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Mittenwalder Höhenweg + westl. Karwendelspitz

(2374m - 2302m) 29.07.02 / 19.06.03 / 22.06.08 / 19.08.12 / 11.08.13 / 03.10.14      + (2384m) 29.07.02
Der Mittenwalder Höhenweg ist ein aussichtsreicher, luftiger, dennoch leichter und bestens gesicherter Klettersteig. Gute Kondition und Trittsicherheit sind Voraussetzung für diese lange Gratüberschreitung entlang der bayerisch-österreichischen Grenze. Wer das Unternehmen ohne Seilbahnaufstieg machen möchte muss ca. 1300 Hm Aufstieg mit in die Planungen einberechnen und die entsprechende Ausdauer mitbringen. In 2012 sind wir den Höhenweg nun schon zum vierten Mal gegangen - einfach eine tolle Tour!

Mittenwalder Höhenweg
Mittenwalder Höhenweg - Karwendelgebirge - aus der Hasellähne fotografiert im Abstieg von der Gr. Arnspitze

 
Ausgangspunkt: 
Parkplatz der Karwendelbahn in Mittenwald (ca. 910m)
 Der Mittenwalder Höhenweg beginnt ca. 20 min von der Bergstation entfernt auf etwa 2370 m. 


Tour 2012  20 Bilder in extra Fenster
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Tour 2014  32 Bilder in extra Fenster

 

Routenverlauf: 
ca. 6-7 Std.
 
Mit der Karwendelbahn (Bergfahrt: 13,50 Euro, Kinder ab 9,50 Euro; Stand 2012) hinauf zur Bergstation (2244m) - Karwendelgrube - Nördliche Linderspitze - Südliche Linderspitze - Sulzeklammspitze - Kirchl-Spitze - Brunnsteinanger - Rotwandl-Spitze - Tiroler Hütte - Brunnsteinanger - Brunnensteinsteig - Brunnsteinhütte - Talweg zurück zur Karwendelbahn 

ca. 10 Std. - lange Tagestour konditionell schwierig (29.07.02)
Talstation Karwendelbahn - Ochsenboden - Damkarhütte - Karwendelgrube - Nördliche Linderspitze - Südliche Linderspitze - Sulzeklammspitze - Kirchl-Spitze - Brunnsteinanger - Tiroler Hütte - Brunnensteinsteig - Brunnsteinhütte - Hoffeld - Talweg zurück zur Karwendelbahn

ca. 8 Std. - lange Tagestour konditionell anspruchsvoll (19.06.03 / 22.06.08 / 19.08.12)
Talstation Karwendelbahn - Mittenwalder Hütte - Karwendelsteig - Karwendelgrube - Nördliche Linderspitze - Südliche Linderspitze - Sulzeklammspitze - Kirchl-Spitze - Brunnsteinanger - Brunnsteinsteig - Brunnsteinhütte - Hoffeld - Talweg zurück zur Karwendelbahn 


Der Höhenweg
Zum Einstieg des Mittenwalder Höhenweges geht es in einem großen Links oder  Rechtsbogen um den Kessel herum, zum höchsten Punkt im Süden. Die ersten Meter führen dann bereits entlang eines Drahtseils z. T ausgesetzt über Fels. So hat man gleich zu Anfang ein Bild über die Anforderungen des Steiges - viel schwieriger wird es nicht.
Mit Hilfe von Leitern geht es zur nördlichen Linderspitze (2374m). Überschreitung des Gipfels und Abstieg an die Abzweigung zum Heinrich Noe Weg, weiter zur Südlichen Linderspitze (2304m). Der Steig verläuft immer in Gratnähe und ist nicht zu verfehlen. Am Aufstieg zur Sulzeklammspitze (2323m) geht es links herum, und so erreicht man von Osten her den Gipfel. Die Kirchlspitze (2302m) folgt, dann geht es über eine Schafweide runter in den Sattel (Brunntalanger) zwischen Brunnensteinspitze und Kirchlspitze.
Wer jetzt noch Spaß hat, steigt in einer knappen halben Stunde an der kleinen Tiroler Hütte (2153m) vorbei, zu Rotwandl- und Brunnensteinspitze (2190m). Bis 2006 war die Tiroler Hütte auf einfache aber sehr charmante Art bewirtschaftet. Schade, dass diese Hütte nicht mehr bewirtschaftet ist.
Der Abstieg geht nun weiter im tiefsten Punkt des Brunntalangers nach Westen (Richtung Mittenwald). Hier geht es zunächst steil über eine rutschige Geröllrinne und später in vielen Serpentinen in einer knappen Stunde durch Latschen hinunter zur Brunnsteinhütte (1560m). Von der Hütte folgt man dem Pfad hinab nach Mittenwald, bis nach etlichen Kehren eine Abzweigung zum Leitersteig kommt. Bald wird dann der aus der Sulzerklamm kommende Bach gequert. Der Pfad führt nun an dem tief eingeschnittenen Bachbett weiter Talwärts und schon bald erreichen wir den Talgrund. Nun weiter dem Weg bis auf zu einem schmalen Sträßchen parallel zur Bundesstraße und diesen in etwa 40 Minuten bis Mittenwald (Parkplatz Karwendelbahn) folgen.

