Routenverlauf:
Gesamtdauer (mit Pausen): 9½
Std.
Reine Gehzeit: ca: 8½ Std. + 2 Stunden Abstieg von
der Alpsitzbahn nach Hammersbach
ca. 5 Km Länge aber wesentlich mehr Wegmeter
ca. 770 Hm Gegenanstiege
ca. 3.000 Gesamtabstieg (Zugspitze - Alpspitze - Hammersbach)
Berstation Zugspitze (2.962m) -
Innere- (2.741m), Mittlere- (2.743m),
Äußere-Höllentalspitze (2.720m)
- Volkarspitze (2.618m) - um den
Hochblassen herum - Grieskarscharte (2.463)
- Alpspitze (2.628m) - Bergstation
Osterfeldbahn (2.030m) -
- > Abstieg über Hochalm und Jägersteig
nach Hammersbach (700m)
Panorama
- Jubiläumsgrat

Tourenbeschreibung:
Mit der ersten Gondel fahren wir pünktlich
um 08:00 von Eibsee hinauf auf Deutschlands höchsten
Berg. Stefan, er hat auf dem Münchner Haus übernachtet,
erwartet uns schon.
Schnell legen wir unsere Ausrüstung
an und starten die Jubi-Tour um 08:20 von der Besucherterrasse.
Zunächst queren wir über den "Touristensteig"
hinüber zum Gipfel der Zugspitze. Hier geht es dann links
noch auf schmalem Weg am Gipfelaufbau vorbei. Wenige Minuten
nach dem Start stehen wir bereits an der Verzweigung, die
hinab ins Höllental führt. Hier beginnt der Jubiläumsgrat,
der schmale Weg ist fast nicht mehr zu erkennen. Orientieren
kann man sich bald nur noch an Trittspuren, spärlichen
Markierungen oder Kratzspuren der Steigeisen. Rasch geht es
mit ersten Klettereien zur Sache, und man gewöhnt sich
schnell an die Tiefe, die einen links wie rechts umgibt. Man
muss sich höllisch konzentrieren und sollte vor lauter
Gucken und Genießen nicht unbedingt stolpern, geht es
doch oft gleich mehrere hundert Meter steil hinab in die Täler.
Vor dem ersten größeren Gegenanstieg geht es, immer
wieder durch kleinere Klettereien unterbrochen, gute 300 Meter
abwärts. Es folgt ein etwa 50 m hoher Aufschwung vor
der Inneren Höllentalspitze (C), der auf der anderen
Seite spektakulär (I / II+) abgeklettert werden muss.
Weiter geht es dann in anregender Kraxelei und mit tollen
Tiefblicken hinauf auf die Innere Höllentalspitze. Hier
eine kurze Pause, bevor es weiter zur Verzweigung (einziger
(!) Notabstieg Knorrhütte über den Brunntalgrat)
geht. In ständigem Auf und Ab geht es hinüber zur
Mittleren Höllentalspitze. Hier gönnen wir uns eine
kurze Brotzeit, bevor wir den Weiterweg antreten.
Nach dieser kurzen Pause (~25 Min.) geht es hinunter zum Gratthüttl
(Biwakschachtel). Natürlich müssen auch wir einen
Blick in diesen Bauwagen werfen, und stellten überrascht
fest, dass sogar ein paar Tütensuppen auf dem Tisch standen,
sogar eine Gaskartusche war vorhanden. Wider Erwarten ist
die Schachtel in recht gutem und ordentlichen Zustand.
Vorbei an der Biwakschachtel geht es über die Äußere
Höllentalspitze und über einige sehr ausgesetzte
(II-) Stellen (Rinnen und Steilabbrüche z. T. drahtseilversichert)
hinunter in die Scharte vor der Volkarspitze. Hier geht es
nochmals sehr steil und kräfteraubend über eine
Felsnadel vor der steilen Wand der Volkarspitze. Diese Scharte
direkt unter der Volkarspitze ist recht klein und fällt
nach beiden Seiten sehr steil ins Reintal und Höllental
ab. Von der Scharte hinauf auf die Volkarspitze gilt es knapp
70 m zu überwinden (die fast senkrecht zu kletternde
Wand hat ca. 40 Meter). Hier ist noch mal eine gehörige
Portion Armkraft gefordert. Von der Volkarspitze geht es sehr
steil und teilweise ungesichert hinab in die Gratsenke. Mäßig
schwierig führt der "Weg" nun hinüber
unter den Hochblassen. Dieser wird nordseitig (schottriges
Schroffengelände) umgangen. Nach einem kurzen Gegenanstieg
entlang des Wandfußes erreichen wir die Grießkarscharte.
Nun noch über den Kamm hinauf zur Alpspitze und über
die sehr gut mit Stahlseilen, Trittbügeln und -stiften
abgesicherte Alpspitz-Ferrata hinab zur Bergstation der Alpspitzbahn.
Um 18:00 Uhr erreichen wir die Station, heute leider 15 Minuten
zu spät, denn normalerweise fährt die letzte Bahn
um 17:30 Uhr (man hat heute die Bahn 15 Min. später fahren
lassen). Der "Gondelmann" hat uns noch ein paar
Getränke verkauft, bevor er sich zur Sportschau in die
Station eingeschlossen hat. Uns blieb nichts anderes übrig,
als nach einer längeren Pause dann gegen 19:00 Uhr den
Abstieg über Hochalm und Jägersteig nach Hammersbach
anzutreten. Jetzt kommen zu unseren rund 1.680 Abstiegsmetern
der heutigen Tour noch mal weitere 1.345 m hinzu - macht zusammen
rund 3000 Hm im Abstieg.
Bei Dunkelheit erreichen wir um 21:00 Uhr Hammersbach. Wir
sind nun froh, das diese wunderschöne Tour zu Ende ist.
Die Füße kochen und der Muskelkater in den Oberschenkeln
macht sich schon jetzt bemerkbar - aber schön war´s,
und ein unvergessliches Bergerlebnis liegt hinter uns!
Höhenprofil
- Jubiläumsgrat
zum Höhenprofil
Charakter / Schwierigkeit:
- SCHWER - KEIN durchgehender Klettersteig
- nur wenige Stellen durch Stahlseile, Stifte oder Bügel
entschärft
- absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
- viele Stellen sehr ausgesetzt
- sehr gute Kondition Voraussetzung
- nur wer frühzeitig startet und zügig unterwegs
ist, kann die Tour an einem Tag schaffen
- absolute Vorsicht bei Schlechtwetter oder zweifelhaften
Verhältnissen
Wer an der „steilen Rinne“-Kletterstelle Probleme
hat, sollte lieber wieder umkehren...es folgen wesentlich
anspruchsvollere Stellen, die es ungesichert zu klettern gilt.
Ausrüstung:
- Klettersteig-Ausrüstung (Komplettgurt, Klettersteigset,
Helm, Handschuhe)
-viel Wasser! Nächste Nachfüllmöglichkeit ist
die Alpspitz-Bahnstation!
- evtl. ein Seil, zus. HMS, Abseilachter
Beste Jahreszeit:
Juni,
Juli, August, September, Oktober - wenn kein Schnee liegt
;-)