Kilimandscharo / Kilimanjaro

(5895 m) 09.09. - 18.09.2010
7 Tage auf der Marangu-Route
Das Kilimandscharomassiv im Nordosten von Tansania ist das höchste freistehende Bergmassiv der Erde und hat mit dem Kibo auch gleich Afrikas höchsten Berg. Der höchste Punkt dieses Berges ist der Uhuru Peak mit 5895 m. Bis 1918 nannte man den Kilimandscharo „Kaiser-Wilhelm-Spitze“ und zählte ihn zur Kolonie Deutsch-Ostafrika. Eine Besteigung des Kibo ist auch für den nicht so versierten Bergsteiger über eine der festgelegten Routen und mit entsprechender Genehmigung sowie einheimischen Bergführern und Trägern möglich. Am Gipfel wird man selten alleine sein, da er jährlich etwa 20-30.000 Besucher verkraften muss. Laut Statistiken erreichen nur etwa 30% den höchsten Punkt auf 5895 m.

Der Kilimandscharo
Kilimandscharo vom Zebrafelsen aus gesehen

 

Eigentlich stand ein solcher Berg nie wirklich auf der Wunschliste, vor allem, weil es doch eine sehr stark frequentierte Bergtour ist, die eher etwas von Massentourismus hat als dem Bergsteigen in Ruhe und Natur. Doch Anfang 2010 packte uns dann irgendwann ein Virus, und wir wollten doch einmal einen hohen, aber dennoch technisch nicht allzu schweren Berg besteigen. Die Wahl viel dann schnell auf den Kilimandscharo mit dem Kibo und dem Uhuru Peak als höchsten Punkt mit immerhin 5895 m. Planung, Konditionstraining und die Suche nach einem geeigneten Veranstalter begannen. Im September machten wir uns dann auf den Weg nach Tansania. Was wir erlebt haben, könnt Ihr auf den folgenden Seiten nachlesen.

Kilimandscharo - Uhuru Peak

Die Tour haben wir über einen kleinen Veranstalter mit Sitz in Deutschland und Tansania gebucht. Vor, während und nach der Tour wurden wir von den Africa Safari Experts bestens beraten. Auch die Betreuung vor Ort (An- und Abreisetag) durch die Agentur war bestens. Mit Julius Donald hat man für uns einen erfahrenen Guide ausgewählt, der seinerseits ein tolles Team zusammengestellt hat. Julius hat den Uhuru Peak nach eigenen Angaben bereits 90 Mal mit Gästen bestiegen. Insgesamt waren mit und für uns 1 Guide, 1 Assistant Guide, 1 Koch und 4 Träger am Berg unterwegs. Übrigens konnte unser Koch auch wirklich kochen, was scheinbar nicht selbstverständlich ist.

Z u m  R e i s e t a g e b u c h

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Allgemeines:

Die Besteigungen des Kilimandscharo verlangt keine besonderen bergsteigerischen Fähigkeiten, sie kann von jedem gesunden, sportlichen und ambitionierten Wanderer in Angriff genommen werden. Die Wege sind meist Kilimandscharogut ausgebaut, und die steileren Passagen führen in Serpentinen hinauf, ohne dass man richtig klettern muss. Dennoch ist die Besteigung des Kilimandscharo kein Sonntagnachmittagspaziergang. Eine gewisse Trittsicherheit sollte schon vorhanden sein. Für den Gipfelanstieg sollte man leichte Klettereien (I) mögen.
Bei Gehzeiten von etwa 5-7 Stunden pro Tag (am Gipfeltag bis zu 13 Stunden im Auf- und Abstieg) ist eine gute Kondition und körperliche Fitness wichtig. Wobei diese Faktoren keine Garanten für eine erfolgreiche Gipfelbesteigung sind. Viel wichtiger ist es, für eine ausreichende Adaption/Akklimatisation zu sorgen. Dazu ist es sehr wichtig, langsam und gleichmäßig zu laufen und zu atmen. Vor allem aber möglichst viel Zeit für den Aufstieg zu verwenden und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr (~4 l/Tag) zu achten.