Tourenbeschreibungen:


2002
Wir sind diese Tour mutig angegangen. Gegen 7 Uhr war Abmarsch an der Talstation, denn die Bahn wollten wir nicht nehmen. Also machten wir uns los über den Ochsenboden und die Damkarhütte in Richtung westliche Karwendelspitze. An diesem Tage war auch der Berglauf und die Jogger überholten uns als sei das alles nichts. Das deprimiert einen dann schon ein wenig. Hut ab vor diesen Leuten. In der Karwendelgrube angekommen stiegen wir rasch auf die westliche Karwendelspitze, bevor wir in den Klettersteig auf der anderen Seite der Karwendelgrube einsteigen.
An der ersten freien Stelle machten wir dann erst mal eine ausgiebige Brotzeit, da uns nun doch der Hunger ein wenig zwickte. Bei herrlicher Sicht und Sonne pur schmeckt so ein Bergvesper einfach supergut. Die Überschreitung bis zur Tiroler Hütte ist bei diesem Wetter ebenfalls eine Erlebnis, das bleibt. Es geht ständig auf und ab. Hier entstanden dann auch die schönsten Bilder dieser Tour. Auf der kleinen Tiroler Hütte gibt es einfache Speisen und Getränke (seit 2006 geschlossen). Es ist einfach toll dort zu sitzen und auszuruhen, bevor man sich an den langen Abstieg macht. Insgesamt war dies eine richtig tolle Tour die recht anstrengend war, dies bestätigte selbst der Almöhi von der Tiroler Hütte, da die meisten doch die Bahn zum Aufstieg nutzen.  Absolut empfehlenswert!!!


2003
Etwa eine Stunde später als im vergangenen Jahr sind wir von der Talstation aus in Richtung Mittenwalder Hütte gestartet. In vielen Serpentinen windet sich der Pfad rasch aufsteigend zur Hütte (1518m). Direkt hinter der Hütte geht es zuerst steil und drahtseilgesichert weiter. Es geht immer mal wieder unter der Seilbahn hindurch, bevor es dann zum letzten steilen Stück vor der Bergstation geht. Das Wetter ist an diesem Tag nicht sehr freundlich. Dir Wolken werden von starkem Wind über die Gipfel getrieben. Im Tal hatte es ca. 20°, hier oben... brrrr es ist lausig kalt und der Wind tut sein übriges. Nach einer kurzen Rast, ´nem heißen Tee und einen Kakao, packen wir uns warm ein und steigen dem Klettersteig entgegen. Heute aber tummelten sich hier 1-2 Schulklassen und der Wind wurde immer stärker und kälter, so dass wir es vorzogen nur den Heinrich-Noe-Weg zu gehen. Im Windschatten wurde es dann schnell wärmer und als wir an der "Kreuzung" (Gatterl) ankamen und die lange Leiter sahen, packte es uns und wir stiegen doch noch in den Höhenweg ein. Der Wind ließ etwas nach, es blieb aber ungemütlich kalt. Einen Abstecher auf die Tiroler Hütte ist unbedingt zu empfehlen. Man hat einen herrlichen Ausblick ins Karwendelgebirge zur einen und auf die Mieminger Kette zur anderen Seite. Es lohnt sich.
Der daran folgende Abstieg über die Brunnsteinhütte läuteten das nahe Ende der Tour ein. Eigentlich wollten wir den Leitersteig noch gehen, nach zwei 25m Leitern führten irgendwie alle Wegweiser, in alle Richtungen und so entschlossen wir uns -nach dieser langen Tour- den Weg ins Tal zu nehmen, den wir ja von der letzten Tour bereits kannten.        


