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Hochstaufen über Steinerner Jäger

(1771 m, 1275 m) 13.11.05 / 31.03.24

Bereits aus Bad Reichenhall lässt sich das Gipfelkreuz am Hochstaufen und das Reichenhaller Haus –auch Staufenhaus– gut erkennen. Die Tour leitet uns über Forststraßen, einen Bergsteig hinauf an den Steinerner Jäger / Stoanerne Jaga und von dort über einen garchen Bergsteig an die Schutzhütte. Von dort ist es nicht mehr weit bis hinauf zum Hochstaufen Gipfel.
Der Anstieg bis an den Steinerner Jäger ist eine mittelschwere Bergtour, bei der Trittsicherheit durchaus benötigt wird. Ab dort entwickelt sich die Bergfahrt rasch zu einer ausgewachsenen schweren Bergtour, bei dem unsere Geländegängigkeit als auch die Kondition geprüft wird. Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit muss vorhanden sein, kraxeln wir doch immer wieder über Kletterstellen bis I+ hinweg. Zudem hat es einige recht ausgesetzte Wegstücke.
Der Hochstaufen zählt, wegem seinem phantastischen Panorama mit zu den schönsten Aussichtsgipfel der Berchtesgadener Alpen.
Die Runde ist vor Allem für das Frühjahr oder den Herbst zu empfehlen. Durch die südliche Ausrichtung der An- und Abstiegsseite wird es bei sommerlichen Temperaturen schnell viel zu warm.
Insgesamt ist dies eine sehr schöne, abwechslungsreiche und lange Bergfahrt für den versierten Bergtourengeher oberhalb von Bad Reichenhall, der am Gipfel oft stark frequentiert ist. Auch der Pidinger Klettersteig durch die Nordseite des Hochstaufen ist ein sehr beliebtes Tourenziel.

Blick übers Reichenhaller Haus
Blick übers Reichenhaller Haus auf bad Reichenhall.

Ausgangspunkt
Bad Reichenhall, OT Nonn
Parkplatz am Sportgelände (ca. 470 m ) oder
neuer Parkplatz vor der Schranke (ca. 515 m, Nonn 80)

Der bekannte Parkplatz an der ehemaligen Gaststätte Padinger Alm (Nonn 79) ist gesperrt.
Die Sperre der Privatstraße durch den neuen Eigentümer besteht wohl bereits seit etwa 2020.

Routenverlauf
Parkplatz - Hosewasch-Bach - Nonn - Padinger Alm - Buchmahd - Steinerne Jäger - Reichenhaller Haus - Hochstaufen Gipfel - Reichenhaller Haus - Bartlmahd - Padinger Alm - Nonn - Hosewasch-Bach - Parkplatz

