Wanderungen - Bergtouren - Schneeschuhtouren - Klettersteige - Hochtouren

 
Tour drucken Seite drucken.

Schafreuter (auch Schafreiter oder Scharfreiter)

(2102 m) 09.05.2020

Im Vorkarwendel zählt die Besteigung des Schafreuter zu einem der Klassiker. Auf 2102 m wartet eine Gipfel mit grandioser Aussicht nach allen Seiten. Wer die Augen aufsperrt und gute Sicht erwischt, kann in der Ferne den Starnberger See, den Walchensee sowie den Sylvenstein Speichersee erblicken. Auch die Berggipfel nah wie fern sind erkennbar z.B. Großglockner, Großvenediger und fast die gesamte Karwendelgruppe. Beim Auf- und Abstieg teile des Wettersteingebirges und die Zugspitze.
Bei Lust, Laune und Wetter kann die Tour von Gipfelsammlern zudem um das Delpsjoch erweitert werden.

Der Schafreuter / Schafreiter
Gipfel des Schafreuter / Schafreiter.

 
Ausgangspunkt: 
Wanderparkplatz im Rißtal (ca. 890 m)
(nahe der Oswaldhütte, an der Straße
zwischen Vorderriß und Hinterriß.)
Zur Bildergalerie

 

Routenverlauf:
Parkplatz - Moosen Alm - Kälbereck - Schafreuter - Tölzer Hütte - Kälbereck - Parkplatz

