Routenverlauf:
Parkplatz Hammersbach - Höllental - Höllentalangerhütte
- Höllentalferner - Zugspitze - Eibsee - Hammersbach
ca. 8 Std. und 2.210 Hm!!
Tourenbeschreibung:
Es ist soweit, bei unserem vierten Anlauf, die Zugspitze zu
erklimmen, sieht es endlich so aus, als ob wir heute wirklich
auf das Dach Deutschlands klettern können. In den zwei
Jahre zuvor hat frühzeitiger Wintereinbruch in den Hochlagen
das Unternehmen scheitern lassen. Auch in diesem Jahr sah
es zunächst danach aus, als eine Woche zuvor etwa 40
cm Neuschnee in der Nacht von Do. auf Fr. gefallen sind.
Um 07:00 starten wir am gr. Wanderparkplatz in Hammersbach
(seit 2004 gebührenpflichtig, max. Parkdauer 48 Std.).
Zunächst führt der Weg in Richtung Ortsmitte. Nach
der Überquerung des Hammersbaches biegen wir rechts ab
und folgen dem Weg hinein in das Höllental zur Klamm.
Auf einem gut ausgebauten Weg erreichen wir unschwierig den
Eingang der Höllentalklam (Eintritt: Erw. € 2,50 Erw.
DAV Mitgl. € 1,00). Schnell wird der "Wegezoll"
entrichtet, und es geht weiter durch eine wunderschöne
Klamm. In den letzten Tagen hat es ordentlich geregnet, und
so tropft es fast überall von den Tunneldecken auf uns
herunter. Der Weiterweg führt über Stege, kleine
Brücken und unzählige in den Fels gesprengte Tunnels
hinauf zur Höllentalangerhütte. Gegen 09:00 Uhr
erreichen wir die Hütte und legen eine kurze Rast ein.
Von hier kann man sehr gut in den Höllentalanger und
das darüber liegende Höllentalkar sehen. Auf dem
"Brett" tummeln sich bereits sehr viele Wanderer.
Nach etwa 20 Minuten gehen wir über die kleine Brücke
des ausgetrockenten Bachbettes weiter in Richtung Leiter hinein
in den Talgrund. Diese ist in etwa 30 Minuten erreicht. Hier
legen wir unser Kelttersteiggeschirr an und steigen in die
Wand ein. Zunächst geht es unschwierig durch einige kurze
gesicherte Kamine hinauf, bevor es über Bänder und
kleine Felsstufen zu der legendären Leiter und dem Brett
geht. Von beiden sind wir fast etwas enttäuscht, da wir
es uns auf Grund mehrerer Berichte deutlich steiler bzw. länger
vorgestellt haben. Das Brett wird überall als die Schlüsselstelle
beschrieben; für uns nicht ganz nachvollziehbar - denn
wer trittsicher und absolut schwindelfrei ist, sollte hier
keine Probleme haben. Alle anderen haben an dieser Stelle
nichts zu suchen. Aber egal, Spaß bringt der Steig bereits
an dieser Stelle, denn die Aussicht ist einfach phantastisch.
Weiter folgen wir den Markierungen über den "Grünen
Buckel", Moränengelände und stehen um 11:45
Uhr auf dem Gletscher. Zusammen mit vielen anderen Bergsteigern
legen wir die Steigeisen an und werfen uns die Jacken über.
Hier oben im Schatten und auf dem Ferner ist es doch ein wenig
frisch. In etwa 30 Minuten gehen wir über den Gletscher
zum Einstig in den Klettersteig. Vor uns befindet sich eine
größere Gruppe, die -so wie es aussieht- heute
ihren ersten Klettersteig geht und den Verkehr ordentlich
aufhält. So können wir in aller Ruhe unsere Steigeisen
wieder einpacken, gemütlich einen Müsliriegel essen
und warten bis wir endlich weiter können.
Der Sprung an die Leiter bleibt heute aus, da die Randkluft
bereits so groß ist, dass dies einfach zu gefährlich
wäre. Also geht es oben herum in den Steig. Auch diese
Variante ist noch abenteuerlich, da man quasi erst in die
Randkluft hinabsteigen muss, bevor man den eigentlichen Steig
beginnt. Eine ausgerissene Sicherung lässt den Einstieg
zur heutigen Schlüsselstelle werden.
Leider löst sich der Stau bis hinauf zum Gipfel nicht
mehr auf und so steigen wir teilweise sehr schleppend weiter.
Der Weg geht anregend über Bänder und Stufen entlang
der Ostwand des Nordgrates, den Gipfelaufbau fast immer im
Blick bis zum Gipfelkreuz weiter. Erst sehr spät (etwa
auf 2.700 m) kann man einen Blick durch die Irmerscharte auf
den Eibsee werfen. Nach insgesamt 8 Stunden (die man ohne
"stop and go" und ohne Pausen :) weit unterbieten
kann) stehen wir um 15:00 auf Deutschlands höchstem Berg
und, wie sollte es auch anders sein, die Zugspitze ist an
diesem Sonntag natürlich völlig überlaufen.
Ich glaube, es tummeten sich bis zu 50 Mann/Frau auf diesem
kleinen Fleck. Bei den Bauten gegenüber sieht es da nicht
viel besser aus. Im Münchner Haus (AV-Hütte) bekommen
wir fast keinen Platz mehr, um die Brotzeit genießen
zu können. Mit einer der lezten Gondeln fahren wir hinab
zum Eibsee und kehren nach kurzer Fahrt mit der Eibseebahn
an den Ausganspunkt Hammersbach zurück. Diese Tour sollte
mann besser unter der Woche gehen und sich dann vielleicht
eine Übernachtung im Münchner Haus auf der Zugspitze
gönnen. Denn früh am Morgen ist es bestimmt noch
ruhig auf dem wohl meist besuchten Berg in unserem Lande.
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Die Zugspitze ist !NICHT! als Einsteigerklettersteig geeignet!
Dies sollte man eigentlich nicht gesondert erwähnen müssen.
In Anbetracht der Tatsache, dass uns aber doch einige begegnet
sind, die ganz offensichtlich bereits mit dem Anlegen des
Klettergurts völlig überfordert waren, ist diese
Bemerkung wohl doch nicht so ganz fehl am Platz.....
In diesem Sinne Berg Heil!
zum Zugspitz Höhenprofil
Charakter / Schwierigkeit:
- gut gesicherter Steig
-Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich
- an einigen Stellen ausgesetzt
- sehr gute Kondition
- am Wochenende meist überlaufen
- absolute Vorsicht bei Schlechtwetter oder zweifelhaften
Verhältnissen
Ausrüstung:
- Klettersteig-Ausrüstung (Komplettgurt, Klettersteigset,
Helm, Handschuhe) unbedingt empfohlen
- sehr hilfreich Grödel oder Steigeisen