Wurmtaler Kopf über Offenbacher Höhenweg
(3228 m) 01.- 02.08.26
Der Wurmtaler Kopf ist ein stiller Dreitausender im Kaunergrat der Ötztaler Alpen und ein ideales Ziel für eine zweitägige Bergtour, die landschaftliche Vielfalt und alpine Ruhe verbindet. Der erste Tag führt uns über den Fuldaer Höhenweg zum Taschachhaus – eine eindrucksvolle Höhenroute mit weitem Blick ins Pitztal und hinüber zu den mächtigen Gipfeln der Umgebung. Am zweiten Tag steigen wir vom Taschachhaus zum Wurmtaler Kopf auf, einer reinen Felstour, die im Gipfelbereich Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt.
Der Weg verläuft abseits der großen Gletscherströme über teils leicht ausgesetzte Felsstufen hinauf zum Glockgrat. Oben öffnet sich ein überwältigendes Panorama: zur Wildspitze, zur Eiskastenspitze, zum Löcherkogel und weit über den Gepatschsee bis zum Glockkamm. Da die meisten Bergsteiger auf den umliegenden Gletschern unterwegs sind, genießt man hier oft eine seltene, fast meditative Einsamkeit.
Es gilt an beiden Tagen zusammen ~2140 Hm und ca. 31 Km zu bewältigen.
Wurmtaler Kopf aus der Scharte zur Grubenlarspitze
Ausgangspunkt
Mandarfen im Pitztal
Parkplatz Talstation des Pitztaler Gletscherexpress ca. 1730 m
(Stützpunkt: Taschachhaus - 2.434 m)
Routenverlauf
Parkplatz – Taschachtal – Riffelsee – Fuldaer Höhenweg – Abzweig "Zwei Zeiger" – Sexegertenbach – Taschachhaus – Sexegertenbach – Panoramaweg – "Zwei Zeiger" – Offenbacher Weg – Wurmtaler Kopf – Offenbacher Wege – "Zwei Zeiger" – Panoramaweg – Sexegertenbach – Taschachhaus - Taschachtal – Parkplatz
ca. 5½ Std. bis Taschachhaus - Tag 1
ca. 8¼ Std. ab Taschachhaus - Tag 2
Tourenbeschreibung
1.Tag
Am 01. August 2026 ging es für uns wieder ins Pitztal – diesmal mit einer Bergtour auf einen leichten 3000er im Blick. Als erstes Ziel hatten wir das Taschachhaus eingeplant, um den Aufstieg gemütlich anzugehen und am nächsten morgen früh in Richtung Gipfel starten zu können.
Um 7:00 Uhr fuhren wir in München los. Statt über den Fernpass wählten wir diesmal die Route durch die Leutasch, da für den Fernpass eine Demonstration angekündigt war. Die alternative Strecke war angenehm zu fahren und brachte uns ohne Stress an unser Ziel.
Am Parkplatz Mandarfen an der Talstation des Pitztaler Gletscherexpress gibt es genügend Parkplätze und man glaubt es kaum, sogar ohne Parkgebühr.
Spontan entschieden wir uns vor Ort dafür, über den Fuldaer Höhenweg ans Taschachhaus aufzusteigen. Die Entscheidung fiel schnell – das Wetter war stabil, die Beine Aller fühlten sich gut an und die Aussicht auf einen etwas längeren, aber landschaftlich beeindruckenden Aufsteigsweg machte sofort Lust auf mehr. So wanderten wir erstmal über Almstraßen, -wege und einen Bergsteig entlang des Riffelbachs in Richtung Riffelsee. Dort angekommen legten wir erstmal eine Pause ein und bestaunten die Menschenmenge – und plötzlich wurde uns klar, warum hier so viel los war. Am 01. August findet jedes Jahr der "Pitz Alpine Glacier" statt, der als höchster Marathon der Alpen gilt. Überall sah man Läuferinnen und Läufer und jede Menge Zuschauer, welche die Athleten anfeuerten.
Nach der Pause packten wir wieder zusammen. Der Fuldaer Höhenweg wartet und die Läufer des Marathons begleitete uns noch ein ganzes Stück, bevor es langsam immer ruhiger wurde.
Der Weg schlängelt sich leicht ansteigend durch die Südostseite des Grubenkargrats den Hang entlang, zuletzt unter dem Vorderen Köpfele hindurch und an den Sexegertenbach hinunter.
Mit jedem Schritt öffnete sich der Blick weiter ins Tal. Zwischendurch bleiben wir öfters stehen und genießen die Aussicht. Hat man doch phantastische Ausblicke auf den Taschachgletscher und die Wildspitze. Der Steig verläuft äußerst abwechslungsreich über den Hang, führt über kleine Stege und quert dabei mehrere rauschende Wasserfälle. An einigen kurzen Passagen sind Sicherungen angebracht, die jedoch keine wirkliche Herausforderung darstellen. Insgesamt bleibt der Pfad – abgesehen von wenigen Stellen – ein schmaler, aber gut begehbarer Steig.