ca. 6 Std. 
Tourenbeschreibung:
Start am Wanderparkplatz oberhalb der Oswaldhütte. Heute wandern wir jedoch nicht über die Forststraße hinauf Mooslahneralm und Kälbereck, sondern wir steigen zunächst ein paar Meter hinab an die Landstraße und laufen ein paar Meter talaus bis vor ein kleines Häuschen. Dort rechst ab auf einen Pfad (Nr. 238) der sich im Gebüsch versteckt und in einen kleinen Bachgraben hinein. Sogleich links herum, steiler aufwärts auf die Almfläche oberhalb der Oswaldalm. Dieser Pfad leitet uns nun direkt hinauf bis an die Moosenalm. Zunächst steigt er ziemlich steil in vielen Serpentinen an. Der Pfad ist für uns auf jedenfall angenehmer und schöner zu gehen. Auch wenn es hier schattiger, als auf dem Fahrweg ist. Der Bergpfad ist meist gut und klar zu erkennen und somit ist die Orientierung unproblematisch. Mal mehr mal weniger gut ist auch die Beschaffenheit des Pfades. Wir übersteigen eine kurze, etwas ausgesetzte Steilpassage, queren den ein und anderen Bachlauf und erreichen schließlich die Flächen der Moosen Alm. Hier drehen die Wegspuren nach Süden ein und leiten uns hinüber an den noch nicht sichtbaren Fahrweg der vom Parkplatz herauf kommt. Nun wandern wie für ein paar Meter auf diesem entlang und verlassen ihn kurz darauf nach rechst in Richtung Kälbereck / Schafreuter. Dabei wird es deutlich flacher und der Weg schlängelt sich durch eine Wiese die mit Felsblöcken und vereinzelten Bäumen gespickt ist. Nun auf gutem Pfad weiter durch die Latschen in Richtung Tölzer Hütte. Beim Wegweiser "Schafreiter", den man schnell mal übersehen kann, halten wir uns links aufwärts. Geradeaus führt der Bergpfad zur Tölzer Hütte - aus dieser Richtung werden wir später im Abstieg herüber kommen.
Unser Weg führt nun steil durch die Latschen mehr oder weniger am Kamm entlang. Dabei können wir immer wieder tolle Ausblicke hinauf zum Gipfel und hinüber ins Karwendel nehmen. Da es so früh im Jahr noch einige Stellen gibt, wo der Altschnee anfängt zu tauen, wird es hier und da rutschig und matschig und der Steig wird etwas unangenehm zu gehen. So wird es dann wohl auch im Sommer, bei Nässe eher unangenehm zu gehen sein. Sobald die Latschen unter einem liegen wird der Weg besser und der Blick auf den Gipfel ist frei. Nun im Zickzack weiter über die Nordostseite des Schafreuter, dabei immer mal wieder nahe an der Abbruchkante entlang hinauf dem Gipfelgrat entgegen. Kurz vor dem Gipfel, das Kreuz bereits fest im Blick wird es etwas anspruchsvoller, doch nicht wirklich schwierig. Mit ein wenig Kraxelei ist das kleine Gipfelplateau nach knapp drei Stunden erreicht und wir nutzen das gute Wetter für eine Pause, bei der wir unsere Brotzeit bei bester Aussicht verputzen.
Im Abstieg steigen wir über die Südseite, die deutlich anspruchsvoller ist als der Aufstiegsweg hinunter an die Tölzer Hütte. Die ersten Meter geht´s kraxelig und teils mit Stahlseilen versichert abwärts. Ein paar mal muss man schon hinlangen doch es ist nicht ausgesetzt und für den geübten nicht wirklich schwierig. Kurz steigen wir durch ein kleines Felsenlabyrinth, das von unzähligen Steinmandl geziert wird. Die dienen hier wirklich nicht der Orientierung ;-) Stellenweise ist es im Abstieg bis zur Tölzer Hütte recht glattpoliert, woraus man schließen darf, das sich an schönen Tagen, vor allem an Wochenenden sehr viele Menschen hier herauf steigen. Diese glatten Platten sind dann bei Nässe wieder sehr unangenehm zu gehen. An der Hütte angekommen bemerken wir, da bewegt sich was und ja es schaut so aus, als ob die Hütte für die Öffnung hergerichtet wird. Wir gehen kurz an der Hütte vorbei, da ruft´s aus der Senke vor dem Delpsjoch zu uns herauf. Wir schauen und steigen dem Rufenden entgegen, dieser (ehem. Hüttenwirt der Tölzer Hütte) zeigt uns unterhalb des kleinen Hügels mit dem Bildstock (Meister Martin Aschenbrenner) eine herrliche Alpenblumenwiese auf dessen Südseite. Der kleine Umweg hat sich gelohnt. Wir ratschen eine Weile und er verrät uns, dass die Hütte ausgeräumt wird und in dieser Saison völlig umgebaut wird. Also wird das heuer nix mit Hütteneinkehr.
Wer an der Tölzer Hütte die Lust verspürt und noch ausreichend Kondition hat, der kann nun das Delpsjoch "mitnehmen". Es liegt südlich der Tölzer Hütte und ist einfach zu erreichen und man ist meist alleine am kleinen Gipfelkreuz (zusätzliche ca. 100 hm↑↓).
Für den weiteren Abstieg wandern wir an der Hütte vorbei und unter der Materialbahn hindurch. Am Abzweig hinunter ins Lecktal bleiben wir rechts und wandern auf einem guten Bergweg in die Latschen hinein in Richtung Kälbereck (Weg 237 / S1). Es geht dabei noch einmal ~ 60 Hm durch blockiges, felsendurchsetztes Wiesengelände und Reste einer Schneewächte in einen schwach ausgeprägten Sattel. Dort angekommen verlieren sich die Spuren und man muss ein wenig schauen, wo der Weg entlang geht. Wir folgen dabei der günstigsten Möglichkeit in nördlicher Richtung durch die Wiese und finden sogar den ein und anderen markierten Felsen. Weiter geht es durch den nächsten Latschen bewuchs und die ersten Bäume, dann ist auch bald der Abzweig am Kälbereck erreicht. Hier wollten wir nochmal eine Pause einlegen, doch von Westen her ziehen dicke Gewitterwolken auf uns zu. So bleibt uns nicht´s anderes übrig als weiter zu gehen. Kurz bleiben wir auf dem Herweg, der uns zurück an die Forststraße bringt. Dem drohenden Gewitter geschuldet, nehmen wir nun doch erst einmal die Straße hinunter ins Tal. In einer Linkskehre auf ca. 1440 m verlassen wir diese bei einer Hütte nach rechts und steigen links an dieser vorbei auf einem schmalen Pfad hinunter auf unseren Aufstiegsweg. Auf diesen treffen wir auch rechts schnell und nun geht´s geschwind zu Tal. Doch wie das so ist mit aufziehendem Gewitter... wir haben Glück und uns erreichen die aller ersten Tropfen erst kurz vor eintreffen am Parkplatz. So haben wir alle steilen und vor allem bei Nässe unangenehmen Stellen hinter uns gelassen bevor es wirklich nass wurde.
Nach insgesamt 6 ¾ Std. endet eine super schöne Frühjahrstour, auf der in normalen Jahren an einem Samstag wohl deutlich mehr Wanderer unterwegs sind.
Wir wechseln flugs die Schuhe und als wir den Parkplatz in Richtung Heimat verlassen, entlassen die Wolken ihre mitgebrachte Wasserlast - Alles richtig gemacht 😊.

Gipfelpanorama am Schafreuter / Schafreiter
Schareuter

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:
- mittelschwere bis schwere Bergtour
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
- kurze gesicherte Stellen im südlichen Bereich des Gipfels

Ausrüstung:
- Bergwanderausrüstung

Beste Jahreszeit:
Ende Mai bis Ende Oktober