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Brünstelkreuz - Brünstelskopf - Großer Zunderkopf - Vorderer Felderkopf - Felderkopf

(1734 m, 1814 m, 1895 m, 1928 m, 1818 m) 18.08.2019
Unweit des bekannten und recht beliebten Kramers, kann man bei einer mittelschwierigen und langen Bergwanderung gleich 5 Gipfel unter die Wanderstiefel nehmen. Für die Tour auf Vorderen Felderkopf in der Kramergruppe des bayerischen Teils der Ammergauer Alpen braucht es an ein paar wenigen Stellen Trittsicherheit. Die gesamte Bergtour erfordert unbeding eine gute Kondition, sonst wird es Mühsam und dann ist es mit dem Spaß schnell dahin. Obwohl die Tour nicht über die 1928 m hinaus geht, wird man auf dem knapp 18 Km langen Weg über die Gipfel mit tollen Ausblicken belohnt. Auslick vom Brünstelkreuz über die Gipfel der heutigen Tour
Blick vom Brünstelkreuz
Ausgangspunkt: 
Garmisch-Partenkirchen oberhalb des OT-Sonnbichl
Parkplatz "Pfleger-See"
(ca. 845 m)
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Routenverlauf:
Parkplatz - Lahnenwiesengraben - Herrentischgraben - Hölle - Gießenbacherweg - Brünstelkreuz - Brünstelskopf - Großer Zunderkopf - Vorderer Felderkopf - Felderkopf - Ennigalm - Dafala - Herrentischgraben - Lahnenwiesengraben - Pflegersee - Parkplatz

