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Hennenkopf und Laubeneck

(1768 m / 1758 m) 04.10.2020

Von Schloss Linderhof wandern wir auf bequemen, doch recht steilen Forstweg und schmalen Pfaden auf einen tollen meist ruhigen Aussichtsberg in den Ammergauer Alpen. Vom vorbeiziehenden Maximiliansweg steigen nur wenige Wanderer zu den Gipfeln herauf und marschieren einfach vorbei.
Wenn auch der Start sehr einfach ist, wird diese Überschreitung hin zu den Pürschlinghäusern mit Betreten des Bergsteigs deutlich anspruchsvoller. In den Gipfelbereichen von Hennenkopf, Laubeneck und Teufelstättkopf ist auch die Schwindelfreiheit mehr als hilfreich. Trittsicherheit versteht sich von selbst auf dieser aussichtsreichen Bergtour.

Am Hennenkopf
Der Hennenkopf.

Ausgangspunkt
Graswang
Parkplatz "Schloss Linderhof"
(ca. 960 m, 2,50 €/Tg., Stand 2020)

Routenverlauf
Parkplatz - Abzweig vor der Brunnenkopfhütte - Hennenkopf - Laubeneck - Teufelstättkopf - Pürschling / August-Schuster-Haus - Linderwald - Parkplatz

