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Pitztaler Sonnenrunde
Hochzeiger, Wildgrat, Fundusfeiler, Hoher Gemeindekopf und Zollberg

(2560 m, 2971 m, 3079 m, 2771 m, 2225 m) 09.08.-11.08.24

Animiert durch einen Flyer des DAV, wollten wir bereits länger die vom Pitztaler Tourismusverband als Familientour benannte Pitztaler Sonnenrunde angehen. Doch bereits beim Anstieg (ohne Gipfelbahn) ist die erste Etappe hinüber zur Erlanger Hütte ganz schön anspruchsvoll. Selbst mit der Nutzung der Hochzeigerbahn von Jerzens bis zur Mittelstation darf die Überschreitung des Wildgrats (2971 m), immerhin ein Beinahe-Dreitausender, nicht unterschätzt werden – vor allem bei etwaiger Gewitterneigung sollte man vorsichtig sein. Bei guten Wetterbedingungen ist die Tour einzigartig schön, mehr Faszination für eine hochalpine Landschaft mit schroffen Gipfeln und bizarren Bergseen geht kaum! Trittsicherheut und Schwindelfreiheit sind dabei unabdingbare Voraussetzungen, die man im Gepäck haben muss.
Wir haben zwei Übernachtungen für diese alpine Bergtour eingeplant. Für trittsichere und konditionsstarke der Abstecher auf den Fundusfeiler ein zusätzliches Schmankerl mit imposanter Aussicht auf den Ötztaler Hauptkamm. Auf unserer letzten Etappe geht es nach der Überschreitung des Gemeindekopfs unter dem Hochzeiger über den Goaßsteig hindurch und über den Zollberg zurück an die Talstation der Hochzeigerbahn.

Wer Zeit und Lust hat, kann in der Erlanger Hütte auch einen extra Tag einplanen um noch kurz den Dreirinnenkogel mitzunehmen und den Rest des Tages als Badetag am Wettersee einplanen.

An der Erlanger Hütte
Erlanger Hütte

Ausgangspunkt
Jerzens OT Liss
Parkplatz Talstation Hochzeigerbahn
(ca. 1450 m)

Routenverlauf
Bergstation Hochzeigerbahn - Hochzeiger - Grosssee - Wildgrat - Wettersee - Erlanger Hütte - Wettersee - Feilerscharte - Fundsfeiler - Feilerscharte - Lehnerjoch - Ludwigsburger Hütte - Hoher Gemeindekopf - Kugleter See - Grosssee - Goaßsteig - Zollberg - Parkplatz