ca. 6 ½ Std.
Tourenbeschreibung

Vom Parkplatz wandern wir kurz nach Nordosten dem Pflegersee entgegen. Die Temperaturen sind nun deutlich (es ist Sommer) angenehmer als vor drei Monaten, als wir hinauf zur Ennigalm gewandert sind. Vorbei geht´s am See, in dem sich dicke Karpfen tummeln. Dabei haben wir einen guten Blick auf die steil aufsteigenden Wände des Königstands. Auf der Forststraße marschieren wir am Berggasthof Pflegersee vorbei über eine leichte Kuppe und folgen der Beschilderung in Richtung Ennig/Notkarspitze. Ein Stück wandern wir dabei auf der "Via Alpina" (die Via Alpina ist ein Wanderweg von Triest nach Monaco). Auf ihren fünf Routen durchquert Sie Italien, Slowenien, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Lichtenstein, Frankreich und Monaco. Bei der kommenden Wegegabelung weiter linkshaltend (verblasstes Schild Reschberg-Ennigalm-Notkarspitze) auf der Forststraße talein und an den Lahnenwiesgraben. Nach der Brücke scharf rechts herum und sogleich steil bergan. Bei der darauf folgenden Kreuzung nach links und in westliche Richtung auf einen feuchten, im weiteren Verlauf ruppiger werdenden Holzziehweg einbiegen. Die Beschilderung am "Garmischer Stich" weist den richtigen Weg.
Nach etwa 400 Metern verzweigt sich der Weg und hier steigen wir nach rechst am Bach (Herrentischgraben) weiter auf. Der Weg ist recht feucht und es liegen viele lose Steine herum. Kurz bevor wir wieder die Forstraße erreichen, queren wir den Bach. Am Forstweg dann links hinauf und hinter der kommenden Rechtskehre erneut links auf den kleinen Pfad (Schild: Hölle) abbiegen. Erneut steigen wir, nun merklich steiler, über einen steinigen Karrenweg aufwärts und treffen wieder auf die Forststraße hinauf zur Ennigalm. Diese queren wir bei verlassen der "Hölle" nach rechts und gleich am bereits einsehbaren Abzweig nach links (Norden) steil hinauf in den sog. Gießenbacherweg, der zur Gießenbachalm, Roßalm und weiter zum Hasenjöchl hinauf führt. Doch so weit, bis zu diesen Almen wollen wir gar nicht. Ein wenig mühsam wandern wir auf der Forststraße bis an ein Viehgatter, danach noch ein Stück weiter bis an die Wegekreuzung auf 1300 m. Dort verlassen wir den Gießenbacherweg nach links auf einen Waldpfad. Hier am Gießenbachsattel, direkt bei der Bank geht´s hinein in den Wald und sehr bald aufsteilend über den Ostrücken hinauf zum ersten Gipfel des Tages, dem Brünstelkreuz. Durch lichten Mischwald, kurze freie Wiesenlichtungen, einen Tannenwald, einem Gartentor, steilen schrofigem und leicht kraxeligem Gelände erreichen wir den Brünstelkreuz nach gut einer Stunde schweißtreibenden Anstiegs. Kurz vor dem Gipfel verhilft ein sanftes Sommerlüftchen zu etwas Kühlung. Ab dort, etwa 50 m unterhalb, hat man das imposante Gipfelkreuz im Blick. Die Aussicht ist heute bereits von hier sehr beeindruckend, doch wir wollen noch zwei weitere Gipfel besteigen, bevor wir am Vorderen Felderkopf eine Pause einlegen. So gibt es nur eine kurze Trink-, Verschnauf- und Aussichtspause und schon wandern wir weiter zum nur 80 m höheren Brünstelkopf. Dazu erst ein paar wenige Meter nach Westen hinab und auf gut erkennbarem Pfad durch die Latschengasse hinauf zum Brünstelkopf. Dieser ist nur ein grüner, grasiger Buckel an dessen Ende ein Wegweiser den Weg zum Vorderen Felderkopf und zur im Norden liegende Notkarspitze weist.
Unser Weg führt weiter durch die Latschengasse hinunter in den Sattel vor dem Großer Zunderkopf. Im Abstieg dorthin hat man gut sichtbar das Gipfelkreuz und den Aufstiegsweg vor sich. Auf etwa 1750 m gibt es die Möglickeit diesen Gipfel zu umgehen (wirklich Hm lassen sich dadurch nicht einsparen, muss man nach dem Großer Zunderkopf doch wieder hinauf in den Sattel vor dem Vorderen Felderkopf). Nun zieht der Pfad mässig steil durch die Latschen hinauf und dabei heizt uns die Augustsonne mächtig ein. Vom Zunderkopf wandern wir einfach dem deutlichen Pfad hinüber und hinauf auf den Vorderen Felderkopf. Nach etwa 3 ½ Stunden Gehzeit erreichen wir den Gipfel und haben uns dort eine ausgiebige Brotzeit verdient. Faul auf der Wiese liegend, die Knackwurst, ein Stück Käse, ´ne dicke Scheibe däftiges Bauernbrot, tolle Aussicht und Sommerwetter - das ist relaxen pur.
Nach der Pause wandern wir dem Rücken weiter folgend nach Westen. Erneut taucht der Weg in ein Latschenfeld ein, führt uns auf eine Almweide in einen schwach ausgeprägten Sattel, bevor es noch einmal wenige Meter hinauf zum Höchsten Punkt der Weide, dem Felderkopf, geht. Unterwegs verliert sich nun der eindeutige Pfad und spätestens bei einer markant geformten einzelnen Latsche (direkt am Weidezaun) sollte man sich nach Süden, also hangabwärts orientieren, um dort den richtigen Weg hinunter zur Ennigalm zu suchen. Wir sind einfach dem Zaun am Grat nach Westen gefolgt, bis dieser in einem Graben hinauf zum Windsierlkopf führt. Da wir dort nicht mehr hinauf wollen haben wir uns am Weidezaun entlang nach Süden geschlagen. Da wir nicht wieder zurück und damit hinauf steigen wollten mussten wir dabei das ein und andere tief-lehmig-matschige Weg-, Wiesen- und Waldstück queren. Dementsprechend sahen wir danach aus wie die kleinen Schw...chen. Bei erreichen des Pfads, der hinunter zur Ennigalm führt, ist auch dieser Weg nicht viel besser. Vom Viebetrieb gezeichnet, geht es weiter rutschig und matschig hinab. Durch eine Lücke im Wald sieht man dann plötzlich die Alm, doch es dauert noch ein paar Minuten, bis wir uns dort ein kühles Getränk genehmigen können.
Die Ennigalm ist bei Radlern sehr beliebt und so verwundert es uns bei erreichen der Alm nicht, dass fast alle Plätze belegt sind. Die Wanderer sind klar die kleinere Gruppe, die sich hier zur Rast niederlässt. Eine gute halbe Stunde pausieren wir, dann machen wir uns an den Abstieg. Hierzu wandern wir zunächst auf einem guten, schmalen Wanderweg nach Osten in den Wald hinein. Vorbei an einem Lagerschuppen geht es über eine steile Betonpiste abwärts an eine Kreuzung. Hier nach rechts (Steig nach Garmisch) und weiter in einem weiten Linksbogen hinab, knapp am Sulzgraben entlang. Der Forstweg läuft langsam aus, doch bevor er gänzlich endet, zweigt nach rechts ein Pfad in den Wald ab. Nun wandern wir diesem folgend einfach hinunter, queren den Graben, durch den im vergangenen Winter 18/19 eine Lawine zu Tal gedonnert ist und treffen bald auf einen Fahrweg. Dort auf diesem kurz (ca. 150 m) weiter und nach rechts (Hinweis Dafala, Farchant, Garmisch) zurück in den Wald hinein. Auf etwa 1000 m erreichen wir die Verzweigung vom Vormittag, bei der wir in der Früh abgebogen sind und somit ist der Herweg erreicht. Jetzt wandern wir einfach auf diesem zurück an den Parkplatz Pflegersee.
Hier endet eine doch (zumindest heute) recht einsame Bergtour die uns über 5 Gipfel in der Kramergruppe im bayerischen Teil der Ammergauer Alpen geführt hat. Wer nicht zu spät ist, kann im kleinen Freibad am Pflegersee ein erfrischendes kühles Bad nehmen, was sich die Hälfte unsere Gruppe nicht hat nehmen lassen.

Am Gipfel des Vorderer Felderkopf
Beschreibung

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:  
- Forststraßen, Karrenwege und meist gute Bergpfade und -steige 
-Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit hilfreich
- Kondition für ca. 1.480 Hm und etwa 17,8 Km

Ausrüstung: 
- Bergtourenausrüstung
- ausreichend Proviant und vor Allem Getränke

Beste Jahreszeit:
Anfang Juni bis Ende Oktober 

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