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Ochsensitz, Ziegelspitz und Notkarspitze

(1515 m, 1719 m, 1889 m) 02.11.08 / 13.11.20

In den Ammergauer Alpen liegt, gut 1000 Hm über Ettal ein beliebter und aussichtsreicher Gipfel, die Notkarspitze. Um den Gipfel zu ersteigen, bieten sich mehrere, unterschiedliche Möglichkeiten. Zwei davon, stellen wir hier vor. Beide Anstiege leiten über den Ostgrat und dabei über Ochsensitz und Ziegelspitz hinauf an den Gipfel der Notkarspitz. Im Abstieg dann entweder garch durch die Nordflanke oder länger über den Südgrat, das Hasenjöchel und das Kühalpenbachtal deutlich länger zurück. Im Anstieg wandern wir dabei immer entlang eines aussichtsreichen Kamms hinüber auf den Gipfel.
Der beschriebene Aufstieg über den Ettaler Sattel ist etwa mittelschwer, der Abstieg über die Kuhalm sehr lang und der Abstieg über den Steig (Tour II) teilweise sehr steil, ruppig und mit Stahlseilen entschärft. Bergeinsamkeit wird man auf dem beliebten Klassiker in den Ammergauern normalerweise vermissen. Hier haben nur die echten Frühaufsteher eine Chance, das Gipfelglück alleine zu genießen.


Südostseite der Notkarspitze
Notkarspitze

Ausgangspunkt
Ettal
Parkplatz am Kloster
oder im Ettaler Sattel
(beide ca. 880m)
An schönen Wandertagen oft hoffnungslos überfüllt!

Routenverlauf
Parkplatz - Ettaler Sattel - Schwaigersteig - Ochsensitz - Ziegelspitze - Notkarspitze - Hasenjöchl - Kuhalm - Kuhalmbachtal - Ettaler Mühle - Parkplatz

