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Kotzen - Stierjoch

(1766 m, 1909 m) 02.11.2019
Von Fall aus führt ein langer Hatscher ins Dürrachtal, über einen steilen Bergrücken hinauf zum Kotzen und über eine Hochalmfläche des ehemaligen Kotzen Hochlegers. Die Mauerreste von 3-4 Gebäuden lassen sich noch erkennen. Später steigen wir über den steilen Nordgrat auf den Gipfel des aussichtsreichen Stierjochs. Die Tour führt über breite Forststraßen, Wanderwege, schmale Berg- und Saumpfade sowie weglos über steile Bergwiesen. Trittsicherheit, etwas Schwindelfreiheit und Gespür für die Wegfindung (auf der steilen Wiese) solle man für diese Tour mitbringen. Die Tour lässt sich durchaus als sehr abwechslungsreich beschreiben. Stierjoch
Stierjoch
Ausgangspunkt: 
Fall
Wanderparkplatz an der "Dürrachstraße"
(ca. 774 m, 4 €/Tg., Stand 2019)
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Routenverlauf:
Parkplatz Fall - Dürrenbach - Kotzen Niederleger (verf.) - Kotzen - Kotzen Hochleger (verf.) - Stierjoch - Ludernalm - Lerchkogel Niederleger - Dürrenbach - Parkplatz Fall

ca. 7 Std.
Tourenbeschreibung
Vom Wanderparkplatz in Fall zunächst über die asphaltierte Fahrstraße talein und nach der Hochbrücke über die Dürrach. Nach dieser weiter nach rechts leicht hinauf, bis uns kurz nach einer deutlichen Kurve, ein breiter Weg nach rechts (nicht Markierung) auf dem Kotzensteig hinunter zur Dürrach leitet. Wenige Minuten später erreichen wir die beeindruckende Klamm und queren diese auf einer (unserer Meinung nach) nigelnagelneue Holzbrücke. Danach wandern wir zunehmend steiler werdend auf gutem Bergweg durch den zunehmend lichter werdenden Wald hinauf zur verfallenden Alm am Kotzen-Niederleger. Durch den lichten Wald kann man bereits im Aufstieg zur Alm immer wieder tolle Durch- und Ausblicke auf die östlich von uns gelegenen Berge (Dürrenberg, Dürrenbergjoch und Demeljoch) erhaschen. Auf etwa 1370 m verlassen wir den Wald und treten auf die Almfläche. Bereits wenige Meter danach stapfen wir durch die Reste der Almgebäude des Kotzen-Niederlegers. Von hier führt der nun schmaler werdende Pfad durch die Almwiese weiter nach Süden. Zunehmend steiler steigen wir nach rechts um eine Tannengruppe herum weiter hinauf. Dabei hat man nach und nach einen immer besseren Blick auf die umliegenden Gipfel wie Juifen, Marbichler Spitze, Kafell Rether Kopf und Rether Joch sowie den Marlkopf. Auf ca. 1580 m verläuft sich der Steig, ist immer weniger deutlich zu sehen und steigt nur noch wenig an. Hier nun bis zu einer überwachsenen Schuttreise, dort nun sehr mühsam und sehr steil über das Gras weglos hinauf und am Kamm angekommen weiter durch viel Krummholz zum Gipfel (etwa 3 Stunden von Fall). Wer es etwas gemütlicher mag, folgt nach der Almwiese auf ca. 1450 m dem zunächst schwach ausgeprägten Steig durch die Latschen bis hinüber auf den grasigen Südrücken des Kotzen und von dort hinauf zum Gipfel. Am Gipfel bieten sich wundervolle Ausblicke und es hat jede Menge Platz für eine ungestörte Gipfelrast.
Nach einer Brotzeit wandern wir über den Gipfelrücken weiter nach Süden an die Überreste des Kotzen-Hochlegers. Die Wiesen sind sehr batzig und so sollte man sich möglichst an der Kammhöhe halten. Nach dem kleinen Sattel umgehen wir eine kleine Kuppe gipfelnah auf der rechten Seite. Danach muss man ein wenig auf den folgenden schwach ausgeprägten Sattel achten, in dem sich der Weg verzweigt. Schnell ist man hier vorbei gehuscht. Nach links führt der Steig in den Kessel unterhalb der Luderwände. Nach rechts bei einem Steinmann geht es hinauf zum Stierjoch (knappe 1,5 Stunden vom Kotzen). Der weitere Weg zum Stierjoch ist auf dem Kamm gut zu sehen und es geht bei weitem nicht so steil hinauf, wie er scheint. Erst unmittelbar unter dem Gipfel wird es etwas steiler. Ein Teil unsere Gruppe steigt nun von hier, immer nahe der Kammlinie, in den Steilanstieg zum Stierjoch hinauf. Die andere Hälfte genehmigt sich an Ort und Stelle eine weitere Brotzeit und geniesst noch ein wenig den herrlichen Ausblick. Wer den Abzweig hier verpasst merkt das jedoch schnell, da der Steig in Serpentinen zügig hinab ins Tal führt.
Nach der erneuten Pause steigen wir nun über den Pfad in den Kessel unterhalb der Luderwände hinunter, wandern ab der Luderalm auf der Forststraße weiter talaus und hinab zum Lerchkogel Niederleger. Weil dort die Sonne nochmal ihre Kraft entfaltet, fletzen wir uns bei der Alm noch für eine viertel Stunde auf eine Bank. Danach geht es auf der Forststraße weiter nach Norden bis in einer Rechtskurve ein Pfad nach links in die Wiese führt. Auf diesen Pfad queren wir gegen den Wald und in diesen hinein. Teils ruppig und matschig steigen wir den steilen Pfad hinunter, erreichen eine weitere Wiese und treffen bald auf die Forststraße, die wir zuvor verlassen hatten. Kurz auf dieser nach links hinunter. An der folgenden Kreuzung treffen wir auf den zweiten Teil unsere Gruppe, die hier -von links kommend- durch den Bachgraben abgestiegen ist. Weiter geht es nun auf der Forststraße hinunter an die Dürrach. Dort queren diese bei der Staustufe (Brücke) und steigen auf der anderen Seite der Schlucht wieder hinauf auf die asphaltierte Straße. Ist diese erreicht geht es einfach nur noch die letzten ca. 5 Km auf der Straße zurück zum Ausgangspunkt der Tour.

Zusammengefasst eine tolle, meist wohl eher einsame Bergtour mit tollen Ausblicken. Das hätten wir so nicht erwartet und so werden wir diese Tour (trotz der Hatscher zu Beginn und Ende) sicherlich nochmal angehen. Dafür bietet sich auch ein alternativer Abstieg durch das Krottenbachtal an (etwa gleiche Zeit). Weiter kann man die Tour ab Stierjoch mit einer Überschreitung der Luderwände hinüber zum Östlichen Torjoch (+ ca. 2-3 Stunden) verlängern und wem das nicht reicht kann dann auch noch den Lerchkogel besuchen (+ ca. 1 Std).

Nach dem Kotzen Hochleger mit Blick auf das Stierjoch
Auf dem Weg vom Kotzen zu Stierjoch

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Charakter / Schwierigkeit:
- Fahrstraße, Wanderwege, Bergsteig, Saumpfade, auch wegloses steiles Wiesengelände
-Trittsicherheit, Schwindelfreiheit hilfreich
- Kondition für ~1.600 Hm (ohne Stierkopfgipfel ~1300 Hm) und ca. 22 Km

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung
- ausreichend Proviant und vor Allem Getränke

Beste Jahreszeit:
Mitte Mai bis Ende Oktober