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Petersköpfl

(1745 m) 27.09.2020

Heute steigen wir aus dem Inntal auf das 1745 m hohe Petersköpfl im Kaisergebirge im Gebiet des Zahmen Kaisers. Vom Kaisertal-Parkplatz in Sparchen geht es zunächst einfach und doch anstrengend über unzählige Treppenstufen (Kaiseraufstieg) hinauf. Weiter über die bequeme Kaisertalstraße und nach dem Pfandlhof über einen schmalen Bergpfad steil hinauf an die Manharteralm. Vorbei an der Josefs Kapelle und der Ritzaualm geht es auf einem guten Almweg hinauf zur Vorderkaiserfeldenhütte.
Im weiteren Verlauf steigen wir auf schneebedecktem Pfad weiter nach Nordosten an den Fuß der Naunspitze und von dort weiter zum Petersköpfl.
Die beiden Gipfel Naunspitze und Petersköpfl sind die mit am häufigsten besuchten Gipfelziele im Zahmen Kaiser – dementsprechend voll kann es hier heroben zu gehen.

Gipfelaufbau Peterstköpfl
Gipfel Petersköplf - Zahmer Kaiser

Ausgangspunkt
Kufstein, OT Sparchen
Parkplatz "Kaisertal-Parkplatz"
(ca. 490 m, € 3,50/Tg., Stand 2020)

Routenverlauf
Parkplatz - Kaiseraufstieg - Veitenhof - Pfandlhof - Manharteralm - Josefs Kapelle / Ritzaualm - Vorderkaiserfeldenhütte - Naunspitze - Petersköpfl - Naunspitze - Vorderkaiserfeldenhütte - Ritzaualm / Josefs Kapelle - Berg'k'hütte - Veitenhof - Kaiseraufstieg - Parkplatz