ca. 7 Std.
Tourenbeschreibung - 2024
Am Sportgelände in Bad Reichenhall im Ortsteil Nonn starten wir bei herrlichem Bergwetter, das lediglich durch den Saharastaub in der Luft nur eine eingeschränkte Sicht zulässt. Doch hier verspricht die Wettervorhersage Besserung ab dem Nachmittag. Zunächst geht es durch den kleinen Ortsteil auf der Straße hindurch, grob Richtung Kirche. Am Abzweig bleiben wir auf der Straße und folgen dieser und der Beschilderung folgend nach rechts (östlich) in einem Bogen leicht bergan. An einer Kreuzung halten wir uns links und wandern eine Anliegerstraße hinein, aus dem Ort heraus und direkt auf den Hochstaufen zu. Rechst der Straße liegt die Kirche. An der kommenden T-Kreuzung leitet die Beschilderung nach rechts mit "neuer Wegführung" an die Padinger Alm. Der Weg und die Hm bis dahin kommen also nochmal zur bereits anstrengenden Tour dazu. Der Weg leitet an den Wald hinauf an den nächsten Abzweig, dort scharf links herum und dem neu hergerichteten Waldweg nach Osten folgen. Beim Blick über die Schulter liegt einem Bad Reichenhall zu Füßen, heute allerdings durch den vielen Wüstenstaub sehr stark eingetrübt. Vorbei an ein paar Häusern treffen wir auf ~605 m auf die gesperrte Straße, queren diese und wandern nun auf einem Pfad durch den Wald hinauf an die Padinger Alm. Wer die Schilder beachtet, kann sich nicht verlaufen. Kurz vor der Alm betreten wir erneut die Straße, wandern auf ihr weiter bergan, passieren den alten Parkplatz und wandern danach auf einer breiten Forststraße in den Wald. An einem Schilderbaum ist auch angeschlagen, das das Staufenhaus (Reichenhaller Haus) geschlossen ist (noch ist Winterruhe und noch hat es keinen neuen Pächter) und ein Hinweis, dass der Abkürzer über einen Steig nicht mehr gegangen werden soll (zum einen wegen der Erosion, zum anderen vielleicht auch, da man dabei Privatgrund betritt). Egal, dann geht es einfach ein Stückchen länger auf der Forststraße empor. Auf ca 750 m zweigt nach Links der Bartlmahd-Steig ab über den wir später unseren Abstieg angehen werden. Die folgenden Abzweige ignorieren wir und verlassen die Forststraße erst auf ca. 825 m vor einer leichten Rechtskurve. Ein Wegweiser markiert die Stelle deutlich. Wer diesen übersieht, trifft wenig später nach weiteren 50 Hm erneut auf den Pfad. Wir zweigen also am Schild nach links ab und werden durchs Gebüsch in den Wald auf einem wurzligen Weglein hinauf geführt. Wir queren den Forstweg und steigen weiter aufsteilend durch den Wald empor. Nun geht es über einen wurzligen und steinigen Pfad teils über umgestürzte Bäume hinweg durch den Nadelwald hinauf an eine kleine Hütte an der Buchmahd. Im weiteren Verlauf bleibt es steil, manchmal recht ruppig und auch mal gut zu gehen bis hinein in den Sattel am Steinernen Jäger. Dieser ist etwa 2¼ Stunden nach dem Start in Nonn auch erreicht und die Beschilderung dort weist weitere 2 Stunden bis an den Gipfel des Hochstaufen aus. Es ist also noch ein Stück des Weges. Nun geht es nach und nach deutlich mehr zur Sache. Gleich zu Beginn steilt das Gelände auf und leitet uns auf einen steinigen, schrofigen Bergrücken in westliche Richtung. Trittsicherheit und Geländegängigkeit sind gefordert und machen konzentriertes Steigen notwendig. Die erste Stufe ist in einer leichten Geländemulde überwunden. Diese verlassen wir weiter nach Westen gehend über eine Steilstufe. Eine breite Leiter, Trittbügel und ein Stahlseil entschärfen diese Stelle deutlich. Dies dürfte der Grund sein, das hier und da vom Steinernen-Jäger-Steig als Klettersteig gesprochen wir. Das ist er definitiv nicht. Man klettert zwar recht viel am und im Steig, doch lange, aufwendig montierte Versicherungen sucht man vergebens. Ab und an sind Bohrhaken eingeschraubt, doch die -denken wir- nutz die BW sowie die Bergrettung.
Nach der Leiter steigen wir zunächst durch ein Latschenfeld und treffen auf die ersten Altschneefelder. Im steinig, felsigen Gelände lichten sich die Latschen und die Aussicht in die Berchtesgadener Alpen ist fast frei - bis auf den Wüstenstaub in der Luft. Über Bänder, steile Felsstufen, Auf- und Abschwünge leitet der Pfad durch eine wilde Felsszenerie. Dabei ist es anhaltend steil und nach jeder Ecke fragt man sich, wann sieht man endlich den Gipfel. Stellenweise ist am Steig Kraxelei bis 1+ gefordert und ausgesetzte Stellen sowie etliche Höhenmeter sind zu überwinden, bis man nach einer weiteren Ecke endlich den Blick aufs Reichenhaller Haus und den Hochstaufen samt Gipfelkreuz frei hat. Auch das letzte Wegstück leitet durch Latschen durchsetztes, steiles und stellenweise mit Altschnee gefülltes Felsgelände hinauf an einen Stützpfeiler des Staufenhauses. Der Fönsturm verweht nach und nach den Staub aus Nordafrika und die Sicht nach Süden ist bereits deutlich klarer, doch um sich gemütlich an die Hütte zu setzten ist der Wind zu kalt. So steigen wir auf dem breiten Wanderweg über ein paar Stufen um die Hütte herum und hinauf an das Gipfelplateau. Auch hier liegt in den windgeschützen Bereichen und Mulden noch jede Menge Altschnee, den wir vor dem Gipfel noch durchsteigen müssen. Knapp zwei Stunden nach dem Abzweig am Steinernen Jäger haben wir das Gipfelkreuz am Hochstaufen erreicht und ja, der Rundumblick ist wirklich grandios. Nur nach Norden, wo noch die Reste des Saharastaubs in der Luft hängen, ist die Sicht getrübt. Nach Osten, Süden, Westen ist sie einfach herrlich. Jetzt ist Zeit für eine Brotzeit, die bedingt durch den kalten Wind heute recht kurz ist. Natürlich gibt´s auch ein Gipfelbild 😉.
Bevor wir zu stark auskühlen nehmen wir den Abstieg in Angriff. Gehen dazu zunächst zurück ans Reichenhaller Haus und folgen der Beschilderung "Bad Reichenhall 3½ Std.", Bartlmahd. Auf einem teils recht breiten, steinigen Wanderweg geht es zu Beginn über Treppenstufen in die Südseite des Hochstaufen. Vorbei am Abzweig des Goldtopfensteigs (nur für wirklich Geübte) hinab in den Sattel vor dem Mittelstaufen. Dort nach links nun wieder steiler abfallend in die Südseite des Mittelstaufen. Ein steiniger Weg leitet über eine Felsstufe in ein Geröllfeld. Danach bleibt das Gelände wechselhaft von steinig, sandig über felsig, bröselig bis zu ruppig gestuftem, manchmal noch kraxeligem Weg hinunter in die Latschenzone. Im weiteren Verlauf passieren wird im Wald den Abzweig zur Zwieselalm. Wir erreichen ein weiteres Schuttfeld, an dessen Rand wir zunächst absteigen, danach in Richtung Osten queren und einen schönen Aussichtspunkt mit Bankerl erreichen. Von dort leitet der Bartlmahd-Steig in einigen Serpentinen in den Wald hinein, weiter hinunter und vorbei an einem freien Platz (erinnert an einen Biwakplatz) an die breite Fortstraße, die wir bereits im Aufstieg gegangen sind. Dort nach rechts, zurück an die Padinger Alm und danach auf dem Pfad bis an den kleinen Abzweig, der uns auf dem Herweg wider zur ersten Querung der Privatstraße leitet. Dort gehen wir jedoch nicht auf dem Herweg zurück, sondern wandern der Straße folgen zurück ins Tal. Vorbei an der Schranke und dem kleinen Parkplatz erreichen wir Nonn. Kurz auf der Straße weiter Abwärts und am "Staufenhof" links von der Straße ab auf einen kleinen Weg. An der Gabelung nach rechts hinab an den Hosewasch-Bach und an diesem entlang zurück zum Startpunkt dieser doch einmaligen Bergtour.
Bei guten Bedingungen, entsprechender Kondition und Fähigkeiten zur Bewältigung der Schwierigkeiten ist die Runde über den Steinernen Jäger trotz der anstrengungen ein echter Genuss. Einfacher sind Auf- wie Abstieg über die Bartlmahd, doch auch die darf man nicht unterschätzen. Schee war´s 😎.
 

