halten wir uns links und wandern nach Westen ins Sägertal hinunter bis wir auf ca 1260 m auf einen breiter werdenden alten Forstweg treffen. Hier unbedingt dem breiten Weg in Richtung Linderhof abwärts folgen. Nun bleiben wir auf diesem Weg, der nach und nach zu einer richtigen Forststraße wird und wandern, den Sägertalbach zweimal querend abwärts. So geht es eine knappe dreiviertel Stunde dahin, bis wir die nächste Verzweigung nach rechts ignorieren und bei der kurz darauf folgenden Gabelung uns nach Links orientieren. Nun noch eine halbe Stunde auf diesem Weg, dann ist der Startpunkt am Schloss Linderhof wieder erreicht.
Der Abstieg ab dem Bäckeralmsattel, spätestens jedoch ab dem Einstieg auf den Forstweg, ist der einzige Wermutstropfen bei dieser Bergtour - zieht sich die Runde hier doch gefühlt sehr in die Länge. Dennoch ist diese Runde für den ambitionierten Bergwanderer ein tolles Erlebnis.

Blick von der Klammspitze nach Norden
Klammspitze


zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit: 
- einfache bis mittelschwere Bergwanderung
- Gipfelanstieg und Klammspitzgrat Kraxlelei bis I
- ab den Brunnenkopfhäusern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
- Kondition für ca. 1180 Hm
- Länge: ca. 16 Km

Ausrüstung: 
- normale Bergwanderausrüstung

Beste Jahreszeit:
Ende Mai bis Anfang November

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