Montscheinspitze / Mondscheinspitze

(2106 m) 16.06.09/03.06.17
Auch für den geübten Wanderer ist die Tour auf die Montscheinspitze eine kleine Herausforderung. Oft geht es sehr steil und teilweise auch ausgesetzt auf- bzw. abwärts. Kraxeleien bis in den unteren II Schwierigkeitsgrad sollte man beherrschen. Die Überschreitung als Rundtour ist auf jeden Fall ein abwechslungs- und aussichtsreiches Erlebnis.

Die Montscheinspitze Die Montscheinspitze vom Osten

 

Ausgangspunkt: 
Wanderparkplatz an der Gernalm (ca. 1180 m)
(Mautgebühr ab Pertisau: €4,50, Stand 2017)

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Routenverlauf: 
Parkplatz - Schleimssattel - Grünbichl - Montscheinspitze - Montscheinsenke - Plumsjoch - Plumssattel - Gernalm - Parkplatz

ca. 6½ Std. 
Tourenbeschreibung:

Gegen viertel vor neun starten wir am Wanderparkplatz an der Gernalm und wandern zunächst ein Stück des Fahrwegs zurück, halten uns an der Brücke geradeaus und folgen dem Weg leicht fallend abwärts. Auf etwa 1100 m biegt der Weg nach rechts ab. Dort verlassen wir diesen jedoch nach links, marschieren flach nach Norden auf eine Almstraße und auf dieser dahin. An der folgenden Abzweigung weisen Schilder den Weg hinauf zum Schleims-Sattel, den wir unschwierig über den breiten und gut ausgebauten steilen Wirtschaftsweg erreichen. Die Sonne brennt bereits jetzt von oben und es bilden sich erste leichte Schleier über den Bergspitzen. Wir hoffen, dass der Aufbau der Wolken nicht zu schnell von statten geht, so dass wir die Tour wie geplant mit der Gipfelüberschreitung beenden können.
Nach knapp 1½ Stunden schweißtreibendem Aufstieg erreichen wir den Schleimssattel und es folgt ein kurzes flaches Wegstück. Blickt man nach Westen, kann man links neben dem Mantschen bereits einen Teil der Montscheinspitze erkennen. So ist der Weiterweg klar und wir wandern nun linkshaltend auf dem leicht abfallenden Weg weiter. Auf der rechten Seite der Senke liegt die Mantschalm an der wir nicht vorbei gehen. Bald zweigt ein Pfad (Schilder) nach links ab. Dieser zunächst etwas ruppige Pfad bringt uns über die Osthänge des Kelbergs hinauf auf einen breiten mit Latschen bewachsenen Rücken und weiter zum Grünbichl. Dabei wird der Pfad nach und nach schmaler und schon bald stehen wir vor einer tiefen, mit Altschnee gefüllten Rinne. Nach kurzem, scharfem Abstieg queren wir die Rinne und steigen fast senkrecht in eine steile Wand ein. Zwar ist ein Seilstück befestigt, doch wer hier Probleme hat, sollte nichts riskieren und besser umkehren. Der Abstieg wird nochmal deutlich schwieriger.
Von nun an wechseln sich leichte Klettereien und steiles, gerölliges Gehgelände mit z. T. recht ausgesetzten Schrofen ab. Nach kaum 3 Stunden stehen wir auf dem luftigen Gipfel der Montscheinspitze. Obwohl sich der klare Sommerhimmel zwischenzeitlich mit mächtigen Wolken schmückt, haben wir von hier oben eine grandiose Sicht auf die umliegenden Berge. Es folgt die obligatorische Brotzeit bevor wir über den steilen Südrücken durch das Schrofengelände absteigen. Wie im Anstieg ist auch hier die volle Konzentration gefordert und auch die Kletterfertigkeit wird nochmals in einer steilen Rinne geprüft. Danach geht es wieder einfacher in die Montscheinsenke hinab. Dort auf steilem, schmalem Pfad hinauf in Richtung Plumsjoch. Wer nach Erklimmen des ersten Aufschwungs denkt er sei oben liegt falsch, geht es doch erst im folgenden Anstieg erneut steil hinauf auf das Plumsjoch.
Vom Plumsjoch nun auf schmalem Bergpfad durch Latschen und später über Almwiesen hinab in den Plumssattel. Vom Sattel rechtshaltend in Richtung Engtal lässt sich die Plumsjochhütte bequem über den Fahrweg in wenigen Minuten erreichen. Die Plumsjochhütte ist eine kleine, gemütliche und uralte Berghütte, die auch bei den Radlern sehr beliebt ist. In Anbetracht der weiter zuziehenden gewittrig ausschauenden Wolken drehen wir nach links und folgen dem sehr steilen Wirtschaftsweg hinunter und zurück ins Gerntal. Durch den steilen Weg gestaltet sich der Abstieg recht zügig und so erreichen wir schnell den Talboden. Bei eintreffen an der Gernalm ist der Wanderparkplatz auch nicht mehr weit und somit auch das Ende der heutigen Bergtour. Zu unserem Glück hat auch das Wetter gehalten und so konnten wir die Bergtour ohne Gewitter und Regen trocken im Tal abschließen!
Die Überschreitung der Montschein- oder auch Mondscheinspitze ist eine sehr anspruchsvolle Bergwanderung. Es sind ausgesetzte Fels- und Geröllpassagen zu überwinden und man sollte unbedingt Kletterfertigkeit bis in den unteren II. Grad beherrschen - sonst geht der Spaß schnell verloren. Alles in allem eine super schöne Tour mit bester Aussicht in die Karwendelberge.

Die Montscheinspitze bzw. Mondscheinspitze
Montscheinspitze

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:  
- mittelschwere bis schwere Bergtour 
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich
- ein paar leichte Kletterstellen (I-II-)

Ausrüstung:
- normale Bergwanderausrüstung

Beste Jahreszeit:
Ende Mai bis Ende Oktober 

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