ca. 6 Std.
Tourenbeschreibung
Unmittelbar am Parkplatz orientieren wir uns an der Ausschilderung zum Kaiseraufstieg und verlassen diesen in südöstliche Richtung. Wir folgen einem Weg links am "Basislager Harmonie" kurz hinauf an den Kaiseraufstieg. Hier laufen einige Wege zusammen und neben Zahlreichen Wegweisern sind auch ein paar Informationstafeln Aufgestellt. Der Einstige startet auf einer Höhe von 512 m und leitet und über unzählige, lange Treppenstufen empor. Laut Beschilderung haben wir von hier aus noch ½ Stunden vor uns, bevor wir das Petersköpfl erreichen. Entlang eines hölzernen Geländers schlängelt sich der Weg in mäßiger Steigung hinauf ins Kaisertal. Auf etwa 560 m endet die Treppe und der Weg leitet nun leicht nach norden eindrehend weiter nach Osten und sanft ansteigend der Morgensonne entgegen. Nun wird uns rasch warm und wir stopfen die wärmende Jacke in den Rucksack. Nun hat man durch den lichten Wald den Blick über Kufstein hinüber zur felsigen Gestalt des Pendlings. Nach rund einer halben Stunde passieren wir auf der Kaisertalstraße (diese ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt) den Veitenhof und wandern weiter über den mäßig steilen und breiten Weg in dicht bewaldetes Terrain hinein. Auf ca. 780 m verzweigt sich die Straße. Nach links weisen Schilder den Weg hinauf an die Ritzaualm und Vorderkaiserfeldenhütte - diesen nehmen die meisten Wanderer wohl im Anstieg unter die Schuhsohlen. Unser Weg führt jedoch weiter geradeaus und recht flach ins Kaisertal hinein an den Pfandlhof. Dort zwischen den Häusern hindurch und weiter nach Osten zu weiteren Gebäuden hinüber. Auf der dazwischen liegenden freien Almfläche hat man erstmals einen tollen Blick in den Zahmen Kaiser zur linken und Teile des Wilden Kaisers zur Rechten. Auch die Naunspitze und das Petersköpfl lassen sich gut ausmachen. Bei der dann folgenden Verzweigung geht es für uns nach links kurz hinauf und sogleich (nach einem Bankerl in der Wiese links von uns) nach links auf einen schmalen Steig in die Wiese hinein und rauf an das Bankerl. Nach rechts leitet der Weg weiter an den Hofinger Hof und über den Kaisertalweg an die Klaushütte.
Unser Bergpfad leitet nun deutlich steiler über die Wiesen der Hofinger Alm kurz nach Norden hinauf und im weiteren Verlauf nach rechts einschwenkend, links an der Hofinger Alm vorbei gegen den Wald und in ihn hinein. Kurz wandern wir steiler ansteigend hinauf an die Querung des Schrambach und übersteigen diesen. Unmittelbar danach steigen wir über den Weidezaun und erreichen damit bereits das untere Ende der Almfläche an der Manharteralm. Weiter leitet uns der Pfad erst flach dann erneut deutlich aufsteilend hinauf an die Gebäude von Manharteralm und Ritzaualm sowie der kleinen Josefs Kapelle. Unterwegs überwinden wir eine kleine Steilstufe, bei der Trittsicherheit den Aufstieg deutlich vereinfachen. Alles in Allem bleibt es aber unschwierig. Vom freien Gelände neben der Kapelle hat man einen famosen Blick in das bereits winterlich gedeckte, zackige Gebirge des Wilden Kaisers. Auch der Pendling zeigt hier eindruckvoll seine wilde, steile Seite. Die Ritzaualm richtet sich für die Tagesausflügler, die heuer wohl wegen der coronabedingten Einschränkungen nicht so stark besucht werden wird. Für uns geht es nach einer ganz kurzen Pause auf dem Almweg weiter hinauf in Richtung Vorderkaiserfeldenhütte. Teils zieht der Weg rechst steil hinauf. Auf ca 1320 m kann man nach Rechst eine alten, verfallenden, rumpeligen Hohlweg Abkürzen, ob man da aber schneller ist bezweifeln wir. Nach etwa 30 Hm laufen die Wege wieder ineinander und leiten uns direkt an die Vorderkaiserfeldenhütte. Und hier haben wir nun nicht nur ein wenig eingezuckerte Winterlandschaft, sondern eine geschlossene Schneedecke die gute 20-30 cm mächtig ist. Wow, wir haben gerade mal Ende September, doch es hat schon was. Die Tische und Bänke an der Hütte sind noch dick zugeschneit und uns ist es zu Früh für eine ausgiebige Pause.
So wandern wir um die Hütte herum, nicht ohne den ersten Schneemann der Saison (ein anderes Wanderpärchen hatte sich die Mühe gemacht) abzulichten und beginnen den Aufstieg an den Fuß der Naunspitze. Steil führt uns ein schmaler Pfad durch den lichten, verschneiten Bergwald zügig aufwärts in einen leichten Sattel zwischen Naunspitze und Petersköpfl. Dort halten wir uns nach rechts und stapfen weiter den noch gut auszumachenden Pfadspuren unter der Schneedecke weiter bergan dem Petersköpfl entgegen. Nun greift der Wind, der von Osten durch das Kaisertal pfeift immer wieder nach uns und uns dämmert, das das keine gemütliche Gipfelrast werden wird. Weiter steigen wir durch die tief verschneite Latschengasse steil unter einer Felswand hindurch und hinauf in den Sattel nördlich des Petersköpfl. Ein Wegweiser deutet der Richtungswechsel nach rechts (Süden) und dann sind es nur noch ein paar Minuten durch eine Latschengasse hinauf an den Gipfel. Geradeaus leitet der Weg über den Einser- Zwölfer und Elferkogl zur Pyramidenspitze sowie der Vorderen- und Hinteren Kesselschneid, da geht´s heuer jedoch nicht hinüber.
Am Gipfel mit seinen kleinen und dennoch imposanten Kreuz angelangt, bietet sich uns eine grandiose Aussicht hinüber ins Mangfallgebirge, die Chiemgauer Alpen und natürlich den Wilden Kaiser. Der er Tiefblick ins nördliche und südliche Inntal ist durch die vor uns abbrechende Steilwände einzigartig. Auch die Fernsicht in die Kitzbühler-, Zillertaler-, Tuxer- und Stubaier Alpen ist heute nahezu perfekt. Nur der Wind stört und es wird schnell kalt. So schießen wir nur ein paar Bilder und verkrümeln uns über den Aufstiegsweg nach unten. Dabei hoffen wir auf eine nettes Platzerl im Schnee - doch das welsches wir im Auge hatten ist bereits belegt. Schade, doch so steigen wir weiter ab und kraxeln ein Stück die Naunspitze hinauf und haben dort einen schönen Platz in wärmender Sonne und außerhalb der Reichweite des eisigen Winds. Schnell vergehet so eine dreiviertel Stunde, dann packen wir zusammen und steigen zurück an die Vorderkaiserfeldenhütte. Von den verschneiten Bäumen tropft der tauende Schnee mächtig auf uns herab und der in der Früh noch feste Schnee wandelt sich mehr und mehr zu einer einzigen matschigen Masse.
Die Hütte ist, im Vergleich zu normalen Zeiten, fast leer und so finden wir an der windgeschützen Wand ein sonniges Platzerl und genehmigen uns hier nochmal eine ausgiebige Pause. Einfach schee so ein Sonnenbad. Doch auch hier zieht es uns nach gut 45 Min. weiter und wir gehen den Abstieg auf dem herweg an. So wandern wir nun wieder Schneefrei auf der Almstraße hinunter an die Rizaualm. Dabei nehmen wir jetzt den Abkürzer über den holprigen Hohlweg und haben in etwa 20 Minuten die Alm erreicht. Hier bleiben wir dann auf der Almstraße, wandern zunächst über das Almgelände, später durch den Wald und an der Berg'k'htte vorbei hinunter ins Kaisertal. Auf ca 780 m treffen wir wieder auf unseren Aufstiegsweg und wandern über diesen und später den Kaiseraufstieg zurück zum Ausgangspunkt der heutigen Bergfahrt.
Diese Tour hat uns heute gezeigt, warum der Aufstieg auf Naunspitze und Petersköpfl so lohnenswert ist. Schaut´s Euch die Bilder an, dann bekommt man in etwa eine Vorstellung wovon wir sprechen 😉.

Aussicht vom Petersköpfl
Beschreibung

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:
- mittelschwere Bergtour
- Forststraßen, Waldwege, unzählige Treppenstufen Bergpfade z. T. recht steil
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit hilfreich
- Kondition für ~ 1.250 Hm und ca. 13 Km  

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung
- ausreichend Proviant und vor Allem Getränke

Beste Jahreszeit:
Ende Mai bis Ende Oktober