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Sentiero della Memoria

(1312 m) 08.10.2019

Eine teils aussichtsreiche Bergtour zeitweilig entlang der alten Frontlinie, an den Hängen des Monte Altissimo, die zu den Schauplätzen des Ersten Weltkrieges im Garda Trentino führt. Hier oben standen sich die Posten Österreichs und Italiens gegenüber. Noch heute lassen sich in dieser Gegend Spuren der konfliktreichen Vergangenheit wie Schützengräben, Tunnel, Kasematten und Laufgräben ausmachen und zeugen von ihrer strategischen Bedeutung. Der Weg führt zudem an einem kleinen Kriegsgräberfriedhof vorbei, der als Zeugnis an diese Geschenisse erinnert.

Laufgang/Unterstand nahe der Malga Zures
An der Malga Zures
Ausgangspunkt: 
Malga Zures - Nago (TN)
Parkplatz bei der Malaga Zures ~10 Km von Nago
(ca. 700 m)
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Routenverlauf:
Malga Zures - Sorgente Varno – Coston tre Alberti - Strada Dos Tre Alberti - Dos del Mosca - Strada Baita della Selva - Baita della Selva - Aussichtspunkt La Guarda - Busa del Bonet - Malga Casina – Chiesatta degli Alpini di Dos Casina - Malga Zures

