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Hochplatte, Haberspitz und Friedenrath

(1568 m, 1431 m, 1432 m) 08.05.22 / 13.11.22


In den Chiemgauer Alpen über dem Achental verbinden wir die drei Gipfel von Hochplatte, Haberspitz und Friedenrath zu einer schönen Rundtour. Über Forststraßen, einen einsamen Bergpfad und einen weiteren weniger begangenen Bergsteig erreichen wir abwechslungs- und aussichtsreich mit der Hochplatte den ersten Gipfel. Der Zweite die Haberspitz ist eher ein im Wald versteckter Buckel und am dritten Gipfel (Friedenrath) erwartet uns spannendes, wurzliges Gelände und sogar ein wenig Kraxelei. Imposant ist der felsige, kleine Gipfelaufbau am Friedenrath, den ein weithin sichtbares Kreuz ziert. Der eigentliche Gipfel liegt ein paar Meter zurück und besitz kein Kreuz.
Der Blick vom ersten und dritten Gipfel den auf die viel besuchte Kampenwand im Westen ist für uns ungewohnt. Wie die meisten kennt man sie nur von der Nordseite her.
Im Abstieg steigen wir zunächst sehr steil über einen fast vergessenen Steig hinab. Im weiteren Verlauf leiten uns Bergwege, Forstwege an die Staffnalm und zuletzt über die ausgebaute Forststraße zurück zum Parkplatz der Hochplattenbahn.

Am Friedenrath
Friedenrath

Ausgangspunkt
Marquardtstein, OT Niedernfels
Wanderparkplatz Hochplattenbahn
(ca. 598 m)

Routenverlauf
Parkplatz - Hausleiten - Hausleitensteig - Zwölferspitz - Ostkamm - Hochplatte - Haberspitz - Friedenrath - Staffnalm - Tennbodenbach - Rossbarmgraben - Parkplatz