2008
Am unteren Parkplatz der Karwendelbahn marschieren wir um 8:40 Uhr bei schönstem Sommerwetter und angenehmen Temperaturen los. Zunächst geht es auf der Straße hinauf zum oberen Parkplatz und dann dem Pfad folgend unter der Bundesstraße hindurch auf den Waldweg in Richtung Karwendelgrube. An der Verzweigung geht es nach links in das Dammkar. Wir folgen dem nach rechts abzweigenden Bergpfad mäßig steil in vielen Serpentinen hinauf zur Mittenwalder Hütte. Hier gibt es eine kurze Pause, bevor es direkt hinter der Hütte steil bergan weiter in Richtung Karwendelgrube geht. Bereits hier folgen einige erste leichte Kraxeleien. Teilweise hat man eine tolle Aussicht auf das Wettersteingebirge, auch Teile der Miemingerkette und der Arnspitzgruppe sind gut zu erkennen. Schon bald erreichen wir, ständig vom Surren der Bahn begleitet, die sog. Wanne unterhalb der Karwendelköpfe. In dieser zerfurchten und durch viele, teils auch heftige, Steinschläge gekennzeichneten Landschaft geht es steil zunächst in östliche, später in südöstliche Richtung hinauf in die Karwendelgrube. Etwa 3 Stunden nach dem Start der Tour erreichen wir die Grube und gönnen uns am Rand, mit Blick in die Wanne, eine Brotzeit, bevor wir uns zu einer Tasse Cappuccino an der Bergstation niederlassen. Die Sonne brennt von oben auf uns herab und will wohl damit unterstreichen, dass heute wirklich Sommeranfang ist.
Nach einer ¾ Stunde brechen wir auf und nehmen zunächst den gut ausgebauten Rundweg hinauf zum höchsten Punkt in der Karwendelgrube. Dort befindet sich, gut markiert, der Einstieg in den Klettersteig. Heute kommen uns hier bereits einige Bergsteiger entgegen und so stellen wir uns ein wenig auf Gegenverkehr ein. Die nächsten 2½ Stunden geht es in ständigem Auf und Ab über Nördliche und Südliche Linderspitze, Sulzliklammspitze. Hier gönnen wir uns noch einmal eine Brotzeit und genießen die herrliche Aussicht ins Karwendel. Dann geht es weiter über die Kirchl-Spitze hinüber in den Brunntalanger. Nun folgt der Abstieg zunächst über den Brunnsteinsteig, erst sehr geröllig, dann auf gutem Pfad quer durch die Latschen hinab zur Brunnsteinhütte.
Nachdem wir unseren Flüssigkeitshaushalt an der Hütte wieder ausgeglichen und uns ein wenig erholt haben, gehen wir den weiteren Abstieg an. Dabei geht es über den Bergpfad hinab ins Isartal. Auf etwa 1200 m konnte man vor 5 Jahren noch den Ausläufer der Sulzliklamm queren und gelangte so direkt in den Leitersteig. Doch durch die anhaltende Bodenerosion muss man nun gut 100 Meter tiefer diese Rinne queren und einen kurzen Gegenanstieg zum Leitersteig meistern (Ist seit Sommer 2010 wieder über eine Hängebrücke machbar). Wir sparen uns jedoch den Leitersteig und folgen dem Pfad rechts des tief eingeschnittenen Grabens hinunter auf die flache Weidefläche. Nun kurz den Weg gerade hinüber auf die kleine Fahrstraße und durch die "Heuhäusle" hindurch über das Hoffeld in etwa 40 Minuten zurück zum Parkplatz.
Diese Gratüberschreitung ist und bleibt einfach ein Erlebnis.


