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Über das Mittlere Kraxenbachtal zum Sonntagshorn

(1961 m) 11.11.2018

In den Chiemgauer Alpen markiert das Sonntagshorn mit 1961 m den höchsten Berg dieser region. Das Sonntagshorn liegt zwischen Ruhpolding und Unken, genau auf der Grenze von Deutschland und Österreich. Der berg ist Sommers wie Winters ein beliebtes Tourenziel und bei schönem bergwetter auch entsprechend Stark besucht.
Von Laubau führt eine wunderschöne und ruhige Tour durch das Mittlere Kraxenbachtal auf den beliebten Aussichtsberg. Am häufigsten wird das Sonntagshorn jedoch über den wesentlich einfacheren und deutlich kürzeren Steig von Süden her bestiegen. Heute führt unsere Rundtour über das Mittlere Kraxenbachtal hinauf und das Hintere Kraxenbachtal wieder zurück ins Tal. Diese Variante ist im Aufstieg nur für den geübten und sicheren Bergsteiger, hat es unterwegs doch einige Kletterstellen im II Grad.
Wer die Tour unter die Sohlen nehmen mag, der hat eine lange, durchaus anspruchsvolle und recht fordernde Bergtour vor sich.

Gipfel Sonntagshorn
Sonntagshorn - Chiemgauer Alpen

Ausgangspunkt
Laubau
Parkplatz am Holzknechtmuseum (ca. 700 m)

Routenverlauf
Parkplatz - Schwarzachenalm - Mittlere Kraxenbachtal - Vordere Kraxenbachalm/Diensthütte - Großer Sand - Reifelbergscharte - Sonntagshorn - Sonntagshornscharte - Schuttkar - Hintere Kraxenbachalm Diensthütte - Triftklause - Mittlere Kraxenbachtal - Schwarzachenalm - Parkplatz

ca. 8½ Std.
Tourenbeschreibung
Zu Beginn der Tour wandern wir (wie bereits 2017) auf der Forststraße beim Holzknechtmuseum nach Süden und folgen den Wegweisern in Richtung "Sonntagshorn" los. Nach etwa 1 Km biegen wir links ab und queren über die Brücke den Fischbach. Danach laufen wir fast ohne Steigung auf dem Fahrweg weiter nach Süden bis an die Schwarzachen. Dort dreht der Weg nach Osten und leitet uns auf den nächsten ~1500 m hinter zu den Schwarzachenalmen. Direkt unterhalb der Alm, mitten auf einer Wiesenlichtung folgen wir der Beschilderung nach rechts (südlich) hinein in das Hintere Kraxenbachtal. Zunächst folgen wir den Wegspuren bis sich diese zu einem schmalen Weg am Bach entlang vereinen. Auf dem schmalen Pfad wandern wir nun weiter in das Tal hinein, dabei bieten sich uns spektakuläre Ansichten wenn die Morgensonne durch den Dunst zwischen den herbstlichen Bäumen durchscheint. Nach etwa einer Viertelstunde erreichen wir eine Weggabelung. Hier verzweigt sich nun der Pfad ins Hintere Kraxenbachtal und das Mittlere Kraxenbachtal. Geradeaus führt der Weg hinein in das Hintere, nach rechts wandern wir heute in das Mittlere Kraxenbachtal. Bei dem heute gewählten Anstieg haben wir dann später im Abstieg das lange Schuttfeld für eine zügige Abfahrt. Dafür müssen wir den Aufschwung über den Großen Sand, eine steile Rinne die hinauf in die Reifelbergscharte (UIAA II) leitet und weitere Ier-Stellen am Westgrat bewältigen. Doch genau das ist unser Plan für die heutige Bergrundtour.