ca. 4 ¾ Std.
Tourenbeschreibung I
Für die geplante Bergfahrt über Hochplatte, Haberspitz zum Friedenrath waren die Wetterprognosen nicht die besten, doch es sollte weitestgehend trocken bleiben und im Laufe des Tages freundlicher werden. So sind wir nicht all zu früh am großen Wanderparkplatz an der Hochplattenbahn in Niedernfels kurz der Straße am Parkplatz vorbei und bis an den Holzlagerplatz zur linken Seite in Richtung Hochplatte, Staffnalm gewandert. Dort haben wir uns wegen des noch ziemlich nassen Gebüschs nicht auf den dort nach links abgehenden Saumpfad begeben, sonder sind umgedreht und zurück an die Kreuzung und der Beschilderung in Richtung Kaiserblick nach Süden über einen schottrigen Forstweg eingeschlagen. Am ersten Abzweig halten wir uns rechts und wandern zunächst östlich, dann nach Süden zurückdrehend auf der Forststraße an eine größere Kreuzung. Dort leiten Schilder unter anderem weiter zum Kaiserblick, Piesenhausen und Vogllug. Hier verlassen wir die Straße, nehmen den nach Westen ansteigenden Bergweg in den Wald hinein und wandern nun auf dem Hausleitensteig empor. In mäßiger Steigung treffen wir nahezu unbemerkt auf den von rechts heraufziehenden Pfad den wir ursprünglich für den Aufstieg nehmen wollten (etwa auf 740 m). Noch leitet der Weg relativ bequem, doch vom Regen stark aufgeweicht weiter durch den lichten Wald aufwärts. Die Steigung nimmt, wie der Dunst, nach und nach zu. Vorbei an einem markanten und markiertem Felsblock, der quasi mitten auf dem Weg liegt, leitet der Pfad durch gerölliges und wurzliges Gelände. Es klart auf und die Hoffnung auf Wetterverbesserung steigt. So zieht der Pfad allmählich schmaler werdend weiter durch den lichter werdenden Wald, knickt auf etwa 890 m scharf nach rechts, steil hinauf und leitet uns in einigen Serpentinen durch das steile Wald-/Wiesengelände. An der Verzweigung (ca. 1090m) links hinauf (wer mag geht rechts und kann dabei die Hausleite auch noch mitnehmen - was ~30 Hm mehr bedeutet). Weiter in kleineren Spitzkehren nun auf den Rücken zwischen Hausleite und Zwölferspitze. Dort scharf links herum und weiter auf den gut sichtbaren Bergpfad bergan. Mittlerweile hat uns der Dunst der Wolken wieder eingefangen und die Aussicht ist mehr als eingeschränkt. So ziehen wir dem Weg folgend weiter hinauf halten uns an der nicht ganz einfach zu erkennenden Abzweigung auf ca. 1325 m leicht links und folgen dem logischen Weg durch die Lücken im Wald auf den Zwölferspitz (von dem ist jedoch nicht viel zu sehen). Etwa 50 Hm später stehen wir an einer Felskante. Von hier hätte man bei Sicht eine tolle Aussicht auf die vier Felsklötze Spitzwand, Breitwand, Zwillings wand und Teufelstein und hinunter ins Achental. Doch heute beträgt die Sichtweite keine 20 Meter, also weiter der Hochplatte nach Westen entgegen. Am Übergang vom Wald in die Latschenzone zeugen Schneereste vom vergangenen Winter, doch viel ist es nicht mehr, dafür lässt der Sprühregen die Latschen ordentlich tropfen. So steigen wir die letzten Hm dem plötzlich vor uns aus der Nebelsuppe auftauchenden Gipfelkreuz entgegen. Bei normalen Bedingungen kann man vom Gipfel der Hochplatte vom Watzmann in den Berchtesgadener Alpen über Leoganger und Loferer Steinberge bis zum Kaisergebirge und viel weiter blicken. Schade, da müssen wir nochmal wiederkommen. Kurz einen warmen Tee, dann ziehen wir bereits nach Norden den nächsten beiden Gipfeln entgegen.
