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Ehrwalder Sonnenspitze

2417 m) 12.08.12 / 20.07.15
Einer der schönsten Gipfel der Mieminger Kette, die Sonnenspitze, trohnt oberhalb von Ehrwald. Die Besteigung bietet viel Abwechslung und wird nie langweilig, man sollte sie aber nur bei stabilen Wetterverhältnissen angehen. Nach den Mühen des Südaufstiegs geht es im Abstieg durch die Nordflanke spannend weiter.
Und wer dann noch nicht genug hat, nimmt im weiteren Abstieg den Immensteig, der durch eine Steilflanke rasch ins Tal führt. Für Schwindelfreie und trittsichere Bergtourengeher eine echte Traumtour.

Drachensee, Coburger Hütte, Einstieg des Anstiegs
und Biberwier Scharte

Biberwier Scharte  - Coburger Hütte - Drachensee

 

Ausgangspunkt: 
Parkplatz an den Ehrwalder Almbahnen (ca. 900 m)

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Routenverlauf: 
Parkplatz - Hoher Gang - Seebensee - Coburger Hütte - Biberwier Scharte - Signalgipfel - Sonnenspitze - Adalbert-Wilhelm-Steig - Seebenalm - Immensteig - Parkplatz

 

ca. 7 Std.
Tourenbeschreibung:

Zunächst folgen wir vom Parkplatz der Beschilderung in Richtung Hoher Gang unter der Gondelbahn hinüber zum Wald. Der Weg bringt uns zunächst unschwierig zum Einstieg des Hohen Gangs. Nun geht es in vielen Serpentinen über einen Pfad, teils über Schutt hinauf. Der Blick über die Schulter zeigt immer wieder schöne Ausblicke über das Ehrwalder Becken auf Kohlbergspitze, Hochschrutte, Daniel und Zugspitze. Bald kommen die ersten leichten Kraxelstellen. Teilweise sind diese mit Drahtseilen versichert. Nach etwa 1¼ Stunden haben wir den Hohen Gang hinter uns gelassen. Wir setzen uns auf eine Bank direkt zu Beginn des Seebensees inmitten einer kleinen Kuhherde und gönnen uns eine erste Verschnaufpause. Die Kühe lassen sich von uns nicht beeindrucken, schauen eher neugierig, was wir so alles in unseren Rucksäcken haben und ziehen dann gelangweilt weiter auf die andere Seeseite.
Auch wir folgen dem breiten und flachen Weg hinüber zur Talstation der Materialseilbahn der Coburger Hütte. Danach wird es wieder ein wenig steiler, und nach etwa 20 Minuten haben wir die Coburger Hütte erreicht. Der Besucherandrang hält sich noch in Grenzen - also legen wir noch eine Pause ein und gönnen uns ein Stück Kuchen mit 'ner Tasse Kaffee.
Als dann allmählich die Terrasse immer voller wird, packen wir zusammen und gehen über einen guten Steig hinüber in Richtung Biberwier Scharte. An einem großen markierten Stein weist ein Schild den Einstieg zur Sonnenspitze. Erst geht es am rechten Rand des Geröllfeldes hinauf, dann quer über selbiges in einen Schrofenhang. Ab hier wechselt schrofiges Gelände mit steilen Rinnen. Letztere lassen sich gut klettern, es wird nie schwieriger als II. Grad. Einige wenige Markierungen und etliche neu eingerichtete sowie alte Standplätze und ein paar Tritthilfen weisen den Weg hinauf zum Gipfel. Nach einem steilen Stück folgt eine mit Drahtseil entschärfte, sehr luftige Querung nach links (nördlich). Darauf folgt eine weitere luftige Kletterei (II). Erst nach diesen Stellen wird es wieder einfacher, und wir folgen den Trittspuren über ein Band auf den schrofigen Rücken des Hauptgipfels. Dieser ist durch ein einfaches Steinmandl markiert. Nun weiter über Schrofen in eine Scharte, dann kurz sehr ausgesetzt über ein Gratstück und unschwierig (etwa I-II) zum Gipfelkreuz mit den Sitzbänken. Etwa 4 Stunden, nachdem wir im Tal gestartet sind, erreichen wir das Gipfelkreuz, wo es erstmal eine ordentliche Brotzeit gibt - die haben wir uns auch redlich verdient.
Für den Abstieg nehmen wir den Adalbert-Wilhelm-Steig. Dieser geht vom Gipfel mit dem Kreuz nach Norden über eine Rippe hinab und durch schotteriges Steilgelände (sehr steil). Es folgen noch einige Kletterstellen (max. II). Etwa 100 Hm später wird das Gelände weniger kraxelig, bleibt zunächst jedoch noch sehr steil und durch den vielen kleinsplittrigen Schotter auch sehr rutschig. Konzentriertes Gehen ist also angesagt. Erst wenige Meter oberhalb des Seebensees wird es wieder angenehmer zu gehen. Der insgesamt gut markierte Abstieg endet an dem breiten Versorgungsweg, den wir heute früh bereits im Aufstieg zur Coburger Hütte entlang gewandert sind. Wir folgen diesem nun in umgekehrter Richtung (nach Osten) und gelangen so in etwa 15 Minuten zur Seebenalm...und wieder gibt es eine Pause. Diesmal mit leckeren Speckknödelsuppe!
Kaum ist eine Dreiviertelstunde vergangen, machen wir uns an den Abstieg. Zunächst geht es mit kurzem Gegenanstieg auf dem Fahrweg in Richtung Ehrwalder Alm. Die letzten Radler kommen uns entgegen, und schon bald zweigt nach links ein schmaler Pfad (Schild) zum Immensteig ab. Über diesen steigen wir in vielen Serpentinen sehr steil, teils extrem rutschig, matschig und unangenehm zu gehen (bei Nässe besser nicht) hinab an den Geißbach. Diesen queren wir über eine kleine Brücke und haben dann nur noch ein paar Meter Gegenanstieg, bevor es über schöne Almwiesen den Fahrspuren folgend und später über einen Weg zurück zum Ausgangspunkt der heutigen Tour geht.
Nach knapp 8½ Stunden stehen wir wieder am Startpunkt einer sehr abwechslungsreichen und tollen Bergtour. Eine durchaus anstrengende, aber lohnende Tagestour ist damit zu Ende; eine erneute Wiederholung ist nicht ausgeschlossen!

Am Seebensee nach dem Hohen Gang
Seebensee


zum Höhenprofil

 

Charakter / Schwierigkeit:
- sehr schwere Bergtour
- für den Hohen Gang und Immensteig Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
- Im Südanstieg einige exponierte Stellen und Kletterei bis II
- Abstieg über Nordostrücken sehr steil (bis II) uns stellenweise grasig
- bei feuchtem Wetter ist die Tour nicht zu empfehlen

Ausrüstung: 
- normale Bergwanderausrüstung
- Steinschlaghelm ratsam

Beste Jahreszeit:
Mitte Mai bis Mitte September 

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