An der beschriebenen Verzweigung halten wir uns rechts (Schild: Mittleres Kraxenbachtal, Sonntagshorn), steigen kurz hinab an das Bachbett des Danzingbach und suche eine geeignete Stelle für die Querung. Hier ist es durchaus sinnvoll nicht all zu lange am Danzingbach entlang zu laufen, sondern früh eine geeignete Stelle für die Querung zu nehmen. Auf der anderen Bachseite Seite angekommen führt ein schmaler Bergpfad nach rechts garch hinauf und in den lichten Wald hinein. Begleitet vom Rauschen des Mittleren Kraxenbachs geht es nun rasch aufwärts. Auf etwa 890 m queren wir einen Wasserlauf und kurz darauf auch den Mittleren Kraxenbach. Im weiteren Verlauf wandern wir auf dem Pfad weiter durch dieses wilde Tal meits steil aufwärts, queren erneut zwei Wasserläufe, die den Kraxenbach speisen und treffen auf etwa 1200 m auf den Verbindungsweg hinüber zur Hinteren Kraxenbach Diensthütte. Hier überqueren wir nochmals den Mittleren Kraxenbach und gelangen kurz danach an die Diensthütte Vordere Kraxenbach. Nach nunmehr guten 2 Stunden des Marschierens, genehmigen wir uns an der kleinen Hütte eine Pause, bevor wir den Weg über den Großer Sand in Richtung der Reifelbergscharte angehen.
Von der Hütte führt der Pfad teilweise recht steil durch den lichten Wald nach Süden weiter hinauf. Der Weg dreht kurz nach Westen ein und im weiteren Verlauf wieder zurück in Südliche Richtung. Mit Blick gegen die sich im Süden aufsteilenden Wände der Vorderen Kraxenbachschneid steigen wir nach und nach aus dem Wald heraus und erreichen auf ca. 1380 m den großen, Geröll gefüllten Kessel "Großer Sand". Von hier ist der Weg noch nicht wirklich auszumachen, doch die Wegspuren sind immer gut zu erkennen und so kommen wir rasch voran. Mühsam steigen wir durch diese immer steiler werdende Schutt- und Gerölllandschaft und erreichen schließlich den Einstig in die kurze Kraxelei hinauf in die Reifelbergscharte. Ein wenig muss man schon schauen, doch es hat zahlreiche Markierungen, die den Geübten mit schönen Kraxlstellen und ein paar Bänder schnell in die Scharte hinauf bringt. Vorsicht ist bei Steigen alle mal geboten, liegt doch viel bröseliges Gestein auf dem Weg, dass man schnell losgetreten hat. Ist viel Betrieb durch weitere Bergsteiger, macht ein Steinschlaghelm auf dem Kopf durchaus Sinn. In der Scharte angekommen hat man bereits einen tollen Blick nach Süden hinunter ins Heutal. Links haltend steigen wir aus der Scharte über den auf den Westgrat weiter hinauf. Der Weg führt nun steiler werdend mitten durch einen Latschengürtel, einige weitere Kraxlstellen in etwa einer ¾ Std. hinauf zum Gipfel des Sonntagshorn. Ein paar Minuten vor erreichen des nach Süden hin breiten Gipfels treffen wir auf den Normalweg, der von Süden aus dem Heutal herauf zieht. Nun ist es nicht mehr weit und nach einem letzten kleinen Latschenband, hat man den Gipfelhang und die meist vielen Besucher bereits fest im Blick.
4 ¼ Stunden nach dem Start stehen wir in den Chiemgauer Alpen am Gipfelkreuz auf dem Sonntagshorn. Bei bestem Bergwetter, angenehme fast spätsommerlichen Temperaturen suchen wir uns ein freies Plätzchen, genießen unsere Brotzeit und die herrliche Aussicht vom Kaisergebirge über Geigelstein, Hochries, Kampenwand, Hochgern, Hochfelln, Rauschberg, Hochstaufen und Predigtstuhl bis in die Berchtesgadener Alpen. So kann man es doch aushalten und wir können sagen: Uns geht´s gut...
