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Jochberg über Heckenbachgbraben

(1565 m) 13.02.2021
Winterwanderung, Schneeschuh- und Winterbergtour

Durch den Heckenbachgraben führt (für uns) der vielleicht schönste Anstieg hinauf zum Jochberg. Doch Obacht, diese Route ist keine einfache Wanderung wie der Normalweg vom Kesselbergsattel der den meisten bekannt ist. Sie ist vielmehr für diejenigen eine tolle Alternative, die Spaß im unübersichtlichem, nicht markiertem Gelände haben, dass zudem noch mit kleinen Kraxeleien aufwartet und sehr einsam auf den Berg hinauf führt.
Die Route muss man selbständig finden, da sie in keiner Karte verzeichnet ist. Die Schwierigkeiten liegen dabei an ein paar Stellen bei etwa I nach UIAA. Am Gipfel ist mit der Einsamkeit dann schlagartig vorbei, wobei die Massen sich meist am breiten Gipfel gut verteilen und jeder die tolle Aussicht genießen kann.
Mit dem Abstieg über den Normalweg über den Kesselbergsattel wird die Bergtour dann auch zu einer schönen Runde.

Blick aus dem Heckenbachgraben
Heckenbachgraben

Ausgangspunkt
Kochel am See
Parkplatz Helmer Hütte an der Kesselbergstraße
(ca. 800 m)

Routenverlauf
Parkplatz - Heckenbachgraben - Kotalm - Jochberg - Normalweg - alte Kesselbergstraße - Parkplatz

