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Über den Westgrat auf den Guffert

(Westgipfel, 2180 m - Hauptgipfel, 2194 m) xx.xx.17
Von Steinberg geht es auf teilweise steilen und schrofigem Bergpfad hinauf. Es ist ratsam an sehr warmen Tagen früh zu starten, um der Hitze in den südseitigen Latschenhängen ein wenig zu entgehen. Auch ohne Einkehrmöglichkeit ist die Besteigung des Guffert ein lohnendes Gipfelziel am Nordrand des Rofangebirges.

Guffert von Steinberg aus gesehen
Auf dem Weg vom Cima Nara zum Cima al Bal

 

Ausgangspunkt:
Steinberg am Rofan
Parkplatz beim "Waldhäusl"
(ca. 1000 m, Gebührenpflichtig: 3,00 €/Stand 2016)

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Routenverlauf:
Parkplatz - Waldhäusl - Punkt 1765 - Westgrat - Guffert-Westgipfel - Guffert-Hauptgipfel - Waldhäusl - Parkplatz

ca. 8 Std.
Tourenbeschreibung:
Bei schönstem Wetter geht es um 9.30 los in Richtung Guffert-Bärenwaldweg. Der Weg schlängelt sich, mal mehr mal weniger steil, erst durch waldiges Gelände, dann, nach einigen kleinen Geröllfeldern, durch dichte Latschen nach oben. Zum Glück weht immer ein leichter Wind, sodass die Hitze sich nicht so stauen kann. Zwischendurch kann man immer wieder tolle Blicke auf die umliegenden Berge erhaschen.
Den Gipfel des Guffert kann man erst sehr spät erkennen, wird er doch vorerst von dem davor liegenden Buckel verdeckt. Von den Latschen geht es nun in felsiges Gelände über. An einer Gabelung geht es weiter in Richtung Gipfel (rechts würde man in ca. 10 Min zur Schmidt-Quelle gelangen). Der Anstieg zur Guffert-Spitze zieht noch einmal kräftig an. Direkt unterhalb des Gipfels befinden sich einige Sicherungsseile, die allerdings für Geübte eher überflüssig sind. Außerdem finde ich sie nicht besonders vertrauenserweckend. Trotz des Wochentages herrscht hier oben reger Betrieb, sodass die Gipfelrast doch nicht ganz so ausgiebig ausfällt. Schnell ein paar herrliche Rundumblicke auf Unnütz, Karwendel, Wetterstein, Kaiser, Blauberge, Mangfallgebirge etc. genossen, und schon geht's wieder abwärts.
Als Abstiegsweg wähle ich die Variante über die Luxeckalm. An der Gabelung unterhalb des Gipfelaufbaus folge ich also dem Weg Richtung Schmidt-Quelle/Steinberg über Luxeck. Nach der Quelle erwartet mich ein leichter Gegenanstieg zum Guffertstein. Der Weg ist nur noch ein sehr schmaler Pfad. Hier oben gibt es auch noch die Möglichkeit, die Tour über Issalm bzw. Untere Bergalm mit einer langen Umrundung des Massivs zu beenden. Dies ist mir aber eindeutig zu lang, weshalb ich dem Weg nach Süden vorbei an der verfallenen Luxeckalm folge.
Der Weg schlängelt sich nun anfangs in vielen Kehren, später eher knieunfreundlich steil durch die Latschen nach unten. Durch die Sonne und die damit aufgestaute Hitze wird es schon mächtig warm. Weiter unten wird es dann im Wald etwas angenehmer, zumindest von der Temperatur her, der Weg bleibt steil. Kurz bevor der Weg auf die Straße trifft, führt ein Wegweiser nach rechts über den Bärenwaldweg zurück direkt zum Ausgangspunkt.

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Vom Gipfel reicht der Ausblick über die Bayerischen Voralpen, das Rofangebirge, Wettersteingebirge und Karwendel bis in die östlichen Zentralalpen zwischen Stubaier Alpen und Hohen Tauern sowie zum Kaisergebirge im Osten.

