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Seekarkreuz über Mariaeck

(1601 m) 20.03.22
Winterwanderung

Aus dem Lenggrieser Ortsteil Fleck im Isarwinkel, starten wir zu einer mittelschweren bis schweren Wanderung über das Mariaeck hinauf auf das Seekarkreuz.
Der Weg leitet uns aus dem Dorf über unspektakuläre Forststraßen, spannende Karrenwege und Bergpfade sowie Trittspuren im Schnee zunächst recht einfach hinauf auf 1469 m ans Mariaeck. Ab da wird es dann deutlich anspruchsvoller und die notwendige Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie etwas Wegfindungsinn sind für die nächste Etappe erforderlich. Zuletzt leitet uns meist Wegspuren zum bereits sichtbaren Seekarkreuz hinüber. Den Abstieg verbinden wir mit einer Einkehr in der Lenggrieser Hütte, bevor es danach über einen Teil des Grasleitensteigs zurück ins Tal in Richtung Fleck hinunter geht.
Im Frühjahr, wenn noch recht viel Schnee vorhanden ist, ist der Übergang vom Mariaeck zum Vorgipfel des Seekarkreuz nicht ganz so einfach und sollte nur von erfahrenen Waderern unternommen werden. Doch auch Schneefrei sollte man sich in schwierigem Kammgelände wohlfühlen und auch vor Tiefblicken keine Scheu haben.

Seekarkreuz
Seekarkreuz Gipfel

Ausgangspunkt:
Lenggries OT Fleck
Wanderparkplatz am Almbach
(ca. 720 m)

Alternative im Ort an der B13 - ~20 Min. mehr

Routenverlauf
Parkplatz - Bildstock am Almweg Röhrmoosalm - Weg 624 - Mariaeck - Seekarkreuz Vorgipfel - Seekarkreuz - Seekarkreuz Vorgipfel - Lenggrieser Hütte - Grasleitensteig - Weg 621a - Seekargraben - Wanderparkplatz am Almbach