Erneut leitet nun der Bergweg durch die Latschen, diesmal nur hinunter. Es ist unangenehm rutschig und batzig, zudem läuft das Wasser in regelrechten Rinnen den Weg hinab, so dass sich die spätere Hosenwäsche auf jeden Fall rentiert. Vorbei an einer Lichtung geht es nochmal kurz in den Wald, dann erreichen wir den Sattel vor der Haberspitz, queren die Almstraße und erkennen erst mitten auf der Wiese in Richtung Haberspitz aufsteigend, ein hölzernes Materl. Dahinter verschwindet ein schmaler Pfad in den Wald und damit hat man die Haberspitz bereits erklommen. Wald, dichter Nebel, keine Sicht - wir sind auch schnell wieder weg. Zurück auf der Almstraße halten wir uns rechts (von der Hochplatte aus gesehen links) und wandern kurz die Schotterstraße nach Südwesten. Nach einer Rechtskehre leitet ein Bergweg scharf nach rechts abknickend und quer durch die Weide- bzw. Almfläche nach Nordosten. Auf dem Weg geht es nun wieder ~ 30 Hm bergan und parallel zur Weide weiter auf ein flaches Wegstück. Kurz durch ein Gatterl und weiter in Nördliche Richtung hinab in einen Sattel und eine kleine Lichtung. Aus dem Sattel leiten deutliche Pfadspuren, nach einem grünen Hügel mit einem kleinen Steinmandl, aufwärts. bzw. rechts hinab. Der rechte Weg leitet um den Friedenrath herum und hinunter in Richtung Staffnalm (keine Wegweiser). Wir steigen im Dunst weiter dem linken Pfad folgend hinauf. Die Steigspuren deuten dabei auf einen wenig begangenen Bergpfad hin. Über viele Wurzeln, einigen felsige Passagen geht es weiter nach Norden. Wir spickeln dabei eine felsige Rinne hinauf (nach mancher Karte ist das der Gipfel), steigen hier jedoch, weil man eh nichts sieht weiter über den ruppigen Pfad. Bald erreichen wir etwas felsigeres, aber nicht all zu schwierigeres Terrain und den markanten Gipfelaufbau mit seinem imposanten Gipfelkreuz. Dies wurde dem eigentlichen Gipfel, den wir in kurzer Kraxelei (I) erreichen, vorgelagert aufgestellt, wohl, damit es vom Tal aus besser betrachtet werden kann. Unter dem Kreuz am Friedenrath lassen wir uns bei Null-Sicht zur Brotzeit nieder, bevor wir den Abstieg angehen.
Für den Abstieg geht es dann kurz zurück auf den Pfad und sofort gleich links herum steil hinunter. Ein wenig müssen wir schauen um die teilweise schwach erkennbaren Pfadspuren zu finden doch insgesamt ist die Wegfindung machbar. Bis auf ~1220 m bleibt es meist sehr steil, dann treffen wir auf den Weg, der von rechts aus dem Sattel, in dem wir zuvor links hinauf sind, herunter. Nun wandern wir hinunter an die Wegekreuzung an der Forststraße. Der Weidezaun ist bereits geschlossen und zudem ist die Wiese zu Beginn sehr nass und batzig, so entschließen wir uns kurz rechts in den Wald zu queren und dort parallel zur Weide im Wald weiter abzusteigen. Alternativ, doch etwas länger kann man auch den Fahrweg hinunter an die Staffnalm nehmen. Auf etwa 1080 Hm treffen wir auf einen Fahrweg, der uns nach links hinüber zur Staffnalm leitet. An der kommenden Kreuzung bleiben wir geradeaus und folgen der Beschilderung über die Almstraße in vielen Kehren hinunter und zurück zum Ausgangspunkt der Tour. Je weiter wir uns dem Talboden nähern desto heller wird es und nach etwa 5 ¾ Std. haben wir bei aufreisendem Himmel den großen Wanderparkplatz an der Hochplattenbahn erreicht. Schade, dass die Aussicht heute durch die tief hängenden Wolken nahezu Null war, doch dann müssen wir einfach noch einmal hier her kommen, um uns selber von der tollen Aussicht zu überzeugen. Spannend und abenteuerlich war dir Tour dennoch.