Die Marangu Route, die als die einfachste Route gilt, ist auch unter dem Namen Coca Cola-Route bekannt. Sie beginnt am Marangu Park Gate auf ca. 1880 m und führt auf einer Strecke von etwa 35 km über die Mandara, Horombo und Kibo Huts zum Gillmans Point und weiter über den Stella Point zum höchsten Punkt des Kibo, dem Uhuru Peak auf 5895 m. Die Marangu Route ist die einzige Route, auf der in Hütten übernachtet werden kann, alle anderen Huts sind eigentlich Camps, wo nur in Zelten übernachtet werden kann/darf.
Der Abstieg der Marangu Route erfolgt über den Aufstiegsweg. Am Ende der Tour hat man dann insgesamt rund 70 km Wegstrecke bewältigt (ohne die Akklimatisationstouren). Für die gesamte Tour haben wir insgesamt 7 Tage eingeplant, um uns durch 2 zusätzliche Tage besser an die Höhe zu gewöhnen und so die Chance für die Gipfelbesteigung zu erhöhen.

KilimandscharoKilimandscharoKilimandscharoKilimandscharo

Unsere Etappen:Top

Reisedauer insgesamt 9 Tagen, davon 7 Tage auf der Marangu Route am Berg (2 Tage für die Akklimatisation) - Übernachtung in sehr einfachen Hütten

1 - Die Anreise - München->Frankfurt->Addis Abeba->Nairobi->KIA->Arusha, ca. 24 Std.

2 - Marangu Gate - Mandara Hut 2743 m, ca. 3 Std.

3 - Mandara Hut - Maundi Krater - Mandara Hut ca. 3200 m, ca. 3 Std., 1. Akklimatisationstag

4 - Mandara Hut - Horombo Hut 3720 m, ca. 6 Std.

5 - Horombo Hut - Zebrafelsen - Horombo Hut 4150 m, ca. 3 Std., 2. Akklimatisationstag

6 - Horombo Hut - Kibo Hut 4730 m, ca. 5 Std.

7 - Kibo Hut - Gillmanspoint - Uhuru Peak - Horombo Hut 5681 m / 5895 m / 3720 m, ca. 12 ½ Std.

8 - Horombo Hut - Marangu Gate 1870 m, ca. 6 Std.

9 - Die Rückreise - Arusha->KIA->Dar es Salaam->Addis Abeba->Frankfurt->München, ca. 24 Std.


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Schwierigkeit:

- schwere Trekkingtour
- gute Kondition ist wichtig, aber kein Garant für den Erfolg der Tour
- gute Akklimatisation erforderlich
- Trittsicherheit ist auf einigen Etappen hilfreich
- einige leichte Kletterstellen auf der Gipfeletappe (I)
- auf der Gipfeletappe kann es sehr kalt werden!

Insgesamt waren wir an den 7 Tagen am Berg 38 Stunden und 32 Minuten unterwegs (einschl. Pausen).
Dabei haben wir insgesamt 4832 m im Aufstieg und 4736 m im Abstieg und eine Strecke von ca. 83 km (Marangu Gate - Gillmans Point - Uhuru Peak und zurück zum Marangu Gate (inkl. der beiden Touren zur Höhenadaption) bewältigt.

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Reiseinformationen:

Vorbereitung:

Ausgedehnte, lange Wanderungen, am besten natürlich in den Bergen. Regelmäßig Konditionstraining betreiben, z.B. Joggen, Radfahren.

Anreise:

Mit dem Flugzeug von Frankfurt oder München nach Tansania (Kilimanjaro International Airport - KIA). Für die An- und Abreise muss man jeweils einen Tag kalkulieren. Es gibt regelmäßige Flüge mit verschiedenen Airlines zu sehr unterschiedlichen Konditionen (ab € 700,00). Am Zielflughafen muss man sich dann noch ein Touristenvisum (50 US$ pro Person) kaufen.

Die beste Reisezeit

In unserem Winter (Dezember – Februar) ist das Wetter hier am wärmsten, die Sicht am klarsten und die Vegetation am reichhaltigsten oder alternativ (wie wir es geplant haben) zwischen August - Anfang Oktober.

