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Sonnwendwand

(1512 m) 28.02.2021
Winterwanderung

Die Sonnwendwand in den Chiemgauer Alpen liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kampenwand, dem wohl bekanntesten Gipfel in dieser Region. Obwohl die Kampenwandbahn nicht all zu fern ist, bleibt es an der Sonnwendwand hoch über dem Priental sehr ruhig. Ist sie doch vielen nicht bekannt und auch nicht ausgeschildert.
Von Hainbach aus lassen sich verschiedene Wege für eine Besteigung unter die Sohlen nehmen. Wir haben uns mangels Schnee und ohne Schneeschuhe für eine spannende, fast nicht mehr begangene und sehr ruhige Variante über den Südwestrücken für den Aufstieg zum Gipfel und Bauernwand, Hofbauernalm und Klausgraben für den Abstieg vorgenommen. So wird aus der Bergfahrt eine schöne Rundtour.
Die Hofbauernalm bietet während der Almsaison Getränke und kleine Brotzeiten an, ansonsten bleibt einem "nur" die tolle Aussicht. Vom Gipfel der Sonnwendwand bieten sich herrliche Tiefblicke hinab nach Aschau, hinüber auf den Chiemsee und hinein ins Chiemgau.
Die Tour lässt sich ebenso gut mit Schneeschuhen gehen.

Gipfel Sonnwendwand
Sonnwendwand mit Blick zum Chiemsee

Ausgangspunkt
Hainbach im Priental
Parkplatz "Hainbach" an der St. 2093
(ca. 670 m)

Routenverlauf
Parkplatz - Klausgraben - Aipl Diensthütte - Sonnwendwand - Sattel im Kamm zur Bauernwand - ehem. Hofbauern Hochalm (verf.) - Hofbauernalm - Dalsen Sattel - Klausgraben - Parkplatz