ca. 7 Std.
Tourenbeschreibung - 2005          
Die heutige Rundtour startet am Parkplatz bei der der Padinger Alm (damals noch möglich). Zunächst führt der Weg auf einer breiten Forststraße in nördliche Richtung durch einen Nadelwald bis zu einer Wegverzweigung. Hier folgen wir rechts der Beschilderung in Richtung Steig weiter hinauf über die Buchmahd zum "Stoanern Jager". Der Weg ist hier längst in einen Steig übergegangen, an dem man auch mal die Hände benutzen muss. Mit etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit aber überhaupt kein Problem. Wir halten uns links und steigen über den Ostgrat zum Teil sehr steil zum Reichenhaller Haus auf, das leider geschlossen ist. Die schöne Terrasse lädt auf jeden Fall zu einer Rast mit schönen Ausblicken ein. Unterwegs hat man einen traumhaften Ausblick über Bad Reichenhall und Salzburg, doch von den Ortschaften ist, durch die im Tal hängende Hochnebelschicht, nichts zu sehen.
Nach gut zwei Stunden lassen wir das Reichenhaller Haus am Weg liegen und steige die letzten Meter zum Gipfel des Hochstaufen auf. Hier oben, hoch über Bad Reichenhall und dem Hochnebel, hat man freie Sicht auf das Salzkammergut, den Untersberg, Hoher Göll, Hohes Brett, Watzmann, Lofer und Leonganger Steinberge. Einfach herrlich anzuschaun! In strahlendem Sonnenschein (und wohl wissen um das schlechte Wetter in München) schmeckt uns unsere Brotzeit um so besser!
Nach einem ausgiebigen Sonnenbad steigen wir über den breiten und bequemen Weg hinab zu der Bartlmahd. An der Weggabelung halten wir uns links und steigen wieder durch den Wald (und den Nebel) hinab, bis wir wieder auf die Forststraße von heute Morgen treffen. Nun geht es auf dieser Straße hinab zum Parkplatz bei der Padinger Alm.
Alles in allem eine sehr schöne Tor auf dem östlichsten Eckpfeiler der Chiemgauer Alpen. Bei schönem Wetter wird diese Tour sicherlich völlig überlaufen sein, da der Aufstieg über unseren Abstiegsweg doch eher einfacher ist und so für die Massen ein lohnendes Bergziel darstellt. Also, nicht unbedingt ein Berg für Liebhaber der Einsamkeit, aber auf jeden Fall immer ein lohnendes Ziel!

Panorama am Hochstaufen Gipfel
Blick vom Hochstaufengipfel

zum Höhenprofil

der Track zur Bergtour

Charakter / Schwierigkeit: 
- schwere Bergtour
- ab Steinerne Jäger bis Gipfel immer wieder ausgesetzes Gehgelände
- Kletterstellen bis I+ nach UIAA
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich
- der Abstieg über Bartlmahd ist deutlich einfacher
- Kondition für ~ 1.390 Hm ↑↓ und ca. 14 Km 

 Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung

Beste Jahreszeit:
Mitte Mai bis Ende Oktober
Früh bzw. spät im Jahr die Schneelage beachten!