ca. 3 Tg
Tourenbeschreibung
Tag 1
Wir starten im Ortsteil Liss und gönnen uns die bequeme Auffahrt mit der Hochzeigerbahn, wodurch wir uns die ersten rund 550 Hm Anstieg sparen. Nach knapp 6 Minuten ist die Bergstation erreicht und die Pitztaler Sonnenrunde startet nun wirklich. Zunächst wandern wir der Beschilderung folgend in Richtung Kalben Alm und Hochzeiger. Rechts an der Talstation der Doppelsesselbahn vorbei, leitet uns ein schwach ausgeprägter Almweg, der schnell zu einem Pfad wird, an der Bahn vorbei und hinauf durch die Almwiesen. Auf ca. 2070 m halten wir uns an der Verzweigung vor einer Tannenguppe rechst und queren nun den Hang hinauf nach Südosten, kreuzen dabei einen breiten Wirtschaftsweg und erreichen gut 400 Hm später ein Wegekreuz. Das Gipfelkreuz unseres ersten Gipfels auf dieser Bertour und die Bergstation der Hochzeiger Bahn 2.5 haben wir dabei schon geraume Zeit fest im Blick. An der Kreuzung bleiben wir geradeaus (nicht an die Bahn gehend), steigen weiter nach Süden an, halten uns am Zollberggrat links und erklimmen die knapp fünfzig Höhenmeter an das Gipfelkreuz des Hochzeigers auf 2560 m. Der kleine Gipfel ist heute sehr gut besucht, kein Wunder, die meisten sind auch mit der Bahn bis fast an den Gipfel herauf gefahren. Eine Pause machen wir noch nicht, weil wir ja auch noch nicht wirklich lange unterwegs sind und so ziehen wir weiter nach Osten über einen schmalen Bersteig hinab in Richtung Groaßsee / Wildgrat. Der schmale Bergsteig schlängelt sich rechts vom Grat am Hang entlang und gewährt uns einen tollen Blick auf die Bergspitzen von Schwendtkopf, Riegelkopf, Kreuzjöchlspitze und Hoher Gemeindekopf. Über letzteren ist übrigens der Rückweg geplant!
Auf 2385 m erreichen wir eine Wegegabelung, scharf rechts herum wird übermorgen der Rückweg unter dem Hochzeiger hindurch zurück an den Zollberggrat führen. Wir bleiben jetzt geradeaus uns wandern weiter in Richtung der Beschilderung (Groaßsee/Wildgrat). Kaum zwanzig Minuten später ist der Groaßsee erreicht, den wir auf seiner südlichen Seite umwandern. Am nächsten Abzweig halten wir uns links (Beschilderung Wildgrat) und steigen nun immer steiler werdend dem zweiten Gipfel für heute entgegen. Den kommenden Abzweig ignorieren wir und bleiben weiter anteigend und deutlich aufsteilender geradeaus. Über eine große grasige, mit vielen großen und kleinen Felsbrocken schlängelt sich der Steig in die Höhe. Gut markiert und deutlich sichtbar ist so die Orientierung auch nicht schwer. Dreht man sich um, hat man eine kleine Lacke und den Groaßsee nochmal im Blick. Immer splittriger wird die Landschaft, wobei die Felssplitter durchaus auch mal mehr als ein m² groß sind, bis schließlich nur noch Felsenschutt unseren Weg zeichnet. Der Weg wird immer steiler und auf ca. 2750 m (unterhalb der Südscharte) weist ein Schild mitten im Geröll den Weg nach links (nördlich) hinauf. Wir stapfen nun weiter unter der Südwand des Wildgrat immer weiter empor, drehen auf ca. 2820 nach rechts in eine breite Rinne und steigen dem Gipfel entgegen. Der Steig ist inzwischen wirklich anspruchsvoll und es bedarf der vollen Konzentration, um nicht doch noch xxxxx auch wenn die Tief- und Ausblicke, vor allem, wenn der Schlussanstieg zum in der Ferne liegenden Gipfel erreicht ist. Am Gipfel sind wir nur mit drei anderen Wanderinnen und so können wir auf knapp 3000 Metern die Rundumsicht in vollen Zügen genießen. Die drohenden dunklen Wolken haben sich mittlerweile verzogen und bester Weiß-blauer Himmel rundet die Gipfelpanoramen ab. Jetzt ist es Zeit und wir ziehen unsere Brotzeit aus dem Rucksack und genehmigen uns diese am großen Gipfelkreuz des Wildgrat bei aller bester Fernsicht! Wer den Wildgrat erklommen hat wird mit einem sensationellen Ausblick über das Pitz- und Oetztal ordentlich für die Mühen des Anstiegs entlohnt. Selbst unser nächstes Etappenziel, die Erlanger Hütte, lässt sich von hier oben am kleinen Wettersee gut ausmachen. Was aus der ein und anderen Berschreibung zum Anstieg auf den Wildgrat als gemütliche Tour herausinterpretiert werden kann entpuppte sich doch als eine ernst zu nehmende Bergtour.
Nach der Pause steigen wir über den nach Osten hinabführenden Gipfelgrat abwärts. Die Beschilderung macht eindeutig, wo der Weg entlang geht und die meist guten Markierungen helfen den Weg recht gut zu finden. Je tiefer wir steigen, desto angenehmer wird der Bergsteig zu gehen und um so schöner zeigt sich der Wettersee mit der dahinter stehenden Erlanger Hütte. So legen wir vom Gipfel gut 400 Hm bis an die Hütte zurück. Durch die wechselnde Bewölkung leuchtet der Wettersee in seinen schönsten Farben zu uns herrauf. Vor dem Wettersee, queren wir ein Altschneefeld, halten uns später auf der südlichen (rechten) Uferseite des Sees. Vorbei ein einem Bildstock, queren wir den Abfluss des Sees und erreichen kurze Zeit später gegen 16:30 Uhr die kleine und urige Erlanger Hütte. Draußen ist es nicht mehr so angenehm zum sitzen und so entscheiden wir uns für ein kühles Radler in der Hütte. Wir fühlen uns richtig wohl, die Wirtsleute sind ein echt tolles Team, das Essen ist lecker und (auch) weil die kleine Hütte nicht voll ausgebucht ist, wirkt sie nochmals gemütlicher auf uns. Hier kommen wir gerne nochmal her.

