Schachen / Schachenhaus

(1876 m) 29.05.05/17.07.16
Eine abwechslungsreiche, schöne und lange Wanderung führt durch die Partnachklamm und den Kälbersteig hinauf zum Königshaus auf dem Schachen. Im Abstieg geht es - vorbei an einem sehr schönen Aussichtspunkt - sehr steil ins Obereintal und weiter ins Reintal hinab. Nur der lange Haatscher zurück in Richtung Partnachklamm macht das Abenteuer etwas zäh.

Königshaus und Schachenhaus
Schachenhaus und Königshaus von oben.

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Ausgangspunkt:
Parkplatz am Olympia Skistadion in Partenkirchen
(ca. 700 m, € 2,-- Stand 2016)
Bildergalerie  32 Bilder in extra Fenster 

Routenverlauf:
Parkplatz - Partnachklamm - Kälbersteig - Schachenweg/Königsweg - Schachenhaus - Aussichtspavillon - Teufelsgsaß - Oberreintal - Bockhütte - Reintal - Partnachklamm - Parkplatz

ca. 8 Std. 
Tourenbeschreibung:

Am Olympia Skistadion in Partenkirchen ist heute gegen 08:15 Uhr Start der heutigen Tour. Zunächst geht es hinüber zur Partnachklamm. Nach dem angekündigten gutem Bergwetter schaut´s gerade nicht aus, die Wolken hängen wie eine weiße Wand an den Berggipfeln fest und bewegen sich nicht. Auch schaut es eher nach Regen als nach Sonne aus, doch es soll später aufklaren und so marschieren wir erstmal auf der Fahrstraße der Klamm entgegen. So früh am Morgen sind noch nicht viele Touristen unterwegs, wodurch man die hier unübliche Stille genießen kann. Nach etwa 30 Minuten stehen wir am Eingang der Klamm, lösen einen "Passierschein" und gehen weiter durch die enge aber nicht allzu lange Schlucht. In beeindruckender Weise und mit lautem Getöse stürzt das Wasser talwärts und von den Wänden und Hängen tropft es ordentlich auf uns herab. Am Ende der Partnachklamm wandern wir in Richtung Schachen/Meilerhütte/Kälbersteig (Schild) und queren bald den Ferchenbach an der Einmündung in die Partnach. Dort zwingt uns einsetzender Regen in die Regenjacken.
Bis hier war es eher eine gemütliche Wanderung, eher schon ein Spaziergang. Nach der Überquerung des Wirtschaftsweges, kurz hinter der Brücke, ändert sich das ganz schnell. Ein Schild (links von uns) weist den Weg zum Kälbersteig und schon geht es über kräftige Holzleitern steil aufwärts. Da es die Tage erst geregnet hatte, sind die Stufen und Tritte recht matschig. Im Wechsel von Trittstufen, Wurzelwerk, Geröll und Matsch geht es nun die nächste Stunde über unzählige Stufen und in vielen Serpentinen mäßig steil bis sehr steil stets bergauf. Keine Ahnung wie der Steig zum Namen kam aber Kälber wurden hier bestimmt nie auf- oder abwärts getrieben. Der Regen erwies sich nur als Schauer und so können wir die Jacken wieder im Rucksack verstauen.
Auf etwa 1240 m queren wir erstmals eine von Elmau heraufkommende Forststraße. Auf etwa 1280 m verlassen wir kurz den Pfad und folgen der Straße etwa dreihundert Meter hinauf bis von links der Pfad aus dem Wettersteinwald herausbricht - auf diesem weiter empor. Noch zweimal wird die Straße gekreuzt, bevor unser Pfad auf etwa 1680 m in den Königsweg/Schachenweg mündet. Nun wird es deutlich leichter und die Steilheit ist erstmal vorbei. Leicht ansteigend führt uns der Weg (beliebte MTB-Strecke) vorbei an der Materialbahn der Meilerhütte hinauf zum Schachenhaus.
Gegen 11:30 haben wir unser heutiges Teilziel, den Schachen und das Königshaus, erreicht. Das Wetter ist zwar trocken aber immer noch nicht besonders und von Sonne keine Spur. Die Wolken hängen beständig auf ca. 2000-2100 m fest und wollen sich einfach nicht wegbewegen. Also kehren wir ersteinmal ein und genehmigen uns eine deftige Suppe. Nach einer knappen dreiviertel Stunde wollen wir schauen, ob es nicht doch noch aufklart und brechen auf. Unser Plan ist immer noch über die Meilerhütte auf die Törlspitze zu steigen und so wandern wir über den schmalen Pfad auf einen Rücken, welcher uns zunächst in Richtung Süden dem Frauenalpl entgegen bringt. Da die Wolken unverrückt festhängen und wir weiter Oben nur Nebelsuppe sehen würden, entscheiden wir auf ~1960 m heuer nicht weiter aufzusteigen. Also umdrehen und Abstieg zum Aussichtspavillon ins Reintal.
Als wir etwas oberhalb des Schachenhauses in den Weg zum Aussichtspunkt einbiegen, zucken erste Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und wenige Minuten später bei erreichen des Aussichtspavillon herrscht fast perfektes Bergwetter :-(. Nochmal Aufsteigen? Ne, keine Lust mehr - auch wäre dann die Zeit etwas knapp geworden. Also gönnen wir uns hier eine Pause mit bestem Ausblick ins Oberreintal, Reintal und auf Teile des Zugspitzplatts. Sogar die Wolken geben Blicke frei auf Wetterspitzen, Hochblassen, Hoher Gaif und teils auf die Alpspitze.

Der Abstieg führt uns durch die sehr steile Teufelsgaß. Viele steile Serpentinen, an kleinen Wasserfällen vorbei, ein paar Eisenbügel und Stifte, hier und da ein Stahlseil, ein paar Steilstufen, so geht es über ca. 450 Hm zunächst hinab ins Oberreintal. Nachdem der Reintalbach überquert ist, folgen wir dem Pfad weiter steil hinunter in das Reintal (ca. 350Hm). Wird es flacher, weiß man, dass man im Reintal angekommen ist. An der folgenden Verzweigung halten wir uns links und wandern nun auf gutem Weg, kurz zur Bockhütte hinüber (5 Min). Nach diesem Abstieg haben wir uns ein Weißbier verdient.
Von der Bockhütte folgen wir dem langen Weg zurück zur Klamm und weiter zum Ausgangspunkt der heutigen Bergfahrt. Dabei bleiben wir zunächst rechts, später links der Partnach. Der nächste Seitenwechsel erfolgt kurz bevor wir auf den Aufstiegsweg vom Vormittag (Einstieg Kälbersteig) gelangen. Ab da wird es auch wieder voll, denn bis hier bewegt sich auch die Masse der Touristen, die nun die Partnachklamm füllen.
Auch wenn wir das eigentliche Ziel, die Törlspitze heute nicht erreicht haben, war es eine abwechslungsreiche und schöne Bergtour die uns mit rund 1300 Hm auch eine ordentliche Tagesleistung abverlangt hatte.

Blick vom Aussichtspavillon ins Reintal
Reintal und Oberreintal - Schachen

zum Höhenprofil

Charakter / Schwierigkeit:  
- Aufstieg einfach - mittel
- Abstieg erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit  
- Kondition für ~1300Hm und etwa 23 Km Wegstrecke

Ausrüstung: 
- normale Bergwanderausrüstung

Beste Jahreszeit:
Ende Mai bis Ende Oktober 

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