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Hochvogel

(2592 m) 10.07.2015
Eine mittelschwere bis schwere Bergtour, die an Stellen den I. Schwierigkeitsgrad aufweist führt den trittsicheren und schwindelfreien Bergsteiger auf einen der markantesten Gipfel in den Allgäuer Alpen. Über den 2592 m hohen Hochvogel verläuft die Landesgrenze zwischen Deutschland und Österreich. Für geübte und ausdauernde Bergsteiger bietet sich hier eine tolle Tagestour. Nicht zu unterschätzen sind die fast 1800 Hm, die man zusammen bekommt, startet man in Hinterhornbach. Belohnt wird man am Gipfel des Hochvogel aber mit einer phantastischen Rundumsicht.

Der Hochvogel
Der Hochvogel von Hinterhornbach aus gesehen

 

Ausgangspunkt: 
Hinterhornbach, Pension Hornbachstüberl
(ca. 1130 m)

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Der Bäumenheimer Weg führt von Hinterhornbach kommend auf den Hochvogel und ist wegen Steinschlaggefahr, der Gefahr von Block- und Felsstürzen seit 25. September 2014 komplett gesperrt.
Weitere Infos beim DAV Donauwörth
 

Routenverlauf: 
Hinterhornbach - Gehr-Wald - Schwabegghütte - Auf der Mute - Kuhkar - Fuchsensattel - Fuchskar - Salzboden - Im kalten Winkel - Hochvogel - auf selbem Weg zurück nach Hinterhornbach

ca. 8 Std.
Tourenbeschreibung

Geplant war die Besteigung des Hochvogels von Hinterhornbach, über den Bäumheimer Weg hinauf zum Gipfel. Doch durch die Sperrung lässt sich der Hochvogel von Tiroler Seite her "nur" via Fuchsensattel erklimmen, was zusätzliche Hm bedeutet. Schade, denn der Anstieg über den Bäumheimer Weg soll sehr schön sein. Der Anstieg via Prinz-Luitpold-Haus ist von der Sperre (noch) nicht betroffen.
Bei bestem Bergwetter starten wir nach einem guten Frühstück direkt an der Pension Hornbachstüberl. Von hier zunächst über einen kleinen Pfad hinauf auf einen Fahrweg (421), der zur Bärenbadalp führt. Diesem folgen wir eine Weile bergan, bis wir an den Abzweig kommen, der vom Weg nach links in den Wald hinein und hinauf zur Schwabegghütte leitet. Dabei queren wir mehrmals einen Fahrweg und folgen diesem auch mal ein kleines Stück. Gute Markierungen und meist eindeutige Trittspuren helfen den Weg einfach zu finden. Ein letztes Mal kreuzen wir den Weg, danach geht es steil hinauf zur Schwabegghütte. Hier weiter nach Norden und steil durch einen Latschengürtel hinauf zur "Auf der Mutte". Über eine sandige und bröselige Schneide, die erhebliche Errosionsspuren aufweist, erreichen wir nach etwa 1¾ Std. den Mutsattel auf 1975 m. Von hier verläuft der gesperrte Bäumheimer Weg nach Westen, doch unser Weg geht weiter nach Norden und zunächst einige Meter fallend, dann flach nach Norden hinein ins Kuhkar. Dabei wandern wir gemütlich unter den Südostwänden der Mute hinüber und später steil hinauf in den Fuchsensattel. Die Gämsen in den Flanken lassen sich durch uns nicht in Ihrer Ruhe stören.
Nun folgt der Abstieg ins Fuchskar, ein mächtiges Schutt und Geröllkar unter der Hochvogel-Nordwand, hinunter zum Salzboden. Diesen streift man jedoch nur kurz, bevor es auf der gegenüberliegenden Seite erneut aufwärts geht. Vom Salzboden steigt man kurz durch ein wenig Blockgelände und danach auf schmalem Pfad steil hinauf in den kalten Winkel (der Name ist Programm). Hier wird das ca. 40° geneigte Altschneefeld (Firnfeld) im Anstieg zur Kaltwinkelscharte passiert. Je nach Jahreszeit ist es mehr oder weniger groß und Grödeln können hier ein wenig Hilfe verschaffen.
In der Kaltwinkelscharte startet dann die Kraxelei hinauf zum Hochvogel. Zunächst gut markiert über Schrofengelände und einige Felsstufen (I) weiter bergan. Auf einem leicht überdachten, flach verlaufenden Felsband der sogenannten Schnur, geht es rechts um die Westschulter herum. Weiter durch eine kurze Rinne und anschließend hinauf zur schuttbedeckten Westabdachung des Gipfels. Etwa auf der Hälfte des Weges liegt ein Aluminium-Teil, das vielleicht noch von der 1945 abgestürzten B-17 ist (US Amerikanischer Bomber auch Flying Fortress genannt). Etwas weiter oben in einer Rinne kann man noch etwas sehen, was aber nicht so klar zu identifizieren ist. Weiter geht´s nun in vielen Kehren auf das oberste, blockige Gratstück, dann sind es nur noch ein paar Meter auf den Hochvogel mit dem Gedenkkreuz für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Gebirgsjäger.
Nach gut viereinhalb Stunden stehen wir am Gipfel des Hochvogels und genehmigen uns eine ausgiebige Brotzeit bei herrlichen Wetterbedingungen. Die Aussicht auf die Allgäuer und Lechtaler Alpen ist grandios. Zudem sind wir insgesamt zu fünft auf dem Gipfel, was der Tatsache geschuldet ist, dass wir die Tour unter der Woche angegangen sind und das ist sehr angenehm. Sonst dürfte auf dem Gipfel doch einiges mehr los sein. Auch hier oben ist eindeutig die Sperrung des Bäumheimer Wegs gekennzeichnet auch wurden die rot-weißen Markierungen grau übermalt, so dass auch der Hellste hier keinen Versuch unternimmt abzusteigen.
Für den Abstieg vom Hochvogel geht es entlang der Aufstiegsroute zurück nach Hinterhornbach. Das Firnfeld queren wir jedoch nicht, sondern fahren es den größten Teil ab. Zum einen spart das ein wenig Zeit, zum anderen ein paar Höhenmeter, da wir nicht ganz bis in den Salzboden abfahren. Auf etwa 2050m folgen wir Trittspuren durch das Blockgelände und weiter auf einem schmalen Pfad, der uns im Fuchskar wieder auf unsere Aufstiegspur bringt. Weiter geht es dann über den Fuchsensattel mit nochmals einer Pause über den Mutsattel und die Schwabegghütte zurück zur Pension Hornbachstüberl.
Auch wenn der Bäumheimer Weg gesperrt ist, bleibt die Besteigung des Hochvogels eine tolle Sache für den etwas ambitionierteren Bergsteiger. Die etwa 200 zusätzlichen Hm schrecken wohl einige ab und so ist der Auf- und Abstieg bis in den kalten Winkel nicht so überlaufen.

 
So schaut´s aus, wenn man vom Hochvogel nach Süden schaut!

Hochvogelpanorama

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit: 
 - mittelschwere - schwere Bergtour
- Schwindelfreiheit und Trittsicherheit
- Kondition für ca. 1800 Hm

Ausrüstung:
- normale Bergtourenausrüstung
- ausreichend Verpflegung und Getränke
- Teleskopstöcke
- ggf. Grödeln

Beste Jahreszeit:
Mitte Juni bis Anfang Oktober, je nach Schneeverhältnissen

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