Mannlgrat und Hoher Göll

(2522m) 25.09.11
Nur der erste kurze Teil ist eine einfache Wanderung. Sehr bald nach dem Start wird es anspruchsvoll und teils recht ausgesetzt. Eine schöne und abwechslungsreiche Tour führt uns im Klettersteig über die Mannlköpfe auf den Hohen Göll. Wer eine einsame Tour sucht ist hier auf jeden Fall am falschen Berg unterwegs.

Blick vom Mannlgrat auf den Hohen Göll
Hoher Göll

Ausgangspunkt: 
Parkplatz am Obersalzberg, Bussstation
(Einfache Fahrt € 13,50 Hin- und Rückfahrt € 15,50, Stand 2011)
Erste Bergfahrt 07:40
Letzte Talfahrt 16:50


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Routenverlauf:
Mit dem Bus zum Kehlsteinhaus - Mannelgrat - Hoher Göll und auf selben Weg zurück.

ca. 8 Std.
Tourenbeschreibung:

Früh um sechs starten wir in München und fahren direkt dem Sonnenaufgang entgegen. Am Informationszentrum am Obersalzberg starten wir dann die Tour mit einer der ersten Busfahrten, die uns über die alte Kehlsteinstraße zum Kehlsteinhaus bringt. Dort angekommen geht es durch den gut 100 Meter langen Tunnel in den Kehlstein hinein und mit dem Aufzug in wenigen Minuten 140 Meter hinauf zum Kehlsteinhaus. Der Weg führt uns vorbei am Touristenkiosk hinauf zum Gipfelkreuz des Kehlsteins. Von dort geht der Weg, hier noch gut für Stöckelschuhe machbar..., weiter entlang des breiten Rückens in Richtung Osten direkt auf die Mannlköpfe zu. An einer Verzeigung kann man nun links oder rechts weiter gehen. Der rechte Weg ist gleich zu Beginn anspruchsvoller, und man muss schon die Hände an einigen Stellen zu Hilfe nehmen. Beide Wege laufen später, kurz vor dem alten Sicherungswall, wieder zusammen. Ab da ist dann für den "Sonntagsausflügler" so langsam Schluss, wird der Weg doch zunehmend schwieriger, und auch die ersten leichten Kraxeleien sind zu meistern.
Nachdem es einige Male kurz rauf und runter geht, folgt bald ein Wechsel auf die andere Seite des Kamms. Hier sollte man dann die Gelegenheit nutzen und das Klettersteiggerödel anlegen, da es von nun an immer wieder steile Auf- und Abschwünge gibt, die teils auch recht ausgesetzt sind. So geht es nun mit immer wieder schönen Tiefblicken dem Grat folgend dem Hohen Göll entgegen. Nach einem etwas längeren Stück, das abgeklettert wird, folgt ein steiler Gegenanstieg. Das feine Geröll unter den Sohlen macht hier das Gehen ein wenig unangenehm. Es kommen direkt im Anschluss an diese Stelle zwei knackige Klettersteigstellen, wobei insgesamt gute 40 Hm überwunden werden und danach stehen wir bereits auf dem Göllstock. Weiter den Pfadspuren folgend geht es über die breite Westschulter des Hohen Göll. Vorbei an der Verzweigung, die über den Schustersteig zum Purtschellerhaus führt, weiter dem Gipfel entgegen. Auf den letzten Metern führt der Weg noch an einem riesigen, meist mit Altschnee gefüllten Loch vorbei , bevor wir auf dem Gipfel stehen. Wäre der Gipfel, besser das Gipfelplateau, nicht so groß, müsste man wohl Nummern ziehen, damit auch jeder mal auf den Gipfel darf.
Der Hohe Göll ist ein sehr beliebter Berggipfel, und dem entsprechend ist es heute hier sehr voll. Davon lassen wir uns aber nicht stören und gönnen uns eine ausgiebige Brotzeit bei bestem Blick auf die Zentralalpen und die direkt vor uns liegenden Gebirge wie Hochkönig, Steinberge, Watzmann, Hochkalter, Reiteralpe und Lattengebirge.
Der Abstieg erfolgt auf dem Aufstiegsweg in westliche Richtung über den Mannlgrat zurück zum Kehlsteinhaus. Der Steig macht in dieser Richtung deutlich mehr Spaß, da nun die meisten Klettersteigstellen aufwärts - nicht wie auf dem Herweg abwärts - geklettert werden.

Der Mannlgrat ist nur etwas für erfahrene und geübte Berggeher, die es gewohnt sind, die Hände zu Hilfe zu nehmen, denn es gibt durchaus steile Felsaufschwünge, bei denen Geschicklichkeit und Kraft nicht von Nachteil sind. Steile, ausgesetzte Stellen mit Drahtseilsicherungen und Stiften führen nach oben - hin und wieder mit kleineren Abstiegen dazwischen. Einige Felsstufen verlangen konzentriertes Steigen, besonders bei feuchten Witterungsbedingungen. Man sollte einkalkulieren, dass man am Mannlsteig sehr oft erheblichen Gegenverkehr hat. Und auf keinen Fall sollte der letzte Bus ab Kehlsteinhaus verpasst werden, wenn man nicht noch zusätzlich einen anstrengenden Fußmarsch auf sich nehmen will.

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Blick auf die letzten Meter vor dem Hohen Göll


zum Höhenprofil

 

Charakter / Schwierigkeit:   
- gut gesicherter, mässig schwieriger Klettersteig
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich  
- einigen Stellen am Grat sehr ausgesetzt  
- viel Gehgelände   
- Orientierung am Göll ist problemlos (bei Wolken/Nebel jedoch nicht ganz einfach)

 - Vorsicht bei Schlechtwetter oder zweifelhaften Verhältnissen. 

 

Ausrüstung: 
- komplette Klettersteig-Ausrüstung empfohlen
- auf ausreichend Getränke achten   

Beste Jahreszeit:
Juli bis Ende September

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