Der Jubiläumsgrat (2.962 m - 2.628m) 25.08.2007

 

Die "Gratwanderung" über den Jubiläumsgrat von der Zugspitze zur Alpspitze ist für den erfahrenen Bergsteiger eine traumhafte Bergtour. Mit atemberaubenden Tiefblicken und anregender Kletterei zieht der Weg fast immer entlang der Gratschneide. Eine lange und schwere Bergtour, die nur von geübten und sicheren Bergsteigern angegangen werden sollte.
Auf der Inneren Höllentalspitze
Jubiläumsgrat
Auf der Inneren Höllentalspitze - Jubiläumsgrat
 
Der Jubiläumsgrat ist eine phantastische Bergtour mit Schwierigkeiten z. T. im II. und unteren III. Grad (nach UIAA-Skala). Der Jubigrat ist KEIN_Klettersteig, nur wenige Stellen sind versichert, VIELE dafür aber umso ausgesetzter. Neben absoluter Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist eine sehr gute Kondition Voraussetzung für diese lange und schwere Bergtour.
 
 
Ausgangspunkt: 
Parkplatz Zugspitzbahn - Eibsee
Bildergalerie  49  Bilder in extra Fenster 

 

Routenverlauf: 
Gesamtdauer (mit Pausen): 9½ Std.
Reine Gehzeit: ca: 8½ Std. + 2 Stunden Abstieg von der Alpsitzbahn nach Hammersbach
ca. 5 Km Länge aber wesentlich mehr Wegmeter
ca. 770 Hm Gegenanstiege
ca. 3.000 Gesamtabstieg (Zugspitze - Alpspitze - Hammersbach)

Berstation Zugspitze (2.962m) - Innere- (2.741m), Mittlere- (2.743m), Äußere-Höllentalspitze (2.720m) - Volkarspitze (2.618m) - um den Hochblassen herum - Grieskarscharte (2.463) - Alpspitze (2.628m) - Bergstation Osterfeldbahn (2.030m)   - - >    Abstieg über Hochalm und Jägersteig nach Hammersbach (700m)

Panorama - Jubiläumsgrat
Jubiläumsgrat

Tourenbeschreibung:
Mit der ersten Gondel fahren wir pünktlich um 08:00 von Eibsee hinauf auf Deutschlands höchsten Berg. Stefan, er hat auf dem Münchner Haus übernachtet, erwartet uns schon.

Schnell legen wir unsere Ausrüstung an und starten die Jubi-Tour um 08:20 von der Besucherterrasse. Zunächst queren wir über den "Touristensteig" hinüber zum Gipfel der Zugspitze. Hier geht es dann links noch auf schmalem Weg am Gipfelaufbau vorbei. Wenige Minuten nach dem Start stehen wir bereits an der Verzweigung, die hinab ins Höllental führt. Hier beginnt der Jubiläumsgrat, der schmale Weg ist fast nicht mehr zu erkennen. Orientieren kann man sich bald nur noch an Trittspuren, spärlichen Markierungen oder Kratzspuren der Steigeisen. Rasch geht es mit ersten Klettereien zur Sache, und man gewöhnt sich schnell an die Tiefe, die einen links wie rechts umgibt. Man muss sich höllisch konzentrieren und sollte vor lauter Gucken und Genießen nicht unbedingt stolpern, geht es doch oft gleich mehrere hundert Meter steil hinab in die Täler.
Vor dem ersten größeren Gegenanstieg geht es, immer wieder durch kleinere Klettereien unterbrochen, gute 300 Meter abwärts. Es folgt ein etwa 50 m hoher Aufschwung vor der Inneren Höllentalspitze (C), der auf der anderen Seite spektakulär (I / II+) abgeklettert werden muss. Weiter geht es dann in anregender Kraxelei und mit tollen Tiefblicken hinauf auf die Innere Höllentalspitze. Hier eine kurze Pause, bevor es weiter zur Verzweigung (einziger (!) Notabstieg Knorrhütte über den Brunntalgrat) geht. In ständigem Auf und Ab geht es hinüber zur Mittleren Höllentalspitze. Hier gönnen wir uns eine kurze Brotzeit, bevor wir den Weiterweg antreten.
Nach dieser kurzen Pause (~25 Min.) geht es hinunter zum Gratthüttl (Biwakschachtel). Natürlich müssen auch wir einen Blick in diesen Bauwagen werfen, und stellten überrascht fest, dass sogar ein paar Tütensuppen auf dem Tisch standen, sogar eine Gaskartusche war vorhanden. Wider Erwarten ist die Schachtel in recht gutem und ordentlichen Zustand.

