Tajatörl und Brendlkar

(ca. 2300 m 06./07.08.2005)
Oberhalb Ehrwalds gibt es nicht nur die Zugspitze, auch die Mieminger Kette hat schöne und sehr anspruchvolle Berg- und Klettersteigtouren zu bieten. Eine davon führt von Ehrwald über den Hohen Gang und Coburger Hütte hinauf zum Tajatörl und weiter durch das Brendlkar zur Seebenalm. Daneben gibt es auch einen schweren Sportklettersteig (Seebener Klettersteig), der nichts für Anfänger ist. Schwer ist auch der der Steig über die Tajakante hinauf zum Tajakopf. Auch wenn dies kein Sportklettersteig ist, so zählt er doch mit zu den schwersten Klettersteigen der nördl. Kalkalpen.

Biberwier Scharte, Coburger Hütte
und Drachensee 

Biberwier Scharte  - Coburger Hütte - Drachensee

Ausgangspunkt: 
Parkplatz an den Ehrwalder Almbahnen (ca. 900 m)

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Routenverlauf: 
Parkplatz Ehrwalder Almbahn - Hoher Gang - Seebensee - Coburger Hütte - Tajatörl - Brendlkar - Brendlsee - Seebenalm - Ehrwalder Alm - Parkplatz

ca. 8 - 9 Std.
Tourenbeschreibung:

Für dieses Wochenende war ein ordentliches Programm geplant. Wir wollten zum einen über den Klettersteig hinauf zum vorderen Tajakopf und zum zweiten hinauf auf die Ehrwalder Sonnenspitze. Zu Beginn der vorangegangenen Woche schien das Wetter auch einigermaßen trocken zu bleiben, doch je näher das Wochenende kam, desto düsterer die Vorhersagen. Trotzdem, Abfahrt um 05:00 um noch zwei weitere unerschrockene Optimisten in München einzusammeln. Auf halbem Weg nach Ehrwald beginnt es dann zu schütten was das Zeug hält. Doch stur fahren wir weiter und sind pünktlich um 7 am Parkplatz der Erwalder Almbahnen.
Zu sechst ziehen wir dann bei leichtem Regen unter der Gondelbahn durch in Richtung Hoher Gang. Zunächst führt der Weg in südlicher Richtung gegen die Steilwand (Seebener Klettersteig). Nach etwa 800m zweigt der Weg in östl. Richtung nach rechts, durch ein kleineres Waldstück und über Almwiesen, ab. Als dieser wieder in südl. Richtung den Wald hieneinführt, wird es merklich steiler. In z. T. steilen Serpentinen steigen wir rasch auf und haben schnell die felsige Steilstufe am Ende des Hohen Gangs erreicht. An einige Stellen sind Stahlseile zur Sicherung angebracht, die heute bei der Feuchtigkeit hilfreich sind.
Am Ende des Hohen Gangs hat man immer wieder schöne Ausblicke auf den Seebener Klettersteig und die darüber liegende Seebenalm. Von hier folgen wir dem Weg einige Meter hinab auf den Versorgungsweg, der uns, vorbei am Seebensee, weiter zum letzten steilen Aufschwung vor die Coburger Hütte bringt.
Bei nun zumindest trockenem, aber trotzdem sehr instabilem Wetter beratschlagen wir bei einer Tasse Kaffee die weitere Tourenplanung. Drei von uns hatten sich bereits im Tal gegen den Klettersteig entschieden und die entsprechende Ausrüstung im Auto gelassen. Nach kurzer Diskussion teilt sich die Gruppe: 3 nehmen den Steig auf die Tajakante in Angriff, die anderen 3 die Rundtour.
Wir Wanderer steigen zunächt einige Meter hinab, um vorbei am Drachensee den gegenüberliegenden Hang in großen Serpentienen steil nach Süden hin aufzusteigen. Aufgrund der eher niedrigen Temperaturen halten wir die Pausen kurz und gehen zügig über das riesige Geröllfekld hinab ins Brendlkar. Obwohl die Wolken immer tiefer hängen, hat man doch tolle Blicke auf die wild zerklüfteten Berge rings herum. Gelegentlich hat man sogar Sicht auf die Berge im Wetterstein wie Wetterwandeck, Plattspitzen und Gatterlköpfe. Gegen 13:30 erwischt uns dann doch ein heftiger Regen. Im Nu war der anfänglich verspürte Neid auf die Klettersteigler verflogen, waren wir nun doch heilfroh, nicht selbst bei diesem Wetter in einem schweren Klettersteig zu hängen! Im Regen rasen wir am Brendlsee vorbei, über eine weitere Schutthalde und einen Latschengürtel hinab auf den Bergpfad, der uns hinüber zur Seebenalm leitet. Gegen 15:00 erreichen wir die Seebenalm und genießen erstmal Johanisbeerschorlen und Topfenstrudel mit Vanillesoße.
Um 18:00 sind dann auch unsere Kletterer wieder bei uns. Glücklich, aber doch sichtlich erschöpft von der Tour und dem heute nicht ganz optimalen Wetter. Nun sitzen wir noch gemütlich fast als einzige Gäste auf der Alm und warten auf den ersten Schnee (!) im August. Laut Wetterbericht liegt die Schneefallgrenze bei 1700 ......
Um 22:00 ist Ruhe auf der Hütte. Alle 6 sind in den 4er Lagern sofort in den Tiefschlaf gefallen.
Am nächsten Morgen ist es draußen herbstlich kalt. Etwa 4-5° zeigt das Termometer, und oberhalb 1800m liegt Schnee. Gegen 9 regnet es nochmal richtig heftig, wobei es kaum 50 m über uns schneit. Und das am 6. August mitten im Hochsommer.
Mit nachlassendem Regen brechen wir auf und folgen dem Fahrweg über die Ehrwalder Alm hinab ins Tal zu unserem Ausgangspunkt.
Bei sommerlichem Wetter oder zumindestens trockenen Verhältnissen eine empfehlenswerte Rundtour. Für den Klettersteig auf den Tajakopf und die Sonnenspitze kommen wir nochmal wieder.

Charakter / Schwierigkeit:  
- keine besonderen Schwierigkeiten 
- für den Hohen Gang Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
- ab Coburger Hütte viel Geröll, etwas Trittsicherheit ist hilfreich  

Ausrüstung:
 
normale Bergwanderausrüstung

Tajakopf über den Klettersteig
- schwerer Steig (nicht für Anfänger geeignet)
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich 
- sehr exponiert
- bei feuchtem Wetter ist die Tour nicht zu empfehlen

Ausrüstung:
 
- komplette Klettersteigausrüstung

Beste Jahreszeit:
Mitte Mai bis Mitte Oktober 

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