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Hinteres Sonnwendjoch

(1986 m) 08.10.05 / 22.07.19
Vom Wanderparkplatz in Valepp führt eine selten begangene und spärlich gekennzeichnete Bergwanderung meist sehr steil hinauf zum Hinteren Sonnwendjoch. Der Gipfel ist der höchste Berg des Mangfallgebirges und liegt bereits in Tirol.
Meist ist man bis zur Bärenbadalm allein unterwegs und trifft erst spät auf die Massen, die von der Ackernalm (bequem mit dem Auto über eine Mautstraße erreichbar) aufsteigen. Wer rund 16 Km Weg und ca. 1400 Hm nicht scheut und unter der Woche Zeit hat, kann eine einsame und aussichtsreiche Bergtour erleben.

Gipfel Hinteres Sonnwendjoch
Schlussanstieg Hinteres Sonnenwendjoch

 

Ausgangspunkt: 
Wanderparkplatz in der Valepp
(ca. 870 m, 6 € Mautgebühr, Stand 2019)

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Routenverlauf:
Parkplatz Valepp - Forsthaus Valepp (geschlossen) - Ochsenalm - Bärenbadalm - Hinteres Sonnwendjoch - Bärenbadalm - Ochsenalm - Parkplatz

ca. 7½ Std. 
Tourenbeschreibung:
Beim Zusammenfluss von Roter und Weißer Valepp starten wir am Wanderparkplatz in Richtung Süden die heutige Bergtour. Zunächst wandern wir auf der asphaltierten Straße an das historische und denkmalgeschütze Bayerische Forsthaus Valepp. Das 1841 erbaute Forsthaus diente lange Zeit als Gasthaus, ist jedoch schon einige Jahre geschlossen und 2019 stand wohl fest, das eine Sanierung geplant ist, doch ein Eröffnungstermin vom Forsthaus Valeppalm gibt es noch nicht. Schade, ist die Lage am Ende einer Tour doch perfekt für einen Einkehrschwung. 2019 gab es einen Imbisswagen, der an schönen Wochenenden geöffnet haben soll, wir waren jedoch an einem Montag unterwegs und so war zu. Unser Weg führt am Forsthaus vorbei weiter nach Süden auf einen gut ausgebauten Wirtschaftsweg hinüber zur Ochsenalm. Kurz in einer steilen Kehre hinauf und danach wieder flacher an der Ochsenalm vorbei. An der Weggabelung vor dem Enzenbach halten wir uns rechts. Nach etwa einem Kilometer erneut nach rechst abbiegen, den Enzenbach bei der Brücke queren und erneut rechts ab. Der nächste Abzweig nach rechts führt zur Malerschlagjagdhütte und Reichensteinalm (Schilder weisen den Weg zur Erzherzog-Johan-Klause), die wir aber nicht besuchen wollen. Wir wandern weiter geradeaus und folgen dem Wegweiser Hinteres Sonnwendjoch. Der gut ausgebaute Weg endet und mündet in einen schmalen Pfad, der uns in den Wald hinein bringt. Schnell wechselt das gemütliche Gehen in einen schweißtreibenden Aufstieg und so ziehen wir in unzähligen, teils engen Kehren zügig und zunächst in südöstliche Richtung hinauf unter das Bärenjoch. Auf ca. 1350 m dreht der Weg nach Südenwesten und führt uns mit wenig Höhengewinn um das Bärenjoch herum auf die Südseite. Nun nochmals steiler kurz hinauf und dann flach und leicht fallend nach Osten hinüber zur unbewirtschafteten Bärenbadalm.
Bei der Alm treffen wir auf eine asphaltierte Straße, die aus dem Tal bzw. von der Ackernalm herauf zieht. Dieser nicht folgend halten wir uns an der Verzweigung kurz geradeaus, um sogleich nach rechst auf einem geschotterten Wirtschaftsweg vor der Kajetanhütte weiter aufzusteigen. Auch hier ist die Beschilderung eindeutig. Im weiteren Verlauf queren wir den Äußeren Saumoosgraben und erreichen bald das Wegende. Ab da steigen wir auf einem guten Bergpfad durch Almwiesen, vorbei an den letzten Tannen und entlang an einigen Latschen weiter in Richtung Nordosten hinauf auf das Hintere Sonnwendjoch. Bis kurz vor dem Gipfel geht es über den immer schottriger werdenden Pfad recht garch bergan. Auf rund 1880 m treffen wir auf den von der Ackernalm heraufkommenden, breiteren und mit Stufen für die Massen besser gehbar hergerichteten Weg. Auf diesem nun fast doppelt so breiten Weg wie bisher geht es die letzten Meter hinauf ans Gipfelkreuz. Doch kurz vor dem Gipfel wird der Weg nochmal kurz rassig und erfordert wieder Trittsicherheit.
Das Hintere Sonnwendjoch wird meist über den deutlich kürzeren Anstieg von der Ackernalm aus bestiegen und ist an schönen Tagen, vor allem am Wochenende meist sehr stark besucht. Doch heuet haben wir Glück und teilen uns den Gipfel nur mit ein paar wenigen Wanderern. So lässt sich die Gipfelpause mit Brotzeit dann auch genießen. Die Aussicht ist auch von diesem nicht all zu hohen Gipfel sehr beeindruckend und entschädigt für die Mühen im Aufstieg.
Nach einer dreiviertel Stunde packen wir unsere Sachen zusammen und machen uns auf dem Herweg an den Abstieg. Dabei steigen wir zunächst auf dem breiteren Weg hinab und biegen am Abzweig auf rund 1880 m wieder auf den schmalen, schottrigen und unwegsamen Pfad ab. Erneut wandern wir an der Bärenbadalm vorbei und auf dem Steig zurück und hinab in die Valepp. Nach insgesamt sechseinhalb Stunden erreichen wir erneut das Forsthaus Valeppalm - jetzt wäre ein Einkehrschwung und ein Kaltgetränkt genau das Richtige, schade, dass hier zu ist. Wir sind gespannt wann das Forsthaus saniert und wieder eröffnet wird. Von hier nun in wenigen Minuten zurück zum Parkplatz. Dort endet eine lange und schöne Bergfahrt mitten im Mangfallgebirge und zusammenfassend gesagt: Eine schöne Tour mit toller Aussicht über das Mangfallgebirge. Sie sei jedem, der gerne auf wenig stark begangenen Routen -bis auf den Gipfel- wandern möchten wärmsten empfohlen.


Am Gipfel Hinteres Sonnwendjoch
Gipfel Hinteres Sonnwendjoch

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:  
- mittelschwere Bergtour 
-Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit erforderlich
- lange Bergtour ohne Einkehr am Weg
- Kondition für ca. 16 Km Weg und ~1.400 Hm (incl. Gegenanstiege)

Ausrüstung: 
- Bergtourenausrüstung

Beste Jahreszeit:
Ende Mai bis Ende Oktober

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