Akklimatisierung:

Gut beraten ist, wer für die Besteigung, wegen der Anpassung an das Höhenklima, etwa sechs bis sieben Tage einplant. Wer zuvor die Besteigung des Mount Meru (4562m) angeht, ist gut für die große Höhe am Kibo vorbereitet.
Durch die mit der großen Höhe verbundene Abnahme des Sauerstoffgehalts in der Luft kommt es häufig zur Höhenkrankheit, sodass aufgrund der physischen Anstrengungen nur etwa die Hälfte aller Gipfelanwärter den höchsten Punkt (Uhuru Peak 5895 m) tatsächlich erreicht.

Gesundheit:

Die Standardschutzimpfungen (Typhus, Tetanus und Polio) sollten ebenso vorhanden sein wie die Schutzimpfung für Hepatitis A/B.

Bei der Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (auch im Transit via Nairobi oder Addis Abeba) ist die Gelbfieberimpfung vorgeschrieben (Stand 2010). Diese Impfung wird nur von zugelassenen Impfstellen durchgeführt. Die Impfung wird bei der Einreise auf jeden Fall kontrolliert und bei Fehlen ggf. vor Ort nachgeimpft.

Malaria ist in Tansania verbreitet, man kann sich aber davor schützen:
- Verwendung von Insektenschutzmittel
- nach Sonnenuntergang möglichst helle und geschlossene Kleidung tragen
- nur unter einem Moskitonetz schlafen
- ggf. der vom Arzt empfohlenen Malariaprophylaxe unterziehen.

Am besten rechtzeitig vor Reiseantritt durch einen Arzt (ggf. Tropenarzt) über die notwendigen Impfungen beraten lassen!

Diese Sachen sollte man besser nicht zu Hause vergessen:
Ersatzbrille, Kontaktlinsen und -lösung, Sonnenschutzmittel, Verbandszeug, Insektenstichsalbe, rezeptpflichtige Medikamente und ein Medikament gegen Durchfall (Elektrolyte für den Ausgleich des Mineralhaushaltes nach Durchfallerkrankungen). Sterillium, um die Hände nach dem Waschen zusätzlich desinfizieren zu können. Mittel gegen Halsschmerzen, Erkältungen und Magenkrämpfe sowie ein allgemeines Schmerzmittel.

Nur abgekochtes, entkeimtes oder abgefülltes Wasser und Dosengetränke trinken, am besten auf Eiswürfel sowie Salat verzichten.

Man sollte auch bedenken, dass Aids nicht nur in den Tourismusgebieten ein großes Problem darstellt!

Ausrüstung:Top

- Gut eingelaufene Wanderschuhe
- Wanderstöcke
- Sandalen oder Turnschuhe
- Sonnenbrille, Gletscherbrille (Ersatzbrille nicht vergessen)
- Hut oder Kappe mit Nackenschutz
- 1 Wanderhose (Zipphose), 1 Tourenhose
- Ausreichende Regen- und Funktionskleidung zum Übereinanderziehen
- Bekleidung für warme und kalte Tage (Temperaturen von +30° bis -10° plus Windchilleffekt)
- eine warme Mütze, Schal und Handschuhe, eventuell Gamaschen
- Tagesrucksack ca. 30 l plus Transportruck- oder Seesack ca. 50 l (wasserdicht)
- Schlafsack (Komfortbereich etwa -10°)
- Iso-Matte (es schläft sich darauf einfach besser, Matratzen in den Hütten waren völlig durch und auch ein wenig feucht)
- 2 PET-Flaschen 1,5 lKilimandscharo
- 1 Thermosflasche 1 l (nur für den Gipfeltag)
- Wasserreinigungstabletten
- Schokoriegel oder Müsliriegel als Energiespender (nur für den Gipfeltag)
- 1 Rolle Klopapier, Taschentücher und Feuchttücher
- Desinfektionsmittel für die Hände
- Sonnencreme mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktor
- Medikamente gegen Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Magen-Darm-Beschwerden, Erkältung
- Elektrolyte (um nach schweren Magen-Darm-Beschwerden schneller auf die Beine zu kommen)
- Plastiktüten (um die Ausrüstung zusätzlich gegen Feuchtigkeit zu schützen)
- Reisepass
- Impfbuch