ca. 6 ¼ Std.
Tourenbeschreibung
Nachdem die Bergstiefel geschnürt und der Rucksack auf dem Rücken ist, starten wir am großen Parkplatz beim Schloss Linderhof die Bergrundtour hinauf zum Hennenkopf und Laubeneck. Weiter geht´s zum Teufelstättkopf und über die Pürschlinghäuser und den Linderwald zurück.
Zunächst wandern wir der Forststraße folgend nach Norden am Dreisäuler Bach entlang und verlassen den Parkplatz. An der kommenden Weggabelung gehen wir schräg nach rechts hinauf (Ww. "Brunnenkopf, Klammspitze, Pürschling") und queren über eine Holzbrücke den Dreisäuler Bach. Nun weiter geradeaus dem Bachlauf folgen, den kommenden Abzweig zum Pürschling einfach rechts liegen lassen und weiter geradeaus auf dem breiten Weg bleiben. Etwas später queren wir den Dreisäuler Bach erneut und folgen dem holpriger werdenden Forstweg -moderat ansteigend- bergauf. Nach fünf Minuten kommen wir zu einer Kreuzung, queren den breiten Forstweg und wandern diesen aufwärts (Wegweiser "Nr. 231) in Richtung Brunnenkopf. Der nun wieder komfortable Weg zieht nun in acht Spitzkehren, längeren geraden Abschnitten und mal mehr, mal weniger steil weiter aufwärts. Bei einem Abzweig nach rechts auf ca. 1540 m verlassen wir die Forststraße (Ww. Maximiliansweg, Pürschling, Hennenkopf, Laubeneck) und steigen in die Südseite des Dreisäuler Kopf. Unter diesem zieht der schmale Pfad nun nach Osten durch lichten Wald hindurch und leitet uns in leichtem Auf und Ab auf ein freieres Geländestück. Bei ca. 1600 m erreichen wir ein Wegedreieck. Geradeaus erreicht man in vielen leichten Auf und Ab später das Pürschlinghaus und wandert dabei unterhalb unserer Gipfel immer auf der Südseite des Höhenzuges entlang. Da wir aber zu den Gipfeln hinauf möchten, geht es für uns an dieser Stelle scharf links herum und nach Norden hinauf. Steil steigt der Pfad nun an und mit der warmen Sonne im Rücken ist das Ganze recht schweißtreibend. Kurze Zeit später leitet der Weg wieder in östlicher Richtung und für ein kurzes Stück über einen sich verengenden Kamm. Nach diesem kurzen Gratstück bringt uns der Weg zurück auf die Südseite des Kammes und nach und nach taucht vor uns nun der Gipfel des Hennenkopfs auf. Zuletzt queren wir die grasige Südflanke des Kammes und bei einer Baumgruppe den Abzweig zum Hennenkopf (kein Wegweiser, nur Trittspuren und eine alte, verwaschene Markierung). Hat man den Wegweiser zum August-Schuster-Haus im Blick, ist der Einstieg zum Gipfelweg verpasst und man muss umdrehen.
Über einen undeutlichen Steig, geht es nun zwischen ein paar Felsblöcken hindurch - die "Schmalen" sind hierbei etwas im Vorteil. Weiter durch einen kleinen, steinigen Kessel und nördlich unter dem Gipfelaufbau hindurch in die Nordseite. Etwas weiter Links zieht nun ein steiniger Pfad nach Süden hinauf zum Gipfel, wer es kraxeliger mag hält sich an die kurze Schuttrinne (sehr bröselig). Zuletzt zieht ein Pfad durch die Latschen, dann stehen wir am Gipfelkreuz und haben die oft beschriebene tolle Aussicht. Am Gipfel selbst ist´s recht luftig, bricht der Hennenkopf nach Süden hin fast senkrecht ab. Von hier haben wir auch unseren weiteren Weg über den Kammverlauf zu Laubeneck und Teufelstättkopf im Blick. In der Ferne spickeln wir ins Estergebirge, im Süden auf die Zugspitze und östlich über das Graswangtal auf Kreuzspitze, Scheinbergspitze, Hochplatte und Klammspitze. Wir suchen uns ein Platzerl mit Blick auf Schloss Linderhof und verputzen genüsslich unsere Brotzeit.
Nach der Pause kraxeln wir kurz über den Anstiegsweg zurück und hinunter an den letzten Abzweig. Dort marschieren wir links herum und queren die Südseite des Hennenkopfs (Ww. August-Schuster-Haus). Über einen breiten, grasigen Bergrücken wandern wir auf das Laubeneck zu. Dabei lassen wir einige Höhenmeter liegen und erreichen kurz vor dem Laubeneck ein Latschenfeld. Eine Latschengasse leitet uns wenige Meter hinauf zu einer Felswand. Nun heißt es aufpassen! Noch vor der Wand, die sich links von uns befindet, verlassen wir den Weg nach links und steigen über eine kleine Rinne hinauf an einen Grat (nur ein kleines Steinmandl) und wechseln auf die andere (nördliche) Seite des Laubenecks. Nun auf die Laubeneck-Nordseite nordöstlich weiter durch die Latschengasse. Nun kann man nach etwa 10 Minuten rechter Hand einen Grashang, der bis zum Gipfelgrat hinauf reicht und weiter weglos zum Gipfelgrat geht hinaufsteigen. Trittspuren führen direkt am Grat bis zum Gipfelkreuz (bei Nässe und schlechter Sicht ist von dieser Variante abzuraten). Oder man folgt dem Pfad weiter nordostwärts und erreicht wenige Minuten nach diesem Abzweig rechter Hand bei einem kleinen Steinmann Pfadspuren, die nach rechts den Hang hinaufführen (ca. 10 Minuten bis zum Gipfel). Von hier aus hat man auch den Teufelstättkopf und direkt über sich das Gipfelkreuz des Laubenecks.
Den Gipfel lassen wir aus und wandern kurz in östlicher Richtung. Bald dreht der Weg nach Südosten ein und führt uns über eine sandige, schrofige und steile Geländestufen bergab. Danach queren wir die Ostwand des Laubenecks und steigen auf den anderen Seite relativ steil in die Einsattelung südlich des Teufelstättkopf auf. Von weiten sehen wir bereits, dass der Teufelstättkopf zu einem sehr beliebten Gipfelziel gehört – es ist bumperl voll- und so entscheiden wir uns für den direkten Abstieg hinunter an die Pürschlinghäuser. Über einen stark erodierten Pfad teils steil bergab und einfach hinunter an das August-Schuster-Haus, das direkt auf dem Pürschling thront.
Für die letzte Etappe -der Abstieg- schlüpfen wir von der Hütten-Terrasse zwischen zwei Holzhütten hindurch in Richtung Linderhof, Brunnenkopfhütte (Ww.). Zunächst verläuft der Weg nahezu eben entlang eines Zauns. Später quert er in eine steile grasige Flanke hinein und leitet uns in einigem Auf und Ab auf einem teils ruppigen und an einem Graben erst kürzlich repariertem Bergpfad nach Westen. Nach etwa 15 Minuten erreichen wir den beschilderten Abzweig nach Linderhof. Dort biegen wir links ab und folgen dem holprigen Pfad steil bergab. Nach einer weiteren guten dreiviertel Stunde mündet der teils wildromantische Pfad in einen Forstweg. Hier kurz nach rechts und gleich wieder nach links einem deutlichen Wegweiser nach Linderhof folgend. Etwas später das gleiche Spiel: rauf auf einen Forstweg und kurz drauf wieder nach links hinunter und weiter dem Schloss entgegen. Nun wird der kleine Waldpfad wieder etwas ruppiger, doch immer gut zu gehen. Im weiteren Verlauf lassen wir ein großes Gatter links liegen, wandern am Zaun entlang, dann kurz, steiler hinunter an den Dreisäuler Bach, diesen queren und auf bekanntem Aufstiegsweg nach links talaus und zurück zum Ausgangspunkt der heutigen Bergfahrt. Dort beenden wir wiedermal eine schöne und sehr aussichtsreiche Bergtour.

 

Talblick vom Hennenkopf auf Schloss Linderhof
Herzogstand - Heimgarten

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:
- Forststraße, Wanderweg und meist guter Bergsteig 
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich (vor allem für die Gipfel)
- Kondition für ~1.100 Hm und ca. 14 Km  

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung

Beste Jahreszeit:
Mitte Mai bis Ende Oktober