Tag 2
Nach einer ruhigen Nacht und einem leckeren Frühstücksbuffet, brechen wir gegen 08:00 Uhr auf zur zweiten Etappe der Pitztaler Sonnenrunde. Kurz wandern wir zurück in Richtung Wettersee, nun rechts herum (nördlich) um diesen herum bis an den Abzweig, an dem wir gestern vom Wildgrat herab kamen und dort weiter geradeaus in Richtung Lehnerjoch, Ludwigsburger Hütte und Fundspfeiler.
Auf einem recht angenehm zu gehenden Bergpfad geht nach einem steileren Abstieg aus dem Sattel zwischen Dreirinnenkogel und Wildgrat nun in mäßigem bergauf und bergab bis an eine Abzweigung. Dort leitet ein Pfad nach rechts in Richtung Lehnerjoch, links auf die Spitze des Fundusfeiler den wir besteigen wollen. Von nun an nimmt die Schwirigkeit des Weges im Laufe des Anstieg stetig zu. Es gilt sich über einen Geröllhang in Richtung Feilerscharte nach oben zuhangeln. Im Hang ist wohl immer wieder Bewegung und so war es ab und an schwierig dem Weg zu folgen, doch mit etwas Erfahrung und Wegfindungsinn klappt das. In der Feilerscharte halten wir uns links und steigen nun der Beschilderung folgend, stetig über viel Geröll steil empor. Zuvor haben wir unsere Rucksäcke hinter einem dicken Felsbrocken versteckt und sind nur mit einer Flache Wasser dem Gipfel entgegen. Große und stabiele Steinmandl helfen den richtigen Weg zu finden. Der Anstieg hat zwar nur ~ 150 m, doch auch dieser ist doch recht anstrengend (und an Stellen braucht es auch den untersten Klettergrad, dann macht das alles Spaß) durch das viele Geröll. Doch ist der Gipfel des Fundusfeiler erst erreicht, hat man einen herrlichen Blick auf die benachbarten Gipfel. Der Gipfel ist überraschend gut besucht (~15-20 weitere Bergwanderer), wir dachten es ist eher einsam hier oben, doch vielleicht haben wir auch nur den falschen Zeitpunkt erwischt. Egal, wir wollten eh nicht all zu lange hier oben verweilen und machen uns auf dem Herweg zurück an den dicken Felsen, an dem wir die Rücksäcke deponiert haben.
Diese aufgenommen und weiter der Beschilderung folgend in Richtung Lehnerjoch. Oberhalb der Kleinen Lacke teilt sich der Bergpfad, wir halten uns links und erreichen nach gut eineinhalb Kilometern das Joch. Hier kann man nun geradeaus über den Ludwigsburger Grat (versicherter Steig über Schafhimmel und Kreuzjöchlspitze, schwer), nach rechts zur Erlanger Hütte und oder wie wir nach links und hinab an die Ludwigsburger Hütte wandern. Ein Schilderbaum zeigt deutlich die verschiedenen Ziele und Wege an.
Aus dem auf 2510 m gelegenen Lehner Joch steigen wir auf gutem Bergpfad (Weg 915) nach Westen ins Pitztal hinab und der Ludwigsburger Hütte entgegen. Teils fällt der Weg steil hinab und leitet uns auf ca. 2220 m an einen Fahreweg. Diesen queren wie in folge vier weitere Male, bevor 220 Hm später die Straße das vierte und letzte mal queren und etwa 300 m danach die Hütte erreichen.
Die Ludwigsburger Hütte ist eine kleine und nicht stark überlaufen und gastfreundlich Aplenvereinshütte, der namengebenden Sektion Ludwigsburg. Wir besorgen uns einen Übernachtungsplatz, dann ist Zeit zum, entspannen – für heute sind wir genug gelaufen.