Vorbei an der Biwakschachtel geht es über die Äußere Höllentalspitze und über einige sehr ausgesetzte (II-) Stellen (Rinnen und Steilabbrüche z. T. drahtseilversichert) hinunter in die Scharte vor der Volkarspitze. Hier geht es nochmals sehr steil und kräfteraubend über eine Felsnadel vor der steilen Wand der Volkarspitze. Diese Scharte direkt unter der Volkarspitze ist recht klein und fällt nach beiden Seiten sehr steil ins Reintal und Höllental ab. Von der Scharte hinauf auf die Volkarspitze gilt es knapp 70 m zu überwinden (die fast senkrecht zu kletternde Wand hat ca. 40 Meter). Hier ist noch mal eine gehörige Portion Armkraft gefordert. Von der Volkarspitze geht es sehr steil und teilweise ungesichert hinab in die Gratsenke. Mäßig schwierig führt der "Weg" nun hinüber unter den Hochblassen. Dieser wird nordseitig (schottriges Schroffengelände) umgangen. Nach einem kurzen Gegenanstieg entlang des Wandfußes erreichen wir die Grießkarscharte. Nun noch über den Kamm hinauf zur Alpspitze und über die sehr gut mit Stahlseilen, Trittbügeln und -stiften abgesicherte Alpspitz-Ferrata hinab zur Bergstation der Alpspitzbahn.

Um 18:00 Uhr erreichen wir die Station, heute leider 15 Minuten zu spät, denn normalerweise fährt die letzte Bahn um 17:30 Uhr (man hat heute die Bahn 15 Min. später fahren lassen). Der "Gondelmann" hat uns noch ein paar Getränke verkauft, bevor er sich zur Sportschau in die Station eingeschlossen hat. Uns blieb nichts anderes übrig, als nach einer längeren Pause dann gegen 19:00 Uhr den Abstieg über Hochalm und Jägersteig nach Hammersbach anzutreten. Jetzt kommen zu unseren rund 1.680 Abstiegsmetern der heutigen Tour noch mal weitere 1.345 m hinzu - macht zusammen rund 3000 Hm im Abstieg.

Bei Dunkelheit erreichen wir um 21:00 Uhr Hammersbach. Wir sind nun froh, das diese wunderschöne Tour zu Ende ist. Die Füße kochen und der Muskelkater in den Oberschenkeln macht sich schon jetzt bemerkbar - aber schön war´s, und ein unvergessliches Bergerlebnis liegt hinter uns!


Höhenprofil - Jubiläumsgrat

zum Höhenprofil


Charakter / Schwierigkeit: 
 - SCHWER - KEIN durchgehender Klettersteig
- nur wenige Stellen durch Stahlseile, Stifte oder Bügel entschärft
 - absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich 
- viele Stellen sehr ausgesetzt
- sehr gute Kondition Voraussetzung
- nur wer frühzeitig startet und zügig unterwegs ist, kann die Tour an einem Tag schaffen 
- absolute Vorsicht bei Schlechtwetter oder zweifelhaften Verhältnissen

Wer an der „steilen Rinne“-Kletterstelle Probleme hat, sollte lieber wieder umkehren...es folgen wesentlich anspruchsvollere Stellen, die es ungesichert zu klettern gilt.

Ausrüstung:
 - Klettersteig-Ausrüstung (Komplettgurt, Klettersteigset, Helm, Handschuhe)
-viel Wasser! Nächste Nachfüllmöglichkeit ist die Alpspitz-Bahnstation!
- evtl. ein Seil, zus. HMS, Abseilachter

Beste Jahreszeit:
Juni, Juli, August, September, Oktober - wenn kein Schnee liegt ;-) 

[zurück]

© Copyright 2002 - - kraxl.de - Alle Rechte vorbehalten