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Rotwandwiesen - Anderter Alpe

(~2040 m) 04.10.2021

In den Sextner Dolomiten wandern wir aus dem Fischleintal auf gutem Weg und Bergpfad, steil hinauf zu den Rotwandwiesen an die Rotwandwiesenhütte. Weiter leiten uns bestens hergerichtete Bergwege, hinüber zum frei zugänglichen "Freilichtmuseum Sextner Dolomiten - Gebirgskrieg 1915-1918" mit etlichen Überresten alter Stellungen, Lager, Stollen und anderer Relikte der Dolomitenfront aus dem 1. Weltkrieg.
Diese einfache Wanderung im Hochpustertal, ist vor allem bei bestem Wetter ab der Gondelstation recht stark begangen. Der Zustieg per Gondel ist äußerst bequem und auf dem gut angelegten Rundwegen lässt sich so für viel eine "richtige" Gebirgswanderung auf ~2000 Hm erleben, ohne zuvor 500 Meter im Aufstieg unter sich gebracht zu haben.
Doch auch bei Regen, hat die Runde aus dem Fischleintal was für sich.

An der Rotwandwiesenhütte
Rotwandwiesenhütte

Ausgangspunkt
Moos im Pustertal
Parkplatz "Fischleinboden"
(ca. 1450 m, 5 €/Tg., Stand 2020)

Routenverlauf
Parkplatz - - Bergstation Rotwandbahn - Rotwandwiesenhütte - Gamssteig (Sentiero dei Camosci) - Anderter Alpe (Freilichtmuseum - Museo all'aperto di Anderte Alpe auch “Bellum Aquilarum” genannt) - Weitental - Parkplatz