Kosten:

Eine 6-Tages-Tour ab/bis Moshi kommt auf etwa € 1.000 je Person zzgl. Trinkgelder für die Bergführer, Urkunde zur Besteigung Uhuru PeakTräger und Köche. Die Kosten variieren je nach Route und Jahreszeit. Bei den meisten Veranstaltern reduziert sich der Preis ab einer Gruppengröße von 3 Personen. In diesen Kosten sind alle Nationalparkgebühren bereits enthalten. Auch die Kosten für die Urkunde, die es nach erfolgreicher Besteigung von Uhuru Peak, Stella Point oder Gillmans Point erreicht hat!
Wer die Besteigung selber vor Ort organisieren möchte, kann dies auch tun, muss dann aber deutlich mehr Zeit einplanen. In Moshi, Marangu und Arusha gibt es sehr viele Tour Operator (über 400), die zu sehr unterschiedlichen Konditionen die Touren anbieten. Ohne einen zugelassenen Guide darf man den Kilimandscharo nicht besteigen bzw. die Nationalparkgrenze überschreiten. Ebenso sind Porter (Träger) seit einigen Jahren ein Muss.

Verpflegung:

Auf unserer Tour wurden wir täglich mit Frühstück, Lunchpaket und einem warmen Abendessen verpflegt. Die Mengen, die serviert wurden, waren mehr als üppig.
So gab es zum Frühstück z. B. eine süße, warme Haferflockensuppe, Rührei oder Pfannkuchen, geröstetes Weißbrot, Marmelade und frisches Obst.
In der Lunchbox war meist frisches Obst, zwei Sandwiches, Hühnchen, Kekse und ein Saft.
Am Nachmittag gab es immer frisches Popcorn (mal salzig, mal mit Zucker), am Abend dann eine Suppe, meist Fleisch (Rind/Huhn/Pute), manchmal aber auch Fisch, dazu Gemüse, Nudeln, Reis oder Kartoffeln und Soße. Zum Dessert frisches Obst oder auch mal eine gebackene Banane. Zu allen Mahlzeiten wurde mind. 1 l heißes Wasser für die Teezubereitung (auch kakaoähnliche Instantgetränke, Pulverkaffe) zur Verfügung gestellt.
Auf den täglichen Müsliriegel kann man also, bis auf den Gipfeltag, getrost verzichten!

Das Wasser für die Etappen wurde für uns abgekocht, bzw. in gefilterter Form zur Verfügung gestellt (!!Wasserreinigungstabletten für die Entkeimung!!).

TrinkgeldTop

Nicht vergessen: die Bergführer, Träger und Köche leben zum großen Teil vom Trinkgeld und leisten während des gesamten Auf- und Abstiegs hervorragende Arbeit.
Für einen Guide werden etwa 15-20 US$, einen Assistant Guide /Koch etwa 10-15 US$ und für einen Porter etwa 5-10 US$ veranschlagt. Das Trinkgeld kann zwar im Anschluss an die Tour im Hotel hinterlegt werden, es ist jedoch besser, es persönlich zu überreichen.

Literatur:Wanderführer Kilimandscharo

Dieses Buch haben wir für die Vorbereitung verwendet:

Outdoor - Tansania: Kilimanjaro
Viele Informationen zu Land und Leuten, Flora und Fauna sowie ausführliche Infos zu den unterschiedlichen Routen u.v.m.

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Ansonsten gibt es viele Seiten mit jeder Menge Infos zum Thema Kilimandscharo im Internet, die allerdings meist schon mehrere Jahre alt
sind.

 


Routen:

- Marangu-Route "Coca Cola-Route" - Start am Marangu Gate (1980 m) (unsere Tour)
- Machame-Route - Start am Machame Gate (1800 m)
- Mweka-Route - Start am Mweka Gate (1700 m) (Abstiegsroute für Shira-, Lemosho-, Umbwe- u. Machame-Route)
- Lemosho-Route - Start in Londorossi (2250 m)
- Rongai- oder Kikelewa-Route - Start in Nalemoru (2020 m)
- Shira-Route - Start in Londorossi (2250 m)
- Umbwe-Route - Start in Umbwe (1700 m)

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