2012
Wie vor 4 Jahren geht es vom Parkplatz auf bekanntem Weg zunächst zur Mittenwalder Hütte und von dort weiter über den Karwendelsteig hinauf in die Karwendelgrube. Nach knapp 3 Stunden ist diese, natürlich mit kurzer Pause auf der Hütte, erreicht, und wir genehmigen uns am Rand der Grube eine kleine Brotzeit. Auf der Terrasse "genießen" wir ein wenig den Touristentrubel und machen uns bald auf den Weiterweg in Richtung nördliche Linderspitze und den Einstieg in den Klettersteig. Wie nicht anders zu erwarten, ist am Einstieg die Hölle los. Alle wollen ein Foto und sich als richtige Bergsteiger ablichten lassen... nur gut, dass bei den meisten Bildern die Füße eh abgeschnitten sind und so die Sambalatschen und Birkenstocks nicht weiter auffallen.
Zwischen der südlichen Linderspitze und der Sulzleklammspitze holt der Heli eine Person aus dem Steig. Für die Seilbahntouristen und auch viele Klettersteigler auf dem Steig eine super Sache, kann man doch erzählen man war ganz nahe dran. Bis wir die Stelle des Geschehens erreichen, ist schon längst alles vorbei und wir können einfach das tolle Wetter, den Berg und die Aussicht genießen. Etwa ab der Hälfte des Steigs wird es voller. Einige der Leute, die mit der Bahn hinaufgefahren sind, haben wir eingeholt?!? Das wundert aber nicht, wenn man bedenkt, dass sich hier jemand mit Höhenangst und etwas Selbstgebautem, das ein KS-Set darstellen soll, über den Steig zwingt, nur um sich und seiner Familie zu beweisen... aber lassen wir das. Kurz später werden wir und weitere 10-12 Bergsteiger durch eine vierköpfige Familie ausgebremst. Mutti mit 'nem schicken Radlhelm, die Kinder hatten wenigstens Helme mit kleineren Luftlöchern und Papa einen riesigen Rucksack und sehr viel Zeit, den Kleinen immer und überall alles zu erklären. Damit war er so beschäftigt, dass er gar nicht merkte, und jede Ausweichmöglichkeit ignorierte, dass sich hinter ihm ein Stau gebildet hatte. An geeigneter Stelle klappte das gefahrlose Überholen dann doch, und natürlich gab´s von Mutti dafür für alle Überholer feste Schimpfe. Es folgt nun noch der letzte Aufschwung auf die Kirchlspitz, bevor es nach noch zwei leichten Gegenanstiegen nur noch bergab über den Brunnensteinanger und den Brunnensteinsteig zur Brunnensteinhütte geht. Die Tiroler Hütte ist ja leider nicht mehr bewirtschaftet, weshalb wir diese einfach links liegen gelassen haben. Der Abstieg zieht sich, und am heißesten Tag des Jahres ist es auch richtig schön warm zwischen den Latschenkiefern. Selbst der leichte Wind bringt keine Abkühlung.
Auf der Brunnensteinhütte gibt´s dann noch mal 'ne Pause, bevor wie uns an den restl. Abstieg machen. Den Leitersteig lassen wir heute aus, ist es für weitere Anstiege einfach viel zu heiß, gehen auf direktem Weg hinab zum Hoffeld und weiter zurück zur Talstation der Karwendelbahn. Nach 8½ Stunden stehen wir um halb sechs wieder am Auto. Das Thermometer zeigt immer noch 31°C. Wieder einmal endet eine herrliche Bergtour - und es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass wir den Höhenweg gegangen sind!

Viele der Versicherungen auf dem Höhenweg wurden wohl in den letzten Jahren erneuert. An einigen Stellen (Abstieg Sulzleklammspitze; wir sind uns nicht sicher) hat es auch ganz neue Seilversicherungen, die teilweise aber bereits schon wieder durch Steinschlag zerstört wurden.


2014
In diesm Jahr sind wir ausnahmsweise mit der Goldel hinauf zur Karwendelgrube gefahren und haben den Höhenweg von dort in Angfriff genommen. Das ist auf jeden Fall bequemer und macht die Tour deswegen nicht weniger spannend.
Einige Stellen sind abermals ausgebessert worden. Dies ist wohl auch notwendig, ist der Fels an vielen Stellen doch recht brüchig. Ansonsten ist die Tour wie in den vergangenen Jahren, einfach phantastisch.

Karwendelblick
Blick auf das Karwendel

Höhenprofile - Karwendelsteig - Mittenwalder-Höhenweg
2012   -   2014  

Charakter / Schwierigkeit:   
- einfacher Klettersteig
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich  
- einigen Stellen ausgesetzt  
- viel Gehgelände   
- bei Aufstieg über Dammkar oder Mittenwalder Hütte ist gute Kondition notwendig
- Vorsicht bei Schlechtwetter oder zweifelhaften Verhältnissen. 

Ausrüstung 
- ggf. Klettersteigausrüstung

Beste Jahreszeit:
Juni bis mitte Oktober

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