ca. 3½ Std.
Tourenbeschreibung
Aus dem Fischleintal starten wir am großen Wanderparkplatz Fischleinboden die heutige Wanderung durch das Rotwandtal hinauf zu den Rotwandwiesen. Das Wetter ist heute noch nicht wirklich für eine Wanderung gemacht. Mit Regenschirmen bewaffnet, hoffen -wie in der Wetterprognose angekündigt- auf trockenere Zeiten und starten unsere Tour kurz an der Straße entlang zurück nach Norden und am Abzweig nach rechts auf eine breite schottrige Forststraße. Wir folgen nun zunächst dem Weg 124, bleiben am ersten Abzweig rechts weiter aufwärts. Am danach kommenden Abzweig, bleiben wir auf dem Weg geradeaus (ab hier Weg 153). Vom Pfad, der hier nach rechts abzweigt, kommen wir später auf unserer kleinen Runde wieder von der Anderte Alpe herunter zurück. Die Forststraße steigt mal steiler, mal weniger steil, die folgenden rund 80 Hm an, wird zunehmend ruppiger, schmaler und endet Schlussendlich in einem Bergpfad. Auf dem Weg hinauf, rauscht an einigen Stellen ordentlich Wasser quer über die Straße und spült dabei einiges an Schutt mit ins Tal. Es beginnt zu tröpfeln und so spannen wir die Regenschirme auf, klemmen diese irgendwie in die Tragegurte der Rucksäcke (um Hände für die Fotografie frei zu haben) und stapfen weiter durch das Rotwandtal hinauf. Bei einem Marterl leitet der steinige und teils von Wurzeln überwachsene Bergpfad nun in den Tannenwald hinein. Nun leitet der Pfad in Serpentinen an einen Aussichtspunkt mit einem weiteren Marterl. Es regnet, die Wolken hängen tief und lassen nicht einmal einen kurzen Blick zu. So ziehen wir weiter hinauf. Die Serpentinen werden größer, der Tannenwald lichtet sich und wir treffen an den Abzweig, der von Moos herauf kommt. Dort nach rechts weiter hinauf an die Trasse der Rotwandbahn. Nun kurz an ihr entlang, einmal auf die andere Seite wechselnd an eine hölzerne Treppe. Die Treppe leitet über ein steiles Geländestück direkt unter der Gondelbahn hinauf und wieder zurück auf die westliche Seite der Trasse. Zum Regen gesellt sich nun der Wind und ein paar nasse Schneeflocken. Die Wolken haben uns hier nun auch recht fest umhüllt und so ist Null Aussicht. Somit sparen wir uns nach der Treppe den Aussichtspunkt der nach rechts vom Weg abzweigt und wandern auf bequemen breiten Weg noch vor der Bergstation Rotwandbahn an dem Wegedreieck nach rechts und in einem Bogen hinunter zur Rotwandwiesenhütte (Rifugio Prati di Croda Rossa). Hier stehen jeden Menge alte und neue Wegweiser, ein Verlaufen ist also nur schwer möglich. An der Rotwandwiesenhütte angekommen verkriechen wir uns erstmal in die warme Stube und genehmigen uns ein heißes Getränk. Hie drinnen ist es viel schöner als draußen bei Regen und Schneeregen durch die Nebelsuppe der Wolken zu wandern. Zudem ist von den markanten Sextner Dolomitengipfeln rein gar nicht zu erspähen und so machen wir uns nach einer knappen dreiviertel Stunde wieder auf den Weiterweg.
Von der Rotwandwiesenhütte wandern wir auf dem Weg 100 kurz über die Wiese an die Hinweistafeln zum Freilichtmuseum auf der Rotwand dem “Bellum Aquilarum” welche dem “Gebirgskrieg (1915 - 1918)” gewidmet ist. Der breit angelegte Wanderweg leitet danach sanft hinab in den Wald hinein auf den sog. Gamssteig. An der Verzweigung bleiben wir links und folgen einfach dem guten Weg. In seinem Verlauf zieht er einmal kurz an, leitet in zwei Serpentinen steiler hinauf und verläuft dann immer südlich durch die Westseite einer steilen Wand. Immer wieder kann man den ein und anderen tollen Blick hinauf erhaschen. Später geht es unter einer Steilwand hindurch, an deren Ende eine frische Mure -ausgelöst durch den Regen der vergangenen Tage- überstiegen werden muss. Mit Abstand und gebotener Vorsicht queren wir schnell diese Gefahrenstelle oberhalb des Weitentals. Kurz darauf erreichen wir eine mächtige Felsspalte, die steil hinaufgestiegen wird. Nun ist es nicht mehr weit bis an die Anderter Alpe. An der kommenden Verzweigung leiten beide Pfade nun die Alpe hinein und die Relikte aus den 1. Weltkrieg sind immer deutlicher und zahlreicher zu sehen. Wir bleiben auf dem rechten Weg der uns hinab an eine große Infotafel bringt. Neben dieser sind in einem kleinen Kessel noch zahlreiche Überreste von verschiedenen Bauten zu erkennen. Im weiteren Wegverlauf kommen wir noch an einem mächtigen Stollen (verm. mal eine Stellung) vorbei. Von der aus hat man besten Einblick hinein ins Tal des Landrobnachs, durch das man die Dreizinnenhütte und Toblinger Knoten erreicht. Danach wandern wir im Regen weiter durch die Anderter Alpe und steigen kurz über den Weg 122 (Talschlusshütte) hinunter. Auf etwa 1960 m verlassen wir diesen Steig und biegen nach rechts in nördliche Richtung auf den Weg 124 ein. Dieser leitet uns nun auf einem Bergpfad durch die Latschen zurück. Am Weitental treffen wir erneut auf die Mure, die hier unten wesentlich breiter ist als zuvor. Also genau geschaut, wohin wir treten und flugs diese Gefahrenstelle einzelnd gequert. Gegangen ist hier -nach den Spuren- noch keiner und so hat die Regenrunde auch noch etwas abenteuerliches abbekommen. Weiter geht es durch die Latschen und den lichten Wald hinein an einen Abzweig. Bei diesem Links hinab und an einem eingewachsenen Aussichtspunkt/Rastplatz vorbei. Der Weg ist unwegsam und durch das viele Wurzelholz unangenehm zu gehen. Trittsicherheit bring hier deutliche Vorteile! Nach einem steilen, von Wurzelholz überwuchertem, kleinen Rücken geht es kurz sehr batzig weiter talwärts, bevor sich der Untergrund wieder beruhigt, fester wird und wir auf den Abzweig vom Vormittag treffen. In diesen biegen wir nach links ein und folgen dem Aufstiegsweg zurück ins Fischleintal und dem Wanderparkplatz Fischleinboden.
Auch wenn das Wetter nicht immer super ist, man aber vernünftig ausgerüstet ist und über die nötige (Berg-)Erfahrung verfügt, hat auch diese kleine Runde etwas für sich. Als Halbtagestour kann man dann, bei solchen Wetterlagen den Nachmittag sehr gut in einer Sauna verbringen;-)

Livebild - Bergstation Rotwandbahn - Sextner Dolomiten
Beschreibung
(Original bei www.dreizinnen.com)

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:
- einfache bis mittelschwere Wanderung
- Forststraßen, Waldwege, Bergpfade
- Abstieg von der Anderter Alpe erfordert Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit
- Kondition für ~650 Hm und ca. 8,5 Km  

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung
- ausreichend Proviant und vor Allem Getränke

Beste Jahreszeit:
Ende Mai bis Ende Oktober