ca. 5 Std.
Tourenbeschreibung
Start ist am nicht all zu großen Wanderparkplatz "Am Almbach" in Fleck. Hier folgen wir jedoch nicht der Beschilderung (Maria Eck / Schönberg / Lenggrieser Hütte, Weg 624) sondern gehen ein Stück der Straße entlang zurück in Richtung Fleck. Rund 400 m später halten wir uns an einem Heuschober links und biegen auf ein. Diesem folgen wir nun weiter nach Südosten durch ein Wäldchen hinein und auf die folgende freie Fläche hinaus. Dabei ignorieren wir alle Abzweige und bleiben immer in unserer Richtung geradeaus. Auf ~790 Hm dreht der Weg neben einem Schopf vor dem Wald nach Links ein, leitet uns am Waldrand entlang sanft empor und bringt uns auf den Weg 631 der auch zur Röhrmoosalm führt. Wir halten uns rechts und folgen dem Forstweg etwa 600 m weiter, queren ein Bächlein und erreichen einen Abzweig an einem markanten Bildstock zur rechten Seite des Wegs. Für uns geht es nun nach links von der Straße herunter und auf einem Karrenweg über eine Wiese am Waldrand entlang hinauf (Beschilderung hilft). Bald taucht der Karrenweg in den Wald ein, leitet uns hindurch an eine Kreuzung, die wir geradeaus weiter ansteigend queren (Beschilderung Maria Eck). Es geht nicht mehr lange, da treffen wir auf die ersten Altschneefelder, die sich -natürlich der Jahreszeit geschuldet- zu einer einzigen Schneefläche zusammenschließen je weiter wir aufsteigen. Das starke Tauwetter hat nahezu alle Trittspuren schmelzen lassen, doch die Beschilderung, Trittspurenreste und die Lücken im Wald helfen den Weg zu finden. Mehrfach queren wir ein Bächlein, das unter dem Schnee dahingluckert und auch einen Forstweg. Auf ca. 1200 m verlassen wir diesen und folgen rechts des Almbachs dem logischstem Wegverlauf weiter bergan. Rund 130 Hm später öffnet sich der Wald und wir stapfen über eine freier werdende Fläche zum Mariaeck empor. Kurz vor erreichen der Gratschneide am Mariaeck auf 1469 m schlüpfen wir wieder durch ein Waldstück. Die Frühjahrssonne hat am Mariaeck bereits den Großteil des Schnees verschwinden lassen und das Schild an einem Baumstumpf zeigt uns das wir genau richtig aufgestiegen sind. Bis hier her ist die Wanderung unschwierig, nun folgt der Anspruchsvollste Teil der heutigen Tour. Wir halten uns erneut Links und gehen in Richtung Rauhalm, Seekarkreuz und Lenggrieser Hütte in nördliche Richtung. Kurz stapfen wir erneut durch den Altschnee über eine freie Fläche und kommen an einem alten, toten Baumrest vorbei. Hier hat der DAV eine Schild montiert, dass auf die Alpinen Gefahren und die erforderliche Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit im weiteren Verlauf hinweist. Kurz danach leitet der Weg auf den Grat und durch Tannen hindurch vor einen Felsaufschwung. Hier wird schnell klar warum zuvor das Schild angebrat wurde. Kurz leitet ein Steig (keine Versicherungen) eng an der Ostseite Felswand hinauf. Und zurück auf den Rücken. Knietiefer, nasser Schnee machen des vorwärtskommen etwas umständlich und mühsam. Auf dem Felsklotz ist auch ein kleines Kreuz montiert, doch das lassen wir links liegen und steigen weiter nach Norden erneut steil hinauf. Der kommende Felsaufschwung ist nahezu vollständig abgetaut und vereinfacht so kurz den weiteren Anstieg. Dafür geht es nun etwa ausgesetzt zu und wir treffen auf eine kleine Leiter, die hilft, folgende Geländestufe einfach zu meistern. Danach sind die schwierigsten Stellen hinter uns, es geht nun dicht an der Gratschneide entlang weiter steigend bergan dem Vorgipfel des Seekarkreuzes entgegen.
Nach dem wir nun den Übergang gemeistert haben, folgen einfach dem Weg hinauf zum bereits sichtbaren Gipfel des Seekarkreuzes. Nach dem Vorgipfel leitet der schneefreie Weg im Gegenanstieg hinauf an das mächtige Gipfelkreuz. Angekommen, hat man eine tolle Rundumsicht auf viele der umliegenden Gipfel wie z.B. Ochsenkamp, Hirschberg, Hochplatte, Roßstein und Buchstein, Risserkogel, Guffert und das Brauneck. Bei einer Brotzeit unterm Gipfelkreuz setzen wir uns etwas unterhalb davon auf die nördliche Seite und verputzen unser Brote bei herrlichem Blick hinunter an die Seekaralm und hinüber ins Brauneck.
Im Abstieg nehmen wir den Normalweg hinunter an die Lenggrieser Hütte auf 1338 m. Dieser leitet uns auf den Herweg zunächst zurück, über den Vorgipfel nach Westen in den Wald hinein und hinab an die Hütte, diese lädt zur wohl verdienten Einkehr. Bevor der Rückweg zum Wanderparkplatz nach Fleck ansteht. Dieser führt uns zunächst in den Seekargraben auf den Grasleitensteig, den wir auf ca 1090 m scharf nach links abknickend verlassen und weiter der Beschilderung zurück ins Tal. Meist wandern wir nun auf breiten Forstwegen und erreichen nach insgesamt knappen 6 Stunden den Ausgangspunkt einer spannenden Bergfahrt.

Ausblick vom Gipfel Seekarkreuz nach Westen
Gipfel des Seekarkreuzes  im Isarwinkel

zum Höhenprofil

Track

Gesamtgehzeit:
- ca. 6 Std. (Aufstieg ca. 3 Std.)

Charakter / Schwierigkeit:
- bis Mariaeck einfach, ab da schwer Wanderung
- Forst- und Almstraßen, Bergwege und -pfade sowie etwas wegloses Gelände
- alpines Gelände mit Leitern, Tritten
- teils ungesicherten kurzen Kletterpassagen
- Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und bei Schnee Wegfindungssinn sehr hilfreich
- Kondition für ca. 960 Hm und ~12,5 Km

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung
im Winter ggf. auch
- Schneeschuhtourenausrüstung

Beste Jahreszeit:
Anfang Mai bis Ende Oktober
Auch als Wintertour sehr gut machbar - dann unbedingt auf die Schneelage achten!