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Berg- und Klettersteigtour durch das Höllental auf die Zugspitze

(2962 m) 05.09.2004

Die Zugspitze ist mit 2962 m der höchste Berg in Deutschland und für viele Bergsteiger ein Muss. Die Gelehrten sind sich jedoch nicht ganz einig, ob Deutschlands höchster Berg nun 2962 m oder 2964 m misst. Selbst im Andenkenladen werden beide Höhen angeboten. Eine langer aber imposanter Zustieg durch das Höllental und gefolgt von einem tollen Klettersteig auf die Zugspitze, dass wäre die Kurzversion der heutigen Tour.
Man bedenke: An schönen Wochenenden ist die Tour oft sehr stark frequentiert und man muss etwas Geduld für den Aufstieg, vor allem an den Schlüssel-/Engstellen mitbringen.

Die Zugspitze vom Jubiläumsgrat
Blick vom Jubiläumsgrat auf die Zugpitze und hinunter ins Höllental.

Ausgangspunkt
Hammersbach
Wanderparkplatz P2
( ca. 760 m, 8,00 € für 12 Std./Stand 2020)

Routenverlauf
Parkplatz Hammersbach - Höllental - Höllentalangerhütte - Höllentalferner - Zugspitze - mit Bahn oder Gondel zum Eibsee - Hammersbach  

ca. 8 Std. und ~2.200 Hm!!
Tourenbeschreibung
Es ist soweit, bei unserem vierten Anlauf, die Zugspitze zu erklimmen, sieht es endlich so aus, als ob wir heute wirklich auf das Dach Deutschlands klettern können. In den zwei Jahre zuvor hat frühzeitiger Wintereinbruch in den Hochlagen das Unternehmen scheitern lassen. Auch in diesem Jahr sah es zunächst danach aus, als eine Woche zuvor etwa 40 cm Neuschnee in der Nacht von Do. auf Fr. gefallen sind.
Um 07:00 starten wir am Wanderparkplatz 2 in Hammersbach die heutige Berg- und Klettersteigtour. Zunächst führt der Weg in Richtung Ortsmitte. Nach der Überquerung des Hammersbaches biegen wir rechts ab und folgen dem Weg hinein in das Höllental zur Klamm. Auf einem gut ausgebauten Weg erreichen wir unschwierig den Eingang der Höllentalklam (Eintritt: Erw. € 2,50 Erw. DAV Mitgl. € 1,00). Schnell wird der "Wegezoll" entrichtet und es geht weiter durch eine wunderschöne Klamm der Zugspitze entgegen. In den letzten Tagen hat es ordentlich geregnet, und so tropft es fast überall von den Tunneldecken auf uns herunter. Der Weiterweg führt über Stege, kleine Brücken und unzählige in den Fels gesprengte Tunnels hinauf zur Höllentalangerhütte. Gegen 09:00 Uhr erreichen wir die Hütte und legen eine kurze Rast ein. Von hier kann man sehr gut in den Höllentalanger und das darüber liegende Höllentalkar sehen. Auf dem "Brett" tummeln sich bereits sehr viele Wanderer. Nach etwa 20 Minuten gehen wir über die kleine Brücke des ausgetrockenten Bachbettes weiter in Richtung Leiter hinein in den Talgrund. Diese ist in etwa 30 Minuten erreicht. Hier legen wir unser Kelttersteiggeschirr an und steigen in die Wand ein. Zunächst startet die Klettersteigtour unschwierig durch einige kurze gesicherte Kamine hinauf, bevor es über Bänder und kleine Felsstufen zu der legendären Leiter und dem Brett geht. Von beiden sind wir fast etwas enttäuscht, da wir es uns auf Grund mehrerer Berichte deutlich steiler bzw. länger vorgestellt haben. Das Brett wird überall als die Schlüsselstelle beschrieben; für uns nicht ganz nachvollziehbar - denn wer trittsicher und absolut schwindelfrei ist, sollte hier keine Probleme haben. Alle anderen haben an dieser Stelle nichts zu suchen. Aber egal, Spaß bringt der Steig bereits an dieser Stelle, denn die Aussicht ist einfach phantastisch.
Weiter folgen wir den Markierungen über den "Grünen Buckel" durch das Moränengelände immer der Zugspitze entgegen und stehen um 11:45 Uhr auf dem Gletscher. Zusammen mit vielen anderen Bergsteigern legen wir die Steigeisen an und werfen uns die Jacken über. Hier oben im Schatten und auf dem Ferner ist es doch ein wenig frisch. In etwa 30 Minuten gehen wir über den Gletscher zum Einstig in den Klettersteig. Vor uns befindet sich eine größere Gruppe, die -so wie es aussieht- heute ihren ersten Klettersteig geht und den Verkehr ordentlich aufhält. So können wir in aller Ruhe unsere Steigeisen wieder einpacken, gemütlich einen Müsliriegel essen und warten bis wir endlich weiter können.
Der Sprung an die Leiter bleibt heute aus, da die Randkluft bereits so groß ist, dass dies einfach zu gefährlich wäre. Also geht es oben herum in den Steig. Auch diese Variante ist noch abenteuerlich, da man erst in die Randkluft hinabsteigen muss, bevor man den eigentlichen Steig beginnt. Eine ausgerissene Sicherung lässt den Einstieg zur heutigen Schlüsselstelle werden.
Leider löst sich der Stau bis hinauf zum Gipfel nicht mehr auf und so steigen wir teilweise sehr schleppend weiter. Der Weg geht anregend über Bänder und Stufen entlang der Ostwand des Nordgrates, den Gipfelaufbau fast immer im Blick bis zum Gipfelkreuz der Zugspitze weiter. Erst sehr spät (etwa auf 2.700 m) kann man einen Blick durch die Irmerscharte auf den Eibsee werfen. Nach insgesamt 8 Stunden (die man ohne "stop and go" und ohne Pausen :) weit unterbieten kann) stehen wir um 15:00 auf Deutschlands höchstem Berg und wie sollte es auch anders sein, die Zugspitze ist an diesem Sonntag natürlich völlig überlaufen. Ich glaube, es tummeten sich bis zu 50 Mann/Frau auf diesem kleinen Fleck. Bei den Bauten gegenüber sieht es da nicht viel besser aus. Im Münchner Haus (AV-Hütte) bekommen wir fast keinen Platz mehr, um die Brotzeit genießen zu können. Mit einer der lezten Gondeln fahren wir mit der Zugspitzbahn hinab zum Eibsee und kehren nach kurzer Fahrt mit der Eibseebahn an den Ausganspunkt Hammersbach zurück. Diese Tour sollte mann besser unter der Woche gehen und sich dann vielleicht eine Übernachtung im Münchner Haus auf der Zugspitze gönnen. Denn früh am Morgen ist es bestimmt noch ruhig auf dem wohl meist besuchten Berg in unserem Land.