ca. 4 ¾ Std.
Tourenbeschreibung
Ein Teil des heutigen Weges heißt Domenico Rigotti und ist einem Bergführer aus Nago gewidmet, der zwischen 1914 und 1915 die Rettung für all diejenigen war, die über die Grenze fliehen wollten/mussten. Rigotti hat rund einhundert Personen zur Flucht nach Italien verholfen, wurde angeschwärzt und musste seine Arbeit als „Fremdenführer“ umgehend einstellen und auch selbst nach Italien flüchten, um einer Verhaftung zu entgehen.
Die Tour starten wir unmittelbar bei der Zures Alm auf ca. 700 m. Meereshöhe. Zunächst schleichen wir ein wenig durch die dort noch vorhandenen Unterstände, Stellungen und Laufgänge, bevor wir an den großen Hinweis- und Informationstafeln vorbei nach Süden marschieren. Am ersten Abzweig halten wir uns rechst, wandern auf einem Wirtschaftsweg kurz hinauf und sogleich wieder abwärts. Den kommenden Abzweig nach rechts ignorieren wir, halten uns kurz danach an der nächsten Möglichkeit rechts und wandern weiter auf dem Wirtschaftsweg (Beschilderung: Garda Trek - Medium - La Corona del Garda) nun etwas steiler abwärts. Vorbei geht´s dabei am Startpunkt eines Biker-Trails, der wohl sportlich hinunter nach Torbole führt. Links wie rechts des Weges lassen sich immer wieder alte Stellungs- und Laufgangreste entdecken. Auf ca. 660 m bleiben wir an der Kreuzung geradeaus und wandern nun eine längere Zeit auf dem breiten Weg nach Süden. Unterwegs hat man immer wieder schöne Blicke auf den Gardasee und die gegenüber liegende Bergwelt. Nach gut 2,5 Km gabelt sich der Weg. Wir bleiben auf dem linken, erreichen kurz darauf einen Wasserspeicher und die kleine Quelle "Sorgente Varno". Ab hier heißt es nun aufpassen, sonst ist der eigentliche Weg schnell verpasst. Etwa 60 m nach der Quelle zweigt nach links ein unscheinbarer Pfad ab, der in den Wald hinauf führt. Diesen gilt es hinaufzusteigen, um später die Strada Bait della Selva zu erreichen. Wir waren allerdings etwas unbedacht und freuten uns des Weges, der einfach bequem zu gehen war, auch wenn dieser nun deutlich steiler wird. Auf etwa 700 m wird der Weg flacher und endet kurz nach einem riesigen alten Käfig an einem mächtigen Felsblock. Schaut aus wie eine Bärenfalle o. ä., leider haben wir verpasst ein Bild von diesem Monstrum zu machen. Nach dem Käfig wird der Weg zunehmend schlechter und endet schließlich in einem Jägerpfad. Hier gilt es nun, sich über einen Bergrücken (Coston tre Alberti) zu kämpfen und den noch sichtbaren doch teils nur schwach ausgeprägten Weg zu finden. Nach dem Graben erreichen wir eine freie Fläche die mit Blockgestein gefüllt ist. Gegenüber schauen wir direkt auf Pregasina. In dem Blockgelände hat es blaue Markierungen und es gibt einen deutlichen Pfad durch die Felsen, so wägen wir uns zumindestens auf einem Weg, auch wenn dieser nicht mehr benutzt wir. Nachdem der Weg in deutlicher Steigung hinauf führt, uns wieder in den Wald zurück bringt und dort alte, recht gute Wegspuren weiter führen, folgen wir diesen hinauf. Doch irgendwann ist Schluss und die Natur zeigt uns wie Sie sich die Wege zurückerobert - der Weg ist weg. Grob wissen wir, wo wir hinaufsteigen müssen und so schlagen wir uns weglos durch steiles, bis sehr steiles Gelände im "Piani di Tempesta" nach Osten hinauf. Der Untergrund ist nicht sehr stabil und so kostet dieser Anstieg ´ne menge Körner. Auf ca. 900 m sehen wir weiter oben einen Hochsitz. Also muss es dort zumindest einen Pfad geben, der uns wieder auf einen ordentlichen Weg bring und so steigen wir in dessen Richtung weiter hinauf. Auf ca. 1000 m erreichen wir nahe des Hochsitzes eine Waldstraße (Strada Dos Tre Alberti). Auf dieser wandern wir leicht fallend nach Norden, bis wir an einer Gabelung den Doss del Mosca erreichen. Hier biegen wir scharf rechts ab und marschieren über die steile Bergstraße (Strada Bait della Selva) aufwärts. Damit haben wir unseren geplanten Weg wieder unter den Sohlen.
Auf ca. 1090 m kommen wir an der Bait della Selva vorbei. Wir gingen davon aus, dass hier eine alte militärische Anlage wäre, doch die Steinhütte macht nicht den Eindruck aus der Zeit um 1914/1915 zu sein. Doch vielleicht irren wir ja auch. So marschieren wir weiter bergan bis sich nach rund 700 Metern der Weg gabelt. Wir bleiben weiter geradeaus (scharf linksherum ist ein Blindweg, der Weg abwärts führt in Richtung Navene und Malcesine) und steil hinauf. Nach einer spitzen Linkskehre auf ca. 1200 m dreht der Weg nach Norden und leitet uns nach gut 2 Km auf eine kleine Wiese bei einer Hütte mit einem tollen Aussichtspunkt (La Guarda). Hier ist auch ein Kreuz zur Erinnerung angebracht. Bei angenehmen Temperaturen, einer tollen Aussicht über den Gardasee, lassen wir uns bei der Bank nieder und futtern erstmal unsere Brotzeit und die Kekse weg.
Für den Weiterweg entscheiden wir uns für den direkt nach Norden in ein Wäldchen hinunter führenden Weg. Dieser fällt zunächst steil hinab und verläuft später durch ein paar verstreut stehende Häuser. Der dort angelegte Rasen ist teilweise fast einem englischen Rasen gleich. Später treffen wir am Crocefis dela Busa del Bonet auf eine Straße. Diese queren wir und wandern auf der gegenüberliegenden Seite auf einem immer ruppiger werdenden Pfad hinab. Zweimal kreuzen wir noch die Straße, dann entscheiden wir uns für den, zwar längeren, doch bequemeren Weg hinab an die Malga Casina (alternativ kann man auch auf dem Pfad bleiben). Dort zwischen den Häusern an der Capana Caduti del Monta Baldo hindurch nach Norden und kurz zurück auf die Straße. In kommender Linkskehre verlassen wir diese und folgen dem für Radler gesperrten linken Weg abwärts. Der rechte Weg führt u. a. hinauf zum Doss'Alto di Nago. Der unsrige Weg bringt uns teils sehr steil und ruppig hinunter und zurück an die Malga Zures. Unterwegs weisen Schilder zur "Chiesatta degli Alpini di Dos Casina", zu der wir jedoch nicht hinüber wandern. Ein nach rechts steil abfallender, sehr holpriger Hohlweg wird ignoriert. Wir verlieren im Abstieg rasch an Höhe, bis auf ca. 860 m der Weg in einem weiten Bogen von Ost nach West (flach) und kurz danach wieder nach Norden dreht. Erneut geht´s nun steil hinunter und zurück an die Straße. Wer mag kann hier kurz weiter geradeaus an der Kirche "Madonna del Faggio" vorbei und zurück zu Malga Zures wandern. Wir bleiben auf der Straße und erreichen so nach gut 700 m den Ausgangspunkt auf der asphaltierten Straße.
Alles in allem war das heute eine spannende, wenn auch nicht wie geplant verlaufene Tour. Wer diese gehen möchte, sollte sich zuvor mit der Karte und dem Weg vertraut machen, sonst kann es einem schnell wie uns gehen.... Vielleicht gehen wir diese nochmal, dann jedoch definitiv in umgegkehrter Richtung und über diese Punkte: Malga Zures - Doss'Alto di Nago - Caverna Rossi - ex Cimitero di Guerra - Dos de la zòca - Malga Casina - Sorgente Varno - Malga Zures.

Blick auf den See und Limone
Blick auf den Gardasee

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:
- Forststraßen, meist gute Berg- und naturbelassen Steig 
- Trittsicherheit im Abstieg hilfreich
- Kondition für ~850 Hm und ca. 15 Km  

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung
- ausreichend Proviant und vor Allem Getränke

Beste Jahreszeit:
Mitte Mai bis Ende Oktober 

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