ca. 8 ½ Std. 
Tourenbeschreibung I
Mit den den ersten Sonnenstrahlen, die über das Estergebirge ins Ettal strahlen, starten wir bei ungemütlichen 5°C vom Klosterparkplatz in Richtung Süden. Queren die Bundesstraße und wandern den Weg am Tiefentalgraben hinein und weiter durch die Wiese hinüber zum Fahrweg. Dort halten wir uns links und wandern in Richtung Ettaler Sattel. Nahe des dortigen Wanderparkplatzes weist die Beschilderung den Weg eindeutig hinauf in Richtung Notkarspitze. Nun leitet der Fahrweg weiter nach Südosten leicht ansteigend auswärts. Unmittelbar nach einer scharfen Rechtskurve, verlassen wir den Fahrweg, folgen dabei dem Hinweis nach rechts in den Schwaigersteig. Diesem Pfad folgen wir nun über den breiten Rücken weiter empor. Im weiteren Verlauf ziehen von rechts, wie von links heraufkommend weitere Pfade in unseren Weg hinein, die wir jedoch alle ignorieren und immer dem deutlichen Pfad durch den Wald und später Latschen folgen. Nach etwa eineinviertel Stunden überschreiten wir mit dem Ochsensitz den ersten Gipfel der heutigen Bergtour und werden mit den ersten tollen Tief- und Ausblicken belohnt. Das Kloster Ettal liegt uns quasi zu Füßen...
Weiter leiter der Bergpfad über den Rücken nach Westen durch den lichten Tannenwald im leichten Zickzack, nach Westen hinauf zum nächsten Gipfelpunkt. Vor dem Gipfel der Ziegelspitze setzen sich nun die Latschen mehr und mehr durch und der Pfad zieht in steilen Kehren hinauf an das Gipfelkreuz. Auch von hier hat man wieder tolle Blicke auf Ettal und die Umgebung. Von der Ziegelspitze hat man dann auch endlich mal das heutige Etappenziel, die Notkarspitze im Blick und von hier erscheint der Gipfel so nah, doch noch brauchen wir ein wenig Geduld, bevor das Ziel erreicht ist (Luflinie noch etwa 1.000 m und gute 200 Hm im Anstieg). So wandern wir die nächste gute halbe Stunde in mehrmaligem Auf und Ab weiter durch die Latschegasse und steigen unserem dritten Gipfel entgegen. Etwa 2¾ Std. nach dem Start am Ettaler Sattel, haben wir, am Gipfelkreuz angekommen, einen phantastischen Rundumblick in die Ammergauer Alpen und hinab ins Ettal. Etwas Abseits vom belagerten Gipfelkreuz an der Notkarspitze, finden wir ein nettes Platzerl mit Ausblick nach Süden und genehmigen uns eine ordentliche Brotzeit. Bei herrlicher Aussicht und angenehmen Temperaturen wird man ordentlich für die Anstiegsmühen belohnt.
Für den Abstieg stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung (Es gibt noch jede Menge weitere Möglichkeiten - einfach die Karte studieren). Am schnellsten und steilsten gelangt man über den Nordgrat hinunter (Wegzeichen Ettaler Mühle / in Tour II beschrieben). Zwei weitere –und deutlich längere– Abstiege führen zunächst nach Süden in den Sattel vor dem Brünstelskopf (Hasenjöchl). Hier entweder nach links durch das Geißenbachtal und über den Ettaler Sattel zurück zum Ausgangspunkt oder die längste Variante nutzen. Diese leitet aus dem Hasenjöchl nach rechts über licht bewaldetes Almgelände hinunter an die Kuhalm. Dabei halten wir uns auf ~1500 m an der Verzweigungen links und wandern weiter hinab an eine Almstraße. Auf dieser nun in etwa 800 m hinunter an die Kuhalm, dort rechst an dem Gebäude vorbei und zurück in den Wald und auf einem Bergpfad hinunter in den Kühalpenbachgraben. Der Kühalpenbach folgen wir nun in Fließrichtung hinunter ins Tal, queren ihn insgesamt sechs Mal und treffen auf eine weitere Forststraße. Etwa 150 vor dieser fällt von rechts ein kleiner Wasserfall über eine steile Geländestufe herab - der wäre mit mehr Wasser sicherlich deutlich aufregender. Nun schließt sich ein längerer Hatscher durch das Kuhalmbachtal hinab ins Graswangtal an. An der Verzweigung auf ~ 920 m halten wir uns rechts und folgen weiter der Fortsstraße, die nach und nach gen Osten eindreht und kaum 500 m später mit einem weiteren Weg zusammenläuft. Hier erneut rechtshaltend weiter und hinüber an die Ettaler Mühle. Der Weg bleibt gemütlich doch nach einer solchen Bergtour wirkt er eher langweilig und so trotten wir nun auf dem Wanderweg aus dem Wald heraus und die nächsten gut 2,5 Km am Waldrand entlang zurück nach Ettal an den Klosterparkplatz.
Die Runde war echt Klasse, nur der lange Rückweg (beginnend etwa am Wasserfall im Kuhalmbachtal) lässt die heutige Tour etwas schlechter aussehen. Das nächste Mal werden wir entweder einen direkteren Weg aus dem Hasenjöchl hinunter wählen oder den direkten Weg durch die Nordseite der Notkarspitze wählen. Dann geht nach rund 8 1/2 Stunden eine schöne Bergtour zu Ende.

 
Routenverlauf
Parkplatz - Schwaigersteig - Ochsensitz - Ziegelspitze - Notkarspitze - Kotalpe - Mühlwald - Notwald - Parkplatz