Die Zugspitze ist !NICHT! als Einsteigerklettersteig geeignet! Dies sollte man eigentlich nicht gesondert erwähnen müssen. In Anbetracht der Tatsache, dass uns doch einige begegnet sind, die ganz offensichtlich bereits mit dem Anlegen des Klettergurts völlig überfordert waren, ist diese Bemerkung wohl doch nicht so ganz fehl am Platz.....in diesem Sinne Berg Heil!


Alpspitze - Jubiläumsgrat - Waxensteine - Zugspitze
Das Wettersteigebirge bei aufgehender Sonne - Klettersteigtour Zugspitze
    Wettersteingebirge 2003 in der Morgensonne

Höhenprofil zur Bergtour/Klettersteigtour auf die Zugspitze

Charakter / Schwierigkeit:
 - gut gesicherter Steig 
 -Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich 
- an einigen Stellen ausgesetzt
- sehr gute Kondition 
- am Wochenende meist überlaufen
- absolute Vorsicht bei Schlechtwetter oder zweifelhaften Verhältnissen

Ausrüstung:
 - Klettersteig-Ausrüstung (Komplettgurt, Klettersteigset, Helm, Handschuhe) unbedingt empfohlen
- sehr hilfreich Grödel oder Steigeisen

Beste Jahreszeit:
wenn kein Schnee liegt ;-)