Tag 3
Die Nacht auf der war o.k., und so raffen wir uns nach einem guten Frühstück auf zur letzten Etappe unserer Piztaler Sonnenrunde. Dabei verlassen wir die Hütte kurz dem Fahrweg folgend bergan nach Norden und folgen sogleich der Beschilderung in Richtung Hoher Gemeindekopf. Der Bergsteig leitet rasch hinauf und so wird einem auch wieder recht schnell warm. Nur gut, dass wir noch im Schatten ansteigen können. Nach den ersten ~330 Hm treffen wir auf den Fahrweg, der von der Ludwigsburger Hütte heraufzieht und den wir am Vortag mehrfach gequert hatten. Ein paar frei laufende Haflinger trabten den Weg in Richtung der Sonnenplätze hinauf, ließen sich durch uns jedoch nicht im geringsten stören und schauten einfach nur neugierig bei unserem Aufstieg zu. Wir queren den Weg erneut und folgen dem Steig weiter in angenehmer Steigung in einem weiten Linksbogen nach Nordwesten hinauf und später unter der Südseite des Hoher Gemeindekopf hindurch in eine mit Lawinenverbauungen gespickte Fläche hinein- Nun zwischen diesen wieder in vielen Serpentinen steil empor und nach Osten Eindrehend hinauf auf den Hoher Gemeindekopf. Damit ist der Höchste Punkt der heutigen Etappe erstiegen und von nun an geht es, von kleineren kurzen Gegenanstiegen abgesehen, stetig hinab. Nach dem durchaus anstrengendem Anstieg gönnen wir uns bei bestem Sommerwetter eine kurze Pause und genießen die Gipfelschau.
Der Weiterweg leitet kurz hinab an eine Verzweigung mit einem kleinen Schilderbaum der uns den Weg in Richtung Zollberg/ Tiroler Jubiläumsweg weist. Ab hier nun im weiteren Verlauf nach Norden hinunter an den kleinen Kugleter See. Trittsicherheit ist auch auf diesem Wegabschnitt mehr als hilfreich. Nach dem Kugleter See halten wir uns am Abzweig vor einer Lache links (geradeaus geht es Richtung Wildgrat weiter). Wir folgen zunächst einem flachen Wegstück nach Westen. Dabei leiten Markierungen auf gutem Steig nördlich eindrehend hinab an die nächste Verzweigung. Schon bald blicken wir hinab auf den Grosssee, an dem wir bereits zwei Tage zuvor auf dem Weg zum Wildgrat entlang gelaufen sind. Zurück auf dem bekannten Anstiegsweg wandern wir am Grosssee entlang zurück in Richtung Riegetal / Hochzeiger. nach dem See haben wir für eine Weile die Bergrettungshütte Jerez-Riegental links neben dem Weg liegen. Kurz wandern wir am Stolbenbach entlang. Doch schon bald fließt dieser hinab in das sich öffnende Tal zwischen Hochzeiger und Zollberg zur Rechten und dem langen von Hoher Gemeindekopf herunterziehenden Kamm zur Linken. Nun haben wir den freien Blick auf den Weiterweg und zum Zollberg sowie auf den Hochzeiger und den Herweg, den wir vor zwei Tagen herabgestiegen sind.
Also einfach auf bekanntem Weg weiter hinab an die nächste Verzweigung und dort nach links weiter in Richtung Zollberg und Goaßsteig. Auf ~2220 m erreichen wir eine weitere Wegegabelung, hier nun weiter geradeaus und dem Normalweg (902a) folgen oder etwas spannender nach rechts über den Steig weiter. Wer nicht ganz so Trittsicher und schwindelfrei ist (kurze Wegstücke auch seilversichert) oder es einfach etwas bequemer mag schlägt hier den Weg geradeaus ein, alle anderen halten sich wie wir nach rechst und erleben nochmal ein kurzes, doch durchaus spannenden Abschnitt. Zuletzt führen die Wege wieder zusammen und leiten uns an den Westgrat des Hochzeigers. Am nicht zu übersehenden Schilderbaum wandern wir hinab an die Bergstation des Schlepplifts und folgen dem Weg Zollberg, Ebni, Talstation. Unter dem Lift hindurch und über den Zollberg hinunter an den Aussichtspunkt Ebni auf ~1950 m. Weiter geht es in einer Spitzkehre vorbei an einem nicht zu übersehenden Marterl (Stallerstatt, ca. 1885 m) an einen Wirtschaftsweg. Auf diesem nun in einigen Serpentinen Abwärts und weiter nach Norden folgend hinunter in Richtung Talstation. Zuletzt leitet wieder ein Pfad durch ein vom Sturm niedergewalztes Waldgebiet, bevor wir eine Almwiese (Skipiste) an die Straße queren und an der Talstation vorbei den Parkplatz erreichen.
Es endet eine wirklich großartige Mehrtages-Berg-Rundtour durch das Pitztal, die –bei dem Wetterglück das wir hatten– einfach seines Gleichen sucht. Für geübte und Berggeher ein Erlebnis in einer tollen Umgebung. Eine Wiederholung ist nicht ausgeschloßen, wird man unterwegs doch immer wieder für die Mühen mit tollen Aus- und Tiefblicken reich belohnt!

Panoramablick vom Hochzeiger
Beschreibung

Hoher Gemeindekopf - Gipfelpanorama
Beschreibung

zum Höhenprofil

der Track zur Bergtour

Charakter / Schwierigkeit:
- schwere Mehrtages-Bergtour
- wenig Forststraße, meist Bergpfade und Bergsteige
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
- Kondition für insgesamt ~3.500 Hm↑, ~4.000 Hm↓ und ca. 34 Km  

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung & Hüttenübernachtung

Beste Jahreszeit:
Juni bis Ende Oktober
Früh bzw. spät im Jahr die Schneelage und Öffnung der Hütten beachten!