Für den Abstieg steigen wir zunächst in nordöstliche Richtung hinab in die Sonntagshornscharte zwischen Aibleck, Hochgern und Sonntagshorn. Gleich zu beginn leitet der Pfad teils recht steil und ausgesetzt führt am Grat entlang. Ein paar leichte Klettereien und eine steile Rinne müssen im Abstieg gemeister werden, für klettergewandte, trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger sollte das kein Problem sein. In der Sonntagshornscharte steigen wir dann nach Norden hinab in das Hintere Kraxenbachtal und erreichen auch recht bald das Geröllfeld. Zum Teil lässt es sich in diesem unwegsamen, grob-gerölligem Terrain bereits Abfahren, doch der richtige Spaß beginnt erst auf etwa 1700 m. Zügig geht es durch den Schotter hinab bis auf etwa 1480 m wo der Weg flacher wird und wir die ersten Büsche und Sträucher erreichen. Durch diese schlängelt sich nun der Weg und wir treffen auf die ersten Meter des Hinteren Kraxenbachs, der hier noch zum größten Teil unter den Felsen verborgen ist. Ein kurzes Stück wandern wir sogar mitten im Kraxenbach, gut dass kein Hochwasser herrscht. Aus dem Buschwerk erwachsen nach und nach Bäume und bald treffen wir auf die Diensthütte Hintere Kraxenbachalm. An der Hütte vorbei wandern wir über die zugewachsene Hintere Kraxenbachalm, queren den Kraxenbach und steigen teilweise recht steil auf gutem Pfad an einen Wasserfall im Kraxenbach hinunter. Dort queren wir den Bach erneut, wandern weiter nach Norden und queren diesen auf ca. 1000 m ein letztes Mal. Weiter an Höhe verlierend steigen wir später auf rund 930 m an der Triftklause vorbei weiter ab . Danach wird der Weg nach und nach flacher und leitet uns hinunter an die Wegeverzweigung von heute Vormittag. Kurz zuvor sind die beiden Kraxenbäche aus dem Hinteren und Mittleren Kraxhenbachtal zum Danzingbach zusammengeflossen. Kurze Zeit später, dort wo der Vordere Kraxenbach in diesen mündet erreichen wir auch schon die Schwarzachenalm.
Von hier marschieren wir nun auf bekanntem Herweg gut 5 Km zunächst an der Schwarzache später am Fischbach entlang zurück zum Startpunkt der heutigen Tour am Holzknechtmuseum in Laubau. Dort beenden wir eine sehr abwechslungsreiche, anstrengende, aussichtsreiche und tolle Bergtour.
Die Touren durch die Kraxenbachtäler sind einfach sehr schön. Die Kraxenbäche winden sich wild durch die Schluchten und die Anstiege durch die beiden Täler haben jeweils Ihren eigenen Reiz und sind für die ambitionierteren Berggeher jeweils eigene tolle Tagestouren. Wer es etwas einfacher mag, als die hier Beschriebene Tour, nimmt einfach unseren Abstiegsweg für den Aufstieg und geht die lange Rundtour über das Heutal und das Fischbachtal wieder zurück nach Laubbau. Die Tour Über das Hintere Kraxenbachtal auf´s Sonntagshorn haben wir ebenfalls beschrieben.

Der am meisten begangene Aufstieg von Süden aus dem Heutal hinauf auf den Gipfel des Sonntagshorn fehlt uns auch noch. Diesen möchten wir in einem der kommenden Winter mit Schneeschuhen angehen, da dieser dafür wohl auch ganz gut geeignet scheint. Start ist dann auf der österreichischen Seite des Berges in Unken / Heutal am Wanderparkplatz P2.

Fernsicht vom Sonntagshorn nach Süden
Absamer Klettersteig

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:
- Forstwege und gute Bergpfade sowie Bergsteige  
- Im Aufstieg Kraxelei in der Scharte zum Westgrat bis UIAA II
(keine Versicherungen, dafür viele Markierungen)

- Im Abstieg Kraxelstellen am Ostgrat bis UIAA I
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
- Kondition ca. 1.300 Hm 

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung
- ausreichend Proviant und vor allem Getränke
- Unterwegs keine Einkehrmöglichkeit

Beste Jahreszeit:
Ende Juni bis Ende Oktober (Schneeverhältnisse beachten)