Guffert Westgrat: 500 Hm, 2 Stellen III, meist I-II und Gehgelände, an den schweren Stellen stecken Bohrhaken, 1x 25m abseilen, gesamt 1300 Hm inkl. kleiner Gegenanstiege;

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Schräg links etwa 5 m über eine Wandstufe (2) auf den Grat, durch Latschen kurz aufwärts und den Steigspuren folgend, teilweise Steinmarkierung, stets am Grat weiter. Ein Ausqueren nach links ist unlohnend. Über eine erste plattige Wandstufe empor (2), dann am Grat weiter zum nächsten Aufschwung (Sanduhr). Die seichte Rinne in sehr gutem Fels aufwärts (2), nach 55 m Standmöglichkeit bei einem dicken Latschenast. Weiter am Grat, zunehmend luftig, über eine schöne Platte (1 H), Stellen bis etwa 2+, zu Stand bei Felsblöcken (Klemmkeilsicherung möglich, 45 m). 60 m aufwärts zum großen Steilaufschwung, Stand an gebohrtem RH. Die direkte Variante führt zuerst leicht rechts, dann gerade über die steilen Platten aufwärts, 2 x je 25 m, 6- und 4, gebohrte Stand- und Zwischenhaken. Leichter geht es über links, indem man vom Standplatz links aufwärts steigt, in eine grasige Nische gelangt und auf luftiger, glatter Platte nach links quert, 2 gebohrte ZH, 3, eventuell 3+. Weiter in der anschließenden Schrofenrinne (1) zu Stand an Latschenästen, etwa 45 m.
Die von Latschen und grasigen Schrofen gekennzeichnete breite Rinne weiter aufwärts (Gehgelände, kurze Stellen 1) bis man wieder auf den Grat hinaussteigen kann. Von rechts kommt die direkte Variante herauf. Am Grat weiter, links durch eine kurze Schuttrinne und leicht überhängend 2 m (3) auf den Hauptgrat (kann links tiefer unten umgangen werden). Einige Meter bergab (1), dann unschwierig über den hier breiten Gratrücken über Gras und steile Schrofen im Gehgelände bzw. stellenweise 1 bis an den Fuß des nächsten Aufschwunges (etwa 150 m).
Über eine kurze Stufe (2) zum gebohrten Ringhaken. Schräg rechts hinaus über kleingriffigen Fels (ZH, 3+), dann links durch eine kurze Schuttrinne und nach rechts zu Standplatz auf kleinem Absatz, 40 m (gebohrter RH). Am Grat etwa 15 m aufwärts, an einem weiteren Standplatz mit RH vorbei und über leichtes Gelände, kurz bergab zum nächsten kurzen Steilaufschwung. In einem verschneidungsartigen Riss etwa 10 m empor (3, dann 2) und am Grat weiter zu Stand (Block). Auf dem nun unschwierigen Grat zu einer Verschmälerung, die im Reitsitz sehr luftig überwunden wird (Stelle 2). Nördlich des Grates auf einem Schuttsteiglein den folgenden Aufschwung umgehen, dann am Grat über leichte Felsstufen (2, meist 1, zuletzt Gehgelände) auf den Westgipfel.
ÜBERGANG ZUM HAUPTGIPFEL:
Weiter am Grat Richtung Hauptgipfel, an einem Felstor vorbei, auf Steigspuren und über kleine Stufen (1-) im Abstiegssinn schräg rechts abwärts auf eine ebene Rasenstelle am Grat. Wo der Grat steil abzusinken beginnt und sich verschmälert, steigt man ausgesetzt wenige Meter ab zum gebohrten Abseilhaken. 25 m nach Süden abseilen auf ein Band zu Bohrhaken. Hierher auch ohne Abseilen, indem man noch vor der ebenen Rasenstelle rechts haltend auf einer grasigen Rippe etwa 50 m absteigt zum Beginn des Bandes. Das Band wird von einer Platte unterbrochen. Über diese 4 m queren, dabei nicht zu tief halten (4-), sondern am oberen Rand (3, zwei H) und zum Stand hinüber (gebohrter Ringhaken). Weiter auf dem unschwierigen Grat und entweder direkt über den Grat zum Hauptgipfel (etwa 3 SL, 2, nicht ganz fester Fels). Man kann auch auf Steigspuren über Bänder den Gipfelaufbau rechts umgehen, um die Südkante herum und zu den Sicherungen des Normalweges queren. In wenigen Minuten zum Gipfel.

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Panoramabild vom Guffert
Rofan - Karwendel - Wetterstein und direkt davor der Unnütz

Panoramablick vom Guffert

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Charakter / Schwierigkeit: 
- Technisch nicht besonders schwierig
- Ausdauer und Trittsicherheit sollten vorhanden sein
- Schwindelfreiheit für den Gipfel

Beste Jahreszeit:
ende Mai bis Ende Oktober