ca. 8 ¼ Std.
Tourenbeschreibung
Vom recht großen Wanderparkplatz im Priental wandern wir zunächst ein Stück zurück in den kleinen Ort Hainbach hinein. Nach dem Klausengraben gleich rechts ab und auf der Straße aus dem Ort heraus und in den Wald hinein. Nach der Brücke über den Klausengraben queren wir selbigen und suchen den Einstieg in den Steig (vom Forstweg nicht zu sehen). Der Einstieg in den alten Pfad auf der anderen Seite des Baches ist gar nicht so einfach zu finden. Über ein paar große Steine geht es trockenen Fußes ans andere Ufer. Mit etwas Übung lassen sich hier bereits erste Pfadspuren ausmachen. Diesen folgen wir weiter nach Nordosten zunehmend steiler werdend in den Wald hinauf. Nach und nach wird der Pfad besser sichtbar und macht die Wegfindung einfacher. Wir folgen nun dem Steig, der meist grob dem Kamm durch den dichten Wald. Der Pfad steilt deutlich an und knickt auf ~755 m in einem scharfen Linksknick ab. Im weiteren Verlauf erreichen wir einen Abzweig, hier rechts herum weiter und recht garch dem nun gut erkennbaren Pfad folgen. Am danach folgenden Abzweig (von rechts zieht ein Weg aus dem Klausgraben herauf) im Wald auf gut 980 m halten wir uns scharf links und folgen diesem weiter empor. Nun werden in kurzer Folge ein paar kleinere Wasserläufe überquert und kurz danach verlassen wir recht schnell den Wald. Hier öffnet sich Schnell der Blick bis hinüber an die Dalsenalmen und wir erreichen die kleine Aipl Diensthütte.
Von der Hütte wandern wir auf einem Karrenweg an die Forststraße, die uns Links herum weiter bergan bringt. Den Abzweig nach Rechts auf einen Pfad zur Hofbauernalm ignorieren wir. Die nächsten ~700 m geht es stets bergan und flacht der Weg ab, erreichen wir eine Verzweigung. Hier rechts haltend in einem Rechtsbogen weiter hinauf in ein abgeholztes Waldstück. Am nächsten Abzweig links , dann gleich wieder rechts herum aufwärts. Inzwischen haben wir winterliches Terrain erreicht und der Schnee verdeckt die Wegspuren. Auf 1260 m haben wir dann den Pfad verloren und schlagen uns nun nach Osten durch die abgeholzte Fläche in den Wald hinein. Dort finden wir dann wieder den Weg, doch als kurz darauf der Wald verlassen wird, darf man sich den Weg über die geschlossenen Schneedecke selber suchen. Zunächst weiter am linken Rand der Fläche, steuern wir am Ende nach links hinauf, eine Scharte an. Hm, da sind wir falsch. Der scheinbare Weg leitet auf die Nordseite der Sonnwendwand und da wollen wir nicht hin. So queren wir aus der Scharte nach Osten, queren die steile Flanke auf einem schwach ausgeprägtem Saumpfad durch den Wald und erreichen die nächste freie Fläche. Diese durchschreiten wir weiter in östliche Richtung empor. Blickt man nun von hier nach Westen, hat man den Heuraffelkopf, Predigtstuhl und dahinter den Hochries im Blick. Auch Zinnenberg und Spitzstein lassen sich sehen. Nochmal geht es in einen Waldabschnitt hinein und einer markanten Scharte entgegen und steil hinauf. Ein wenig spaß am Kraxeln erleichtert den Aufstieg. Am Grat angelangt nach rechts und hinüber an den Gipfel der Sonnwendwand. Die letzten kleinen Felsstufen, dann stehen wir am Gipfelkreuz auf 1.512 m Höhe. Der Föhnwind bläst heftig über den Gipfel und zeigt uns, was er so drauf hat. So machen wir ein paar Bilder und suchen uns ein sonniges Platzerl für unsere Brotzeit am langen Grat hinüber zur Bauernwand. Dazu steigen wir kurz, sehr steil und ruppig nach Südosten hinunter. Streifen ein Waldeck (hier der einzige Hinweis auf den Gipfel) und halten uns nun an ein paar Trittspuren, die dem Grat nach Osten folgen. Vor einer Steilstufe, die schön in der Sonne liegt kraxeln wir auf einen kleinen Absatz und genießen erstmal unsere Pause mit schöner Aussicht nach Süden.
Weiter stapfen wir dem Grat folgend in Richtung Bauernwand. Zunächst geht es recht gut, doch je weiter wir vorankommen, desto mehr Schnee liegt am Grat und erschwert das vorankommen. Den ersten kleinen Felsaufschwung nehmen wir noch mit, steigen dann vor dem Zweiten jedoch durch Gesträuch hinunter auf die Almfläche an der ehem. verfallenen Hofbauern Hochalm. Dort folgen wir den Spuren im Schnee nach rechts und wandern auf einem Karrenweg hinunter an die Hofbauern Alm. Die ist bestens besucht und es hat kein wirklich freies Plätzchen mehr für uns. So gucken wir erst einmal neben dem kleinen Marterl über das Prien- ins Inntal.  
Von der Hofbauernalm geht es auf dem Forstweg recht steil hinunter in Richtung Klausgraben. Die Beschilderung ist deutlich und der Graben ist zügig erreicht. Nun leitet der Weg zurück nach Hainbach führt uns immer wieder an einigen kleiner Kaskaden des Klausbachs vorbei und leitet uns gemütlicher über gut 3 Kilometer bis zum Ausgangspunkt zurück.
Die Runde über die Sonnwendwand ist eine gute Wahl für alle die gerne eher einsam unterwegs sind, Spaß daran haben den Weg zu finden, auch mal die Hände an den Fels legen und gerne Rundtouren gehen!

Gipfel Sonnwendwand
Beschreibung

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Track zur Bergtour

Charakter / Schwierigkeit:
- mittelschwere bis schwere Winter- bzw. Schneeschuhwanderung
- Forststraßen, Waldwege, Bergpfade und wegloses Gelände
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
- Orientierungssinn hilfreich
- bei Nässe nicht zu empfehlen
- Kondition für ~ 1.000 Hm und ca. 12 Km  

Ausrüstung:
- Bergtourenausrüstung
- ggf. Schneeschuhtourenausrüstung