ca. 5 ¼ Std.
Tourenbeschreibung
Vom noch relativ leeren Parkplatz an der Kesselbergstraße queren wir die selbige, wandern bei der Haltestelle Helmerhütte auf einen Forstweg in den Wald und gleich links einschwenkend hinein. Da es bereits hier ausreichend Schnee hat, legen wir fix die Schneeschuhe an und stapfen weiter nach Nordosten tiefer in den Wald hinein. Auf ~840 m queren wir einen Graben, welcher von der "Uli Rinne" am Jochberg herunterzieht. Kurz danach endet die Forststraße und man sucht sich den Weg im Schnee selbst, wenn noch keine Trittspuren vorhanden sind. Ein schwach zu erkennbarer Pfad zieht fast im rechten Winkel nach rechts hinauf, dreht nach einer kurzen steilen Stelle nach links zurück in nordöstliche Richtung und leitet uns durch das verschneite Gelände direkt an den Heckenbach. Kurz überlegen wir ob wir nicht besser dem gegenüber klar zu erkennenden Pfad weiter aufsteigen und über das Graseck gehen wollen. Doch der verschneite Graben reizt uns viel mehr und so biegen wir im Graben stehend nach rechts ab. Die nächsten gut 150 Hm erwartet uns eine spannende Winterbergtour. Wir stapfen, noch mit den Schneeschuhen unter den Bergschuhen, das Bachbett empor, kraxeln über runde Felsblöcke, zugefrorene Wasserlöcher, tief verschneite kleine Senken und auch mal querend den Hang hinauf. Als es dann mit den Schneeschuhen unmöglich wird voran zu kommen, weil diese sich immer öfter unter und zwischen den Felsen verklemmen, kommen diese wieder auf den Rucksack. An der einen und anderen Stelle sind Grödeln nun hilfreich und kommen unter die Bergstiefen.
Wir kommen dennoch gut voran und auch die folgenden beiden kurzen Steilstufen sind schnell überwunden. Danach umgehen wir rechts herum einen Wasserfall über eine sehr steile, grasige Flanke. Nun bleiben wir einige Meter oberhalb des Heckenbachs und queren den Steilhang rechts, von diesem weiter dem Bachlauf folgend aufwärts. Zuletzt geht es nochmals direkt in das stellenweise noch zugefrorene Bachbett mitten durch die Latschen. Die folgenden beiden Abzweige nach rechts ignorieren wir, die führen ins Nichts.
Kurze freie, vereiste und verschneite Stellen wechseln sich ab und ein permanentes Gurgeln und Gluckern begleitet uns bis auf die Höhe von rund 1005 m. Dort halten wir Ausschau nach einem alten Jägerpfad, der nach rechts (südöstlich) durch den steil ansteigenden Bergwald an einen Holzziehweg leitet. Auf diesen nun weiter, zunächst fast flach und später leicht ansteigend an eine Verzweigung. Von links zieht ein Weg vom Graseck herab, wir halten uns rechts und nehmen noch im Wäldchen den direkt folgenden Abzweig nach rechts. Doch zunächst legen wir hier im Sattel zwischen Sonnenspitz und Jochberg nochmal die Schneeschuhe an. Mit den Schneeschuhen unter den Bergstiefeln geht es nun auf dem Pfad in den immer tiefer verschneiten Wald hinein. Der Pfad steilt immer weiter auf und die Schneehöhe nimmt immer stärker zu. Der Wind hat hier ganze Arbeit geleistet und so kehren wir bei gefühlt einem Meter Neuschnee um. Wir stapfen zurück an den Forstweg, biegen nach Rechts ab und erreichen so die freie Fläche an der Kotalm. Dort halten wir auf eine markante Tannengruppe zu, durchqueren diese, halten auf den Weidezaun zu und stapfen an diesen entlang dem Wald auf der rechten Talseite entgegen. Am folgenden Abzweig im Wald halten wir uns rechst und folgen kurz einem Graben empor. An dessen Ende leitet der Weg direkt hinüber an die Kocheralm. Da wir jedoch zurück an den Gratweg wollen, steigen wir relativ gerade (Südwestlich, quasi direkt in Richtung Jochberggipfel) durch den steilen Winterwald empor. Auf ca. 1390 m halten wir uns etwas links, treffen auf einen Waldweg, dem wir nun bis an den Rand einer freien Fläche folgen. Dort rechts herum auf die Almfläche einbiegen und durch die frei stehenden Tannengruppen hindurch in Richtung Gipfel weiter hinauf. Nun ziehen von links und rechts weitere Spuren herauf und leiten in einer breiten deutlichen Trasse bergan zum Gipfel – erste Anzeichen, dass die Einsamkeit demnächst vorüber ist.
Bis kurz vor einer Schneeverwehung am Gipfel ist es ruhig und einsam, erst beim Übersteigen der Wehe wird man schlagartig zurückgeholt und steht mitten im Gipfeltrubel. Der Wind pfeift recht stark über den Jochberg uns so schlagen wir nur kurz am Gipfel an, schießen ein paar Bilder und suchen uns entlang des Abstiegswegs (Normalweg) ein windgeschütztes Platzerl in der Sonne. Das ist schnell gefunden und bietet neben Windschutz auch eine tolle Aussicht nach Süden über den Walchensee ins Karwendel und das Wettersteingebirge. Es hat schon was für sich, mitten im Schnee sitzend den Winter genießen zu können. Das Ambiente ist einfach perfekt, man glaubt nicht, am überlaufenen Jochberg zu sitzen.
Nach der ausgiebigen Brotzeit steigen wir über den Normalweg in den Kesselbergsattel hinab, dabei kommen uns gefühlt noch weitere 60-70 Personen entgegen. Da war unser Anstieg doch viel entspannter 😉. Im Sattel halten wir uns rechst, queren die Bundesstraße und marschieren ein Stück die alte Kesselbergstraße hinab in Richtung Kochel und zurück zum Ausgangspunkt der heutigen Winterbergtour.

Gipfelpanorama vom Jochberg
Beschreibung

zum Höhenprofil

der Track zur Bergtour

Charakter / Schwierigkeit:
- mittelschwere-schwere Winterwanderung
- Forststraßen, Waldwege, Bergpfade und wegloses Gelände
- Anstieg durch den Heckenbachgbraben nur bei Niedrigwasser angehen
- absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit stellenweise sehr hilfreich
- ein paar leichte Kletterstellen bis I (UIAA-Skala)
- Kondition für ~ 1.5xx Hm und ca. xx Km  

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung
- Schneeschuhtourenausrüstung