 

Routenverlauf
Parkplatz - Holzlagerplatz - Hausleitensteig - Zwölferspitz - Ostkamm - Hochplatte - Haberspitz - Friedenrath - Maieralm - Naderbauernalm - Berggasthof Staffnalm - Tennbodenbach - Rossbarmgraben - Parkplatz

ca. 4 ¾ Std.
Tourenbeschreibung II
Nach einem langen Sommer starten wir bei bestem Herbstwetter erneut am großen Wanderparkplatz an der Hochplattenbahn unsere Bergtour. Diese Mal nicht in Richtung Kaiserblick sondern westlich in Richtung Hochplatte. Noch ziehen dichte Nebelschwaden durch das Tal und geben nur die Spitzen der umliegenden Berge frei. Zunächst wie im Frühjahr am Parkplatz auf der Straße entlang bis links der Holzlagerplatz erreicht ist. Hier nun links in der Ecke auf den schmalen und durch das Herbstlaub schwer zu entdeckenden Pfad in den Wald hinein und in einem Linksbogen über einen Wasserlauf steigend quer zum steilen Hang aufwärts. Stellenweise ist der schmale Pfad völlig unter Laub begraben. An einer Kreuzung queren wir im Wegverlauf garadeaus auf ein schmales Band. Auch hier macht das Laub die Wegfindung anspruchsvoller. Nach rechst leitet der Pfad durch den Wald an die Almstraße die zur Staffnalm führt, der nach links leitende Pfad bringt den Wanderer später auch wieder auf unsere Route. Also flugs durch die schmale Stelle hinauf und weiter quer durch den Wald empor. Dabei entsteigen wir nun nach und nach dem immer noch im Tal hängenden Frühnebel, was beim queren der Kuppe mit den durchbrechenden Sonnenstrahlen schöne Lichtspiele gibt.
Auf etwa 740 m zieht von links der Hausleitensteig herauf und wir befinden uns von nun an wieder auf dem vom Frühjahr her bekanntem Weg. Wer hier schnell und unaufmerksam unterwegs ist, bemerkt die Verzweigung gar nicht. So steigen wir nun einfach weiter durch den Wald bergan und haben dabei durch die Bäume immer mal wieder auch eine Aussicht hinab ins Achental. Wieder geht es durch die steilen Flanken und den lichten Bergwald hinauf auf den Bergrücken und hinüber zu der unscheinbaren Zwölferspitz. Im Herbstlaub muss man wieder genau schauen, wo der Weg entlang führt, doch mit etwas Gespür für die Wegfindung ist das nicht all zu schwer. Langsam erreicht uns auch der zunehmende Fönsturm. Je weiter wir aufsteigen desto heftiger bläst er durch die Klamotten. Wieder erreichen wir die markante Felskante, die einen tollen Blick über die Teufelstein, Zwillingswand, Breitwand und Spitzwand sowie das Achental bietet. Danach leitet der Pfad über eine kleine freie Fläche auf der ein paar Lerchen ihre goldenen Nadeln im stürmischen Wind schwingen. Weiter aufwärts und ab durch Latschengassen leitet nun der ruppige Pfad hinauf zum Gipfel der Hochplatte. Wie im Frühjahr sieht man das Gipfelkreuz erst unmittelbar am Ende der Gasse. Dann sind es kaum 10 Meter und wir stehen oben. An diesem 13. November ist phantastisches Bergwetter, die Sicht ist grandios, der Wind vertreibt die Feuchtigkeit und so haben wir den Blick vom Watzmann in den Berchtesgadener Alpen über Leoganger und Loferer Steinberge bis zum Kaisergebirge zum satt sehen. So schmeckt am gut besuchtem Gipfel die Brotzeit gleich noch viel besser.
Nach einer eher kurzen Pause steigen wir durch die Latschen nach Norden in den bekannten Sattel vor dem Haberspitz. Aus dem Sattel nun direkt links den Pfadspuren durch die Wiese folgen auf einen etwas breiteren Wanderweg. Kurz durch ein Gatterl und weiter nach Norden, links am Haberspitz vorbei in den nächsten kleinen Sattel. Hier geradeaus, an dem kleinen grünen Hügel mit dem mächtig angewachsenem Steinmandl vorbei nach Norden wieder in ein Waldstück eintauchend hinauf. Markierungen haben wir keine entdeckt. Steil leitet nun der ruppige Pfad durch felsigeres Gelände und an einer Felsenrippe kraxeln wir kurz nach links empor und haben den Friedenrath erreicht. Im Süden haben wir die zuvor bestiegene Hochplatte im Westen schauen wir auf die Kampenwand, nördlich auf den Felszacken am Friedenrath mit dem Gipfelkreuz und weiter hinunter auf den Chiemsee. Kurz zurück auf dem Pfad und nach links weiter und hinüber an den kraxeligen Felszacken. Hier steigen wohl nicht so viele auf wir zuvor zur Hochplatte, und so hat man am Gipfelkreuz mit etwas Glück ein echtes Traumplatzerl mit herrlichem Blick hinunter ins Chiemgau.
Im Abstieg kraxeln wir zurück auf den Pfad und verlassen ihn sogleich nach Südwest. Steil, sehr steil leitet ein schmaler, laubbedeckter Pfad in einem Linksbogen hinunter. Ohne Trittsicherheit ist der Spaß hier ganz schnell vorbei. Im weiteren Verlauf, diesmal mit Sicht, wird uns erst so richtig klar wie steil und unwegsam wir hier im Frühjahr heruntergestapft sind. An der Wegverzweigung auf rund 1220 m wieder links hinab an die Weidefläche der Staffnalm. Der Zaun ist bereits verräumt und so folgen wir den Pfadspuren durch die Wiese hinunter in Richtung Staffnalm. Kurz unterhalb der Maieralm und Naderbauernalm nutzen wir die letzten Sonnenstrahlen für eine weitere kleine Pause an einem dicken, alten Baumstumpf. Danach wandern wir quer über die Wiese hinab an den Almweg und weiter an den Berggasthof Staffnalm (leider schon geschloßen). Von hier folgen wir einfach nur noch der Forststraße zurück ins Tal zum Ausgangspunkt der heutigen Bergtour.
Zweimal sind wir diese Runde mit leicht unterschiedlichem Auf- und Abstieg gegangen. Die Frühjahrstour hatte auch im Nebel ihren Reiz, doch bei besten Wetterbedingungen, wie wir sie nun im Herbst erleben durften, ist die Tour ungleich schöner und spannender. Auf jeden Fall lohnenswert.

Ausblick nach Süden von der Hochplatte
Beschreibung

Ausblick nach Norden vom Friedenrath
Beschreibung

zum Höhenprofil

der Track zur Bergtour

Charakter / Schwierigkeit:
- schwere Bergtour
- Forststraßen, Waldwege, schmale, steile Bergpfade
- Anstieg Friedenrath anspruchsvoll
-Abstieg wie hier beschrieben sehr steil (bei Nässe nicht zu empfehlen)
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
- Kletterstellen bis I (UIAA-Skala)
- Kondition für ~ 1.050 Hm und ca. 11 Km  

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung

Beste Jahreszeit:
Ende Mai bis Ende Oktober