ca. 6 ½ Std. 
Tourenbeschreibung II
Vom Parkplatz folgen wir der Forststraße nach Süden und der Beschilderung bergauf in Richtung Notkarspitze - da soll es heute ja auch hinauf gehen. So wandern wir kurz hinauf und an der Kreuzung nach links. Dort haben wir den Weg wie in Tour I (Beschreibung oben) begangen, erneut unter den Sohlen. Nach wenigen Höhenmeter zweigt in der nach rechts drehenden Spitzkehre eine kleinere Forststraße nach rechts ab. Auf dieser nur wenige Meter an den nächsten Abzweig mit einen deutlichen Hinweis (Wegweiser) Richtung Notkarspitze. Nun auf diesem Bergpfad weiter über Ochsensitz, Ziegelspitz hinauf bis zum Gipfel der Notkarspitze. Zunächst leitet der Pfad relativ steil in ca. 1¾ Std. zum ersten Etappenziel – dem Ochsensitz. Diesem schönen Aussichtspunkt mit Gipfelkreuz sollte man unbedingt einen kleinen Abstecher gewähren, bietet sich von hier doch ein toller Tiefblick auf Ettal und das Kloster. Danach zieht der Pfad etwas gemütlicher am Grat entlang empor zur Ziegelspitze und nach einer kurzen Querung durch eine Latschengasse über den Gipfelaufschwung zur Notkarspitze. Auch heute herrscht bestes Spätherbstwetter. Es ist kühl, doch die Sonne lacht und spendet Wärme für eine ausgiebige Gipfelrast mit Brotzeit. Die Aussicht ist einfach phantastisch. Beim Blick nach Süden wird einem nicht so schnell langweilig und so kann man prima ein wenig von den Mühen des Anstiegs entspannen. Der gemütliche Grasgipfel ist ideal dafür geeignet.
Bei der ersten Besteigung vor 12 Jahren wählten wir den Abstiegsweg über das Hasenjöchl und die Kuhalm mit dem etwas zähem und zum Schluss etwas langweiligem Rückweg. Heute wollen wir direkt vom Gipfel durch die Nordseite zurück ins Ettal. Dazu gehen wir kurz am Gipfelkreuz vorbei und folgen dabei einen Pfad und der Beschilderung in Richtung “Ettal und Ettaler Mühle” und wir steigen hier ab. Wie gesagt, es geht durch die Nordseite, dementsprechend leitet der Pfad nach Norden steil in die kühle bis kalte Seite des Berges. Also noch schnell die Jacken übergeworfen, dann geht´s auch schon über den steilen, kleinen, teils recht ruppigen und heute auch (es ist Mitte November) teilweise vereissten Pfad zügig hinab. Zunächst dreht der Pfad in vielen Serpentinen durch ein Latschenfeld zum Teil auch sehr steil hinunter. Bei erreichen eines Karbodens, kann man nochmal den heute zurückgelegten Weg entlang des Grates von unten bewundern. Danach taucht der Pfad langsam in den Bergwald ein und der Steig zeigt uns seine Zähne. Die schwierigsten Stellen sind teilweise mit Stahlseilen entschärft. Ohne Trittsicherheit und ein wenig Schwindelfestigkeit, ist man auf diesem Pfad falsch. Unbedingt daran denken, dass im Fühjahr und im Herbst Schnee und Eis die Bedingungen nicht einfacher machen! Gut 2 Stunden nach dem Start am Gipfel der Notkarspitze erreichen wir den Talboden des Ettals und die Forststraße (gegenüber der Ettaler Mühle). Hier halten wir uns rechts und wandern diese nun nach Osten zurück zum Parkplatz Ettaler Sattel. Diesmal sind es "nur" rund 2,5 Km die es zurück zum Ausgangspunkt der Tour geht und so ist das Hatschererlebnis diesesmal so viel kleiner, dass es die Tour nicht negativ beeinflußt und wir von einer rundherum gelungenen Bergfahrt sprechen. Es war eine tolle und schöne Herbsttour, die man immer mal wieder unternehmen kann, es hätte ja noch jedem Menge alternative Auf- wie Abstiegsmöglichkeiten, womit man sehr viele Varianten ausprobieren kann!

Blick vom Gipfel der Notkarspitze
Notkarspitze

zum Höhenprofil Tour 2008
zum Höhenprofil Tour 2020

Charakter / Schwierigkeit:
- mittelschwere Bergwanderung
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vor Allem für den Abstieg erforderlich
- unterwegs keine Einkehrmöglichkeit
- Abstieg über die Nordseite bei Nässe und/oder Vereinsung sehr unangenehm
- Kondition für:
Tour I: ~19,5 Km und ~1150 Hm
Tour II: ~11,2 Km und ~1150 Hm

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung

Beste Jahreszeit:
Ende Juni bis Ende September (die Schneelage unbedingt beachten)