Eh man sich versieht, hat man das Taschachhaus im Blick und wenn man die Wegmarkierung "Zwei Zeiger" auf 2.576 Meter erreicht hat, ist das Haus nicht mehr weit.
Hier werden wir morgen, am zweiten Tag eneut vorbeikommen und ab hier den Abzweig zum Wurmtaler Kopf nehmen. Zuletzt überqueren wir den Sexegertenbach und nach einem leichten Anstieg haben wir das Taschachhaus erreicht.
2.Tag
Nach einer ruhigen, erholsamen Nacht und einem kräftigenden Frühstück beginnt die Tour in der Früh um 7.00 Uhr. Der Weg führt zunächst über den Fuldaer Höhenweg, dem wir ein Stück zurück folgen, bis der markierte Abzweig „Zwei Zeiger“ erreicht ist. An dieser Stelle verlassen wir den Höhenweg nach links und orientieren uns weiter in Richtung Wurmtaler Kopf, dem heutigen Zielpunkt der Tour.
Die Route ist gut markiert und man hat den Gipfel immer wieder gut im Blick. Zwischendurch fragen wir uns oft, wo es wohl raufgeht und je näher man kommt, desto besser kann man erahnen wie und wo der Weg weiter aufwärts leitet. Vorbei geht es auf gutem Bergsteig an zwei kleinen, namenlosen Wasserlöchern vorbei, die leider nur wenig Wasser führen; das dritte ist bereits vollständig ausgetrocknet.
Nachdem wir die vor uns liegenden Südseite des Grubenkargrates in einigen Serpentinen erklommen haben, geht es in der Einsattlung links haltend (nach Westen) weiter über den Bergrücken in Richtung Gipfel Wurmtaler Kopf.
Die Passage ist technisch unschwierig, erfordert jedoch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, da einzelne Stellen schmaler und ausgesetzt sind. Für erfahrene Bergsteiger stellt dieser Abschnitt keine besondere Herausforderung dar, dennoch sollte man aufmerksam und konzentriert in diesem blockigen Gelände bleiben.
Am Gipfel des Wurmtaler Kopf angekommen hat man eine phantastische und beeudruckende Aussicht auf die Umliegenden Gipfel. Der Rundblick leitet von der Verpeilspitze im Norden über Breiter Grieskogel, Hohe Geige, Zuckerhütl, Vorderer Brunnkogl, Wildspitze, Similaun, Eiskastenspitze (im Süden), Glockturm, Muttler bis hin zum Hoher Riffler (im Uhrzeigersinn), um nur ein paar wenige der Gipfel aufzureihen.
Nach einer kleinen Stärkung machen wir uns auf dem gleichen Weg wieder an den Abstieg vom Wurmtaler Kopf. Da die Wetterlage vom Wetterdienst als instabil gemeldet wurde, ist es sinnvoll, zügig in weniger steiles Gelände abzusteigen. Am liebsten möchte man den Moment genießen, sich einfach hinsetzen, dabei die gegenüber liegenden Berge und Gletscher bestaunen und den Tag, einen Tag sein lassen.
Auf dem Taschachhaus gibt es leckeren Kuchen und so fällt uns die Entscheidung nicht schwer zunächst bis dorthin abzusteigen und uns vor den Schlussabstieg noch etwas leckeres zu gönnen!
Nach einer entspannten Pause, nehmen wir den direkten Weg hinunter ins Pitztal und zurück an den Ausgangspunkt der Tour. Dabei genießen wir immer wieder die beeindruckende Landschaft. Ab der Talstation der Materialseilbahn, geht es dann entspannt über eine breiten Forst- bzw. Almweg das Tal hinaus.
Das Timing hätte nicht besser sein können, zwischendurch hört man bereits das Grollen der heranziehenden Gewitterwolken und es wird zunehmend dunkler. Am Auto angekommen, werden die Schuhe gewechselt die Rucksäcke verstaut und schon fängt es an zu regnen.
Somit geht eine traumhaft schöne Tour auf einen leichten 3000er in den Pitztaler-Alpen zu Ende – besser hätte man es nicht planen können 😎!
Blick vom Wurmtaler Kopf über den Taschachferner auf die Wildspitze
Vom Wurmtaler Kopf hinunter ins Riffeltal
Charakter / Schwierigkeit:
- mittelschwere bis schwere Bergtour
- alpines Gelände, Blockwerk, Bergpfade
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sehr hilfreich
- bei Überschreitung zum Riffelsee Gletscherberührung (weiterer Weg des Offenbacher Höhenweg)
- Kondition für: ~1110 Hm ↑, ~390 m ↓ und ca. 11,8 Km am ersten Tag
und ~850 Hm ↑ ~1650 Hm ↓ am zweiten Tag und ca. 19,5 Km
Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung
-
ggf.Grödeln
Beste Jahreszeit:
Ende Juni bis Anfang Oktober
Früh bzw. spät im Jahr die Schneelage beachten!
